Melden/Anschlagen im Büro verhindern

  • Habe ein bisschen Hemmungen, schon wieder ein neues Thema aufzumachen, ich flute hier ja gefühlt alles mit meinen Fragen...

    Aber kenne irgendwie nicht so viele Leute, die ich bei Erziehungssachen um Rat fragen kann und im Internet kommen mir viele Tipps nicht so passend für Schäferhunde/Gebrauchshunde vor :/


    Zu meiner Frage: Wie lerne ich, Kira beim Bellen abzubrechen oder es sogar vorausschauend zu unterbinden?

    Dass sie anschlägt, wenn es zuhause klingelt oder sie das Gartentor hört - ok, dafür wurde sie gezüchtet. Mir würde es reichen, wenn sie einmal Wuff sagt und den Rest dann mir überlässt, es ist auch schon besser geworden.

    Das Problem ist, wenn ich gezwungen bin, sie mit zu abendlichen Terminen nehmen. Bin in einem recht großen Verein Vorstandsmitglied und da sie ja abends zu festen Zeiten Insulin und Futter braucht, muss ich sie mitnehmen wenn mein Freund auf Geschäftsreise ist.


    Sie ist da auch total freundlich, schnuppert in der Gegend rum, stupst zur Begrüßung vielleicht mal kurz mit der Nase und ist ansonsten ziemlich unbefangen. Im Meetingraum lege ich sie dann möglichst weit weg von der Tür in eine Ecke und da liegt sie dann und pennt brav.

    Problem: Wenn jemand den Raum betritt oder teilweise im Flur rumläuft, schlägt sie meistens an. Und selbst ihr kleines Wuff reicht natürlich, dass sich Leute erschrecken, die nicht mit einem Hund rechnen. Manchmal kriegt sie es noch nicht mal mit, dass jemand reinkommt, dann sage ich zu der Person "Hallo" und dann schlägt sie an :rolleyes: So nach dem Motto "oh, äh, verdammt, da ist ja ein Einbrecher, den ich melden muss! 'tschuldigung, Wuff Wuff, kommt nicht nochmal vor"


    Ich lobe sie, wenn sie ruhig bleibt und wenn ständig Leute rein und raus gehen, stört sie das auch nicht (so am Anfang, bevor die Sitzung losgeht oder bei Worksgopformaten, wo alle rumlaufen z. B.). Wenn aber jemand mitten in der Sitzung reinkommt, legt sie los :rolleyes:


    Habe bisher verschiedene Methoden probiert, so richtig funktioniert hat bisher keine:

    - schimpfen: wird sie bloß lauter und zuckt nicht mal mit der Ohrenspitze, ist ihr völlig egal (in einer Sitzung habe ich aber natürlich auch Hemmungen, richtig ernsthaft zu korrigieren ?()

    - Schnauze zuhalten: dann ist es halt ein "mmmmbbbwufff" statt ein Wuff, aber da scheint sie überhaupt nicht den Zusammenhang zu verstehen.

    - beruhigend auf sie einreden "alles gut, da kommt jemand rein, ist in Ordnung, der darf das, brauchst keine Angst haben" scheint das Bellen zu verkürzen :/ Aber bin mir nicht sicher, ob sie das nicht auch als Bestätigung ansieht dafür, dass sie meldet.


    Wenn sie ihre drei WuWuWuffs gemacht hat (und gemerkt hat, dass sich alle außer ihr eigentlich freuen, dass die Person reingekommen ist), will sie meistens zum Schnuppern hin, aber ganz unterwürfig, Rute und Ohren unten, schwanzwedeln, kurz Nase hin, dann legt sie sich wieder in ihre Ecke.


    Also ich schätze, das Problem ist wieder mein Mangel an Souveränität :/ Es ist mir natürlich peinlich, wenn sie anschlägt und sich Leute erschrecken. Die anderen sind zum Glück ziemlich verständnisvoll, haben teilweise selbst Hunde/Haustiere.


    Aber es wäre ja schon gut, wenn sie sich erstmal an mir orientiert und nicht selbst entscheidet, ob das jetzt bebellenswert ist oder nicht.


    Nachts am Hauptbahnhof hat sie früher jeden angebelkt, der mich nach Gekd gefragt hat. Fanden alle Leute toll, denen ich das erzählt habe, so als junge Frau alleine nachts einen bellenden Schäferhund zu haben. Mich hat es genervt, sie soll niemanden erschrecken, auch keine betrunkenen Bettler. Das war auch primär Unsicherheit/Angst von ihr, wer weiß, was sie in ihrem früheren Leben für Erfahrungen mit einem bestimmten Typus Mann gemacht hat.

    Da bin ich mit Beruhigen ziemlich gut gefahren, mittlerweile kann ich ihr glaube ich ganz gut zeigen, dass ich sie "vor Besoffenen beschütze"/sie keine Angst haben braucht.


    Im Büro-Setting ist es glaube ich schwieriger, weil sie den Raum dann ja schon als ihr Revier und die netten Menschen darin als Teil ihres Rudels auf Zeit sieht. Dass die Menschen, die in den Raum kommen, auch nett sind, glaubt sie mir aber erst, wenn sie fertig gebellt hat :rolleyes:


    Inzwischen ist das Gebell auch zu einem langgezogenen Grummel-Wuff geworden, was eeeigentlich eine Verbesserung ist, weil leiser und kontrollierter. Wenn es nicht so arg nach Knurren klingen würde für Menschen, die nicht so viel mit Hunden zu tun haben... X/


    Jetzt ist es wieder ein Roman geworden... ;(

    Wie schätzt ihr das ein? Wie würdet ihr reagieren?

    Ihr kennt ja jetzt Kira nicht, nur meine subjektive Beschreibung, aber vielleicht könnt ihr mir ja eine Vermutung geben, was bei ihr funktionieren könnte? Ist das Unsicherheit (oh nein, da kommt jemand Neues) oder eher "Selbstsicherheit" in ihrem "Job" (das ist ungewöhnlich, da MUSS ich Bescheid sagen!)?

    Wenn ich sie anmeckere (was gut funktioniert, wenn sie sich draußen über irgendwelche allgemeinen Regeln hinwegsetzt, ins Gebüsch schnüffelt oder so), sie mich aber ignoriert, bis sie ihre drei Wuwuffs abgeschlossen hat, was kann ich dann konkret machen? "Böser" schimpfen? Körperlich "blocken"? Umlenken, Leckerli vor die Nase halten?

    Könnte es hilfreicher sein, sie doch direkt an die Tür zu legen, dass sie den Flur sieht und sich nicht erschreckt? Hatte die Überlegung, dass sie ganz hinten im Raum vielleicht nicht so sehr ihre Bewach-Aufgabe übernimmt, aber sie scheint sich da trotzdem noch in der Verantwortung zu sehen X/


    Aufschreiben hat schonmal geholfen , die bisherigen Fortschritte zu sehen. Aber das reicht mir so noch nicht.

  • Du hast Recht, es ist ein komplexes Thema und wir haben die Situation nicht gesehen und kennen Kira nicht.


    Ich kann dir beschreiben, wie ich bei Axel das Bellen wenn Gäste zur Tür reinkommen abschalte.

    Hüstl. Ich schmeisse eine Handvoll Futter auf den Boden. Er ist mit Aufsammeln beschäftigt während wir unsere menschlichen Zeremonien durchführen und dann ist seine Aufregung eh vorbei.


    Bei ihm ist es durch seine Reaktivität bedingt einfach nur ein momentanes, emotionales Überschäumen ohne wirklichen Hintergrund.


    Wenn es super duper läuft kann man sogar erreichen, dass die Ankunft von Leuten sogleich eine Erwartung auf das Futter auslöst und nicht mehr oder nur andeutungsweise gebellt wird.


    Die Sache mit dem "aber verstärke ich nicht das Gebell wenn ich füttere" ist nicht so simpel und trifft nicht unbedingt zu. Im meinem Fall habe ich das nicht berücksichtigt, mir war wichtig, dass er die Klappe einfach so bald wie möglich hält und auch zu lässt :)

  • Das erleichtert mich gerade, habe irgendwie erwartet/befürchtet, dass die Schäfierfahrenen Profis das durch reine Präsenz lösen können, was ich dann nicht so einfach nachmachen kann ^^

    Vielleicht sollte ich das mal für das Klingeln zuhause testen. Kann man ja ggf. mit der Zeit abstufen, dass es Futterregen nur noch gibt, wenn Hund von alleine aus der Erwartung auf Futter nicht rumbellt.


    Bellen ist ja meistens (immer?) ein Symptom von hoher Erregung? Also quasi Stress (muss ja nicht negativ sein, viele bellen ja auch vor Freude beim Spielen/wenn jemand reinkommt). Und kauen/fressen beruhigt.

    Ich überlege mal, ob ich die Erkenntnis auf die Büro-Situation übertragen kriege. Vielleicht mit irgendwas zum Kauen, darf halt nicht riechen oder laut schmatzend bearbeitet werden während der Sitzung :/ Und Timing... Vielleicht lässt sich auch mit Übung am Klingel-Gebell was übertragen auf das Warn-Wuffen im Büro :/