Erst mal gute Besserung an Lupin.
Ich bin kein Freund vom längeren Ignorieren. Kurzfristig vielleicht ja, wenn der Hund Mist gebaut hat. Aber für einen Hund ist es als hochsoziales Lebewesen nicht verständlich, warum er längere Zeit ignoriert wird. Gibt es im Rudel auch nicht. Da gibt es einen Ansage und dann ist es wieder gut. Hunde sind nicht nachtragend und verstehen nicht, wenn sie aus ihrer Sicht ohne Grund ignoriert werden. Ignoranz ist soziale Ausgrenzung.
Und warum soll ich meinen Hund aufscheuchen, wenn er irgendwo liegt, nur weil ich da durchgehen will und die Möglichkeit habe, um ihn herum zu gehen? Auch das wird in einem Rudel recht entspannt gehandhabt. Zum Glück sind solche "Erziehungshilfen" und Dominanzbezeugungen inzwischen vollkommen überholt (genau wie die These, dass Hunde die Weltherrschaft an sich reißen wollen, wenn sie aufs Sofa dürfen
). Diesbezüglich habe ich vor kurzem einen sehr interessanten Artikel gelesen, der sehr einleuchtend war. Leider weiß ich nicht mehr, wo und von wem er war.
Lupin ist ein Jahr alt, also noch in der Pubertät und Flegelphase. Natürlich kann er nicht machen, was er will, aber ich finde, man sollte diesem Alter und dieser Entwicklungsstufe auch seinen Tribut zollen. Da funktioniert halt nicht alles auf Knopfdruck. Und mir käme es auch nicht in den Sinn, irgendwas zu schmeißen, wenn mein Hund (in dem Alter) nicht gleich auf mich reagiert.
Natürlich muss ein Kommando durchgesetzt werden, aber dafür kann ich doch die SL als verlängerten Arm nutzen. Die bleibt dann halt für ein paar Monate am Hund und nicht nur drei Tage. Klar, ist unbequem, aber wenn ich danach einen "funktionierenden" Hund habe, ist das mir die Arbeit auch wert. Setzt natürlich auch voraus, dass man seinen Hund beobachtet, beachtet und ihn auch an der SL sinnvoll beschäftigt.