Heute war es endlich soweit:-)

  • Habe gelesen, dass man nicht länger als 5 Minuten x Anzahl Montate spazieren gehen soll. Was bedeutet das genau? 5 Minuten laufen am Stück? Oder mit Pausen? Gilt das auch für Spielen? Und auch für einfach so draußen sein und auf ner Bank sitzen? Vorhin hat Gaius sich hingesetzt beiim Spazierengehen - das ist doch ein Zeichen für Müdigkeit, oder? Wir haben das vorhin zumindest so gedeutet...


    Die Begrenzung der Spaziergänge bezieht sich wirklich nur auf Spaziergänge an der Leine und wenn der junge Hunde viele neue Eindrücke verarbeiten muss (z. B. in der Fußgängerzone).

    Freie Bewegung kann der Hund so viel haben, wie er möchte. Das bedeutet, er entscheidet selbst, wann es genug ist.

    Bei Spaziergängen ohne Leine würde ich keine Strecken zurücklegen, sondern mich eher auf eine Wiese, im Wald aufhalten und den Kleinen die Welt entdecken lassen.


    Noch ne Frage: Wie habt ihr euren ihre Namen beigebracht? Ich hab vorhin mal kurz bisschen "geübt" und das so gemacht, dass ich seinen Namen gerufen habe

    Den Namen lernen Hunde von allein. :)


    Vorhin hat Gaius sich hingesetzt beiim Spazierengehen - das ist doch ein Zeichen für Müdigkeit, oder? Wir haben das vorhin zumindest so gedeutet...

    Unsicherheit.

    Eine Hundemutter würde mit so jungen Welpen nicht "spazierengehen".



    Heut Nacht beim Gassigehen wollt er keinen Schritt von der Haustür weg. Wir lassen ihn ja hier ohne Leine laufen. Und wenn er zu weit weg ist, gehen wir einfach weiter. Das klappt super. Nur dann nicht, wenn er unser Haus sieht. Dann läuft re einfach zur Tür und setzt sich davor und wartet bis wir kommen.


    Ein instinktsicherer Welpe.

    Welpen verlassen die ersten Wochen nicht ihren Geburtsort, weil das in der freien Natur zu gefährlich wäre.

    Erst mit dem 6./7. Lebensmonat würden sie die erwachsenen Tiere auf die Jagd begleiten.

    Letzte Frage: Gaius hat jetzt schon ein paar mal geknurrt. Einmal bei Pferden auf der Koppel.

    Was bedeutet Knurren denn?

    Knurren ist ein Ausdrucksverhalten mit vielen Bedeutungen.

    In diesem Fall: "Die Pferde sind so riesig, die sind mir nicht geheuer".


    Morgen lernt er die Stadt kennen. Wir wollen ne Runde durch die Altstadt drehen. Da fahren keine Autos, dafür aber relativ viele unterschiedlichste Leute und auch Hunde. Irgendwelceh Tipps dafür?

    Du machst ziemlich viel mit dem Kleinen. Überfordere ihn nicht.

    Viel wichtiger ist das freie Spiel, toben, raufen mit einem Kumpel, erkunden der Natur.

    Dabei lernen Welpen fürs Leben.

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  • Wenn du ihn mit anderen spielen lässt, nie zu lange. Sie sind nicht in der Lage ihre Ausdauer einzuschätzen.

    Woher hast du das?

    Ich habe viele Welpen aufgezogen und noch nie erlebt, dass sie ihre Grenzen nicht kennen.

    Wenn sie müde werden, dann werden auch die Spiele ruhiger oder sie suchen sich einen Platz zum Pennen.


    Das knurre von Anfang an unterbinden. Kein Streicheln oder Loben, sondern den kleinen aus der Situation holen. Und im Idealfall diese Situation immer wieder aufsuchen, bis er sich richtig verhält.

    Knurren ist kein falsches Verhalten, sondern ein normales Ausdrucksverhalten bei Hunden.

  • Wir wollten ja gestern in die Stadt, haben uns aber dann doch für einen Spaziergang ins Dorf entschieden. Auch da gabs viel zu sehen. Oma und Opa mit Rollator und Stock, mit mir zusammen vor dem Tante-Emma-Laden warten, während Frau und Kinder drin sind, ein kleines Mädchen, das vorbei kam und fragte, ob sie ihn streicheln durfte (und das dann auch tat - sicher eine schöne Ersterfahrung mit ihm fremden Kindern) und eine 6-monatige Bernesennenhündin hat er kennengelernt. Er war total alle danach, ist schon fast beim Trockenrubbeln eingeschlafen...

    Das war mit Sicherheit zu viel Input. Er war da erst 10 Wochen auf der Welt.


    Jetzt gleich machen wir ein bisschen Training im Garten. Namen üben, in die Augen schaun und "Sitz".

    Bitte denke daran, die ersten Monate sollte der Welpe möglichst viel spielen und erkunden.

    "Sitz" lernt er auch noch mit 5-6 Monaten.


    Eine Frage: Da er so gern knabbert: Habt ihr n Tipp für Knabberzeug, von dem er länger was hat? Aktuell knabbert er getrocknete Kaninchenohren. Aber die Dinge hat er nach ein paar Minuten weg....


    Welpen haben kein ständiges Kaubedürfnis, das ist Erkundungsverhalten.

    Gib ihm lieber Dinge, die er zerpflücken kann, wie z. B. ungiftige Zweige, Grasbüschel usw.


    Mit Nachbarslabbi bin ich vorsichtig, da der doch recht wild erscheint und bei Gaius alles noch so "weich" erscheint.

    Hunde können sich sehr gut auf ihr Gegenüber einstellen. Ich würde das ausprobieren.

    Spielkameraden sind wichtiger als Befehle und Tricks zu üben.

    Eigentlich haben Welpen in der Natur ihre Geschwister zum Spielen. Sie stärken gleichzeitig ihren Körper und lernen soziales Verhalten.

    Das müssen wir Menschen möglichst ersetzen durch andere gleichaltrige Hunde.

  • Wichtig ist bei so einem jungen Hund, zu unterscheiden ob er aus Unsicherheit knurrt - dann würde ich kein großes Aufheben darum machen - oder ober er z.B. wegen Resourcenverteidigung knurrt - dann würde ich kurz und sehr deutlich einschreiten.

    Ressourcenverteidigung ist kein Fehlverhalten.

    In einem natürlichen Rudel dürfen Welpen ihr Futter oder anderes verteidigen.

    Wenn man das bestraft, kann das zu einem Vertrauensverlust führen oder zur Futteraggression.

  • Schwedenfan erwähnte schon Knurren aus Ressourcenverteidigung. Das sit eben etwas anderes und etwas wo man Freiheiten einschränken muss. Allerdings ist ein knurren um Ressourcen gegenüber dem HH als Beispiel, auch etwas was zumeist viel später kommt. Also dann wenn auch schon andere Sachen in den Brunnen gefallen sind.

    Ich finde diese Aussage bedenklich.

    Es ist völlig normal, dass Welpen ihr Futter verteidigen.

    Lässt man sie in Ruhe fressen, entwickelt sich Vertrauen. Dann hört das Knurren von alleine auf.

    Genauso nehme ich meinen Welpen nicht alles aus dem Maul, wenn sie erkunden.

    Nur wenn es gefährliche Dinge sind, halte ich meine Hand vor das Maul und sage freundlich "zeig mal".

    Dann spucken sie es mir in die Hand.

  • Anstrengend dagegen sind seine "fünf Minuten" jeden Morgen und Abend. Er nimmt dann jeden Schuh, den er finden kann, jedes Kinderspielzeug, überhaupt alles, was er kriegen kann und will darauf herumkauen. Und tauscht man es gegen seinen Knochen oder Spielzeig, dauerts keine 20 Sekunden, bis er wieder was anderes hat. Er lässt zwar alles los (manchmal nur mit Schnauzgriff), aber das nervt. Also hab ich gestern Abend was anderes gemacht, weil ich den Eindruck hatte, er macht sich da n Spiel draus, Herrchen und Frauchen und Kinder auf diese Art zu beschäftigen.

    Also, Kopfarbeit mal anders:

    Das ist normales Spiel- und Erkundungsverhalten. Welpen wollen nicht nur spielen, sondern auch Dinge zerpflücken, durch die Gegend tragen und darum raufen. Das ist dann im Spiel ihre Beute. Es werden ja Dinge erprobt, die in einem Hundeleben Bedeutung haben.

    Gib ihm doch einfach mal natürliche Sachen, mit denen er machen kann, was er will.


    Hundespielzeug ist ziemlich überflüssig. So etwas kommt in der Natur nicht vor.

    Diese wilden 5 Minuten sollte ein Hund in dem Alter eigentlich viele Stunden am Tag haben.

    Bitte beende das nicht, weil es anstrengend ist. Kopfarbeit braucht er in dem Alter nicht.

    Das Entdecken der Welt ist Kopfarbeit genug.


    Ich hab jetzt eine Menge geschrieben.

    Mir ist es wichtig, dir für deinen Welpen auch ein paar andere Sichtweisen zu zeigen.

  • Muriel


    Hallo


    Bei diesem Abschnitt war ich im Alter schon weiter. Da hatte ich keinen Welpen mehr im Kopf,sondern sich einen entwickelten Hund der sich ausprobiert und positionieren will,eventuell eigene Ansprüche durchsetzen will.

    "Wer nie einen Hund gehabt hat, weiss nicht, was Lieben und Geliebtwerden heisst."

    Arthur Schopenhauer

  • Muriel, einige deiner Aussagen kann ich nicht ganz unterstützen. Da habe ich andere Erfahrungen gemacht.

    Du vergleichst immer wieder das Leben im menschlichen Rudel mit dem Leben im ursprünglichen (Wolfs-)Rudel.

    Ein Welpe entwickelt sich in der Nähe des Menschen nicht mehr so wie in der Natur. Der Hund kann sehr gut unterscheiden, wen er vor sich hat. Im Umkreis der Menschen leben Kinder, die eben keine Welpengeschwister sind. Platz, Sitz, Fuß, Leine gibt es in der Natur nicht, sowie gefährliche Straßen, Giftköder und Hunde nicht, die die Kommunikation untereinander verlernt haben.

    Ein Hund kann sehr wohl schon früh spielerisch die Grundkommandos lernen. Nur nie zuviel auf einmal. Ein Kommando erstmal sicher beherrschen und regelmäßig wiederholen, bevor man weitere übt.

    Ressourcenverteidigung sollte man FRÜH unbedingt unterbinden! Lupus hat Kinder im Haus und die bringen Freunde mit. Erst die Tage hat ein Halter seinen Collie einschläfern lassen, weil unbeaufsichtigte Kinder den Hund beim Fressen gestört haben und der Hund ein Kind in Kopf und Hüfte gebissen hat.

    Unsere Hunde, auch die älter übernommenen, haben gelernt, dass wir ihnen jederzeit Fressen, Kauknochen oder Spielzeug wegnehmen dürfen. Allerdings sagt der gesunde Menschenverstand, dass man den Hund ungestört fressen lässt. Trotzdem würde ich das auch, bevor der Hund richtig anfängt zu fressen, auch immer wieder mal mit dem Napf probieren.

    Unsere Hunde hatten auch als Welpen Spielzeug und Kauartikel. Dieses durfte auch zerlegt werden. Ein Nein gab es dagegen bei unseren Schuhen oder anderen Dingen, die für Welpenschnauzen tabu waren. Da wurde dann dafür mit dem Beißring gezergelt oder der Kauknochen geworfen. Das hat eigentlich immer gut funktioniert.

    Dass man Welpen nicht unbegrenzt toben lässt, kenne ich auch so. Gerade in Welpengruppen sind immer Hunde dabei, die sehr ausdauernd toben könnten. Das ist für einen Schäferhund, der groß wird, sicher nicht gut. Da ist dann der Trainer gefordert, der ein gesundes Maß an Spiel, ersten Kommandos und Übungen zur Beziehungsfestigung vereint.

    Auch zu Hause, wenn Kinder im Haus leben, muss man immer dafür sorgen, dass der Hund genügend Ruhephasen ohne Störungen hat.

    Was die Kopfarbeit angeht, ist das natürlich richtig. Beobachten, erforschen, erleben-das ist viel für einen kleinen Welpen und reicht vorerst völlig aus.

    Bei manchen Dingen muss man seine eigenen Erfahrungen machen und einen guten Weg finden. Denn auch jeder Hund ist anders.

  • Faire und "artgerechte"Kommunikation dem hund gegenüber ist wichtig. Ganz klar.


    Allerdings sind wir Menschen, und der Hund ein Hund.

    Dementsprechend kann man nicht so leben als ob man ein rudel mit seinem hund bildet exakt wie unter Artgenossen und man kann es schon gar nicht 1 zu 1 übertragen.


    Lolu hat das perfekt geschrieben :thumbsup::thumbsup:

    Hunde sind Engel, die zu uns kommen um uns zu zeigen was wahre Liebe ist!

  • Lolu, Hunde bringen genetisch bedingt hündische Verhaltensweisen mit auf die Welt.

    Die haben sich in den Jahrtausenden nicht geändert. Hunde haben immer noch keine menschlichen Gene, auch wenn sie schon lange beim Menschen leben.

    Ich habe wirklich viele Welpen aufgezogen und habe festgestellt, dass Welpenverhalten immer gleich ist.

    Es unterscheidet sich eigentlich nur im Charakter.


    Genetisch bedingt:

    Welpen finden das Verlassen ihres Lebensumfeldes unheimlich. Spaziergänge verursachen Unsicherheit.

    Sie könnten sich gegen Feinde nicht zur Wehr setzen und sind auch noch zu langsam um zu flüchten.

    Sie sind Nesthocker, bis sie körperlich weiter entwickelt sind.

    Keine Hundemutter würde ihre Welpen auf Streifzügen mitnehmen, wenn es nicht nötig ist.

    Erst wenn das Zuhause nicht mehr zu sehen ist, setzt der Folgetrieb ein und Welpen folgen ihren Menschen.

    Natürlich muss ein Welpe, der beim Menschen lebt, auch die Umwelt kennenlernen. Aber man sollte seine Zurückhaltung verstehen.


    Das Spielverhalten ist auch genetisch bedingt. Alle Spielsequenzen imitieren Fortpflanzung, Beutefang, Kämpfe, Flucht, artspezifische Kommunikation usw.

    Du wirst bestimmt auch festgestellt haben, dass Hunde mit Menschen auf hündisch kommunizieren. Etwas anderes können sie nicht.

    Wenn du sauer bist, wird der Hund dich auf hündische Weise beschwichtigen.

    Wenn er dich zum Spielen auffordert, geht er vorne in Tiefstellung und macht ein Spielgesicht.


    Das sind nur Beispiele für Verhalten, welches genetisch schon angelegt ist.

    Natürlich nimmt ein Hund durch Beobachtung auch Verhalten vom Menschen an, aber nur sehr begrenzt.

    Darum ist es mir wichtig, darauf hinzuweisen, wie ein Hundeleben in der Natur aussieht.

    Es hilft uns zu verstehen, warum Hunde so sind wie sie sind.


    Ein Hunderudel ist in der Natur ein Familienverband.

    Es geht beim Fressen in der Regel friedlich zu. Hat ein Welpe ein Stück Fleisch ergattert, wird ihm das nicht streitig gemacht.

    Das machen höchsten Welpen untereinander und darauf wird heftig mit Knurren reagiert.


    Zitat

    https://magazin.mydog365.de/er…robleme/futterneid-hunde/


    Nimmt man einem Hund nun das Futter weg, handelt man asozial in den Augen des Hundes.

    Er wird immer misstrauischer, weil er jederzeit mit der Futterwegnahme rechnen muss.

    Unsere Hunde, auch die älter übernommenen, haben gelernt, dass wir ihnen jederzeit Fressen, Kauknochen oder Spielzeug wegnehmen dürfen.

    Das kann sehr gefährlich werden. Wahrscheinlich hattest du Glück, dass die Hunde so gutmütig sind.

    Ich kenne einige Fälle, wo das nur eine zeitlang gutging, bis dem Hund die Sicherung durchgebrannt ist.

    Das endet dann mit üblen Verletzungen.


    Ich habe sehr viele Hunde betreut in den letzten 40 Jahren und kenne das Knurren beim Fressen nur von Welpen und erwachsenen Hunden, die neu in den Haushalt kommen.

    Die lasse ich ungestört fressen und sie bekommen dadurch Vertrauen. Dann wird auch nicht mehr geknurrt.

    Würde ich immer wieder zu Übungszwecken die Schüssel wegnehmen, würden die Hunde mich zu recht für verhaltensgestört halten.

    Das ist für das Vertrauen in die Kompetenz nicht sehr förderlich.


    Obwohl ich das so handhabe, konnte ich noch jedem Hund die Schüssel wegnehmen (weil ich sie aus Versehen vertauscht habe) und auch alles aus der Schnauze nehmen, wenn der Hund etwas aus dem Mülleimer gefischt hat.


    Als meine Kinder klein waren, hatte ich auch Hunde. Es gab nie Probleme beim Füttern.

    Schon ein 2-jähriges Kind versteht, dass man den Hund beim Fressen in Ruhe lässt.

    Bei einem jüngeren Kind passt man die 2 Minuten auf, die der Hund frisst.

    Meine Kinder haben auch ihre Brote mit den Hunden geteilt.

    Jeder durfte einmal abbeißen, erst das Kind, dann der eine Hund, danach der andere, dann wieder das Kind. ^^

    Damit der Hund nicht zuviel abbeißt, haben meine Kinder dann mit den Fingern nur ein kleines Stück freigelassen.

    Die Hunde haben sich mit den Zähnen vorsichtig bis zu den Fingern vorgetastet.

    Das habe ich mehrfach beobachtet. Zum Eingreifen war es schon zu spät und so habe ich mich grinsend zurückgehalten.


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  • Naja.

    Ich muss sagen das ich zu weiten Teilen mit Muriel konform gehe. Im Grundsatz sehe ich das ebenso das wenn zwei unterschiedliche Spezies sich zusammenschließen und nur eine davon vernunftbegabt ist,es an jener liegt es so natürlich wie möglich für die Andere uz machen. Also so verantwortungsbewusst wie möglich mit jener umzugehen. Das bedeutet das es im Grundsatz gar keinen anderen Maßstab geben kann als den hundlichen,wenn Mensch sich mit Hund zusammentun möchte. ABER. Verantwortungsbewusst schließt eben dennoch auch menschliche Umstände mit ein. Die Grenzend dafür sollten aber-meiner Meinung nach- so niedrig wie möglich angesetzt werden. Also so das es nur dort wo es wirklich nicht anders geht,man sich über hundliche SIchtweisen hinwegsetzt,um das Zusammenleben mit Menschen weiterhin garantieren und sicher machen zu können. Das Gegenteil davon wäre das man so an die Sache herangeht das der Hund sich ausschließlich nach seinen Halter zu richten hätte und auch nur dessen Kommunikation zu erlernen hätte.


    Und für manchen Rest muss man Kompromisse finden. Bzw andere Lösungen. Mal Beispiel Ressourcenverteidgung. Das wäre so ein wirklich anschaulicher Fall wo hundliche Sichtweisen mit menschlichen Gegebenheiten kollidieren.


    Natürlich ist ein am Napf knurrender Welpe erstmal ein kommunizierender Welpe. Und tatsächlich ist es so das-im Gegensatz zu den meisten Annahmen- ein Rudel gemeinsam jagt und auch gemeinsam frisst. Da muss niemand warten,sondern entsprechend sich holen was er bekommt. Und das kann auch mal recht lautstark verlaufen. Nun würde aber kein Mensch als Elternteil auf die Idee kommen am Abendbrottisch den anstürmenden Bengel,der da mit lautem Flüchen und Drohungen ein Elternteil vom Stuhl schiebt-weil dort der Teller größer ist- erheitert zu belobigen,nur weil der Sohnemann da so schön kommuniziert hat. Und genau wie Lolu geschrieben hat,wäre bei uns so ein "hole dir was du kriegen kannst" auch gar nicht notwenig,weil sich unser Zusammenleben anders gestaltet. Und innerhalb der Familie bei Kindern liegt in solch einer Sicht Gefahr.

    Nein der Hund sollte eben nicht glauben das eine Konkurrenz besteht,wo er drauf achten müsste was er abbekommt. Nun braucht man deshalb keinen Welpen streng beaufsichten und jedes "Fehlverhalten" sanktionieren. Aber sehr wohl kann man sowas im Auge behalten und wenn sich herausstellen sollte das das nicht nur eine Phase sondern eine Eigenheit des Hundes ist,man entsprechend -im Welpenalter sanft- gegenwirken. Sanft heißt zum Beispiel,das man ihn einfach warten lässt vor dem Napf und erst wenn er ruhig ist und sitzt,er fressen darf. Währenddessen hält man sich direkt daneben auf,schaut zu. Geht vielleicth auch mal ran an den Napf und schiebt sogar mit den eigenen Gesicht den Hund aus den Napf raus und lässt ihn danach (ohne irgendwelche Wartebefehle) einfach weiterfressen wenn man sich wieder entfernt. Das ist nichts anderes als ein kontrollieren,durchsetzen,aber eben ohne wegfressen. Futteraggression entsteht dadurch sicher nicht. Das habe ich als Kontrolle bei meiner gemacht. Und der musste ich wirklich erst langsam zeigen das ich keine Konkurrenz für sie bin. Die knurrte mich ja schon Anfangs an wo ich nur in die Küche kam. Sollte wieder Erwarten der Hund dennoch eine hohe Futteraggression entwickeln (oder behalten oder haben) dann ist die Lösung die ich auch für Lischie hatte eine Gute. Nämlich das Nähe mehr Futter bedeutet. Es gibt halt immer noch was dazu. Nie wird was weggenommen. Das Herausschieben mit dem Gesicht kam freilich erst dann als ich meiner Sache sicher war. Und siehe da..... Kein Hund mehr der glaubt die Ressource Futter verteidigen zu müssen (es gab sogar Fremde die es gewagt haben-auf eigene Gefahr- zu versuchen einen großen Fleischknochen während sie frisst anzufassen und zu versuchen den wegzunehmen. Sie gab ihn nicht her und drehte sich weg,allerdings drohte und knurrte sie auch nicht. Es lief sehr entspannt. Und das bei einem Hund der 3 Jahre draußen lebte mit hoher Futteraggression).


    Ich will damit sagen das es auch für die Dinge wo hundliche und menshcliche Sichten kollidieren, manchmal es sehr einfache,auch friedliche Lösungen gibt,ohne das das nun bedeuten würde das man den Hund unterdrücken müsste.

    "Wer nie einen Hund gehabt hat, weiss nicht, was Lieben und Geliebtwerden heisst."

    Arthur Schopenhauer

  • @letzter Post Muriel



    Ich denke das Lolu und andere hier das auch nicht groß anders machen. Die Annahme die da mitschwingt das die Leute hier,sobald der Hund knurrt die dem dann gleich was wegnehmen als Erziehungsmaßnahme,oder den Hund ständig die Futterschüssel wegnehmen und wieder hinstellen ist -glaube ich- irrig.^^ Dennoch ist die Sichtweise- du selsbt sagst ja auch das du es auch konntest- das man dem Hund Dinge wegnehmen können muss,richtig.


    Was mich interessiert ist: Das klingt alles so als hättest du einen großen Lernprozess hinter dir (hatte ich durch meine letzte Fähe die 3 jahre draußen gelebt hat mit einem Zweithund auch).

    Gibt es so grundsätzliche Dinge die du für dich neu definierst oder jetzt anders machst oder glaubst anders zu machen?

    "Wer nie einen Hund gehabt hat, weiss nicht, was Lieben und Geliebtwerden heisst."

    Arthur Schopenhauer

  • Ein Hund kann sehr wohl schon früh spielerisch die Grundkommandos lernen. Nur nie zuviel auf einmal. Ein Kommando erstmal sicher beherrschen und regelmäßig wiederholen, bevor man weitere übt.

    Natürlich kann ein Welpe die Grundkommandos lernen.

    Ob das sinnvoll ist, ist eine andere Sache.

    Wenn ein Welpe in die Familie kommt, ist er in der Regel erst 8 Wochen auf der Welt.

    Erst ca. 3 Wochen nach der Geburt verlassen die Welpen die Wurfkiste und machen erste Laufversuche.

    Dabei fallen sie häufig um, weil sie noch wenig Muskulatur haben und der Gleichgewichtssinn noch nicht ausgebildet ist.


    Wenn sie dann nur 5 Wochen später zu ihrer Familie kommen, ist das ein großer Einschnitt in ihr bisheriges Leben.

    Sie werden unnatürlich früh von der Mutter und den Geschwistern getrennt. Sie verlieren auch die vertraute Umgebung.

    Das ist ein sehr sensibler Lebensabschnitt, weil sie nun bindungslos sind. Sie müssen dem Menschen - ihrer neuen Familie - erstmal vertrauen und eine Bindung aufbauen.


    Schlimm ist es für den Welpen, wenn er dann noch nachts in eine Box gesperrt wird oder alleine in der Küche schlafen muss.

    Keine Körperwärme der Geschwister, kein vertrautes Geräusch in der Nacht. Er ist völlig verlassen.


    Dazu kommt noch, dass auf einmal viel von ihm verlangt wird.

    Beim Züchter hatten die Welpen wahrscheinlich Zugang zum Garten, beim neuen Menschen sollen sie möglichst schnell stubenrein werden.

    Die Geschwister als Spielkameraden sind nicht mehr da, das natürliche Spielverhalten (auch mit den spitzen Zähnen) wird nun als nervig empfunden. Man versucht, dem Welpen das abzugewöhnen.

    Das Erkunden wird stark eingeschränkt, damit Teppiche, Gardinen, Schuhe oder Stuhlbeine nicht kaputt gehen.

    Nach draußen darf er nur in Begleitung und das beschränkt sich auf wenige Male am Tag.

    Der Welpe hört nun 50 mal am Tag "Nein, Pfui, Aus".


    Er bekommt das Gefühl, dass er "falsch" ist. Einen sensiblen Welpen kann das stark verunsichern. Er schränkt sein natürliches Verhalten stark ein. Das sind dann die Welpen, die "brav" genannt werden. Aber eigentlich ist das sehr traurig und ein schlechter Start ins Leben.


    Warum ich Kommandos ablehne in der Welpenzeit:

    Die oben genannte Umstellung ist für den Welpen schon hart genug.

    Mit 8 Wochen ist er immer noch tapsig, kann seinen Körper noch nicht beherrschen, kennt die Sprache der Menschen noch nicht, er hat noch keine Bindung aufgebaut, er kennt die neuen Hausregeln noch nicht, er kennt von der Umwelt fast gar nichts.

    Das Gehen an der Leine ist sehr ungewohnt, Autofahren macht ihm Angst, fremde Hunde und Menschen werden noch als mögliche Feinde angesehen, weil Welpen eine natürliche Furcht vor Unbekanntem haben. Das dient auch ihrem Schutz.


    Er ist gerade mal 8 Wochen auf der Welt und muss einfach ALLES noch lernen und wurde zudem aus dem vertrauten Umfeld seiner natürlichen Familie herausgerissen.


    Es ist natürlich kein Weltuntergang, wenn dem Welpen spielerisch ein oder zwei Kommandos beigebracht werden.

    Aber nötig ist das nicht. Sie lernen mit 5 Monaten auch noch Kommandos, selbst wenn sie erwachsen sind.

    Mir ist es wichtig, dass die Welpen sich geborgen fühlen, dass das Herausreißen aus der Familie möglichst gut aufgefangen wird.

    Sie sollen in Ruhe und Geborgenheit alles kennenlernen, das neue Zuhause, mich als Ersatz für die Mutter.

    Die ersten Lebensmonate sind so wichtig für die Prägung und Sozialisierung.

    Da sind Kommandos absolut nachrangig. Der Grundstein für späteres Lernen und Gehorsam ist die Bindung zum Hundehalter, das Vertrauen des Welpen in sich selbst und in das Leben.


    Was nützt mir ein guter Grundgehorsam, wenn der Welpe später ein unsicheres Wesen hat?

    Ich kenne genügend Hunde, die früh alle möglichen Kommandos und Tricks gelernt haben, aber alltagstauglich sind sie nicht.

    Und gehorchen tun sie auch nicht in jeder Lebenslage.

  • Sanft heißt zum Beispiel,das man ihn einfach warten lässt vor dem Napf und erst wenn er ruhig ist und sitzt,er fressen darf. Währenddessen hält man sich direkt daneben auf,schaut zu. Geht vielleicth auch mal ran an den Napf und schiebt sogar mit den eigenen Gesicht den Hund aus den Napf raus und lässt ihn danach (ohne irgendwelche Wartebefehle) einfach weiterfressen wenn man sich wieder entfernt.

    Das würde ich nie machen. Ich legen keinen Wert darauf, mit meinem Gesicht auszutesten, ob das gut geht. ^^

    Ich kann meinen Hunden auch den Napf und sogar Knochen wegnehmen, wenn es mal nötig ist.

    Aber das geht auch durch Vertrauen. Sie dürfen dabei auch durch Knurren ihren Unmut ausdrücken.

    Das nehme ich nicht persönlich und schimpfe nicht.

    Wenn ich beharrlich den Knochen fordere, haben meine Hunde soviel Vertrauen, dass sie annehmen, ich habe einen Grund dafür.

    Ich warte ab, bis sie den Knochen auslassen. Vorher würde ich sie nie bedrängen und auf Konfrontation gehen.

    Das hat noch immer geklappt.

  • Was mich interessiert ist: Das klingt alles so als hättest du einen großen Lernprozess hinter dir (hatte ich durch meine letzte Fähe die 3 jahre draußen gelebt hat mit einem Zweithund auch).

    Gibt es so grundsätzliche Dinge die du für dich neu definierst oder jetzt anders machst oder glaubst anders zu machen?

    Ich habe schon in jungen Jahren mit Hunden zu tun gehabt, war mit 13 Jahren Gassigängerin bei einem Züchter.

    Mit 18 Jahren habe ich ehrenamtlich das kleine Tierheim im Ort geführt. Der Vorstand hatte keine Zeit, die Tiere zu versorgen. Das habe ich allein gemacht.

    Später habe ich noch in einem größeren Tierheim gearbeitet.

    1973 gab es noch kein Internet, keine Hundetrainer (nur Gebrauchshundevereine) und ich hatte nur 2 Bücher über Hunde gelesen. Viel mehr gab es gar nicht. Das waren Bücher von Trumler und Zimen.

    Ich war mit anderen Tierpflegern befreundet, wir waren als Hundeliebhaber damals etwas außerhalb der Norm.


    Wir haben - mangels verfügbarem Wissen - unsere Hunde intuitiv erzogen.

    Unsere Hunde hatten eine enge Bindung und haben sehr gut gehorcht.

    Erst Jahrzehnte später gab es dann Hundeschulen für jedermann. Die habe ich nicht besucht, weil meine Hunde immer sehr folgsam waren. Kommandos habe ich gar nicht gebraucht. Natürlich gibt es für meine Hunde Anweisungen, wenn sie etwas machen sollen.

    Aber die habe ich nicht trainiert. Irgendwie ergeben die sich von allein.

    Ich habe erst vor ca. 15 Jahren das erste Mal einen Kurs in der Hundeschule mitgemacht, um zu sehen, was die da machen.


    Seitdem es das Internet gibt, bilde ich mich auch weiter. Verhaltensforschung über Hunde finde ich sehr spannend.

    Die Dominanztheorie und das Unterdrücken des Hundes ist mir intuitiv gegen den Strich gegangen. Das hätte ich niemals umgesetzt.

    Ich habe festgestellt, dass meine intuitive Erziehung mit den modernen Theorien der Verhaltensforschung übereinstimmen.

    Somit habe ich nie meinen Umgang mit Hunden geändert. Erst seit einigen Jahren weiß ich nun, dass ich damit richtig gelegen habe.

  • Dass man Welpen nicht unbegrenzt toben lässt, kenne ich auch so. Gerade in Welpengruppen sind immer Hunde dabei, die sehr ausdauernd toben könnten.

    Alle Welpen können sehr ausdauernd toben. Jede Lebenswoche wird die Ausdauer größer, weil der Körper trainierter wird und sich Muskeln aufbauen. Die Natur wird sich dabei etwas gedacht haben, wenn Welpen wild sind.

    Warum sollte man das beschränken? Ab einem bestimmten Alter werden Hunde von alleine ruhiger.

    Es ist seit einigen Jahren in Mode gekommen, dass Welpen nicht viel laufen und toben dürfen, weil sie sonst angeblich kaputt gehen.

    Sie müssen angeblich "Ruhe lernen".

    Das ist aber völlig aus der Luft gegriffen.

  • Hallo Muriel


    *lach* naja....es ist nicht unbedingt nun der Zweck das ich mit meinem Gesicht in den Napf des fressenden Hundes kann. Das mache ich vielleicht ein,-oder zweimal im gesamten Leben des Hundes. Es sind mehr die Umstände die das ergeben mich dazu bringen. Wenn ich das mache bin ich mir meiner Sache sicher oder will nochmal wegen eines Verdachtes überprüfen. Eine offene Konfrontation-nachdem ich die mal bei einem Problemhund hatte an welchem ich ordentlich Lehrgeld gezahlt habe-gehe ich nicht mehr ein wenn die Möglichkeit besteht das es dazu kommen könnte. Insofern wäre das eigentlich schon gar nicht mehr nötig. Es sind aber solche Situationen wie beschrieben,wo ich einfach beim fressen anwesend bin. Einmal um zuzuschauen bei einem neuen Hund wie er was macht und andererseits das mein Beisein auch beim Fressen normal ist. Ich sehe das manchmal bei Hunden wie die eben einfach dahingehen wo der Andere was interessantes hat-und das kann auch fressbares sein-sie nebeneinander schnüffeln und dann einer wieder geht. Sowas versuche ich nachzuahmen-auch wenn ich dabei vielleicht blöd ausschaue. Ich mache dabei sogar das typische Schnüffelgeräusch dabei. Allerdings-weil es dort um eine offensichtliche Ressource geht-und da stimme ich mit dir nicht ganz überein-dulde ich dabei kein knurren. Ich verprügel deshalb den Hund nicht,aber meine Körpersprache kommt eben genauso zurück. Ich versteife mich und sage "EY!". Bei entsprechenden Konstellationen legt nach meinen Erfahrungen der Hund es nicht weiter drauf an sondern entspannt sich und zeigt leichte Beschwichtigungen,weshalb ich ebenfalls mich wieder entspanne,kurz noch schnüffele und den Napf freigebe. Das kam einmal bisher vor.

    Wie du siehst ist das keine direkte Masche,oder Methode um irgendwas beizubringen,sondern ich versuche lediglich hundliches Verhalten in bestimmten Situationen nachzuahmen,wenn ich glaube das ich etwas daraus lesen könnte,oer es etwas für die Zukunft bringen könnte.



    Ich finde interessant was du schreibst über deinen Wertegang. Bei mir war das ein mehrfacher Lernprozess. Von meinem Vater her (Diensthundeführer zu DDR Zeiten) kannte ich nur eine Methode. Zuckerbrot oder Peitsche. Das galt übrigens auch für mich. Dort hies es immer nur das einer den Ton anzugeben hat. Und das war-natürlich- er. Entsprechend ging ich auch so an meinen ersten Hund heran. Und im Nachhinein kann ich sagen das sie das nicht verdient hat. Bea war aber- glücklicherweise für mich -ein Hund die wirklich alles dafür tat zu gefallen. Gelehrig noch dazu. Aber auch sehr unsicher. Und ich vermute nicht zuletzt auch wegen mir. Ich war sehr erfolgreich mit ihr im Hundesport und oft wurde sie lobend erwähnt,wenn ich sie mal wieder irgendwo mitten in einem Kaufhaus ablegte. Aber ab und an wies mich Anfangs schon meine damalige Mentorin darauf hin das ich an ungeeigneten Stellen strafte und später bemerkte ich es dann auch selbst. Nicht zuletzt weil es in meinen eigenen Leben einen großen Wandel gab. Interessant ist das es vermutlich Bea und die Änderung unseres Verhältnisses,sowie die Erfahrungen im TH (inklusive Lehrgeld) es war,welche Lischie,meinen zweiten Hund,überhaupt erst möglich machte. Nicht das ich für die Anfangs wirklich geeignet gewesen wäre. Ich war´s nicht. Denn der - drei Jahre drausen mit einem Zweithund ohne menschliches Zutun(die waren lediglich bekannt weil Firmengelände),versierte Jägerin die absolut sauber und effizient arbeitete (und auch wusste wofür man jagt), liebevoll und zuvorkommend gegenüber den eigenen Verband,aber bishin gnadenlos bis in letzte Konsequenz hinsichtlich Fremde - brauchte man mit einem Despotenverhältnis gar nicht erst kommen. Hochsensibel,aber gleichzeitig hart gegen irgendwelche Einwirkungen.Die wollte durchaus gefallen. Man merkte das. Aber die war nicht bereit sich irgendwelchen -quasi unangemessenen-Druck zu beugen oder darauf zu reagieren. Man drehte sich demonstrativ weg,und kommentierte allenfalls noch mit jämmerlichen Jaultönen (die jaulte mehr als das sie bellte). Die hat Dinge gemacht wo ich nichtmal geahnt hätte das Hunde überhaupt dazu fähig sind. Und dadurch musste ich mich wirklich immer mehr mit natürlichen hundlichen Verhalten auseinandersetzen. Einerseits um überhaupt zu wissen was die will oder warum die etwas macht und andererseits damit ich eben auch vielleicht doch irgendeinen Zugang zu ihr zu bekomme und normal mit ihr zusammenleben könnte.

    Schlussendlich wurde daraus das was ich meinen Seelenhund nenne. Unser Verhältniss war nicht so wie ich das von vorher von Hunden kannte. Es war bildhaft beschrieben wirklich das eines alten Ehepaares. Dieser Hund hat mich unheimlich geprägt glaube. Und viel gelehrt. Sie war dennoch nicht immer einfach so kompatibel mit dem urbanen Leben. Es gab immer Situationen wo ich aufpassen,oder im Vorfeld Vorkehrungen treffen musste. Aber innerhalb des Verbandes......ich glaube ich habe bis auf zwei Ausnahmen nie eine engere und vor allem verlässlichere (egal wer da gegenübersteht oder was auch passierte) Bindung erlebt. Und das hätte ich gegen keine Kompatiblität ,gegen keine Konformität getauscht.

    Und naja...vielleicht ist Lischie nun wieder die Voraussetzung dafür gewesen, das ich den vermutlich neuen Hund im Mai holen kann. Ein Wolfhund aus einer Auffangstation.

    So greift irgendwie immer eines ins Andere und hat immer alles seinen wahrhaftigen Platz.

    "Wer nie einen Hund gehabt hat, weiss nicht, was Lieben und Geliebtwerden heisst."

    Arthur Schopenhauer

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