Wir haben uns vor 3 Jahren zum Zweithund entschlossen, damit der Junge vom Alten lernt. Ehrlich gesagt dachten wir zu der Zeit nicht, dass es tatsächlich mehr als 2 Jahre mit 2 Hunden werden, aber es hat nicht nur Kiara von Fina profitiert, sondern auch umgekehrt. Man muss ganz klar sagen, dass wir ohne Kiara nicht soviel unterwegs wären und Fina einfach "mitgezerrt" wird, auch wenn sie mal einen nicht so tollen Tag hat. Aber genau das hält die fit!
Jetzt sind aber bei meinen beiden 10 Jahre Altersunterschied. Zuviel, als das sie jetzt miteinander spielen würden. Ganz am Anfang hat Fina noch mit Kiara gespielt, vorallem so herum kabbeln, aber keine Laufspiele, das ist aber mittlweile auch vorbei.
Ob Kiara sich tatsächlich viel von Fina abgeschaut hat, kann ich ehrlich gesagt nicht beantworten. Vielleicht wäre sie als Einzelhund genau so unkompliziert und Alltagstauglich geworden. Vielleicht aber auch nicht, ich hab ja keinen Vergleich.
Ich fands aber mit 2 jetzt nicht komplizierter, eher in manchen Situationen einfacher.
Als Dreikäsehoch hätte sie schon gemeint man kann andere Hunde anmotzen. Aber ich hab sie da einfach zwischen Fina und mich genommen, Fina würdigt anderen Hunden keinen Blick wenn sie merkt da gibt's keine Kontaktaufnahme und geht da einfach vorbei und der kleine Motzer zwischen drin musste einfach mit. Hat nicht lange gedauert und Kiara konnte genau so gesittet an anderen Hunden vorbei gehen.
Wir sind eigentlich nie mit den Hunden extra gelaufen. Mag vielleicht nicht immer die beste Wahl gewesen sein. Aber so wirklich konnte ich keine Nachteile bis jetzt fest stellen. Aber Fina war ja schon in einem Alter, wo sie zur Welpenzeit auch mit weniger langen Spaziergängen zurecht kam. Momentan geht es noch, dass beide zusammen mit gehen, aber ich habe jetzt gelegentlich schon mal Tage, da geh ich zuerst mit beiden die kleine Runde und dann mit einer Freundin und ihrem Hund eine längere gleich dran, nur mit Kiara, weil Fina die längere einfach nicht schaffen würde. Fina ist zwar dann beleidigt, aber es hat ja keinen Sinn wenn sie sich an schlechten Tagen da durch den Spaziergang quält.
Aber ich hätte nicht die Zeit, täglich die Hunde getrennt auszulasten.
Alleine lassen hab ich nicht groß geübt. Fina blieb ja ohne Probleme alleine und Kiara hat nach der Eingewöhnungszeit dann einfach die 4,5 Stunden mit Fina alleine zu Hause bleiben müssen. Noch dazu waren sie da die ersten 3 Wochen sogar zu 3. Sie hatte damit aber keine Problene, zumindest nicht psychischer Natur. Hab mir dann eine Kamera besorgt, da konnte ich sie beobachten, auch vom Büro aus. Welpentypische Zerstörungswut mal abgesehen, aber das war halt die Langeweile. Gegen die konnte ich nichts machen, irgendwann muss man ja mal Geld verdienen. Dann gab's halt nur mehr das Vorhaus zur Verfügung und alles Interessante wurde weg geräumt.
Wie es dann sein wird wenn Fina mal nicht mehr ist. Das weiß ich noch nicht. Ich lass das einfach auf uns zu kommen. Manche meinen unbedingt jetzt schon üben das Kiara auch alleine bleibt etc. Sicher, aber die Zeit..... Vielleicht bereue ich es dann, das ich mir die Zeit dazu nicht genommen habe, aber noch ist nicht aller Tage Abend. Fina wird irgendwann nicht mehr mit uns mit gehen können und da könnte ich dann auch das alleine bleiben für Kiara üben, zuerst eine Runde mit Fina und dann eine große mit Kiara, jetzt gehen bei getrennten Runden ja beide bei der kleinen mit.
Fürn meinen Mann steht feste, sollte Fina dann mal Abschied nehmen gibt es erstmal wieder nur einen Hund. Ich könnte mir einen zweiten durchaus wieder vorstellen, aber das entscheide ich halt nicht alleine.
Sollte Kiara Probleme mit dem allein sein haben, wäre auch denkbar, dass sie dann mit ihm in die Firma geht und mittags mit mir heim fährt. Wir arbeiten seit kurzem in unmittelbarer Nähe, da würde das gut klappen.
Die Kosten finde ich durchaus als einen wichtigen Punkt. Es ist halt alles doppelt so teuer. Gerade bei zwei gleich großen Hunden. Futter, Impfungen, Ausrüstung.... Große Tierarztkosten können immer auf einen zu kommen. Da kann es bei einem Hund schon knapp werden, wenn dieser große OP und teure Behandlungen benötigt. Das beide Hunde zusammen sich was richtig großes Einfangen, das wäre dann der Lottogewinn. Die Chancen stehen dann glaub ich doch nicht so hoch. Aber passieren kann es natürlich.
Was mir halt noch mit zwei großen Hunden auffällt, ist, dass man doch überlegt wo man die Hunde mit hin nimmt. Fina alleine war nirgends ein Problem, ob im Gasthaus unterm Tisch. Im WoMo, überall eigentlich. Quetschen dich mal mit einem Hund wo durch, oder mit zwei großen..... Es ist mit zwei dann doch stressiger sich durch eine Menschenmenge zu bugsieren. Mit Öffis würde ich wohl mit beiden nicht fahren, wenn sichs vermeiden lässt. Fina alleine in der Straßenbahn ging easy, sie ging ja Anfangs mit ins Büro und da mussten wir täglich Straßenbahn fahren.
Das ist die einzige Erleichterung, auf die ich mich dann mit einem Hund wieder freue.