Das Fauser System

  • Hi,


    ich möchte euch an etwas teilhaben lassen, das wir entdeckt haben und auch anwenden. Es nennt sich "das Fauser-System". Fauser, weil der "Erfinder" so heißt. Ich habe ja in den letzten Monaten viel gelesen über Erziehung von Hunden. Ein wenig gestört hat mich dabei, dass sehr sehr viele Hundetrainer eigentlich nicht viel anderes machen als operante Konditionierung oder die klassische Variante. Erziehung ist ja vor allem auch Beziehung. Hndetraining wiederum ist nur ein Teil der Erziehung. Erziehung wiederum ist ein Teil der Sozialisation (einen Hund, der nicht sozialisiert wurde, gibt es nicht, auch wenn man das oft hört).

    Wir haben also nach einem "Konzept", das "mehr" beinhaltet als Konditionierung, gesucht und sind dabei auf T. Fauser gestoßen.

    Und wir haben da sehr viel gelernt. Spannend ist hier, dass es oft das ist, was sich ohnehin richtig anfühlt, zumindest für uns. Auch überzeugt uns das Verhalten seines eigenen Hundes, der immer irgendwie dabei ist.

    Es gibt ein DVD-Set von ihm, in dem er einige Stunden lang erzählt, dazu gibts ne DVD mit Praxistipps. (Nicht irritieren lassen, dass er Hunde "Kinder" nennt....)

    Und einige youtube-Filme (siehe link).

    https://www.youtube.com/channe…HMTfTnvgc8O8_LnbRw/videos


    Warum schreib ich das? Erstens, weil ich das guten Gewissens empfehlen kann für Menschen, die auf der Suche nach Erziehungskonzepten für Hunde sind und zweitens weil ja hier vielleicht jemand ist, der das System kennt oder anwendet. Wir könnten uns austauschen:)


    Liebe Grüße

    Lupus

  • Lupus ... ich habe mir das mal angeschaut und dann im Internet in Foren nachgelesen.

    Der Mann scheint viel Geld mit nichts neuem zu machen.

    Da heißt der Hund nun "Zögling" und der HH "Familienoberhaupt". Und "Dasein" ist nichts anderes als der Befehl "Hand"... Hund geht auf der rechten Seite.

    In den Videos sieht man ja nur einen älteren, wie auch immer erzogenen Hund... aber nicht wie man da hin kommt.

    In Foren steht zb das die Erziehung mit Disc erreicht wird.

    Dem würde ich dann gerne mal einen so triebigen Hund wie Argos in die Hand drücken... disc, Wasserflasche usw wegnehmen... und dann gespannt sein was da raus kommt.

    Ich denke er hat das Rad nicht neu erfunden... er hat dem Kind nur einen anderen Namen gegeben.

    Ob das dann die Erfüllung ist?

    Bin da sehr skeptisch...🤔

  • Hallo ,ich habe seit Oktober 17 so viele Hunde Erziehungsvideo angesehen und bin zu der Überzeugung gekommen das immer viel blablablabla gesagt wir .Ich schaue mir die Videos an , (vielleicht bin ich auch zu blöd )und weiß hinterher genauso viel wie vorher !! Die labern und labern ,ich könnte auch sagen schaut wie mein Hund Platz macht und erkläre nicht detailliert wie er es geübt hat .Ich kann tatsächlich nicht sagen wie er es beigebracht bekommen hat ,da wir ihn bekommen habe und er es schon konnte .

    Ich bin mit diesen Video überfordert oder eben begiffsstutzig 🤔😟😖

  • das ist keine Begriffstutzigkeit... es hilft mir auch nicht, wenn ich mir anhand eines ausgebildeten Hundes anschaue wie er etwas lernt was er schon längst kann.

    Also Kopf hoch Benny Puuh.... Du bist nicht alleine 😂😉

  • Dem würde ich dann gerne mal einen so triebigen Hund wie Argos in die Hand drücken... disc, Wasserflasche usw wegnehmen... und dann gespannt sein was da raus kommt.

    Ich denke er hat das Rad nicht neu erfunden... er hat dem Kind nur einen anderen Namen gegeben.

    tja, stimme dir zu

    aber trotzdem ist jeder Trainer etwas anders und sagt etwas, was man noch nicht kennt , genauso wie die vielen Beiträge im Forum

    sind alles nicht nur wiederholende Worte - es bleibt was hängen und man kann dann seinen eigenen Weg finden : von fremden Elementen und durch das, was man täglich mit dem Hund erlebt und verarbeitet

  • da gebe ich dir recht. Wie immer im Leben ist an allem etwas gutes dran. Und sich die Dinge rauszufischen die einem mit seinem eigenen Hund weiter helfen ist doch voll in Ordnung.

    Und einen richtig guten Trainer macht doch aus, wenn er nicht nur an einer Methode festhält sondern über den Tellerrand guckt und für Hund und Halter den richtigen Weg findet.

  • Hi,


    viel Geld - das mag sein, sicher weniger als andere bekanntere Trainer, aber immerhin. Es sei ihm gegönnt. Aber ich finde nicht, dass es "nichts" ist, was er anzubieten hat. Natrürlich sind die einzelnen Aspekte nicht neu, aber in dieser Form zu einem "System" zusammengestellt - das war mir zumindest schon neu.

    Beispiel Daseinskommando: Ich kannte das in der Form zuvor nicht, aber das mag natürlich meiner Unwissenheit geschuldet sein!

    Ich finde, man sieht in den Videos (zunmal auf der DVD) mehr als nur einen alten, irgendwie erzogenen Hund. Man sieht mE einen sehr gut erzogenen Hund, einen ruhigen, der sich nehazu perfekt in verschiedene Situationen einfügt.

    Von discs und Wasserflasche kann man Gebrauch machen, wobei er es, wenn überhaupt, nur sehr randständig erwähnt. Auch geht es dann ja nicht um das Antrainieren eines Vermeidungsverhaltens, sondern um Aufmerksamkeit. Denke, dass ist sein Stichwort. Beipsiel: Man hat den Hund gerufen und er schlendert so um einen herum, Nase stumpf am Boden. Das wäre ein Fall, in dem er wohl vorschlagen würde, in die Hände zu klatschen, lauter zu rufen, oder eben die Leine in richtung Hund zu werfen, so dass dieser wieder aufmerksam wird. Das mit der Leine habe ich schon gemacht. Natürlich nicht auf den Hund, sondern einfach so, dass er merkt "huch, Herrchen hat was zu sagen". Es funktioniert, ohne dass der Hund Angst hat o.ä. Gaius schaut dann auf, checkt, was wir wollen, wedelt mim Schwanz und kommt (meist) freudig herbei.

    Und Respekt. Neu, wieder für mich ganz subjektiv, war hier, dass er sehr deutlich macht, dass dieser Respekt beidseitig zu sein hat. Ist eigentlich klar, wird aber oft mE auch einseitig gesehen.

    Wenn er "Familienoberhaupt" sagt, meint er das auch so. Also nicht rein im Sinne von Dominanz, sondern tatsähchlich im Sinne von "guter Vater" sein. So sagt er zB auch, dass Hunde ganz klar im Bett oder direkt bei einem schlafen sollten und nicht getrennt von der Familie. Das zB hat uns, sehe es so, auch wenn mir natürlich der Vergleich fehlt, vor dem Fehler bewahrt, den Hund die ersten Nächte in eine Box zu sperren. Er vermittelt insgesamt ein Bild von Beziehung, dass es uns erlaubt hat, das Ganze aus einer etwas anderen Warte heraus zu sehen. Und das hilft uns mehr als zB seine Merksprüche wie "Gehört, verstanden, fürchtet sich nicht - durchsetzen", etc.


    Aber das ist natürlich nur meine subjektive Sichtweise. Und die meiner Frau, für die der Umgang mit Hunden ja völlig neu war. Es hat uns mehr Sicherheit im Umgang mit Gaius gegeben. Natürlich kann man das sicher auch ganz anders sehen und auch kritisieren. Daher stell ichs ja hier zur Diskussion:)


    Liebe Grüße

    Lupus

  • Hey Lupus,

    ich hatte von dem Fauser bisher noch nichts gehört.

    Jetzt habe ich online etwas in einem Buch gelesen. Was er das Fauser System nennt, ist meines Erachtens das, was ich intuitive Erziehung nenne.

    Ein Teil der Intuition ist die Fähigkeit, die Gefühle und Eigenschaften des Gegenüber komplex zu erfassen.

    Das bedeutet, man sieht den Hund als das, was er ist: Nämlich ein Hund.

    Ein eigenständiges Wesen, welches von Natur aus den Menschen nicht bräuchte, um zu überleben.
    Ein Hund wird in ein Rudel hineingeboren und ordnet sich den erfahrenen Leittieren unter.

    Das wird nicht eingefordert, das macht er freiwillig, weil es gut für ihn ist.


    In Menschenhand werden Welpen meist als unfähige Wesen angesehen, die ohne Grundkommandos und Verbote zu nichts zu gebrauchen sind. Es fehlt das Vertrauen, dass sie einen genetischen Plan mitbringen, der sie zu sozialen Begleitern werden lässt, wenn man ihnen vertraut.

  • Und Respekt. Neu, wieder für mich ganz subjektiv, war hier, dass er sehr deutlich macht, dass dieser Respekt beidseitig zu sein hat.

    Das sehe ich genauso.

    Wenn der Hundehalter respektiert werden möchte, muss er erstmal seinen Hund respektieren.

    Das bedeutet zum Beispiel für mich: Ich erwarte keinen Gehorsam.

    Den Respekt des Hundes muss ich mir verdienen, indem ich mich als kompetent erweise.


    In der Regel kann sich ein Hund seine Menschenfamilie nicht aussuchen.

    Er wird einfach gekauft. Es wird erwartet, dass er sich den erwachsenen Menschen anschließt und gehorcht.

    Das wird dann mittels Erziehung und Kommandos eingefordert.


    Selbst die unsicheren Menschen, die kaum ihr eigenes Leben gebacken bekommen, wollen "Rudelführer" für ihren Hund sein.

    Ein Hund folgt aber von Natur aus nicht den Schwachen. Das wäre sein Untergang in der Natur.

    Er kann nur notgedrungen eine Zweckgemeinschaft mit dem Menschen eingehen, weil ihm nichts anderes übrig bleibt.

    Das sind dann die Hunde, die man jahrelang erziehen muss.

    Sie folgen nie freiwillig, weil sie keinen haben, den sie für kompetent halten.

  • das daseins kommando wäre bei mir z.b. der nahm das mein hund auf meine körpersprache achtet setzt auch nicht viel vorraus außer einer guten bindung zum menschen.

    er hat nur dem ganzen einen namen gegeben.

    aber eigentlich ist es nix anderes als mal auf sich selber hören und den hund als hund nehmen und nicht als mensch.


    wie er es beigebracht hat würde mich mal intressieren weil disc wasserflaschen leine und sowas ist ja auch wieder bloß konditionieren.

    mach ich das nicht fliegt die leine oder die disc oder ich krieg wasser ab.

  • Lupus ... es ist richtig und wichtig das ihr euch umfangreich informiert und einen Weg findet der zu euch und eurem Hund passt.

    Nichts anderes habe ich getan und lerne immer noch mehr.

    Solange ihr ein gutes Gefühl habt solltet ihr so handeln.

    Ich wollte nicht mit der Wasserflasche arbeiten... habe aber jetzt schon ganz schön viel erreicht. Und mein Hund meidet die Flasche und mich nicht.(bis auf das erste mal).. er trinkt sogar daraus... ist aber im richtigen Moment ansprechbar.

    Mir ist nur wieder aufgefallen... und das ist bei anderen "Trainern" auch so, das man alles nur an schon "älteren"... sprich: schon erzogenen Hunden vorgeführt bekommt... aber nicht den Weg dahin.

    Ihr liebt euren Hund... wie ich und andere auch... und ihr werdet ihm nichts schlechtes angedeihen lassen. Und das ist das wichtigste. 👍

  • Die Videos von Thorsten Fauser auf You Tube habe ich mir nun auch angeschaut. Der Fauser hat einen sehr gut erzogenen Hund, aber besonders triebig scheint mir der Hund auch nicht zu sein.

    In seinen Videos erzählt er doch eigentlich nichts neues, so etwas weiß jeder erfahrene Hundehalter.

    Auf eine besondere Ausbildungsmethode wird in seinen Videos doch auch nicht eingegangen.


    Seine DVD kostet 40 Euro und ich würde sie mir nicht kaufen. Für einen Neuling, der noch nie einen Hund hatte, oder für einen Hundehalter, der nicht fähig ist sich eigene Gedanken zu machen und dem man alles vorkauen muß, wäre die DVD wohl eine lohnende Investition.

  • ich hab mir einen Film nur halb angesehen, fand es ganz unterhaltsam (fand das Bild an der Wand hinter ihm sehr interessant!)

    aber wie Argos schon schreibt. die Trainer-videos haben eines gemeinsam: total relaxte Hunde, die die Übungen im Schlaf machen - aber wo ist der Weg dorthin ?

    ich würd mir die 40 eur komplett sparen und 3 Std. youtube schauen von versch. Trainern

    und dann evtl. nen Trainer Vorort fragen

  • die Trainer-videos haben eines gemeinsam: total relaxte Hunde, die die Übungen im Schlaf machen - aber wo ist der Weg dorthin ?

    Den Weg dorthin erklärt der Fauser ja auch nicht. Er beschreibt eher wie sich der Hund und der Hundeführer zu verhalten haben, z.B. bei Hundebegegnungen.

  • ich würde die 40€ bei Bedarf in eine Einzelrainingsstunde bei einem Trainer meines Vertrauens investieren (was ich tatsächt auch schon gemacht habe)8)

    :thumbsup: Mit einem kurzem Schweifwedeln kann ein Hund mehr Gefühle ausdrücken als ein Mensch mit stundenlangem Gerede.:thumbsup:
    Louis Armstrong

  • Hi,


    @ alle: Wie oben gesagt, ich kann mich nicht erinnern, dass er in den gut sechs Stunden, in denen er seine Theorie darlegt, von disc und Wasserflasche gesprochen hat. An das mit dem Leinewerfen erinnere ich mich. Aber das macht man ja zB nicht, um zB zu verhindern, dass der Hund bellt oä, sondern einfach nur, um die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Denke, das ist ein kleiner Unterschied.


    Ich denke, den Weg dorthin zu zeigen ist auch schwer, da man das ja sehr kontinuierliche über Monate hinweg tun müsste. Auf der letzten DVD finden sich aber Beipsiele von Menschen mit noch nicht so gut erzogenen Hunden. Und da zeigt Fauser am Beispiel, was Hund und Halter so alles falsch machen können. Typische Situationen - es klingelt an der Tür oder Haus verlassen: Ich kannte das aus Videos und Büchern: Viele sagen "man muss immer zuerst durch die Tür!", oder "der Hund kommt dann auf seine Decke!". Fauser macht drauf aufmerksam, dass es eigentlich völlig egal ist, wer wann geht, oder wo genau der Hund sich aufhält, da es allein darauf ankommt, wie man zusmmen mit Hund das Haus verlässt. Also "wie" im Sinne von Beziehungsebene. Ist der Hund respektlos, nimmt einen kaum wahr - dann nutzt es auch nichts, wenn man ihn so konditioniert hat, dass er nach einem durch die Tür geht. So gings mir bei vielen Sachen, die ich alle schon mal so ähnlich irgendwo gelesen oder gesehen hatte. Ich finde, Fauser hat oft eine leicht abweichende Perspektive auf dasselbe Phänomen. Und diese sind eingebettet in der Tat in eine Art System. Das ist aber nicht Gegenstand der Youtube-Videos. Denke, am besten kommt sein Ansatz in dem Video hier zum Vorschein:


    Allein daraus (ist auf der DVD ähnlich beschrieben) haben wir gelernt (was uns das Gefühl ja auch so schon sagt), dass es vielleicht nicht richtig ist, den Hund in den ersten Nächten in die Box zu tun. Oder auch, dass es kontraproduktiv sein kann, wenn man den Welpen anleint.

    Vielleicht, das ist ja manchmal so im Leben, finde ich ihn auch nur gut, weil er das sagt, was ich ohnehin schon irgendwie für richtig hielt, ohne es mir bewusst gemacht zu haben....



    Liebe Grüße

    Lupus

  • ich finde es gut wenn ihr einen Weg gefunden habt Gaius zu einem tollen Hund zu erziehen... aber vergiss nicht das sich alles viel schneller ändern kann als ihr gucken könnt.

    Ob der Hund zuerst geht oder der HH ist immer abhängig von der Situation.

    Ich fand es schöner wenn erst ich, dann die Kinder und danach die Hunde rausgegangen sind. Und jetzt im Womi ist es wichtig da wir ja auch oft an der Straße stehen und aussteigen.

    und vielleicht schafft ihr es ja auch ohne Leine werfen die Aufmerksamkeit zu bekommen.

    Bleibt dran... das wird schon.

    (Merkt man eigentlich das ich schon viel gelassener geworden bin?🤣)

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