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  1. Das Schäferhund Forum
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vanilla coke
  • Mitglied seit 23. Februar 2024
  • Letzte Aktivität: 4. April 2025 um 00:28
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Beiträge von vanilla coke

  • Ich hasse meinen Hund oder doch eher mich?

    • vanilla coke
    • 23. Februar 2024 um 18:10

    Hallo Flummi,

    Zitat von Flummi

    Kannst du das genauer beschreiben?

    Wurde dir zu Stachelhalsband oder ähnlichem geraten? Oder ist die Trainerin nur konsequent und lässt dem Hund nichts durchgehen?

    Wie definierst Du Dominanzschiene?

    Strenger, ernster und lauter Tonfall, Blockieren und/oder Zurückdrängen mit dem Körper und mit der Hand einen Biss simulieren (also mit steifen Fingern kräftig anpacken). Wir sollen zudem Deckentraining machen, gefüttern wird nur noch über Hand oder Futtersuche. Kein überschwengliches Loben und Kekse verteilen.

    Zitat von Flummi

    Hier schreibtst du, dass es mit deiner Methode schlimmer wird...

    Ich würde sagen, das sich die Gesamtsituation mit dem Hund gebessert hat, mein Mindset ist jedoch kontinuierlich schlechter geworden. Die emotionale und auch körperliche Erschöpfung hat sich aufsummiert.

    Wir haben ja auch große Baustellen in den Griff bekommen, wie das anfängliche Schatten jagen (das hatte wirklich schlimme Ausmaße angenommen, er hat sich so reingesteigert, dass ich Angst hatte, er würde sich die Zähne am Boden ausschlagen) und die absolute Unverträglichkeit mit anderen Hunden. Er kann inzwischen unter guten Rahmenbedingungen mit Hündinnen und kastrierten Rüden zurechtkommen.

    Zitat von Flummi

    Hier schreibt du, dass es mir der neuen Trainerin und ihren Methoden besser wird...

    Vorausgesetzt ihre Methoden sind Tierschutzkonform, ist dort der Schlüssel zum Erfolg zu suchen.

    Das möchtet du aber nicht?! Gleichzeitig möchtest du aber ein Gebrauchshund an deiner Seite???

    Sagen wir es mal so, ich versuche die Methoden umzusetzen, aber es fällt mir sehr schwer, da es einfach überhaupt nicht meinen Charakter entspricht. Sobald Verbesserung eintritt werde ich wieder zum Babytalk Hippiedippie Pazifist.

    Es fällt mir einfach sehr schwer und ich weiß nicht, ob ich meine Persönlichkeit nachhaltig so verändern kann, wie es dieser Hund erfordert. Ehrlich gesagt nein, ich möchte keinen Gebrauchshund an meiner Seite, wenn es bedeutet, dass ich ihn durchwegs dominieren muss.

    Zitat von Flummi

    Du hast beschrieben, was der Hund alles macht. Fiepen, Bellen, Leinepöbeln...

    Aber was machst du mit dem Hund, davon hast du nicht geschrieben. Dein Gebrauchshund möchte ein Job, sonst ist ihm langweilig.... Und dann sucht ER sich einen Job.

    Anfangs waren wir Wandern, Schwimmen, haben Frisbee gespielt und mit dem Futterdummy apportiert. Dazu Gruppentraining in der Hundeschule und Social Walks

    Fahrradfahren hat nicht funktioniert, ich wollte eigentlich Mantrailing anfangen, da sind aber die massiven Artgenossenprobleme richtig in Fahrt gekommen und es war kaum noch etwas in Anwesenheit anderer Hunde möglich.

    Zitat von Flummi

    Du schreibst von Familie und der Hund hat noch nicht gebissen? X/

    Ich lebe mit ihm alleine, habe aber sehr engen Kontakt zu meinen Eltern und meiner Schwester, diese befürworten eine Abgabe. Es sind keine Kinder oder anderen Tiere im Haushalt, die in Gefahr sind.

    Dass er irgendwann zubeißt ist einfach meine größte Angst, vorallem nach dem Kampf mit dem anderen Rüden.

    Ich habe immer Angst ihn zu anderen Hunden zu lassen, auch wenn die schlimmste Phase überstanden zu sein scheint. Wir sind immer noch regelmäßig auf Social Walks und haben auch hin und wieder Kontakttreffen mit Hündinnen oder kastrierten Rüden.

    Zitat von Flummi

    Suche den Fehler. :S

    Den Fehler habe ich gefunden :saint:. Selbsterkenntnis soll der erste Schritt zur Besserung sein. Dass ich das Problem bin ist mir bewusst, die Besserung lässt auf sich warten.

  • Ich hasse meinen Hund oder doch eher mich?

    • vanilla coke
    • 23. Februar 2024 um 14:36

    Hallo liebe Community.

    Wie sich durch den Titel erahnen lässt läuft es bei uns nicht gut, man könnte auch sagen richtig beschissen.

    Ich habe einen osteuropäischen Schäferhund Rüden, er ist intakt und wird zwischen Juni und Juli 3 Jahre alt (er hatte zwei Heimtierausweise mit unterschiedlichen Geburtsdaten). Wo genau er herkommt ist unklar, jedenfalls nicht von einem eingetragenen Züchter in Deutschland.

    Ich habe ihn vor einem knappen Jahr übernommen, gleich zu Beginn waren wir in einer Hundeschule im Gruppentraining, ein halbes Jahr später bei einem anderen Trainer im Einzeltraining und offensichtlich blieb der Erfolg aus.

    Um es mal zusammenzufassen: er fiept sehr viel und sehr laut, er zieht und springt mit 40kg und Allradantrieb in die Leine, er ist leinenaggressiv und war eine Zeitlang gar nicht mehr verträglich mit Artgenossen, er frisst Kot und Dreck von der Straße, er ist nicht abrufbar, manchmal bellt er aus unerkenntlichen Gründen plötzlich Menschen an. Einige Monate hat er zuhause Schatten gejagt, angebellt, den Boden gekratzt und die Nase reingerammt, das haben wir zum Glück in den Griff bekommen. Auch hatte er andauernd Durchfall, nach langem hin und her hat sich herausgestellt, dass er Giardien und eine Unverträglichkeit gegen Geflügel und Rind hatte. Ach ja geimpft war er auch nicht richtig, die Grundimmunisierung musste komplett neu geimpft werden. Gebissen hat er noch nicht, hat aber einen anderen großen Rüden attackiert, einen heftigen Biss ins Gesicht kassiert (bei den Vorbesitzern wurde er angeblich mal ins Ohr gebissen) und lief dann wie Scarface rum.

    All diese Sachen haben sich innerhalb unserer 11 gemeinsamen Monate aufsummiert und ich bin ganz schön am Ende. Er kann nichts dafür, das weiß ich, aber ich fange an diesen Hund zu hassen. Und ich hasse mich dafür, dass ich ihn hasse. Mein Leben dreht sich um nichts anderes mehr. Wir haben auch gute Tage, aber meine Reizschwelle sinkt kontinuierlich. Es braucht nicht mehr viel, um mich emotional an den Rand der Verzweiflung zu bringen. Zudem drängt meine Familie immer mehr zur Abgabe "er macht dich kaputt, er ruiniert dein ganzes Leben" usw.

    Ich habe vor einem Monat eine dritte Trainerin konsultiert, die fährt die Dominanzschiene und er spricht auch darauf an. Aber ich halte dieses Drill Sergeant sein nie lange durch und es liegt auch einfach überhaupt nicht in meiner Natur.

    Hattet ihr schon mal so ein Tief und wie seid ihr damit umgegangen? Gab es ein Happy End oder mussten sich die Wege trennen?

    Wer der Meinung ist, dass es naiv und unverantwortlich von mir war diesen Hund zu übernehmen hat zu 100% Recht.

    Ich war dumm, ich war naiv und ich habe das alles unterschätzt.

    Lg,

    Julia

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