Überfordere ich einen ängstlichen Welpen?

  • Ich möchte mit meiner kleinen Hündin, elf Wochen alt, eine Welpenspielgruppe besuchen. Sie ist zuhause putzmunter, verspielt und ein kleiner Wildfang. Wenn aber andere Hunde zu Besuch kommen, dann ist sie sehr ängstlich, vor allem dann, wenn die anderen wilder werden und anfangen zu spielen. Sie hat noch keine schlechte Erfahrung gemacht, ist noch nicht gebissen worden oder so, aber sobald ein Hund auf sie zu rennt, ist sie so ängstlich, daß sie flüchtet, sich verkriecht, sich vollpinkelt...
    Außerdem hat sie unheimlich Stress beim Auto fahren. Ganz kurze Strecken (1km) klappen ganz gut. Aber wenn sie etwas länger im Auto sitzen muß, speichelt sie extrem und übergibt sich dann auch.
    Wir sind am Wochenende an eine Talsperre gefahren, weil die Kleine total verrückt auf Wasser ist. Aber nach der 20-minütigen Autofahrt war sie so fertig, daß sie sich am Wasser nur zusammengerollt und geschlafen hat und nichts vom Wasserspaß wissen wollte.
    Zur Hundeschule sind es einige Kilometer. Ich habe die Befürchtung, daß ich der Kleinen damit keinen Gefallen tue. Einerseits die Autofahrt und dann noch die vielen anderen Hunde, alles angstauslösende Situationen...
    Wir wohnen hier so einsam, daß ich ihr keine Möglichkeit bieten kann, mit vielen anderen Hunden Kontakt zu haben, ohne daß ich Auto fahren MUSS.


    Was ist zu tun? Habt ihr Vorschläge? ?(

  • Also erst mal bin ich mit meinen Welpen nirgends hin - wo viele Hunde sind, bevor nicht alle Impfungen komplett waren.


    Vorm Auto fahren gab es bei mir nix zu futtern. Wir sind täglich kurze Strecken gefahren und da wo wir ankamen hatten wir unheimlich viel Spaß. Also die ersten Fahrten sollten nicht unbedingt beim TA enden. ;) Bei mir wurde nie gekotzt, bei meinem Männe schon. Aber ich fahre auch nicht so, dass der Hund durchs Auto schaukelt.


    Als mein Männe unseren Pflegehusky (16 Wochen) mitgebracht hat, war sein kompletter Kofferraum vollgekotzt. Er kannte gar kein Auto fahren. Dementsprechend hatte er keine Lust bei mir mit zu fahren. Also hab ich ein Leckerli ins Auto geworfen, vorher nix zu fressen, er sollte schon von alleine ins Auto wollen. Dann waren wir im Wald, ist 6 km von hier. Bis dahin kein Kotzen, bin auch vorsichtig gefahren. Im Wald gabs Spiel und Spaß und zurück war es schon einfacher ihn ins Auto zu bekommen. Bei unserer nächsten Autotour hab ich die Tür gar nicht so schnell auf bekommen, wie er da rein wollte. Jedesmal wenn wir das HAus verliesen, rannte er zum Auto.


    Gegen eine Welpengruppe spricht eigentlich nix, solange sie vernünftig aufgebaut ist. Kleine Gruppen, Größen und Altersmäßig passen die Hunde zusammen, genügend Trainer die auch Hunde lesen können. Wenn sie sich belästigt fühlt, dann hilfst du ihr eben. Blocke die Hunde ab, schieb die weg. Deine sollte schon von alleine Interesse zeigen und dahin wollen, solange lass sie eben nur kucken. Zwinge sie nicht in eine für sie Scheißsituation.


  • :thumbsup:
    So würde ich es auch machen!

  • Der Tierarzt kommt zum Glück zu uns nach Hause, wenn er die Ponys impft, bekommt die Kleine gleich ihre Dosis mit!
    Also würdet ihr sagen: Weniger ist mehr.
    Es ist bloß müßig, von hier aus in den Wald zu fahren, wir wohnen im Wald!
    Daher dachte ich ja, Talsperre wäre mal toll, weil die Kleine in jede Zinkwanne springt und sich hineinlegt. Aber so wie es aussieht, müssen wir zunächst das Auto fahren trainieren. Werde die Maus gleich nach ihrem Vormittags- Schläfchen ins Auto setzen, sie dort mit Leckerchen vollstopfen und ausgiebig loben - und NICHT fahren.

  • Du könntest ja zusätzlich wenigstens noch den Motor laufen lassen. ^^


    Ihr müsst ja nicht unbedingt in den Wald. Ein Bach, eine Wiese, eine fremde Umgebung tuens auch. Hauptsache dort ist Spaß angesagt.

  • Hallo,


    die Vorschläge sind sicher gut und hilfreich,keine Frage.
    Die Frage nach Überforderung würde ich bejahen.Die Kleine ist 11 Wochen,ich finde,das ist ein bischen
    sehr jung wenn sie sich gleich solchen Herausforderungen stellen muß.
    Leider sehen das Viele nicht so,gerade die Sportler fangen ja auch sehr früh mit ihren Kleinsten an.


    Ich würde da wirklich ganz klein anfangen - aber kontinuierlich.Das alles muß Routine sein und ist
    nix besonderes deswegen würde ich die Leckerchen Stopferei auch unterlassen.


    Wenn die Kleine sich jetzt so zeigt und du nicht wirklich neutral da dran gehst kann es sein das du so einen
    Hund wie ich bekommst,dem offensichtlich auch nicht viel gezeigt wurde und jetzt vor allem Angst hat -
    bzw sich gern hinter dem Pseudonym "Angst" versteckt.
    Ich mußte auch erst lernen das man einem solchen Hund völlig neutral Führung geben muß und nicht bedauern.
    Nur als Tipp.


    LG Michi

  • Ich bin jetzt nicht DER Sportler, aber Erziehung fängt bei mir in dem Moment an, wo der Welpe mein Haus betritt. Und da war Neela 8 Wochen. Erziehung fängt damit an, das gelernt werden muss, wie die Regeln hier im Haus sind. Ich finde, damit kann mann nie früh genug anfangen. Ich denke, die meisten machen das so, egal ob Sportler oder Hausfrau. Wers nicht gemacht hat, seh ich täglich beim Gassie gehen. :P


    Wenn der Hund vor etwas Angst hat, gibt man ihm Führung und zeigt, das da nix schlimmes ist. Wie du sagst, natürlich ohne Bedauern. Allerdings würde ich jetzt auch nicht gerade den Welpen in einen Pulk von fremden Hunden setzen und ihn damit alleine lassen. Da wird von meiner Seite aus beschützt - kommt auch dem Vertrauen des Hundes zu mir sehr entgegen.

  • @ Ace


    Du schreibst von Erziehung,ich von Überforderung. :D

  • Aber was ist bei dir jetzt dir Überforderung - in diesem Fall? Das Auto fahren? Die Welpengruppe? Sich der Angst stellen mit Frauchen zusammen?


    MMn kann man dem Welpen nicht genug zeigen. Alles was er im Welpenalter verpasst, kommt iwann mal zu Tage.

  • @Ace


    Natürlich muß der Welpe sich seiner Angst stellen - mein Reden jedoch ist, das man in diesem Alter sorgfältig abwägen muß.
    Die Kleine ist 11 Wochen alt und offensichtlich hat sie Probleme mit dem Ein-oder Anderen.
    Meine Meinung ist lediglich diese, das ich finde, man sollte das Alter nicht außer acht lassen und mit ganz kleinen Schritten
    vorangehen.
    Es ist ja nicht so das die Kleine in 4 oder 8 oder 12 Wochen nicht mehr lernfähig ist.


    Gruß Michi

  • Ich sag ja auch nicht, dass sie alles an einem Tag lernen muss. ^^ Das wäre sogar für den "Zeiger" etwas zu viel des Guten.


    Ich denke wir sind uns einig, alles in kleinen Dosen, aber immer wieder was neues, dabei stellt sich dann die Routine ein. Und wie ichs raus gelesen habe, war sie noch nicht bei der Welpengruppe.

  • Wir waren noch nicht bei der Welpengruppe. Ich muß da auch noch nicht unbedingt hin. Ich bin kein Sportler, sondern ich bin die Hausfrau. :D
    Würde auch erst einmal abwarten wollen, ob die kleine Dame überhaupt Hundesport "braucht". Wenn sie mit dem zufrieden ist, was ich ihr bieten kann, (lange Spaziergänge, Begleitung beim Reiten, ein bisschen Fährtenarbeit würde mich evtl. interessieren) muß das ja nicht unbedingt sein. Aber ich dachte, eine Welpengruppe ist ein Muss, weil sie nun einmal ihr Leben lang mit anderen Hunden klar kommen sollte. Da gibt es ja diese ganzen Phasen. Prägephase, Sozialisierungsphase usw. Ich bin unsicher, ob ich einen entscheidenden Zeitpunkt verpasse, wenn ich nicht zeitig mit ihr zur Welpengruppe gehe.

  • @Luna


    sagen wir,wenn alles passt von Vorteil aber kein Muß.
    Das ist oftmals aber leichter gesagt als gefunden,es gibt da Schmerzfreie,
    die schmeißen ihre 4,5monatigen mit den Kleinsten zusammen die dann fleissig gekugelt werden.


    Die erste grundlegende Sozialisierung hat Deine Kleine bereits bei Mutter und Geschwistern gelernt,d.h. sie ist
    ja jetzt erstmal völlig arglos.
    Bei Spaziergängen trifft man ja auch immer andere Hunde,gerade wenn die Kleine etwas älter und robuster wird ist da sicher
    auch der Ein-oder Andere Spielpartner zu finden.
    Im Reitstall treffen meist auch viele Hunde aufeinander,da würde ich mir um fehlende Sozialisierung eher weniger Sorgen machen.


    LG Michi

  • Sagen wir mal so ... Nachdem was ich heute weiss, wäre ich im Leben nicht mit Chandor in die Welpengruppe gegangen. Da war vom 8 Wochen alten Mops bis zum 1,5 jährigen Neufundländer alles vertreten. Es waren zwischen 5 und 15 Hunde in einer Gruppe mit nur einem Trainer. Also genau das was man mit einem Welpen nicht machen sollte. :S Ich hab ihn in dem Pulk zwar nie alleine gelassen und wenn er Schutz wollte, hat er ihn auch von mir bekommen. Das einzig Gute daran war, er hat verschiedenste Rassen und Größen kennen gelernt.


    Mit Neela war ich einmal. Da stimmte zwar alles, aber iwie hatte ich das Gefühl, das muss eigentlich nicht sein. Sie ist genauso verträglich wie Chandor. Allerdings sind es Beide eher nicht, wenn wir im Rudel unterwegs sind. Aber da greift dann wieder der Gehorsam. ;)


    @ Michi


    Stimmt, eine Welpengruppe finde ich jetzt auch nicht so wichtig, trotzdem finde ich wichtig mit dem Hund einen Teamtest, Hundeführerschein oder BH zu machen. Wenn man mit dem Hund arbeitet, lernt man sehr viel, ich über den Hund und umgekehrt auch.