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Makani
  • aus Oberfranken
  • Mitglied seit 26. Juli 2017
  • Letzte Aktivität: 27. September 2017 um 05:53
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Beiträge von Makani

  • Assistenzhund Etikette

    • Makani
    • 1. August 2017 um 13:03

    Für mich ein wichtiges Thema bei dem sowohl andere Hundehalter als auch hundelose Menschen Nachholbedarf haben.

    Zuerst jeder der einen Assistenzhund (AH) führt, hätte lieber keinen. Wir würden lieber einen Hund nur für Sport oder Familie haben.

    Ein AH ist für seinen Menschen wichtig, teils lebenswichtiges Hilfsmittel und als solches braucht es Raum und Konzentration.

    Unangebracht und störend ist es zu fragen "Warum brauchst du den einen AH?" - das ist gleichbedeutend mit der Frage nach der Krankenakte und die geht mich und meinen Arzt an und nicht Otto Neugier. Wenn ein Mensch mit AH fragen beantwortet ist das nett, wenn nicht dann eben nicht. Einfach mal dran denken wie ihr euch fühlen würdet im Laden wenn euch ein Kunde nach dem anderen bedrängt und eure Geschichte hören will. Bietet man an Fragen zu beantworten wie zB hier ist das was anderes. Aber als Grundregel gilt :

    Das AH Team ist zu ignorieren.

    Absolutes no go ist den AH anzustarren, an zu fassen, Bellgeräusche in die Richtung machen (doch machen auch Erwachsene) und sonstige Aktionen. Sicher ein AH wird trainiert um auch unter großer Ablenkung den Job zu machen, aber es ist nun mal ein Lebewesen.

    Einen AH abzulenken und zu Bedrängen führt im Ernstfall dazu dass der Mensch zu Schaden kommt wenn der Hund einen medizinischen Alarm verpasst.

    In den USA kann das mit Gefängnis bestraft werden.

    Das bedeutet auch das man den eigenen Hund ohne die ausdrückliche Erlaubnis keinen Kontakt aufnehmen lässt. Auch ein AH hat Freizeit und darf Hund sein, aber wann und wie bestimmt sein Mensch und niemand sonst.

    Einmal nett fragen ist okay - idealerweise fragt man

    "Was können AH denn leisten, welche Einsatzgebiete gibt es?"

    Und nicht

    "Was macht der, warum brauchst du den?"

    Im allgemeinen gilt:

    Den AH wie einen Gehstock behandeln - den will man ja auch nicht streicheln.

    So, hier dürfen gerne Fragen gestellt werden ?

  • Der ServiceShredder - DSH als Assistenzhund

    • Makani
    • 1. August 2017 um 12:36

    Das ist eine der Schwierigkeiten - den passenden Hund finden. 2 Jahre hat es gedauert bis ich einen DSH aus LZ gefunden hab der passt.

    Makani hat einen starken Arbeitswillen bis zu dem Punkt wo Arbeit an sich schon ne Belohnung ist. Gleichzeitig heißt das auch im Training langsam zu sein damit der Hund das auch langfristig macht und zwar mit Freude.

    Was das Belohnen angeht, es ist mehr als nur Leckerli in Fang stopfen ? es kommt sehr auf die Situation an. Oft ist es einfach nur mit der Stimme und das ziemlich ruhig, den Shreddertier neigt zum hochdrehen wenn es zu enthusiastisch wird ? Auf Dinge die viel Ruhe und Statik erfordern wie langes warten folgt als Belohnung was mit action und wenn es nur der Keks ist den sie im Sprung fangen darf oder ein Zerrspiel notfalls mit der Leine als Zergel.

    Ganz wichtig ist auch das ich persönlich mit dem Arbeite was sie mir von sich aus anbietet. Ich fake zB Wut und gucke wie reagiert sie. Fällt sie in sich zusammen und verkriecht sich, dann heißt das wir trainieren keine Task, ich desensibilisiere sie nur do das meine Frustration sie nicht stresst. Makani hat allerdings sofort mit Spiel Aufforderung reagiert und das haben wir dann langsam mit Shaping und Markerwort verfeinert.

    Als Spielzeugjunkie kann man Bälle und co nur dosiert einsetzen, da sie sonst auf den Ball fokussiert und nicht wirklich lernt, Leistung zeigen obwohl da irgendwo Spielzeug speziell ein Ball rum liegt ist ihre größte Herausforderung.

    Weil sie ja viel leisten muss und ein guter AH ja immer im Dienst ist, muss ich schon auch viel Ausgleich bieten. ZB, in die Stadt einkaufen ist für mich extrem Stress, Makani muss viel leisten, das heißt auf dem Rückweg gehen wir über die Felder oder Wald - ich kann durchatmen, sie darf rennen, schnüffeln und wenn es passt auch mit anderen Hunden denen wir begegnen spielen, oder schwimmen. Regelmäßige check ins also nach mir gucken und sehen ob sie gebraucht wird macht sie aber auch da von alleine.

  • Schäfis laufen zwischen meinen Beinen durch - kennt ihr das auch?

    • Makani
    • 1. August 2017 um 11:40

    Boy musste ich das verbieten - ich bin nicht gross genug.

    Makani macht das auch und Peanut der Chi macht es auch auf Signal hin zu ihrem Schutz vor den lieben Mitmenschen die glauben sie ist ein Spielzeug und öffentliches Eigentum.

  • Der ServiceShredder - DSH als Assistenzhund

    • Makani
    • 1. August 2017 um 11:25

    Zuerst die Begriffserklärung Therapiehund und Assistenzhund, das verwechseln viele.

    Therapiehund:

    Der Therapiehund arbeitet zusammen mit seinem Menschen für andere Menschen. Sei es als Besuchshund im Pflegeheim, Klinik oder Hospiz, in Schule oder Kindergarten oder als Hilfe in der Ergotherapie oder Logopädie. Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig. Der Therapiehund hat kein allgemeines Zugangsrecht, abgesehen von der Einrichtung(en) in denen der Hund eingesetzt wird.

    Assistenzhund

    Der Assistenzhund (AH) oder Service Dog (SD) oder Behindertenbegleithund (BBH) wird speziell für seinen Menschen den Assistenznehmer ausgebildet um seinem Menschen das Leben mit dessen Krankheit/Behinderung zu erleichtern und Leben so normal wie möglich zu machen.

    Es gibt verschiedene Assistenzhunde, die bekanntesten sind der Blindenführhund, mittlerweile auch der Diabeteshund, der in die Kategorie Signalhund gehört, wie andere die Ausgebildet sind medical alerts zu geben, wie Epilepsie-, Migräne-, Kardio- und andere Warnhunde.

    Dann gibt es Reaktionshunde oder medical response dog die auf eine Situation reagieren, in der Regel sind sie auch alert dogs/Signalhunde - bspw der Diabeteshund zeigt die Unterzuckerung an (Signal/Alert) und holt das Messgerät (Reaktion/Response). Nicht immer ist das so, es kommt auf den Hund und die individuellen Bedürfnisse an. Es gibt auch PSD's Psychiatric Service Dog /Assistenzhund Psychiatrie bspw PTSD/PTBShund für Traumapatienten oder Depression, Bipolar oder den Autismusbegleithund. Auch der Mobilitätshund gehört zu den Assistenzhundes.

    Und gibt es noch den Kombinationshund der in verschiedenen Disziplinen ausgebildet ist.

    Der AH ist ein medizinisches Hilfsmittel vergleichbar dem Rollstuhl und hat ein öffentliches Zugangsrecht. Bereits 2009 hat das Bundeslandwirtschaftsministerium festgestellt das vom Assistenzhund ebenso wenig Gefahren für die öffentliche Hygiene drohen wie vom klassischen Blindenführhund, und hat uns damit gleich gestellt.

    Assistenzhunde gibt es fertig ausgebildet von einem Verein, man kann selbst aus bi den mit Hilfe eines Vereins oder Trainers oder nimmt den Weg der 100% Selbstausbildung.

    Und zu

    Makani dem Schrillkäfer ?

    Sie wird am Ende der ca 2.5jährigen Ausbildung ein Kombinationshund für Mobilität und Psychiatrie (PTBS) evtl erweitern wir das auf medical alerts für Hypoglykämie. Makani wird komplett von mir selbst ausgebildet mit positiver Verstärkung und Shaping. Das hat mit allen Vorgängern geklappt und funktioniert auch mit ihr wunderbar.

    Was muss ein Assistenzhund können für die Alltagstauglichkeit?

    Nervenfest muss er sein - das ist zu 25% Anlage der Rest ist sorgfältige Sozialisation.

    Exzellenter Grundgehorsam - das macht gute 70% des ganzen Trainings aus. Der Hund muss bombenfest sein wenn es zB um das ignorieren von Lebensmitteln geht. Der muss quasi umgeben von Steak schlafen können ohne zu sabbern oder denen einen Blick zu schenken.

    Leinenführigkeit - klar, das umfasst auch das er Hunde die ihn angeifern ignoriert oder Menschen die ihn streicheln. Sich provozieren lassen oder selber Randale machen geht nicht im Dienst.

    Warten können/long stays - entspanntes warten, unter Umständen ein paar Stunden zB in der Arztpraxis oder im Kino oder in der Uni, im Büro etc.

    Dann sind da die speziellen Aufgaben, genannt Tasks.

    Hier mal eine kleine Auswahl der Dinge die Makani bereits sehr zuverlässig macht auch unter hoher Ablenkung, die ganze Liste der Tasks ist sehr viel länger.

    Basics:

    Crowdcontrol/passives Schützen (mit ihrer Position zu meiner sichert sie meinen persönlichen Raum, das verhindert üble Panikattacken)

    - Block (mit Steh, Sitz oder Platz vor mir eine Barriere bilden)

    - Six (von Have my six = Watch my back, US military Ausdruck) im Prinzip das Gleiche wie Block

    aber hinter mir

    - Cover (Steh oder Platz an meiner Seite)

    - Watch (Sitz neben mir, aber mit Blickrichtung nach hinten. Eine Variante des Six

    - Circle (in einem Kreis um mich herumlaufen, besonders nützlich in einer Menschenmenge um ein Minimum an Platz zu schaffen, funktioniert auch während ich mich bewege)

    - Tuck/Under (Unter einer Bank verschwinden, klein machen, wenig Platz einnehmen)

    Anger Alert

    Mit PTSD/PTBS kommt häufig ein Problem mit spontaner Wut/Frustration und die Trigger kann man nicht immer vermeiden. Die Aufgabe ist speziell und nicht für jeden Hund und seinen Menschen geeignet. Makani ist auf bestimmte Änderungen in meiner Atmung trainiert. Sie läuft dann schnell im Kreis um mich herum oder vor mir von links nach rechts und stupst mich spielerisch an, ist Spielzeug greifbar nutzt sie auch das alles nach dem Motto "Hey Mensch, ist alles nicht so wild, Spiel mit mir und lass den Stress positiv raus"

    Dissoziation

    Das kann von der PTSD kommen = von einem auslösenden Reiz überwältigt werden und dann wird die Beziehung zur Realität schwammig oder getrennt, das kann zur Folge haben dass ich dann zB nicht wirklich weiss wo ich bin. In dem Fall reagiert sie auf veränderten Gesichtsausdruck und Atmung und reagiert mit taktiler Stimulanz = sie steigt an mir hoch und leckt mir heftig über die Schnüss das reicht meistens um mir klar zu machen das es Hier und Jetzt ist.

    Führarbeit

    - Momentum Pulling (durch dosierten Zug am lockeren Führstrick mich in Bewegung halten, wenn ich mich lieber an Ort und Stelle einrollen will aus verschiedenen Gründen)

    - Counterbalance durch dosierten Zug helfen meine Balance zu halten (yeah ärztlicher Kunstfehler und Neuropathie)

    - Führen/Guide = den Weg nach Hause finden, zum gewohnten Supermarkt, Bäcker, Apotheke

    - Verkehrssicherheit = Anzeige von Straßenrand/Bordstein, Treppen anzeigen(meine Tiefen Wahrnehmung ist Mist) und hoch/runter helfen, Ampel, Querungshilfe, Zebrastreifen finden.

    - Bank/Sitzgelegenheit finden

    - Ausgang finden

    Apportieren/Aufheben von Gegenständen die mir aus der Hand fallen etc.

    (Foto: Wir üben das tragen von Flaschen ohne drauf zu kauen, i wann kann sie dann auch mal eine aus dem Kühlschrank holen)

    Interruption

    Unterbrechen von ritualisierten Verhalten

    Intelligenter Ungehorsam

    ZB wenn ich am Bordstein nicht stehen bleibe fällt sie ins Platz wenn sie an gemeint ist, wenn sie im Freilauf ist stell sie sich vor mich, weiter geht s erst wenn ich gebückt hab ob Autos kommen. Oder auch wenn sie ins Platz geschickt wurde, dann muss sie den Befehl brechen wenn sie ritualisiertes Verhalten unterbinden muss oder auf Dissoziation oder Frust reagieren muss.

    Das war jetzt ziemlich lang her mit euren Fragen ?

    Auf dem 2. ist sie in ihrer onetigris mit Führbügel

    Das 3. ist ein Tuck/Under unter meinen Beinen. Damit man auch was sieht musste ich etwas rutschen, in echt sieht es bisschen anders aus.

    Das letzte ist ein Watch, während ich eine Skulptur fotografieren.

    Bilder

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  • Umgang mit Schäferhund und Kind

    • Makani
    • 26. Juli 2017 um 19:34

    Beide Seiten müssen den Umgang miteinander lernen, keine Frage. Natürlich kann man viel im Vorfeld machen - den besten Hund für die individuelle Situation suchen, sich soviel wie möglich Wissen über Verhalten und Körpersprache und Lerntheorie aneignen und natürlich das richtige Management.

    Die Klassiker sind ja festlegen ob der Hund ins Kinderzimmer darf oder nicht, Ruheplatz für den Hund etc. etc.

    Was ich grundsätzlich mache bzw mit jedem Hund gemacht habe besonders als meine Kids noch klein waren, die Hunde egal ob Mastini, Dobi, DSH, Fila, Rotti, Pit war die Hunde speziell zu schulen.

    Sicher versucht man alle Regeln umzusetzen besonders nie Hund und Kind unbeaufsichtigt zu lassen, gut in der Theorie aber in der Praxis passiert dann halt reales Leben und mit 4 Kids und damals bis 6 grosse Hunde kaum zu machen. Sei es das es an der Tür klingelt, ein Kind Hilfe braucht bei i was, das Nudelwasser überkocht oder du grad Grippe hast und nicht voll da bist.

    Deshalb haben alle Hunde hier gelernt das es eben mal passiert das jemand in den Napf greift und Hund hat dann einen Schritt zurück zu gehen. Sie haben gelernt mit vielen Leckerli, dass ein Kleinkind auch mal rüde ins Fell packt um sich am Hund fest zu halten und man das eben mal kurz hinnehmen muss oder das der 1,5jährige sich rauanimmt auf den Ruheplatz des Hundes zu stolpern. Wenn Hund genervt ist von Kleinkind 1 das die Regeln auch erst noch lernen muss und ich eben grad mit Kind 2 und 3 beschäftigt bin dann ging der genervte Hund eben weg oder kam zu mir. Mit der Methode haben die Kinder alle über lebt und die Hunde ebenfalls ...die beiden schlimmsten Dinge waren mit DSH Luka der einmal in die Küche kam mit Leidensmiene und den Hintern an der Wand entlang zog - meine damals 3jährige hat Fieber messen gespielt (wir waren tags zuvor beim TA ) und Luka einen Buntstift in den Poppers geschoben. Und mein damals 1jähriger Sohnemann hatte heraus gefunden wie er aus dem Gitterbett kommt und lag dann bei Fila Rüde Cody im Korb und kaute dem Hund am Schwanz.

    Waren fremde Kinder zu Besuch wurde das eben je nach dem geregelt - Hund mit mehr Schutztrieb wie Cody verbrachte die Zeit mit Mastini Jelly im Schlafzimmer wenn ich nicht direkt dabei war, aber das auch mehr weil die beiden grobmotoriker schon mal mit nem simplen Schwanzwedelnd ein Kind zu Fall bringen konnten.

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