12 Wochen - Klein aber Oho

  • Halli Hallo - möchte uns einmal kurz Vorstellen- ich, 28 Jahre alt, lebe seit einem Monat mit Lupin, ein grauer deutscher Schäfer und meinem Partner in einem Haus. Nachdem mein blonder Labrador nach 12 Jahren über die Regenbogenbrücke getrappelt ist, wusste ich sofort- ein Hund muss wieder her um den Schmerz zu lindern (funktioniert sogar halbwegs.) Ich wollte wieder einen Retriever, mein Partner hingegen wollte etwas zum Sport machen und hatte sich in den deutschen Schäferhund verliebt. Da mein Labrador eher an der gemütlichen Seite des Lebens zu Hause war, war er mit meinem Retriever Vorschlag wenig begeistert. Die Tierheime waren zwar voll mit Hunden aber keiner hatte zu uns gepasst- da wir Hasen, Katzen und kleine Kinder (in unmittelbarer Nähe) haben- musste ein Welpe her. Gesagt getan, Lupin ist am 03.01.2018 zu uns gekommen und bereichert nun unser Leben und erfüllt es mit Chaos und Verzweiflung.


    Folgendes Anliegen habe ich, immer wenn ich meinem Tierarzt oder den Leuten von der Hundeschule davon erzähle bekomm ich nur gesagt- er ist halt ein Baby. Da ich meinen Labrador auch von klein auf hatte, weiß ich- ein Welpe verlangt mehr Geduld als sonst etwas. Doch schnell bemerkte ich- Lupin ist kein Labrador. Er versteht zwar Sachen viel schneller, fordert aber auch viel mehr. Nun zu meiner Frage- was kann ich einem 12 Wochen alten Schäferhund abverlangen, was kann ich ihm zumuten und was muss ich ihm absehen? Ich kann mit der "Er ist doch nur ein Baby, sicher kann er alles zerstören was mir lieb und teuer ist" Einstellung absolut nichts anfangen.


    Kann ich von ihm erwarten, dass er halbwegs an der Leine neben mir geht (ich meine nicht Fuß, bei Gott nicht, ich meine kein Psycho Gezerre in jede Richtung inklusive Einwickeln der Beine und damit einhergehender Mordversuch)?

    Kann ich von ihm erwarten, dass er nicht an meinem Essen schnuppert und schleckt?

    Kann ich von ihm erwarten, dass er mir nicht ins Ohr beisst wenn ich ihn trage?

    Kann ich von ihm erwarten, dass er nicht seine eigene Kacke frisst?

    Kann ich von ihm erwarten, dass er kommt wenn ich ihn rufe?

    Kann ich von ihm erwarten, dass er nicht "GERONIMO" mäßig auf jedes Kind zuspringt was er sieht?


    Muss ich das aussitzen, soll ich das sofort streng unterbinden, welche Maßnahmen sind für einen Welpen zu heftig oder muss ich wirklich einfach damit Leben, dass er halt ein kleiner Spinner ist? Bislang habe ich immer konsequent Nein und Aus gesagt, das funktioniert auch eine Weile. Aber sobald der Übermut da ist geht's wieder von vorne los.

    Kurzer Auszug-


    Kaffeehaus. Lupin muss nicht aufs Klo, er hat auch keinen Hunger oder Durst. Ihm ist einfach nur langweilig. Ich hingegen sitze seit 2 Sekunden und erwarte mir von ihm, dass er zumindest eine halbe Stunde unter der Bank liegt und eine Ruhe gibt. Er versucht alles erdenkliche um hinauszukommen inklusive herzzerreißendes Jammern (das macht er gerne.) - ich schimpfe. Das Theater geht 3 mal so weiter- dann zuck ich aus, mach einen tiefen Plerrer und versetz ihm einen Stoß. Er so groß mit Hut, schaut mich entsetzt an, als hätte ich seine Götter beleidigt, legt sich hin und ist still. Ich werde von 2 entsetzten rüstigen Damen angepöbelt warum ich ein kleines Baby so schimpfe und, dass er ja nichts dafür kann und viel zu klein ist für ein Kaffeehaus.


    Mit meinem Labrador, der mir ein riesen Loch im Herzen hinterlassen hat, war ich ab der 8 Woche überall- absolut überall. Und da galt es still zu sitzen, egal wie fad ihm ist. Und das hat auch funktioniert, Heurigen, Lokale etc- ein paar mal hat ers versucht und bemerkt dass ich nicht einknicke und dann wars das.


    Verlang ich wirklich zu viel von ihm?


    Tut mir aufrichtig leid falls es einen solchen Thread schon 1000 gibt und ich einfach zu blöd bin diese zu finden ! Würde mich über Antworten wirklich freuen, ich will ihm nichts böses aber ich will auch nichts verpassen.


    Liebe Grüße aus Österreich

  • also alle fragen die du oben aufgelistet hast würde ich nicht mit er ost noxh ein baby durchgehen lassen zeig ihm jetzt schon was du willst dann musst du später nicht erst anfangen.

    das ruhig im cafe liegen muss er allerdings erst lernen genau wi e das leine gehen ohren beißen. seine eigenen hibterlassenschaffen fressen und sowas würde ich weiter unterbinden.

  • Ohaaa, du verlangst viel zu viel von ihm. Zwischen einem DSH und einem Labbi liegen Welten! Und dann hast du auch noch einen Sportler, einen grauen. Der hat Power und muss erst lernen, diese zu kanalisieren.

    Bitte nicht mit Schimpfen und Stößen arbeiten! Du zerstörst damit das Vertrauensverhältnis! Wenn der Kleine 5 Minuten unter dem Tisch gelegen hat, hättest du ihn belohnen müssen! Und nicht nach 30 Minuten bestrafen.

    Beim Beißen darf man schon laut werden! Ein lautes Aua reicht da schon.

    Ansonsten bitte hol dir Literatur über den DSH, schau dir Filme an und geh unbedingt in die Hundeschule! Dort zeigt man dir, was ein Zwerg lernen muss.

    Auf jeden Fall ist Geduld und positive Bestätigung gefragt! Und eins muss dir klar sein, bequem wird euer Leben mit einem grauen DSH nicht. Und auch in Zukunft wird 1 -2 mal joggen pro Woche nicht reichen.

    Auch wenn der DSH der Wunsch deines Partners war, habt ihr die Entscheidung gemeinsam getroffen. Und du solltest akzeptieren, dass der Kleine ein DSH und kein Retriever ist.

    Auch wenn ein Schäferhund und seine Erziehung deutlich mehr abverlangt, wird er auf Dauer ein wunderbarer Begleiter. Diese Treue, Loyalität und Arbeitsfreude können nicht viele Rassen bieten. Zudem ist der Ausdruck eines DSH mit seinen Ohren wunderschön!

    Gegen das Zerstören hilft ein deutliches Nein und sofortiges Anbieten von Spielzeug oder Kauartikeln. Ich hatte immer eine Kiste mit einer Auswahl von Spielzeug und Kauartikeln wie Wurzeln, Rinderkopfhaut o.ä.

    Man kann das dann auch immer mal austauschen.

    Viel Freude mit dem Kerlchen!

  • Danke für die Rückmeldung ! gut zu wissen was geht und was nicht! er ist bereits in einem welpenkurs und zeigt sich dort von seiner besten seite! es ist für mich einfach schwierig einzuschätzen was phasen sind und was unarten! aber das Forum hilft da extrem weiter!


    nur kurz zu -

    Wenn der Kleine 5 Minuten unter dem Tisch gelegen hat, hättest du ihn belohnen müssen! Und nicht nach 30 Minuten bestrafen.-


    ich glaub ich hab das falsch od zu wenig geschildert- zu den 5 minuten brav sein kam es erst gar nicht, erst nach meinem plerrer war ruhe und dann hat er alle 10 Minuten was bekommen plus ne Menge lob. aber dieses anfangstheater ist jedesmal- bis es reicht.

    er ist ein wirklich toller Hund doch bei manchen sachen bete ich dass es nur eine Phase ist.. warum kacke fressen.. warum.

  • Hallo Magic


    Ich musste wiehern als ich dein Post laß. ^^ Dein Post liest sich so,als bräuchtest du in einigen Sachen Gelassenheit. Dies aber nicht so verstehen das er alles dürfte! Das ist nicht dasselbe!


    Mal aus meiner Sicht:

    Kann ich von ihm erwarten, dass er halbwegs an der Leine neben mir geht (ich meine nicht Fuß, bei Gott nicht, ich meine kein Psycho Gezerre in jede Richtung inklusive Einwickeln der Beine und damit einhergehender Mordversuch)?


    Jain. Es sit ein Welpe. 12 Wochen. Ein 6Jähriger Bengel mit Hummeln im Arsch (sagt man so bei uns für Energieüberschuss) will halt auch Energie loswerden. Von dem zu verlangen die Kniggeverhaltensregeln einzuhalten ist komplett unrealistisch. Das bedeutet aber nicht das man deshalb mit einem abwinken alles durchgehen lassen müsste. 12 Wochen,das würde ich noch als Gewöhnungsphase an die Leine bezeichnen.Mit Anfängen des Gebrauchs als Hilfsmittel. Wo der halt mitbekommt das seine Bewegungsfreiheit eingeschränkt wird. Im ziehen genauso wie im zurückbleiben. Das der da mal kreuz der quere im zickzack läuft ist normal. Der lernt seine Welt kennen. Da gibts überall was Neues. Und es ist GUT wenn der das von sich aus auch entdecken will und all jenem sich aufgeschlossen und ohne Furcht nähert.

    Dennoch kannst du als Beispiel ziehen nicht durchgehen lassen indem du,sobald er zieht,stehenbleibst und wartest. Bis er dich ansieht,oder aber -einfacher für ihn-bis die Leine locker ist,er also nicht versucht weiterzuziehen. Genauso kannst du auch mal,wenn er gerade beim schnüffeln ist,dennoch nach einem Hörlaut der ihn auffordert mituzkommen,wenn er das nicht tut,freundlich mit LEICHTEM(!) Zug (nicht Ruck) dazu "zwingen". Es braucht keine Stöße und keinen Ruck bei einem Welpen. Noch einfacher gänge sowas aber mit der Arbeit über Leckerlies.


    Kann ich von ihm erwarten, dass er nicht an meinem Essen schnuppert und schleckt?


    Das kannst du!


    Kann ich von ihm erwarten, dass er mir nicht ins Ohr beisst wenn ich ihn trage?


    Ich glaube nicht das das ein beißen im Sinne von Wehren ist. Am Ohr knabbern ist ein Kommunikationsmittel. Am Ohr lecken wird mitunter als "große Liebe" bezeichnet.^^

    Die Sache ist halt nur das die kleinen Milchzähnchen sehr spitz sind und da auch weh tun könnten. Es bleibt dir überlassen ob du akzeptierst oder nicht. Ich habe sowas stets akzeptiert. Jedoch sollte der Welpe,was vorkommen kann,zu übermütig werden,kann man freilich auch verdeutlichen das etwas weh tun kann.

    Hier wird,statt einem "Nein",oder "Aus" ein sehr hohes langezogenes "Auuuuuuuuuuuu" viel mehr Wirkung zeigen. Denn das machen Welpen genauso. Insbesondere das Knabbern aneinander (bei dir dann Hände Finger als Beispiel) trainiert die Beißkontrolle später. Alte Bücher schreiben manchmal-und das hört man heute noch- das so für Hunde beißen normal werden würde. Da Gegenteil ist der Fall. So wie Kinder erst lernen müssen was weh tut und was nicht,müssen das Hunde genauso. Lässt man sie knabbern wird man merken das es manchmal zu Situationen kommt,wo sie still halten und langsam den Druck erhöhen. Genau hier testen sie aus wie doll man mit sienem Gegenüber umgehen kann. In diesen Situationen bitte nicht so lange warten bis es wirklich weh tut,sondern schon vorher "Auuuuuuuu". Der Welpe wird zu 99% sofort den Druck vermindern oder etwas anderes machen.;) Genauso ist´s im Grunde beim Ohr. ;)


    Kann ich von ihm erwarten, dass er nicht seine eigene Kacke frisst?


    Das kannst du! Wir hatten hier schonmal irgendwo das Thema. Man liest von schlechter Angewohnheit bis Vitamin B und/oder K Mangel. Bei einem Welpen würde ich das als testen werten. Selsbt Kinder sollen das ja in sehr jungen Jahren ab und an machen. Straffes "Pfui" (ohne Stoß) und sofortige Ablenkung b.z.w. leckerlie wenn er sich mit dir entfernt ,eventuell aber anderes oder neues Futter (sollte das Problem bleiben) sollte helfen. Ich persönlich bevorzuge bei Futter ausschließlich rohes Fleisch und hatte da nie Probleme mit Kot fressen.


    Kann ich von ihm erwarten, dass er kommt wenn ich ihn rufe?


    Nicht wirklich wenn du meinst er müsste auf Befehle umgehend reagieren. Als Welpe sollte er sowieso deine Nähe suchen (es gibt Ausnahmen denen das auch egal ist). Insofern tappelt der dir sowieso hinterher. Selbstverständlich kannst du ihn locken. Und dieses Locken ist ja im Grunde die Vorbereitung für den Hörlaut "hier" oder "ran" oder "komm" oder "pfiff" oder was auch immer. In so jungem Alter wird er da auch mal beim ersten Rufen kommen und dann vielleicht auch mal wieder nicht. Sprich in der Zeit ist man da doch am üben. Und nur weil das einmal klappt,muss der Hund das noch lange nicht sofort richtig verbunden haben.


    Kann ich von ihm erwarten, dass er nicht "GERONIMO" mäßig auf jedes Kind zuspringt was er sieht?


    Auch wieder jain. Es ist halt ein Welpe.Die machen Blödsinn. Es ist schön wenn er Kinder als etwas freudiges positives wahrnimmt. Das sollte man nicht verderben. Dennoch gibt es auch Benimmregeln. Zumal sowieso nicht er ein Spiel starten sollte. Insofern kann man da auch jetzt schon (sollte sogar) auf etwas Sitte achten und darauf,das man ihn freigibt für das spielen(nicht er selsbt bestimmt das es jetzt losgeht).



    Allgemein würde mir noch einfallen,das Hunde Individien sind. Komplett unterschiedlich im Wesen. Und bei unterschiedlichen Rassen kommen noch herangezüchtete Veranlagungen bishin Verhaltensweisen zum tragen. Oder können (erwartbar) zum tragen kommen. Insofern kann das schon sein das dein 8 Wochen Labrador oder Retriever eine halbe Stunde in irgendeinem Kaffee ruhig lag. Vielleicht hatte er eh gerade Zahnschmerzen,oder war schon ko oder eher allgemein phlegmatisch und da passt das halt. Der nächste Hund jedoch ist vielleicht aufgeweckter. Ihm gehts blendend und gerade eben ist ein Schmetterling vorbeigeflogen da muss man doch hinterher!...nein halt warte........dort drüben liegt ein weggeschmissener halber Kuchen.... was schwirrt eigentlich die Fliege um meinen Kopf!? ;)

    "Wer nie einen Hund gehabt hat, weiss nicht, was Lieben und Geliebtwerden heisst."

    Arthur Schopenhauer

  • Two souls-


    ich habe gar keine Worte für diese tolle Antwort. Danke für die Zeit die du dir genommen hast mir meine Fragen so zu beantworten, ich weiß es wirklich zu schätzen !

    Ich bin jetzt wesentlich schlauer als vorher und bin erleichtert, dass ich gewisse Dinge getrost gelassener sehen kann. Es schwingt halt immer die Angst mit etwas zu versäumen oder falsch zu machen. Obwohl der Labrador als meine erste Liebe ein wirklich toller Hund und Gefährte war, bereue ich die Entscheidung keineswegs.


    Ihm gehts blendend und gerade eben ist ein Schmetterling vorbeigeflogen da muss man doch hinterher!...nein halt warte........dort drüben liegt ein weggeschmissener halber Kuchen.... was schwirrt eigentlich die Fliege um meinen Kopf!?


    Genau das denkt er glaub ich manchmal. "Oh eine nackte Ferse.. eigentlich darf ich nicht .. soll ich trotzdem? Ja zur Sicherheit beißen wir mal hinein, vielleicht ist das heute anders." und ZACK.


    Aber mir ist schon sehr viel damit geholfen wenn ich weiß wo ich dran arbeiten sollte und was halt einfach so ist!


    Nochmals Dankeschön, echt Wahnsinn !

  • ooooh, ein kleiner Bruder von Roopa

    das sieht nach einer Powermaschine aus

    ich denke, du solltest dich mit jedem einzelnen Punkt beschäftigen und die Schule für den Hund fängt schon mit 12 Wochen an (dann brauchst es nicht mit 12 Monaten reparieren) auf jeden Fall ist der Satz: "Baby hat Narrenfreiheit" ein großer Irrtum denn da erzieht er sich selber und du bist nur der Bimbo, der den Kühlschrank aufmacht.

    Über jeden einzelnen Punkt gibt es hier im forum viele Seiten zu lesen, denn fast jeder kennt es

    toll finde ich, daß dein Freund auch mit ihm arbeiten möchte, denn eins ist erstmal sehr wichtig: "Zeit" (die ersten 4 Monaten sollte man Urlaub nehmen und sich erst mal nur um den Hund kümmern (wie beim Mensch auch) besonders wenn man einen Lupin hat

    viel Spaß damit

    (übrigens auch die Fährtenausbildung fängt mit 12 Wochen an !)

  • Irrtum denn da erzieht er sich selber und du bist nur der Bimbo, der den Kühlschrank aufmacht.

    :D:D:thumbsup:


    Das Kackefressen haben meine 2 auch gemacht. Und wenn dir der Welpe danach ins Auto kotzt, kommt Freude auf. ;(

    Auch hier ist Geduld gefragt, immer wieder Pfui und dann darf auch mal die Leine fliegen (neben den Hund, nicht treffen!). Bei uns half es, immer mal etwas Stinkiges zu fressen zu geben, ein Stück Harzer Käse oder ein Stück Trockenpansen. Irgendwann ist die Phase vorbei.

  • @Magic

    Es schwingt halt immer die Angst mit etwas zu versäumen oder falsch zu machen.


    Die besteht auch! Man kann auch den Anschluss verpassen. Damit wird vermutlich auch jeder hier schon Erfahrungen gemacht haben.

    Die Dinge die klar sein müssen sind:

    -Was erwartest du später vom Hund? Soll er "nur" begleiten und ist Hundesport nur ein Hobby was du für dich und ihn allein machen möchtest,oder willst du richtig Hundesport machen mit x Prüfungen u.s.w..

    Bei Letzterem wirst du vielleicht etwas eher anfangen müssen. Was IPO u.s.w. angeht,gibt es hier kompetentere Leute als mich. Ich habe "nur" Turnierhundesport gemacht. Der belässt es bei UO und Hindernissbahn.


    -Das Hunde Individien sind. Daraus folgt das es kein Schema F gibt. Und das wiederum bedeutet das der Satz den Pawlow sagte:" Beobachten,Beobachten und nochmal Beobachten!" seine Gültigkeit hat.

    DU,oder IHR allein habt den Hund immer um euch. Und ihr müsst schauen ob der sich da vielleicht wirklich selbst erzieht und sich Verhaltensschemen aneignet die nicht gut sein können ,oder ob der einfach nur mal herumkaspert. Ob er gerade als Welpe/Junghund im vollen Spiel ist und da vielleicht auch mal was überhören kann,oder ob der euch gerade bewusst ignoriert. Ob eine Handlung -die ihm vielelicht später aus welchen Gründen auch immer gefällt- später für Probleme sorgen kann,oder eben nicht.

    Ein Fersenzwacken als Beispiel würde ich nicht akzeptieren. Denn die Situationen die ich damit verbinden würde (jemand läuft barfuß oder mit Sandalen oder jemand schläft im Bett) sind Situationen die,als Beispiel,nichts mit spielen und auch nichts mit "wir üben mal ab wann es weh tut" zu tun haben. Wenn jemand vor dir läuft,kann der Hund denjenigen nicht an die Ferse gehen.Auch nicht wenn man Hunger hat.^^-->schafft halt Probleme später. Wenn jemand schläft hat man auch nichts an der Ferse zu suchen,weil-auch für Welpen!- die Ruhephase der Alten tabu sind.


    Genauso ist aber ein Hund keine Maschine die einfach nur funktioniert. Schon gar nicht von Anfang an. Die "Kunst" ist (meiner Meinung nach,das mögen andere anders sehen),das richtige Maß für jedweden Hundecharakter zu finden,welcher einerseits das Fairplay gegenüber dem Hund (Auch das ist in einem Wildhunderudel so. So ein Rudel ist keine Hackordnung!) ,andererseits aber natürlich auch das Zusammenleben im urbanen Raum sicherstellt. Beides geht nur,wenn du deinen Hund kennenlernst,weist wo er Ansprüche stellt,wo man nachsichtig sein kann,oder aber wo man auch mal Strenge walten lassen muss,weil Grenzen übertreten werden. Grenzen,die definitiv DU/IHR setzen solltest(et). Die Hauptaufgabe des Alphapäärchens in einem Canidenrudel ist-heruntergebrochen und mal nur auf Mensch-Hund Beziehung gemünzt- das Vorleben von sozialen Regeln auch im Bezug auf UND MIT Fair Play,Rangdarstellung (gemeint ist das du verdeutlichst das du die Regeln machst,aber nochmal: KEINE Hackordnung! Autorität ungleich autoritäres Handeln! Gewalt und überaggressives Verhalten sichert NICHT den Rang!...und nebenher auch nicht das Überleben eines Rudels) und Kooperation.

    Wenn du/ihr das halbwegs hinbekommt,dann sollte das Zusammenleben mit dem Hund ganz gut gehen.

    Wenn du/ihr euch entscheidet aktiv Hundesport zu machen und auch einen guten Hundeplatz/HSV findet,dann werdet ihr nicht nur Spaß und Auslastung für euren Hund (und euch) parat haben,sondern auch selbst von den Erfahrungen anderer profitieren.Selbst genauso viel lernen wie eurer Hund. Auch durch die anderen Hunde,die ihr ja dann dort vor Ort auch beobachten könnt (inklusive deren Halter). Nur Mut. ;)

    "Wer nie einen Hund gehabt hat, weiss nicht, was Lieben und Geliebtwerden heisst."

    Arthur Schopenhauer

  • leute- es klingt vielleicht aufgesetzt oder geschwollen- aber seid klasse. mit soviel Hilfe und Zuspruch hatte ich nicht gerechnet ! wirklich toll, bin froh das forum gefunden zu haben!!


    meine Erwartungen an ihn sind im großen und ganzen eigentlich reaktiv simpel- ich will einen Partner auf den ich mich verlassen kann. der egal ob auf ski tour am Berg oder auf dem schlauchboot am see an meiner Seite ist. mehr muss er nicht können. und dazu gehört auch dass er ohne Leine nicht automatisch abhaut wenn wo ein laub fällt oder am Horizont ein Hund auftaucht oder er in einer tour jammert weil das Boot oder der sessellift nicht schnell genug sind und ihn die langeweile packt. ist das komplette utopie meinerseits oder ist das möglich?


    fährtenhund würde mich sehr interessieren, vor allem zur geistigen Auslastung. in meiner Hundeschule gibt es sogar ein Angebot, wusste nur nicht dass es so früh auch schon geht ! werde mal nachfragen ! danke für den Hinweis!!

  • Utopie ist das keineswegs. Aber dafür wird es einige Vorrausetzungen geben.

    Der DSH gehört zur Dienst,-und Gebrauchshundesparte. Und das sind im allgemeinen durchaus kluge (je klüger desto mehr "Probleme" macht ein Hund im allgemeinen,eben durch seine Klugheit-da kann man halt,als Beispiel,den Hund nicht 3 Stunden mit der immer gleichen Sache ablenken,wird halt langweilig ^^) vor allem arbeitswillige Hunde. Die wollen Aufgaben. Die wollen was tun. Der Eine mehr,der Andere weniger. Wenn die nichts haben suchen die sich etwas. Und manchmal suchen die sich auch das wo sie Schwächen bei den Haltern sehen. Kontrolle als Beispiel.


    Also kurzum: Eigentlich wären die Gebrauchshunderassen gerade für gehorsames Verhalten im urbanen Raum geschaffen. Allerdings-das würde ich schon so sagen- sind deren Anforderungne an den Halter unter Umständen größer als bei vielen anderen Rassen.

    "Wer nie einen Hund gehabt hat, weiss nicht, was Lieben und Geliebtwerden heisst."

    Arthur Schopenhauer

  • Twosouls: Super beschrieben! Genau das ist der DSH!

    Wobei unsere 2 nicht so hohe Ansprüche stellen wie viele aus der Leistungslinie. Aber wir haben sie auch danach ausgesucht. Pokale würde man nicht mit ihnen gewinnen, das war nie unser Ziel. Aber wer sich für einen Sportler entscheidet, weiß, dass er viel Zeit in Training und Auslastung stecken muss. Dafür belohnt so ein Hund die viele Mühe mit unglaublicher Arbeitsfreude und starkem Leistungswillen. Das ist schon faszinierend.

  • Hallo Magic. Als ich deinen ersten Post las, habe ich mir gedacht na Mahlzeit. Das kann in der Zukunft noch ordentlich schief gehen. Ein DSH ist und wird nie ein Labbi sein. Auch ein äußerst ruhiger Schäfer nicht. Du hast ein Sportgerät unter den Schäfer, den grauen. Je eher du dich davon verabschiedest das der Hund wie dein Labrador wird, desto besser für alle. Das heißt nicht, dass man die Hände über den Kopf jetzt werfen soll, aber man schon bereit sein sich anzupassen. Du bist ja hier, also willst du was tun. Das ist sehr gut und eine gute Voraussetzung. Um es unverblühmt auszudrücken, es wird vieles anders als vorher mit einem Labi. Ein DSH wird euch mehr fordern. Ihm wird ein Gassi nicht reichen auch ein langes Gassi nicht. Auch nicht tägliches langes Gassi nicht samt Joggen. Körperliche Auslastung ist das eine, aber ein DSH will auch geistig ausgelastet werden. Er will denken. Vergiss das später bitte nicht. Mach dir mal jetzt schon Gedanken, wie du deinen Hund in der Zukunft geistig auslasten möchtest. Es gibt verschiedene Möglichkeiten. Unterordnung, Fährten ( suchen ) etc. Informiere dich ein bisschen jetzt darüber. Welche Angebote gibt es bei dir in der Umgebung ( damit man dir beibringt wie man es macht ). Das du Hundeschule / Welpenkurs besuchst ist super. Der Kontakt zu den Artgenossen darf nicht zu kurz kommen. Nach der Welpengruppe besuche bitte Junghundekurs und mache die Begleithundeprüfung (BH). Wieso? Das ist empfehlenswert, weil du lernst dort wie dein Hund tickt und was du tun kannst und nicht kannst damit ihr euch gegenseitig versteht. Richtig Kommandos verknüpfen, richtig korrigieren, der Hund lernt mit verschiedenen Altagssituationen ( Jogger etc. ) umzugehen und du lernst wie DU umgehen sollst. Wieso? Weil ein DSH viel, viel mehr Trieb hat als ein Labrador. Du lernst dort mit dem Trieb umzugehen. Den Trieb zu lenken. Ein grauer Schäfer will seinen trieb ausleben dürfen. Wird er es niergends können dann sucht er sich einen Ventil (Fahrradfahrer, Jogger, Autos etc. ). Ein weiterer Vorteil von BH ist, die Übungen lasten den Hund geistig aus. Der Hund denkt mit. Er arbeitet, ein DSH will arbeiten. Dazu kommt, das durch das gemeinsame Arbeiten verbessert sich eure Bindung.

    Wieso der ganze Text, wenn du eigentlich ganz andere Fragen hattest? ;):P Weil ich nicht ganz so rauslesen konnte, ob du dir all dessen bewusst warst bei der Anschaffung von einem Schäfer. Wenn nicht, ist auch nicht sehr schlimm, wenn du dir dessen zeitnah bewusst wirst. Ich stresse es so, weil je eher du es verstehst, desto früher kannst du artgerecht das Zusammenleben gestalten. Es ist nicht dazu gedacht um dich fertig zu machen. Das ist ein Welpe, aus ihm kann alles werden. Ein kleines Wesen der entweder ein super treuer, ausgeglichener, wesenfester und loyaler Begleiter werden kann, oder ein frustrierter, unausgelasteter Hund der dadurch unerwünschte Verhalten entwickeln kann die man DANN schwer rausbekommt ( von Leinenzieherei bis Agressivitäten auf bestimmte Reize ).

    Ok. Zu deinen Fragen :) Ein Hund lernt durch Verknöpfungen. Bringt man ihm etwas bei, zB. einfachheitshalber das Kommando Sitz: zuerst bringst du den Hund zB. durch das hochhalten von Futter dazu, das er sein Hintern auf den Boden setzt, berührt es den Boden, sofort super freuen und mit Futter belohnen. Dies wiederholst du in dieser Art VIELE Male. Dann machst du das selbe mit dem Wort "Sitz". Wiederhollst viele Male. Bis der Hund versteht: Hintern am Boden = Leckerli. Dann kann das Futter direkt vor der Nase weglassen und erst danach belohnen. Diese Schritte müssen mehrmals wiederholt werden. Ein Hund, braucht 100 Wiederholungen um überhaupt das Hinsetzten und dazugehöriges "Sitz" zu verknöpfen. Und das ist ein Schritt. Daher: jede auch so kleine neue Kommando ( oder Erwartung von dir an den Hund ) braucht Wiederholungen.

    So. Wieso soll ein Hund etwas machen? Was motiviert ihn? Es gibt ncihts motivierendes besonders für einen Welpen als Futter. Für einen Welpen ist es überlebenswichtig, hat er nicht genug Futterdrang, dann stirbt er ( in der Wildnis ). Er fährt also total auf das Futter ab. Das machst du dir zur Nutze. Macht er etwas ( am Anfang reicht Ansatz ) das du möchtest, kriegt er Futter ( Wiederholungen ). Macht er es etwas was du nicht willst ( kein Futter ). Bsp. unseres Sitz. Welpe hat gecheckt ouuuui Leckerchen. Ich will, ich will, ich will. Ich kann es kaum erwarten, ich will. Er setzt sich zwar hin aber krabbelt dann an deine Beine weil er Leckerchen will. Du kannst a) es belohnen BEVOR er zu dir auf die Beine Krabbelt b) nicht belohnen. Belohnst du es trotzdem, lernt der Welpe ahaaaaa wenn ich genug aufdringlich werde weil ich es will, dann kriege ich was ich möchte. Du willst aber das der Welpe lernt das in dieser Welt passiert alles nur wenn DU es möchtest. Also kein Leckerli. Hund weg von dir, vielleicht Leckerchen verstecken und bestimmend "nein". Hund schaut blöd aus der Wäsche "waaas, ich verstehe meine Welt nicht". Du sagst dann Sitz. Welpe setzt sich hin, du machst Halli Galli und zack Leckerchen. Welpe lernt: ahaaaa das Anspringen lohnt ja nicht ( wiederholungen!)

    Du kannst den einfachen Sitz Beispiel vom Prinzip ( was lernt mein Hund ) auf alles andere übertragen. Manches kann man nicht wie Sitz wiederholen zig Male auf ein Mal (Zb. Jogger anbellen ). Das Zauberwort heißt: Konsequenz. Was lernt der Hund ( brauchst immer noch Wiederholungen!! ) wenn du 10 Mal es richtig ihm beibringst, beim 11 Mal aber vielleicht keine Zeit gerade hast und ein Jogger kommt und der Hund bellt halt. Hund lernt; ahaaaa ich kann es doch und es passiert nichts, beim nächsten Mal probiere ich es noch mal!. Wiederholungskette unterbrochen du fängst bei 0 an. Manches zu erlernen ist für einen Welpen sehr schwer. Man geht auch nicht zuerst auf Mount Everest wenn man den heimischen Berg nicht erklimmern kann. Du fängst zuerst ohne Ablenkung dann steigerst du es ( Wiederholungen!) mit Ablenkung ( Wiederholungen!). Für einen triebigen DSH sich ruhig zu verhalten wo er sooo viel Energie hat ist wie Everest erklimmern. Ruhe muss dein Welpe lernen. Am besten zu Hause, erst dann steigern. Puh, zu deinen Fragen nun.

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  • Er versteht zwar Sachen viel schneller, fordert aber auch viel mehr.

    Das ist das tolle an einem Schäfer. Er hat eine super schnelle Auffassungsgabe. Du kannst sooo viel machen aus ihm. Natürlich fordert er es. Er will ja arbeiten ;) Will beschäftigt werden. Steuere es. Bring ihn zum Nachdenken ( lastet übrigens auch aus ). Was muss ich also tun das ich an mein Futter komme? Was will der Mensch von mir?

    Bewaffne dich mit Futter und überlege dir zuerst was du am Ende erreichen willst. Dann zerlege es im viele kleine Schritte. Überlege dir dann bei jedem Schritt, was genau du mit dem Futter bestätigst. Was willst du nicht erreichen? Führe die Schritte durch und erst dann steigere die Ablenkung. Sei großzügig mit dem Belohnen aber auch konsequent. Du stellst die Regeln auf. Hilfreich ist es, statt den Welpen aus der Schüssel zu füttern sich sein gesammtes Futter am Tag zu erarbeiten. Es gibt am Anfang soooo viel neues soooo viele Möglichkeiten das gewünschte zu bestätigen. Du willst den kleinen nicht zum Tode mästen :P:D Außerdem, wenn er für sein Futter was tun muss ( Futterdrang ) tut er es auch eher als wenn sein Bauchi bereits voll mit dem Futter aus der Schüssel ist. Außerdem was lernt der Hund wenn er das Futter aus der Hand bekommt und nicht aus Schüssel? Buaaaah, Frauchen ist das höööhste nur da gibt es nämlich Futter. Ich werde besser in ihrer Nähe bleiben, wer weiß wann das Futter wieder für mich rausspringt? Vorausgesetzt du nimmst Futter zum Gassi auch mit ;)

    Kann ich von ihm erwarten, dass er halbwegs an der Leine neben mir geht (ich meine nicht Fuß, bei Gott nicht, ich meine kein Psycho Gezerre in jede Richtung inklusive Einwickeln der Beine und damit einhergehender Mordversuch)?

    Jein. Nein = er kann das gar nicht ( Wiederholungen! + was will die von mir ? überlege dir was du erreichen willst + Schritte + durchführen ) außerdem es gibt sooooo viel neues in der Welt zu entdecken ( für den Welpen alles ^^ ). Ja = du kannst langsam nachdenken wie du es anstellst das er in der Zukunft tut was du willst.

    Wie groß ist die Leine? Eine kurze Leine ist kontraproduktiv. Er will ja seine Welt entdecken und das soll er ja. 3-4 m Leine ist in Ordnung. Da hat er trotzdem die Möglichkeit zu schnuppern ohne gleich in der Leine zu liegen. Weil was lernt er sonst? Leine ist ja kurz und so ein kleiner Racker der ordentlich Pfeffer im Hintern hat darf dann alles nicht,. Dann denkt er sich buaaaah, Frauli aber da ist eine Schnecke, die ist soooo toll, da will ich jetzt gucken. Die Leine hindert ihn sehr rasch. Da spürt ein Welpe da ist ein Zug an meinem Hals, es ist unangenehm, ich will weg von dem Zug, außerdem haaloooo die Schnecke! Welpe zieht, irgendwann bist du genervt und gibst nach. Welpe lernt: ahaaaa! Wenn ich nur ganz doll ziehe dann komme ich schon hin. Um es zu vermeiden, gib ihm schon bisschen Leinenfreiheit. Er will doch gucken. Wenn sich die Leine aber trotzdem spannt, dann bleibst stehen und rührst dich keinen Schritt. Es ist eine Geduldsprobe! Er wird es wahrscheinlich oft machen und du musst jedesmal konsequent sein. Sonst: ahaa diesmal hat es geklappt, ich werde es beim nächsten Mal versuchen! Ein Welpe ist nciht blöde ;) Du kannst auch kurz bevor die Leine anspannt die Richtung wechseln. Und erst wenn die Leine wieder locker ist zum Begehrobjekt mit dem Hund hingehen. So lernt er: wenn die Leine locker ist komme ich zum Objekt meiner Begierde.

    Kann ich von ihm erwarten, dass er nicht an meinem Essen schnuppert und schleckt?

    Das liegt an dir. Wenn er es tut, dann hast du es bereits erlaubt. Es gibt nichts schöneres für einen Welpen als Futter. Er will es. Ein Rudelführer bestimmt aber wann das Futter kommt. Was vermittelst du den Welpen? Erlaubst du ihm an DEIN Futter ran? ( welcher Rudelführer erlaubt in der Natur an eigenes Futter, wo die Resourcen knapp sind ??????? :/ da wird aber der Übeltäter aber sooo schnell zähnefletschend verjagd ). Anscheinend hatte Welpi schon mit dem Futter erfolg. Wieso soll er es nicht immer wieder versuchen? Er wird es solange tun bis er immer wieder Erfolg hat. Da hilft es nur: nicht an sein Erfolg kommen. "Nein", Wegschieben bei den Versuchen. Kapiert er und unterläßt den Versuch ( brauchst gutes Timing ) kannst du das gewünschte Verhalten mit dem Futter belohnen ( nicht deinem 8o).

    Kann ich von ihm erwarten, dass er mir nicht ins Ohr beisst wenn ich ihn trage?

    Da wurde schon erwähnt. Auuuuuuaaaa + ignorieren. In deinem Fall, nicht mehr tragen. Weißt du wieso das Aua wichtig ist? Wenn der Welpe bei seinen Geschwistern ist und spielt und vielleicht übertreibt und die Zähnchen zu doll drücken, dann quitscht der Brüderlein und vielleicht verärgert versenkt die eigenen Zähnchen in den Welpen ihrerseits. Welpe lernt: oha! Wenn ich zu feste bin, dann will mein Brüderlein nicht mehr mit mir spielen und ich bekomme vielleicht meinerseits aua. Uuu nicht gut. Macht er es oft genug, dann verknöpft er es fest. (Wiederholungen).

    Das kannst du also zur Nutze machen. Du willst nicht das er dir in das Ohr beisst ( ist lieb gemeint von ihm, tut dir aber weh ). Du ahmst am besten den Brüderlein weil der Welpe es im Bestfall schon kennt und verknöpft hat.


    Kann ich von ihm erwarten, dass er nicht seine eigene Kacke frisst?

    Da hilft es nciht dazu kommen lassen. Kein Erfolg geben, siehe oben.

    Kann ich von ihm erwarten, dass er kommt wenn ich ihn rufe?

    Jein. Nein = er weißt noch nicht was du von ihm willst, das musst du ihm erst beibringen. Außerdem es gibt soooo viel interessantes in der Welt ( für den Welpen alles ), besonders für einen DSH der unmengen an Energie hat. Ja = du kannst damit anfangen zu überlegen was du erreichen willst und in kleinen, kleinen Schritten steigern.

    Du willst also das der Hund nach dem Rufen kommt. Fange zu Hause an, da gibt es nicht so viele Ablenkungen ( du willst nicht in Konkurenz stehen zu dem tollen tollen Schmetterling oder ? ;)). Du kannst ihn direkt mit Futter locken, oder dein Freund haltet den Welpi, du rennst weg ( trieeeb, außerdem huuuui waaaas da will ich mit!!) und mit Futter und hoher netter stimme schau oder was auch immer sagst ( auf sich und Futter aufmerksam machst ). Irgendwann bleibst du stehen und dein Freund lasst den Welpi los. In dem Moment wo der Welpi sich in Bewegung setzt zu dir sagst du "komm" oder "ran" oder was auch immer es später sein soll. Der Welpe rennt zu dir du machst den super Affen aus dir. Sich super freuen, Futter geben etc. Ah was für ein tolles Spiel, denkt sich der Welpe. Du wiederholst das oft genug. Welpe verknöpft dann das "hier" ( alles braucht Wiederholungen ). Und lernt da gibt was zum Futtern :love: Du verknöpfst das herkommen mit etwas positiven. Dann kannst du es draußen mit wenig Ablenkung versuchen. Draußen ist es wichtig, das du den Welpi nur rufst, wenn du dir sicher bist das er kommt. Laaangsam Ablenkungen steigern. Es wird dir nicht geholfen später, wenn der Hund ein Mal kommt und ein Mal nicht. Später wenn er größer wird, hilft da die Schleppleine. Wenn er nicht kommt und aber gelernt hat fest was "hier" heißt holst du ihn. Der Hund soll im Bestfall nicht die Möglichkeit dazu bekommen nicht zu kommen. Das mit Schlepp aber im Junhundealter. Wenn du ihm nicht die Gelegenheit gibst zum nicht horchen, dann macht er das abhauen auch nicht. Kommt er, dann belohnen. Auch wenn etwas auch sitzt. Die Motivation zu kommen darf den Reiz nicht verlieren. Später, übe mit anderen Hunden zB. rufst ihn, er kommt, belohnen und wieder freigeben. Es soll keine negative Verknöpfung enstehen ( Rufen = aus mit Spaß weil Leine ). Wieso soll der Hund dann sonst kommen wenn es aus mit Laufen ist?

    Kann ich von ihm erwarten, dass er nicht "GERONIMO" mäßig auf jedes Kind zuspringt was er sieht?

    Tut er es? Wieso? Weil er Erfolg hatte. Weil du nicht eingegriffen hast. Er hat nicht gelernt das es nicht erlaubt ist und was du stattdessen von ihm erwartest.

    Spielen mit den Kindern ist nun erlaubt wenn er nicht springt. Er will ja hin. Du bestimmst wie. Positiv verknöpfen. Das unerwönschte von nun an nicht zulassen.

    Kaffeehaus. Lupin muss nicht aufs Klo, er hat auch keinen Hunger oder Durst. Ihm ist einfach nur langweilig. Ich hingegen sitze seit 2 Sekunden und erwarte mir von ihm, dass er zumindest eine halbe Stunde unter der Bank liegt und eine Ruhe gibt. Er versucht alles erdenkliche um hinauszukommen inklusive herzzerreißendes Jammern (das macht er gerne.) - ich schimpfe.

    Du hast wahrscheinlich mit Mount Everest angefangen :D War das sein erster Besuch`? Übrigens, als er nach Schimpfe endlich Ruhe gab, dann DA wäre der Zeitpunkt für Leckerchen und Lob. Schließlich hatte er gewünschtes Verhalten zum allerersten Mal in der Situation gezeigt, das will man doch mit Futter verstärkern oder? ;) Er weißt noch nciht was du in einem Gasthaus von ihm willst. Soooo viele Gerüche und Menschen, vielleicht macht es ihm auch Unbehabgen etc. Solche Besuche am Anfang immer kurz halten und positiv für euch beide Abschließen.



    Nicht den Kopf hängen lassen. Ich habe meinen ersten Schäfer mitten in der Pubertät aus zweiter Hand übernommen ( mit Baustellen ). Und es WAR eine Umstellung und es war schweißtreibend. Wenn man aber bereit ist, sich dem Hund ein bisschen anzupassen ( zumindest was seine Bedürfnisse angeht ) kann man es schaffen und gemeinsam glücklich werden.

    Dieser Beitrag wurde bereits 3 Mal editiert, zuletzt von Cuki ()

  • Haha nein. Ich wollte auch noch was dazu schreiben. Ich würde es einfach soo schade finden wenn es bei denen schief geht und ein nächster Schäfi zum Wanderpokal wird. ;(

    Ein Welpe wird nur das was aus ihm gemacht wird. Er kann alles werden. Es ist wunderbar aber auch mit viel Arbeit verbunden. Nicht ohne Grund sagt man, das man sich einen Welpen nur dann anschaffen soll wenn man genug Zeit hat.

    Die rassentypischen Charachterzüge spielen in der Erziehung eine Rolle. Man erzieht einen Labrador anders als einen Weimeraner und anders als Chiuhauhua. Weil die von Grund aus andere Charachtereigenschaften besitzten. Man achtet in der Erziehung auf was anderes vermehrt weil die anders fordern. Der eine hat keine Probleme im Wald, der andere ist aber sooo aufs Jagen aus. Aus allen Hunden kann am Ende aber ein ausgeglichener Begleiter werden. Ich wünschte mir so sehr, dass ich Gin als Welpe bekommen könnte mit dem jetztigen Wissen ;(

  • Wenn ich eines weitergeben kann - dann das zwischen Labrador und Schäferhund Welten liegen.

    Der Labrador (wenn nicht grad aus der Leistungslinie) ist schon zufrieden, wenn er dabei sein darf. Der kann stundenlang mit seinen Gedanken beim Futter oder am Traumen sein, Hauptsache das macht er in Anwesenheit der Familie. Meinen Labrador konnte ich überall hin mit nehmen. Sie hat keinen Ort für langweilig oder zu stressig empfunden. Sie hat sich dann hingesetzt oder hingelegt, oder einfach nur in die Umgebung geschaut und gewartet - bis ich wieder meine Wege fortsetzte. Ob ich nun schnell mal mit ihr auf der Bank war oder stundenlang im Cafe saß , das war ihr egal. Sie ging mit mir bergauf bergab, Hauptsache mit mir. Ein Labrador ist nicht dumm - keineswegs, jedoch sind sie Optimisten und , meine zumindest, Minimalisten. Die hat sich über noch so kleine Gesten gefreut.

    Der Schäferhund ist mit der bloßen Anwesenheit seiner Menschen nicht zufrieden.
    Er lebt für den Menschen, aber verlangt auch, dass der Mensch für IHN lebt. Ein Geben und Nehmen eben.
    Natürlich, er geht auch jeden Weg mit, aber für ihn muss alles einen Sinn haben, ein Ziel haben.
    Er kann auch stundenlang unterm Tisch liegen bleiben, aber er braucht entweder ein Kommando dazu oder einen Sinn darin (sprich eine Belohnung nachdem er seine Aufgabe ruhig zu liegen erledigt hat).
    Ein Schäferhund schaltet nicht mal so eben ab oder klingt sich aus der Welt. Ein Schäferhund geht nicht verträumt neben einem am Gehweg. Wenn ich etwas gelernt habe, dann dass ein Schäferhund ständig auf Obacht ist. Der scannt seine Umgebung ständig und sucht nach neuen Aufgaben Findet er die nicht beim Besitzer, so sucht er sich eine Aufgabe.


  • toll geschrieben Cuki 👍👌

    Magicbustrip auch ich hatte vorher labbies... und das ist eine ganz andere Welt. Argos verlangt mir viel mehr ab und ich wäre froh wenn ich dieses Forum schon früher entdeckt hätte. Dann hätte ich einiges anders und mit einem ganz anderen Blickwinkel getan.

    Das für mich wichtigste ist, das ich immer ruhig bleiben muss auch wen es manchmal schwer fällt.

    Aber es hilft dem Wuff ungemein.

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