Manchmal werden unsere Hunde zu Sorgenkinder

  • Habt ihr das auch schon mal erlebt, dass aus einem wunderschönen Waldspaziergang schlagartig etwas ganz anderes werden kann? Oder welche Sorgen habt ihr um eure treuen Vierbeiner?


    Wir sind gestern mit unseren beiden Hunden, Nelli (Dackelmix fast 17 Jahre) und Sam (DSH, 2 Jahre) bei diesen sehr warmen Temperaturen aufgebrochen in den Wald. Wir haben da eine kleinere Route, die auch für Nelli noch nie ein Problem war. Schöner, weicher und kühler Boden, einfach gut.


    Urplötzlich, ohne dass vorher irgendetwas passiert war (hätten wir ja mitbekommen, da beide an der Leine waren), streckte Nelli ihr linkes Vorderbein seitlich weg. Anfangs dachte ich, ich spinne, woher kommt das denn, aber sie konnte keinen Schritt mehr laufen. Also trug ich sie die restlich ca. 700 m zum Auto. Zuhause angekommen, lief sie schnurstracks in die Wohnung und ich dachte mir, ich hab doch einen Knall und mein Mann meinte auch, das hat sich wieder eingerenkt. Also fing ich an die beiden zu füttern und urplötzlich fing sie wieder an das linke Bein seitlich weg zu strecken, drehte sich im Kreis, schwankte dann auf allen vier Beinen, dass sie kurz vor dem umkippen war. Es war schon nach 17.00 Uhr, ich rief beim Tierarzt an und dann sofort kommen. Tierarzt ist nur leider ca. 20 Min. von uns entfernt. Sämtliche Gebete stieß ich zum Himmel rauf, dass sie jetzt nicht im Auto stirbt. Zweimal bin ich angehalten, ob sie noch lebt.

    Angekommen, endlich!! Ich musste auch nur 5 Minuten warten. Die Tierärztin bot sich ein noch schlimmeres Bild als mir zuhause und holte ihren Kollegen hinzu, weil sie sich nicht mehr sicher war, was das jetzt für Anzeichen sind oder die zumindest bestätigt haben wollte. Blutabnahme, kompletter Checkup (V.a. Schlaganfall war es zuerst, dagegen sprachen aber ihre Augenreflexe und der gute Kreislauf). Der zweite Tierarzt meinte, dass das eine Hirnhautentzündung ist. Sie bekam dann nach einer 3/4 Std. Untersuchung 3 Spritzen und dann fuhren wir wieder mit dem Abkommen, dass ich evtl. nachts nochmal kommen muss, sie sind erreichbar. Ansonsten morgen früh gleich wieder da sein und dass es das beste war was ich tun konnte, sofort zu kommen und man nun abwarten muss.


    Auf dem Heimweg hat sie dann im Auto gekotzt, gesch... und gepinkelt. Ich fragte mich echt zu diesem Zeitpunkt, ob es ohne Hund denn nicht schöner wäre, denn dann stehen einem bei Sorgen nicht andauernd die Tränen in den Augen, das Schlucken fällt auch nicht so schwer und der zugeschnürte Magen ist dann auch nicht vorhanden und man muss sich auch keine Sorgen machen, was ist wenn und wie wird Sam reagieren und was machen wir überhaupt. Aber es ist einfach so, dass man auch viele viele Freuden mit einem Vierbeiner erlebt und wenn es dann mal knackig wird, dass das auch dazugehört.


    Es folgte eine mehr oder weniger schlaflose Nacht, immer gehorcht, ob sie umfällt, ob irgendetwas sich anders anhört usw... Aber es war nichts, schlafen konnte ich trotzdem nicht.


    Heute früh war es definitiv ein bisschen besser, nur streckte sie jetzt das rechte Bein weg und nicht mehr links, so wie gestern. Auch die Hinterläufe waren wieder mehr aktiv als wie noch gestern abends. Gestern als wir ins Bett gingen, konnte sie nicht mehr laufen, sondern irgendwie nur springen. Ich kann es gar nicht beschreiben.

    Also heute früh gleich beim Tierarzt angerufen. Die Ergebnisse vom Blut sind noch nicht da, aber ich soll am besten trotzdem gleich vorbeikommen, weil noch weitere Untersuchungen gemacht werden müssen. Bis um 09.00 Uhr war sie dann wenigstens schon mal im Garten beim Pinkeln. Ich machte mir Sorgen wegen der Möglichkeit des Outputs, ob sie das vom Gleichgewicht her schafft. Aber sie musste nicht.

    Beim Tierarzt zeigte sie eben das abstehende rechte Vorderbein, auf das sie nur gestreckt auftreten konnte, aber die Hinterkarre war weiterhin aktiv. Es kam der dritte Tierarzt dieser Praxis hinzu und machte sich ebenfalls ein Bild und fanden es alle gut, wenn sie geröntgt werden würde. Wieder Herzklopfen, weil was ist wenn der Krebs vor 2 Jahren in Form von Metastasen wieder zurückgekehrt ist. Was dann tun?

    Sorgen über Sorgen, mir war schon wieder ganz schlecht.


    Aber die kleine Kämpferin hat keine Metastasen. Nicht eine einzige. Bandscheibe, Herz usw... alles altersgerecht. Die Diagnose steht auf jeden Fall fest, dass sie eine Hirnhautentzündung hat. Die im übrigen eher jüngere Hunde bekommen können.


    Morgen müssen wir wieder hin und heute nachmittags bekommen wir die Blutergebnisse und von denen hängt es dann ab, wie es weitergeht.


    Ja, unsere Sorgenkinder. Aber ich liebe beide über alles.

  • Das tut mir leid, dass es Nelli so schlecht geht.

    Ich drücke die Daumen, dass sie sich wieder berappelt und die Behandlung anschlägt.


    Ja, sie machen uns so manche Sorge, aber daran darf man nicht denken, denn die Freude überwiegt.

  • Es zeigt Cinja, dass das Glück zerbrechlich ist und es für mich an der Zeit ist, mich an den Gedanken zu gewöhnen, dass es irgendwann einmal keine Hilfe mehr für sie geben kann. Man schiebt solche Gedanken immer weit weg, obwohl dieses Alter mit fast 17 schon sehr hoch ist. Der Tierarzt meinte gestern, in Menschenjahren ist sie schon über 100.

    Aber wenn ihr sehen könntet, was die alles mit dem guten Sam macht: Die geht nur kurz in die Hocke und Sam rennt und rennt im Garten und freut sich wie Honigkuchen und ihr macht das aber auch Spaß. Die zwei sind richtige Ulknudeln und sie hat ihn auch von klein auf erzogen, in die Ecke getrieben und dort durfte er erst wieder raus, wenn sie sich endgültig abwandte und ging. Fressen gemeinsam 1 Knochen usw...

    Für Sam wird es sehr hart, wenn die kleine Kämpferin mal aufgibt und für uns auch.

  • Liebe Mona , beim Lesen deines obigen Textes musste ich mehrfach schlucken und bin nun den Tränen nahe, bzw. sie rollen von ganz alleine meine Wange runter. Fühle dich gedrückt. Ich glaube aber, dass es richtig ist, dass du dich mit dem Gedanken beschäftigst, dass Nelli bald über die Regenbogenbrücke gehen wird. So weh es tut. Aber sie ist wohl noch nicht mit allem hier auf Erden fertig, muss Sam noch erziehen oder so, daher wird sie wohl auch selbst noch nicht ganz bereit sein zu gehen und kämpft.


    Und was Sam angeht, wenn Nelli denn endgültig gegangen ist, er wird sie sicherlich vermissen, aber er wird es nicht so tun, wie wir Menschen. Da haben es Tiere (meistens jedenfalls, denke ich) leichter.


    Nimm deine beiden und kuschel mit ihnen.

  • Pinguetta ich wollte nicht, dass bei dir die tränen kullern müssen. Aber lieben dank für dein ehrliches mitgefühl. Sorgenkinder werden unsere hunde dann hauptsächlich, wenn sie alt werden.

    Und for ever young gibt es nun mal nicht. :)


    Aber der faden ist ja auch für hunde die sich nicht so entwickeln, wie wir uns das gedacht hätten uvm...


    Ich glaube, da gibt es dann bei den antworten bestimmt so einige gute ideen :thumbup:

  • Liebe Mona,


    seit ich im Geschirrthema las, dass es Deiner Nelli nicht gut geht, habe ich mit Dir gebangt und gehofft, dass Du mit beruhigenden Nachrichten vom Tierarzt zurück kommst.


    Ich schließe mich Pinguetta an: Mir war bei Deinem Text das Herz schwer und ich habe mitgebangt und meine Tränen kullerten, weil wir uns in diesem Schmerz und in der Sorge um unsere geliebten Tiere so nah sind ... wir alle wissen, wie Du Dich fühlst.


    Ich möchte Dir eine Umarmung schicken und Dir Kraft wünschen für den Kampf um Nelli. Ich bin ganz sicher, dass sie noch nicht aufgegeben hat ... wenn aber die Zeit kommt, in der sie bereit ist, ihr irdisches Körperkleid abzustreifen, dann wird sie Dir das zeigen ... oder ganz leise und still ihre Flügel ausbreiten und davonfliegen.


    Ich weiß, dass es auch bei einem 17 Jahre alten Hund schwer fällt, loszulassen und man nie so wirklich darauf vorbereitet ist, dass das Leben unserer Hunde nicht so lange währt, wie unseres, Kämpfe mit ihr, solange sie kämpfen kann und will, aber zeige ihr auch, dass das Wichtigste für Dich ist, dass es ihr gut geht und sie sich wohl fühlt ... wo auch immer das ist.


    ... und ja, ich bin auch ganz bei Pinguetta, dass Tiere eine andere Beziehung zum Tod haben, als wir ... sie sind uns überlegen, denn sie wissen, dass der Tod nicht das Ende ist, sondern die Seele unsterblich ist und weiter existiert ... unsere Hunde können ihre Freunde jenseits der Regenbogenbrücke fühlen und vielleicht auch sehen.


    Wenn unsere Hunde trauern, dann um uns, weil es so schwer für sie ist, uns leiden zu sehen. Darum sei stark ... für Deine Nelli und für Sam ... und meine Hunde fragen sich gerade, warum ihre Menschenfreundin vor dem PC sitzt und weint ...

  • Auch ich wünsche Deiner Nelli alles Gute und dass sie es schafft und wieder gesund wird.

    Drück die Daumen! Auch hoffe ich, dass das Blutbild richtige Klarheit schafft was sie denn überhaupt hat.

  • danke ihr lieben. Ich glaube die spritzen schlagen an, sie bellt zumindest wieder und hat vorhin gefressen ohne zu erbrechen. Sie geht sehr vorsichtig, aber geht immerhin schon wieder. Meine kämpferin. Noch ist es nicht soweit. Das glaub ich nicht.

    Wir weinen bestimmt zu früh ( bei euren worten Verbena und Pinguetta kullerte es bei mir auch und dann ging jedesmal nelli an mir vorbei). Wenn die meds weiterhin gut greifen und kein rückfall oder sonst was daherkommt...

    Wo sie diesen sch... aufgeschnappt hat, bereitet mir allerdings schon kopfzerbrechen.

  • Mona,

    als ich angefangen habe deinen beitrag zu lesen musste ich sofort an meinen dustin denken, der im alter von ca. 10 jahren urplötzlich nach dem aufstehen aus seinem körbchen zusammensacke und beim aufstehen immer nach kreisartig nach links umfiel - ich fühlte mich so hilflos und es tat so weh zu sehen wie der sonst vor kraft strotzdenden hund panisch die kontrolle über seinen körper versuchte zu behalten ;(

    ja manchmal werden hunde zu sorgenkindern, aber das was sie einem geben wiegt das irgendwie wieder auf - die letzten 2 jahre seines lebens war ich immer wieder in sorge, aber solange er sich wieder berappelte und die guten phasen überwogen genoss ich einfach das er da war :love:


    ich drück dir die daumen, dass sich deine nellie wieder erholt und ihr noch viel zeit miteinander habt

  • Ohje so ein Schreck, hoffentlich erholt sie sich wieder


    Der Hund einer Freundin ist mit 1, 5 Jahren 3 Wochen nach einer Hirnhautentzündung an einem Hirnschlag gestorben :(


    wie du sagtest Mona, genau diese Sorgen, dieses mitleiden mit den Tieren ist für mich der eine Grund warum ich nach Dogmeat keinen Hund bzw kein Tier mehr haben möchte auch wenn meist die positiven Zeiten überwiegen ich habe mit beiden Hunden soviel mitgemacht was Trauer und Krankheiten angeht das ich für mich entschieden habe ich kann und möchte das nicht mehr

  • nette hatte dustin damals auch eine hirnhautentzündung? Oder woher kam sein zusammensacken und danach lebte er die 2 jahre weiter und hatte sich erholt?

    Ich weiss, fragen über fragen.


    Morgen muss ich den ta auch fragen, woher nelli das überhaupt bekommen konnte. In meiner panik o weil sovieles wichtiger war, hab ich nicht einmal heute danach gefragt. Aber lt google kommt das von viren u bakterien.

  • Liebe Mona❤Ich hatte auch Tränen in den Augen, weil ich deine Trauer mit jedem Wort etwas mehr fühlen konnte und es ist so schrecklich, solche Situationen erfordern für den Körper und Geist wahnsinng viel Energie und auch Adrenalin. Ich drücke wirklich beide Daumen und hoffe dass es deiner Maus bald besser geht. Dass diese Ausfälle bei einem Spaziergang begonnen haben macht alles noch schlimmer in einer solchen Situation ;( Mir tut die kleine Kämpferin wirklich mega leid und du bist eine wirklich tolle Hundemama❤Nimm Nelli mal fest in den Arm und knuddel Sie von mir.


    Unser Belgischer Schäfi hat damals im Alter von knapp 13 Jahren angefangen sich während dem Spaziergang hinzulegen, wir mussten ihn tragen zum Auto. Zuhause hat er nur noch gehächelt, war nirgendwo mehr bequem und wir sahen ihm damals an, dass seine Zeit nun gekommen ist und er keine Kraft mehr hat, respektive sein Leid zu gross wird. Diagnose wurde keine konkrete gefunden aber wir haben ihm damals die Narkose erspart etc und sind nochmals mit ihm zu seiner Lieblingswiese gefahren und sind dort mit ihm gesessen, haben ihm so viel Wurst wie er wollte gegeben und ihn alle geknuddelt, danach sind wir zum TA und haben ihn erlösen lassen. Es war das richtige und loslassen gehört nunmal zum Leben dazu, unsere Hunde können dies leider nicht selber entscheiden. Vergessen tut man solche Momente aber nicht <3