Trailen oder Mantrailing

  • Ich habe bereits seit längerer Zeit entdeckt, dass Sam unwahrscheinlich gerne auf "Freisuche" ist. Ich nenne das Trailen, dass er gezielt nach von mir versteckten Gegenständen im Gelände suchen soll.

    Nachdem er mit so einem Eifer dabei ist, möchte ich mich nun näher damit auseinandersetzen und mich nun an die wenden, die sich auf diesem Gebiet schon auskennen und mir ein paar Tipps zum Aufbau und vielleicht auch ein Buch empfehlen können, damit ich das ganze fördern und verfeinern kann.


    Und das Mantrailing interessiert mich eigentlich auch und höchstwahrscheinlich auch Sam. Wie muss man das dann anstellen?


    Wäre überhaupt toll, wenn das ganze jemand besser erklären könnte.


    Vielen Dank für eure Tipps im Voraus.

  • Also wir machen das ja öfter mit unseren 2 in der Hundeschule.


    Das hat unsere Trainerin so aufgebaut:

    Sie hat uns, jeweils mit einem Hund getroffen und dann einen Gefrierbeutel mit einem Handschuh von ihr drin gegeben.

    Dann hat sie sich von uns entfernt und versteckt.

    Damit wir wussten , wann wir starten können, hat sie uns per Walkie-Talkies informiert.

    Daraufhin haben wir z.b. Dina an der offenen Tüte schnuppern lassen und mit dem Kommando "such" gestartet.

    Da sie dabei an der Schleppleine sind, muss man schon ziemlich laufen.

    Sobald der Hund die Person gefunden hat, wird er von ihr belohnt.

  • Hast Du auch das Freisuchen nach Gegenständen (z.B. Bringsel, Ball o.ä.) im Gelände schon mal probiert?

    Also das mache ich mit Ero schon ab und zu aus jux... da ist er ein echtes Naturtalent. Er kann aber nur *seine* bekannte Beißwurst suchen, nicht ein ihm unbekanntes Objekt von dem ich nur eine Geruchsprobe habe...

  • Ich mache gerne das "such-verloren" mit meinen Hunden schon aus Eigennutz :saint:. Angefangen habe ich da immer schon mit dem Welpen. Habe dann "versehentlich" für den Hund sichtbar Gegenstände verloren. Der Welpe ist neugierig und will da hin. Ich sage dann "verloren" und lobe Wuffi :thumbup: ganz dolle. So habe hab ich schon ne Verknüpfung zu (wichtig) immer unterschiedlich Gegenstände geschaffen. Dann darf der Hund zuschauen wie ich was verstecke. Hier kommt das "Such" mit ins Spiel. Später "verliere" ich auch beim Laufen Sachen :D.

    Ich möchte aber warnen.

    Ich glaube nicht, dass das förderlich ist für ein gutes Fährten Ergebnis :saint:.

    Ich lege keinen Wert auf verweisen. Klar, sollte die Platz machen, aber ich sehe ja wenn sie was gefunden hat. Ist aber Gold wert wenn ich mal meine Autoschlüssel verloren habe.

    Oder die Schlüssel von anderen. 8o

    PS.:Der kleine Nachteil dabei: Ich hab jetzt schon 2 Schlüsselbunde und ein Handy auf's Fundbüro gebracht. :D

    Einmal editiert, zuletzt von Flummi () aus folgendem Grund: PS.

  • danke Flummi für deine tolle erklärung. Ich musste echt lachen bei deiner story mit dem fundbüro ^^

    ich hab mir jetzt mal ein buch über flächensuche bestellt. Mal schauen, ob ich daraus ein paar ideen rausfischen kann. Nachdem es bei uns um nichts geht und wir nie irgendeine prüfung machen werden, fördere ich alles ein bisschen ernsthafteres, was sam spass macht :)

  • Luna , gern geschehen ;)

    Genau so handhaben wir das auch. Spaß steht im Vordergrund. Wenn dann was gutes dabei rauskommt sind wir beide stolz wie Lumpi. Wenn nicht...egal, dann beim nächsten mal.

    Hast Du auch das Freisuchen nach Gegenständen (z.B. Bringsel, Ball o.ä.) im Gelände schon mal probiert?

    Ball suchen lassen führt unweigerlich zu einem größeren such radius.

    Hier musst du wissen was du trainieren möchtest. Für die Feinsuche ist das dann oft kontraproduktiv.

    Möchtest du eigentlich den Hund verweisen lassen oder bringseln lassen?

  • Flummi, ich bin da total bei dir und mach es genauso. Freude muss es machen. Bei der uo bin ich strenger, weil wenn ich das eine durchgehen lasse, dann gesellt sich bald das nächste dazu. ber mit viel bestätigung (bringsel o ball), macht uns die beide spass.

    Beim richtigen fährtensuchen hat er gelernt zu verweisen und macht dS auch ganz annehmbar. Da bei uns aber soviel gebaut wird und es zwizeitlich auch noch viele hunde gibt, macht das fährten nicht mehr richtig spass. Erst gelände suchen, dann legen, dann kommt vll wieder jemand mit hund daher.... da müsste ich am we vll ganz früh aufstehen und das mag ich auch nicht mehr.


    Ich leg sam im gelände ab und dann geh ich so ca 200 m und dort wo wir jetzt immer "trailen" gibt es vom landwirt 2 offene holzschuppen und in einem von denen verstecke ich das bringsel o den ball. Dann hol ich sam wieder ab und auf kommando such, sucht er dann alles ab und bringt es mir dann. Kleine gaudi und dann wiederhole ich im anderen schuppen. Das macht uns beiden echt spass, weil ich ganz platt bin wie sich der hochzüchtler zu einem leistungszüchtler verwandeln kann. Keine uo fällt so eifrig aus, wie das hier.

  • Ich muss hier jetzt nur nochmal was sagen:

    Das was du privat "trailen" nennst, ist - wie du richtig beschrieben hast - eigentlich Flächensuche.

    Denn beim Trailen geht es darum einer konkreten Spur (= trail) zu folgen und auf dieser zu bleiben (ich erinnere an nette und ihr Hühnchen an der Schnur). Bei dem was ihr macht, muss Sam ja nicht der Spur folgen, die du gegangen bist, sondern er darf den kürzesten Weg nehmen, wenn seine Nase ihm sagt, dass es "da lang" geht.


    Aber es freut mich, dass ihr da so einen Spaß habt.

  • danke @kleine mama

    Bei dem trailen was du beschreibst, ist da dann der hund an der leine oder darf er die "spur" frei absuchen?

    Denn beim fährten ist es ja so, dass ich eben die spur und die gegenstände lege und er dann mit fährtenleine sucht. Wo ist dann der unterschied, zwischen trailen und fährten?


    Ich würde das gerne mal ausprobieren, wenn es es eine freisuche dann ist. Und auf wS muss ich achten?


    Ich hatte mal eine zeitlang mit einer dhf trainiert, ua auch probeweise mantrailing. Da hatte er schon viel freude gezeigt, aber wir haben es dann wieder hinten angestellt, weil das training wg pöbeln wichtiger war.

  • Der Flächensuchhund beginnt die Suche ohne Witterung, oft weiß er vorher nicht was er genau sucht. Rettungshund sucht menschliche Witterung. Such-verloren sucht der Hund Gegenstände mit menschlicher Witterung. Bekommt der Hund diese folgt er ihr und findet im besten Fall was gesucht wird. ;)

    ( mein RH hatte mal ein Liebespaar im Feld "gefunden" die eigentlich NICHT gefunden werden wollten. =O )


    Beim trailen weiß der Hund was er sucht. Er sucht an der langen Leine mit hoher Nase. Er folgt der Spur über Partikel in der Luft. KleineMama , bitte berichtige mich wenn ich Käse erzähle. ;)


    Beim Fährten sucht der Hund auch eine Spur. Allerdings ist es hier die Bodenverletzung die gesucht wird.

    Der Hund ist auch an der 10m Leine. Muss aber mit tiefer Nase und konstantem Tempo am besten Tritt für Tritt suchen.

  • Ich glaube, wir werden jetzt mal die Flächensuche ausprobieren. Sie ist dem was wir da jetzt gerade so fabrizieren, noch am ähnlichsten:/

    Aber zuerst steigere ich den Schwierigkeitsgrad in den Schuppen und nehme nächstes Mal gleich beide Schuppen her zum absuchen und verwende vll. mal keinen Ball oder Bringsel, sondern evtl. einen Kurzführer als Gegenstand.

  • Threu und ich haben gerade einen Grundkurs à 5 Terminen absolviert. Er macht das mit Bravour, selbst die Belohnung interessiert ihn nur wenig, weil der Erfolg für ihn schon die Belohnung ist. Habe es zur Auslastung und als Alternative zur UO angedacht. Passt perfekt für uns.


    Wir machen das nach GA K9 Trail (Georgia) – zu dem Stichwort findest Du auch auf YT einiges.


    Auch technisch darf einiges beachtet werden, den Hund lesen, mit ihm zusammenarbeiten ist ganz wichtig.


    Viel Spaß und Erfolg für Euch! :)