Meine Nina ist ebenfalls eine passionierte Jägerin mit Jagderfolg.
Den Gedanken das Teletakt einzusetzen hatte ich ebenfalls. Denn ein jagender Hund gefährdet nicht nur sich selbst, sondern auch seine Umwelt. Es war für mich auch nicht denkbar einen Hund sein Leben lang an der Leine zu halten.
Nina war so extrem, dass lediglich eine Wildfährte reichte und sie war nicht mehr ansprechbar. Bei Wildanblick war sie noch Tage nach der Sichtung an den entsprechenden Stellen völlig „über der Uhr“.
Wir haben den Jagdtrieb heute im Griff. Sie ist abrufbar hinter flüchtendem Wild und wir können stundenlang durch Wiesen und Felder laufen – ohne Leine.Dies ist das Ergebnis eines wohldurchdachten Trainings, orientiert an der Jagdhundeausbildung.
Es basiert auf 3 Komponenten: Auslastung des Jagdtriebes, Gehorsam und echte Teambildung Mensch/Hund.
Erste Maßnahme bei jagenden Hunden -> sie bleiben an der Leine. Es darf nicht mehr zu Jagderfolgen kommen. Das jagen flüchtenden Wildes ist so selbstbelohnend, dass es einfach durch kein noch so tolles Spiel zu ersetzen ist.
Wir machen Dummytraining, das Jagdersatztraining für Retriever außerhalb der Jagdsaison. Hier kann der Hund alle Sequenzen der Jagd, einschließlich Beute machen, gemeinsam mit seinem Menschen ausleben. Das macht nicht nur Retrievern ungeheueren Spaß, sondern allen Hunden.
Die Fährtenarbeit trägt ebenfalls ihren Teil bei.
Gleichzeitig haben wir ein umfangreiches Schleppleinentraining gemacht. Hier hab‘ ich ihr beigebracht, dass nur und ausschließlich auf den Wegen gelaufen wird.
Wenn Freilauf, dann nur auf übersichtlichen Wiesen und im Spiel mit mir. Wenn mit anderen Hunden Freilauf, dann hab‘ ich ganz genau auf meinen Hund geachtet. Denn im Freilauf war bei Nina der Drang zu jagen um ein Vielfaches höher. Da kann man ja den anderen zeigen was man tolles kann.
Dann haben wir Obedience angefangen. Hier trainiere ich nicht nur auf dem Hundeplatz, sondern auch auf Waldwegen und Wiesen.
Ich suche regelrecht den Wildkontakt und trainiere unter dieser Ablenkung.
Wir machen bis heute Triebkontrollspiele. Bspw. Hund sitzt vor mir und es fliegen ihr Tennisbälle um die Ohren. Bleibt sie brav sitzen, darf sie ihrem Lieblingsball hinterherrennen.Wir haben einen Sitzpfiff konditioniert. Wenn dieser ertönt fliegt bei mir ein Bällchen, d.h. es lohnt sich für den Hund immer diesen zu befolgen. Das gleiche mit dem „Hier-Pfiff“. Das alles wohldurchdacht in immer größerer Ablenkung generalisiert.
Jegliches Spielzeug zu Hause wurde weggeräumt. Spiel gibt es nur draußen mit mir.
Ganz wichtig ist seinen Hund sehr gut lesen zu können und sein Umfeld immer im Auge zu haben. Zu sehen wenn die Anspannung groß wird um diese auf ein Dummy oder Spielzeug umzulenken.
Da kann man dann unbemerkt einen Ball auf dem Weg fallen lassen einige Meter weiterlaufen und den Hund dann „voran“ zurückschicken usw.
Sehr hilfreich ist es auch wenn man die Gewohnheiten der Wildtiere kennt. Man sollte wissen wo sie sich wann aufhalten um dementsprechend den Spaziergang zu planen, oder den Hund auch mal an die Leine zu nehmen, bis man an einem Einschlag mit Deckung vorbei ist.
So das war’s erst mal…ich könnt einen Roman zu diesem Thema schreiben…hihihi