Clickertraining jetzt noch sinnvoll?

  • Ich habe mich bisher noch nie so recht mit dem Clicker beschäftigt, hatte immer die Befürchtung noch ein Teil mitrum zu ziehen was man ja auch wieder abbauen muss.

    Und in der HGH Ausbildung wäre so ein Click für den Hund ja auch nicht zu hören.

    Nun hab ich gestern am Hundeplatz das Clickertraining bei der Positionsarbeit bei Kolleginnen beobachtet und eigentlich spricht ja ziemlich viel dafür.

    Nun meine Frage: Meint Ihr bei einer nun 2jährigen Hündin noch mit dem Clickern beginnen zu können wenn Ich mich mal mit der Theorie vorab beschäftige? Sicherlich wäre es als Welpe besser gewesen, aber s.o,.

    Wo finde ich gute theoretische Anleitungen?

    Unser Ziel wäre die Ausführung der Kommandos etwas flotter und freudiger und etwas korrekter hinzukriegen, wäre das Clickern ein Mittel der Wahl oder bleibe ich bei der derzeitigen Methode durch Futterbestätigung bzw. Beutebelohnung. Meine Hera zeigt sich beim Training z.ZT. etwas lustlos. ||

  • Ich würde schon sagen, dass das sinnvoll ist.

    Man braucht den Klicker ja nicht unbedingt, aber bei bestimmten Dingen ist es toll wenn man seine Bestätigung zeitlich ganz exakt setzen kann. Dann versteht der Hund es schneller und wird auch schneller.

    Bei einem älteren Hund würde ich die Einführung des Klickers halt etwas geduldiger machen, evtl. einige Tage länger wiederholen.

    Und immer! Immer wenn der Klick kommt muss ein Leckerchen folgen!

  • es gibt keine Altersgrenze beim Klickern ..

    es ist immer gut, ja sehr gut !

    habe vor ein paar Tagen eine Sendung gesehen, wo Tierpfleger im Zoo geschult wurden mit dem Klickern um es bei ihren Tieren anzuwenden

    Suuuuper !


    ich mach es manchemal ein Jahr lang nicht, aber Roopa weis sofort wieder was los ist ....

    also nur zu: sofort mit ins Programm aufnehmen

  • Ich hab mit Aiko erst 2014 (da war er 7) angefangen zu clickern und das hat super geklappt.



    Wenn Du unsicher bist wie Du´s aufbaust, hier ist ein gutes Video

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  • Der Clicker ist ein Markersignal. Er erlaubt es einem, den Hund punktgenau zu bestätigen. Mehr nicht. Warum sollte es dafür eine Altersgrenze geben. Ich nutze nicht nur den Clicker, sondern auch "Klickgeräusche" die man mit der Zunge machen kann.


    Aufbau ist simpel. Markergeräusch machen -> Futter nehmen und dem Hund geben. Das haben die eigentlich ziemlich schnell gelernt.

  • Filler ja, diese Clickgeräusche mit dem Mund benutze ich bereits öfters um die Aufmerksamkeit des Hundes auf mich zu lenken wenn sie z.B. so neben mir hertrottelt anstatt aufmerksam bei Fuß und mit ihrem Blick bei mir zu sein.

    Aber dieser Click ist doch ein Markersignal zur Aufforderung etwas zu tun was ich gerne möchte und nicht die Einleitung für die Futterbelohnung für etwas was der Hund jetzt gut gemacht hat.Wenn der Blick dann bei mir ist gibts dann ja auch eine Futterbelohnung, ganz schnell aus meiner Hand.

    Versteht ihr den Konflikt den ich gedanklich mit Clickern habe?

  • Ich empfehle immer das Clickern nicht alleine, sondern in einem Seminar mit einem guten Trainer zu beginnen. Ganz wichtig ist dabei dass anfangs auch sehr viel Theorie dazu gehört. Auch Hundehaltern und Hundesportlern, die schon seit Jahrzehnten Hunde haben und ausbilden, ist oft die Komplexität dessen, wie Lernen funktioniert, nicht bekannt. Vieles, das man tut, macht man nur deswegen so weil man es so gelernt hat. Nicht weil man versteht warum der Hund es versteht. Dieses Wissen ist aber wichtig um die Möglichkeiten und die Grenzen in der Arbeit mit dem Clicker zu erkennen.


    In meinem ersten Clicker-Seminar habe ich im Theorieteil zwischen zwei Bundessiegern gesessen. Beides nicht nur sehr erfahrene Hundesportler, sondern auch sehr gute Trainer. Beide fanden das, was dort vermittelt wurde, absolut top, und der eine meinte bis dahin noch nie so viel in so kurzer Zeit über Lernverhalten vermittelt bekommen zu haben. Man muss selbst erst einmal erleben wie der Hund sich fühlt, wenn mit dem Clicker gearbeitet wird. Sonst kann man die Reaktionen des Hundes auf den Clicker nicht verstehen. In guten Seminaren clickert man deswegen als erste Übung zu allererst einmal Menschen. In manche auch Hühner. Bevor man das erste mal mit dem Clicker überhaut auf einen Hund "losgelassen wird".

  • Filler ja, diese Clickgeräusche mit dem Mund benutze ich bereits öfters um die Aufmerksamkeit des Hundes auf mich zu lenken wenn sie z.B. so neben mir hertrottelt anstatt aufmerksam bei Fuß und mit ihrem Blick bei mir zu sein.

    Aber dieser Click ist doch ein Markersignal zur Aufforderung etwas zu tun was ich gerne möchte und nicht die Einleitung für die Futterbelohnung für etwas was der Hund jetzt gut gemacht hat.Wenn der Blick dann bei mir ist gibts dann ja auch eine Futterbelohnung, ganz schnell aus meiner Hand.

    Versteht ihr den Konflikt den ich gedanklich mit Clickern habe?

    Der Clicker ist eigentlich schon die Belohnung. Ich versuche das mal so zu erklären, wie ich es gelernt habe: Man sagt, dass die Vorfreude die schönste Freude ist und in Erwartung, dass gleich was Tolles passiert, schüttet das Gehirn Glückshormone aus - die machen quasi süchtig, nach noch mehr gutem Gefühl.


    Viele kennen ja auch die Versuche mit dem Pawlowschen Hund, der auf ein Klingelzeichen Futter bekam und irgendwann die Klingel schon dazu führt, dass der Hund in seiner Freude auf das Futter zu Speicheln begann. Das Klingeln war das Markersignal, dass jetzt gleich das Futter serviert wird und der Hund verband folglich mit der Klingel ein gutes Gefühl der Vorfreude.


    Diesen Effekt nutzt man beim Clickern.


    Ich habe vor meiner ersten Clickerstunde auch noch gedacht, wozu den clickern, wenn ich auch gleich die Futterbelohnung reichen kann - das ist doch doppelt gemoppelt.


    Aber es ist tatsächlich dieses Gefühl der Begeisterung und Vorfreude, das den Hund motiviert, das Verlangte auszuführen. Ich clickere auch mein Pferd und der ist manchmal ein bisschen schwer von Begriff. Mit dem Clicker kann ich kleine Trainingsschritte aufbauen und die kleinsten Erfolge mit dem guten Gefühl belohnen, das der Click hervorruft und so die Motivation steigern, nach weiteren Erfolgen zu streben. Ich setze auch unterschiedliche Leckerchen nach dem Click ein, damit meine Tiere wissen, dass das Ziel näher kommt und sie etwas gut und richtig machten, aber der Erfolg noch nicht erreicht ist - dafür gibt es dann die Jackpot-Belohnung.


    Das Wichtigste bei Clickern ist das Timing. Clickt man zu früh oder zu spät, verwirrt man den Hund oder das Pferd. Clickt man exakt passend, löst der Click die Vorfreude aus, die den Hund oder das Pferd motiviert.


    Ein Vorteil beim Clickern ist auch, dass man die Belohnung quasi mit dem Clicker in der Hand hat und nicht erst im Leckerchentäschchen suchen muss ... denn leider ist auch wissenschaftlich belegt, dass ein Tier die Belohnung schon nach wenigen Sekunden nicht mehr mit dem Geleisteten verknüpft. Clickert man jedoch, kommt das Signal "Gut gemacht" sofort und löst dann auch noch die Vorfreude auf die Belohnung aus - so kommt zum guten Gefühl auch noch die Leckerei als "Bonus" obendrauf.


    Selbst meine manchmal eher trägen Leos waren beim Clickern hochmotiviert und mit dem Targetstick könnte ich ein ängstliches Pferd an den fürchterlichsten Gefahren vorbeiführen, die es sonst nicht mal im Ansatz passiert hätte. Die Verknüpfung des Positiven, verbunden mit dem guten Gefühl der Vorfreude war einfach stärker, als die Angst.

  • Schafring


    das schnalzen mit der Zunge soll die Aufmerksamkeit des Hundes auf Dich lenken, das machen ja viele so. Ob das lange funktioniert muss jeder selbst sehen. Das hat aber nichts mit dem Klickern zu tun.


    Ein normaler Klicker macht aber schon ein ganz anderes Geräusch sodass der Hund das dann auch unterscheiden kann und unterscheiden wird.


    Sinn des Klickerns:


    ein Beispiel: Dein Hund macht auf Dein Kommando Platz und Dir hat es gefallen und Du willst es mit einem Leckerchen belohnen. Dann musst Du schnellstens das Leckerchen zur Hundeschnauze hinbringen. (am besten innerhalb einer Sekunde). Das schafft man oft gar nicht so schnell. Dadurch weiß der Hund nicht mehr warum er jetzt das Leckerchen bekommen hat.


    Mit dem Klicker als "Brückensignal" für die 100%ig folgende Leckerchengabe kannst Du super exakt bestätigen. Also quasi in dem Moment in welchem der Hund beim Platz mit seinem Bauch den Boden berührt klickst Du. Das ist für den Hund dann der Aha-Effekt: Wenn ich schnell meinen Bauch auf den Boden bringe dann kriege ich die Belohnung.

    Nach dem Klick hast Du dann etwas Zeit um Dich mit dem Futter zum Hund herunterzubeugen und ihm das Futter zu geben.


    Klar, musst Du vorher den Klicker konditionieren (siehe Video)

    Also das machst Du nur 1x, dann hat der Hund das Klick-Geräusch mit der baldigen Futtergabe verknüpft.

    Und das alles ohne graue Theorie. (Sorry Waschbär ) :)

  • Das Training mit dem Klicker wird oft als Trainingsmethode bezeichnet.

    Das sehe ich nicht so. Wie oben schon beschrieben ist der Klicker ein Hilfsmittel um den Hund punktgenau zu bestätigen bzw. mitzuteilen, dass etwas richtig ist.

    Das kann man meiner Erfahrung nach mit jedem Alter beginnen. Wichtig ist am Anfang immer die richtige Konditionierung wie in dem Video gezeigt wird.

    Aber oft wird das "Klickern" gesagt und "shapen" gemeint. Das shapen (freie formen) ist viel komplexer als nur den Klicker als Marker zu verwenden. Meiner Erfahrung nach lässt ein älterer Hund sich gut auf den Klicker als Marker konditionieren, aber das shapen habe ich nur bei jungen Hunden hinbekommen.

  • "Richtiges" Clickertraining (mit allem was dazugehört, natürlich auch dem Shapen) funktioniert auch bei älteren Tieren. Ein Individuum hört nie auf zu lernen. (Das war auch heute eine der Kernaussagen in einer Fortbildung durch eine Fachtierärztin für Tierschutz, in der es um Clickertraining mit Mäusen und Ratten ging, in Bezug auf Medical Training. Da hat man ja manchmal die Problematik dass man es mit Tieren zu tun bekommt die durch ein vorheriges unsanftes bzw. nicht tiergerechtes Handling Meideverhalten gegenüber der menschlichen Hand entwickelt haben.)


    Allerdings stimmt es dass Hunde, die ihr bisheriges Leben lang gewohnt waren vom HF in bestimmten Verhaltensweisen "gepresst" zu werden, erst einmal in einer Art erlernter Hilflosigkeit verharren, wenn der HF ihnen plötzlich nicht mehr aktiv zeigt was er erwartet. Und diese Phase kann lange dauern bis sie überwunden ist. Es ist aber nicht unmöglich sie zu überwinden. Vielen Ausbildern dauert sie halt einfach nur zu lange.

  • Allerdings stimmt es dass Hunde, die ihr bisheriges Leben lang gewohnt waren vom HF in bestimmten Verhaltensweisen "gepresst" zu werden

    Verstehe ich das richtig, dass du denkst es gibt nur "Klickertraining" oder "in bestimmte Verhaltensweisen pressen" um einen Hund auszubilden?

    Ich bilde meine Hunde teilweise mit dem Klicker aus oder lerne ihnen neues über Futter z.B. Futtertreiben für die Fußarbeit. Das bezeichne ich definitiv nicht als pressen.

    Vielen Ausbildern dauert sie halt einfach nur zu lange.

    Meine Cora hatte viele Jahre alles mit Futter gezeigt bekommen und sehr freudig ausgeführt. Als ich bei Hank mit Klickern und shapen angefangen habe, wollte ich das auch bei Cora versuchen. Sie hat das überhaupt nicht verstanden, sondern war irgendwann fast verzweifelt, da sie es gewohnt war gezeigt zu bekommen was sie machen sollte. Das shapen hat sie gestresst. Deswegen habe ich das bei ihr aufgehört und nicht weil es mir zu lange gedauert hat.

  • Das ist doch genau das was ich meine. Deine Hündin wurde von Dir in eine "Fahrspur manövriert" (um einen anderen Begriff zu verwenden), aus der Du sie nicht heraus gelassen hast. Egal wie man das bezeichnet, sie hat eine genaue Führung erhalten was sie zu lernen hat. Sie hat sich den Stoff nicht selbst erarbeitet, wie man das bei einem Schulkind ausdrücken würde. Stell mal ein Kind, das immer genau vorgegeben bekommen hat was es wann wie zu lernen hat, und bei dem bei kleinsten Abweichen immer korrigiert, also nicht zugelassen wurden (und das hat nichts mit der Art der Korrektur zu tun, die kann auch mit liebevoller Stimme sagen "Schau mal, da machst Du gerade einen Fehler") vor die Aufgabe ein Aufgabenprojekt ganz alleine bewältigen zu müssen. Selbst die Fragestellungen, die sich daraus ergeben, zu erkennen und diese zu lösen. Da kann aus einem Musterschüler ein völlig verzweifeltes Kind werden, welches die Arbeit dann komplett verweigert. Weil alles, was ihm bisher Sicherheit gegeben hat beim Lernen, weggebrochen ist.