Welpensterben Canine Herpesvirusinfektion

  • Die Canine Herpes-Virus-Infektion eine Erkrankung bei Hunden, die als eine der Hauptursachen für die Sterblichkeit von Welpen in den ersten Lebenstagen gilt. Daher hat sie im Volksmund den Namen „Welpensterben“.
    Der canine Herpesvirus ist für normale Hundebesitzer oder Hundebesitzer ohne Zuchtambitionen im Alltag völlig unproblematisch, für die Hundezucht hingegen kann der Virus leider fatale Folgen haben, wenn nicht darauf reagiert wird

    Die Canine Herpes-Virus-Infektion wird über ein Herpes-Virus (Canines Herpes-Virus) übertragen. Die Krankheit verläuft je nach Alter und Abwehrlage des infizierten Hundes unterschiedlich schwer. Erwachsene Hunde zeigen meist keine Symptome oder nur eine leichte Erkrankung der Atemwege, während die Infektion von tragenden Hündinnen zu Welpenverlusten in der Trächtigkeit oder den ersten Lebenstagen führen kann.



    Infektion der Welpen


    Zur Infektion der Welpen kann es nicht nur während der Trächtigkeit, sondern auch während des Geburtsvorganges kommen, sofern die Mutterhündin nicht geimpft ist. Dies Aufgrund von direkten Viruskontakt der neugeborenen in der Vaginalschleimhaut. Aber auch nach der Geburt besteht für die Welpen eine Infektionsgefahr durch die infizierte Mutterhündin. Entscheidend für einen eventuellen Krankheitsverlauf bei Neugeborenen ist der Zeitpunkt der Infektion. Je jünger die Welpen sind, desto dramatischer sind die Folgen: Die bei der Geburt infizierten Welpen sterben meist nach 2 – 5 Tagen nach auftreten erster klinischer Symptome (siehe Symptome oben). Begünstigt wird diese Infektion durch die mangelnde Fähigkeit der Welpen zur Thermoregulation. Die Körpertemperatur liegt in der ersten Lebenswoche zwischen 35° und 37°C. Dieser Temperaturbereich bietet ideale Bedingungen für den Virus. In der Zucht kann teilweise durch künstliche Erhöhung der Raumtemperatur diesem Faktor entgegengewirkt werden. Im Labor besitzt das CHV ein Temperaturoptimum von 35-36°C. Bei 38-39°C ist die Virusvermehrung dagegen etwa 100-1000fach herabgesetzt, so dass die Gewährleistung einer Temperatur von 38°C in den Wurfboxen (“Hot Dogs”) zwar eine Infektion der Welpen nicht verhindert, die Vermehrung des Virus ist dann aber soweit gedrosselt, dass es keine Erkrankung nach sich zieht.


    Eine Infektion über zwei Wochen alter Welpen führt in der Regel zu milden oft respiratorischen Symptomen.





    Wie schwer die Canine Herpes-Virus-Infektion verläuft, hängt stark vom Alter und den Abwehrkräften des infizierten Hundes ab. Erwachsene Hunde zeigen meist keine Symptome oder nur eine leichte Infektion der Atemwege, die sich durch Niesen, Schnupfen und Husten äußert. Auch Scheidenausfluss bei Hündinnen und Ausfluss aus der Vorhaut bei Rüden sind möglich. In den meiste Fällen ist die Canine Herpes-Virus-Infektion beim erwachsenen Hund aber nicht lebensbedrohlich.


    Steckt sich jedoch eine tragende Hündin an, die vorher mit dem Caninen Herpes-Virus noch nicht in Berührung gekommen ist, so kann es zu erheblichen Störungen der Trächtigkeit bis hin zur Geburt lebensschwacher Welpen kommen. Welpen, die sich bereits in der Gebärmutter mit der Caninen Herpes-Virus-Infektion angesteckt haben, sterben mit einer Wahrscheinlichkeit von fast 100 Prozent – daher der Name „Welpensterben“. Die Welpen kommen schwach zur Welt, zeigen keine Lust zu saugen und jammern. Ihr Bauch ist schmerzhaft.

    Die Hundewelpen können sich auch während der Geburt durch die Sekrete der Scheide mit dem Caninen Herpes-Virus infizieren. Diese Welpen leiden oftmals unter Erbrechen und Durchfall, wirken teilnahmslos, schwach, zittern und haben Bewegungsstörungen. Typisch für die Canine Herpes-Virus-Infektion sind außerdem sogenannte petechiale Blutungen. Darunter versteht man kleine punktförmige Blutungen an den Häuten und Schleimhäuten (häufig der Maulschleimhaut). Überleben die Welpen die Canine Herpes-Virus-Infektion, können sie bleibende Schäden davontragen, beispielsweise sind sie blind oder taub.


    Welpen, die älter als drei Wochen alt sind, haben deutlich bessere Chancen, die Canine Herpes-Virus-Infektion zu überstehen. Ihr Abwehsystem ist bereits besser entwickelt. Bei ihnen äußert sich die Infektion mit dem Caninen Herpes-Virus oft nur mit Schnupfen und Husten, ähnlich wie bei ausgewachsenen Hunden.

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