Bitte um Hilfe von erfahrenen Hundehaltern

  • Ich würde da nicht nur mit dem Sohn ein Gespräch führen, sondern auch absolut den Hund maßregeln in so einer Situation.
    Sprich deine kleinen Kinder für sie tabuisieren. Zumindest erstmal, da sie ja wie du sagst sehr triebig und wild ist.
    Mir wäre da das Risiko viiiiiieeeel zu hoch dass sie im Trieb schnappt und ihn blöd trifft.
    Ich würde bei sowas klären, dass die Kinder MIR "gehören" und sie NICHT ZUSTÄNDIG ist und sich fernzuhalten hat. Auch wenn das erstmal das Spielen von Hund und Kindern einschränkt, bei sowas würde mir immer die Sicherheit der Kinder vorgehen.


    Mein Cattle Dog hat auch einmal, aus Unsicherheit heraus, ( Winter, dunkel, bei uns im Hof der Sohn unseres Vermieters ( 4 Jahre alt ) im dicken Schneeanzug mit Kapuze auf, kommt kreischend aus dem Kuhstall gerannt ) vor und hat den Bub bellend umkreist.
    Da bin ich sofort hin hab den Kleinen in die Arme genommen, und laut und deutlich meinem Cattle gesagt ( nein, Pfui ), dass das ABSOLUT nicht geht, ich das nicht toleriere, und das er sich gerade absolut falsch verhält ( das hab ich in dem Moment auch wirklich ernst ausgestrahlt, ich war echt sauer ).
    Seitdem verhält er sich in solchen Situationen mit dem Bub so, dass wenn er irritiert ist, er zu mir kommt und ich ihn abschirme. Der Kleine kann ihn steicheln, alles gut.

  • Triebich liest sich das für mich jetzt weniger.
    Für mich liest es sich eher, wie ein sehr unsicherer, hibbeliger Hund, der durch zu viele Aktivitäten und "Jubel" nur noch mehr gepuscht wird.


    Unsichere Hunde neigen eben gern und schnell dazu, unruhig zu werden oder eben viel Bewegung zu fordern. Ähnlich wie wir, wenn wir warten sollen, aber nicht warten wollen. Wir rennen auch unruhig hin und her.


    Zu dem Thema Kinder. Nur weil der Hund sich Dir gegenüber nicht aufmümpfig verhält und Deine Regeln (bis lang) so duldet wie sie sind, bedeutet das noch lange nicht, das Deine Kinder da ebenfalls drunter fallen. Kinder fallen aus gewissen Regelungen in der Hundehaltung immer raus, weil sie noch keine Feinmotorik haben und Gefahren im voraus nicht erkennen können. Das sind ausschlaggebende Gründe, für Hunde, unerwartet und für uns nicht erklärlich zu reagieren. Der Hund spiegelt die Situation also nur. Das Kind zeigt für den Hund, nicht erklärliches Verhalten und Reflektiert dieses. Er versucht also durch eigenes Verhalten zu verstehen, welche Reaktion nun die richtige wäre. Kinder deuten das ab einem gewissen Alter aber als "plötzlich entstehende" Gefahr und reagieren für den Hund dann unfreiwillig negativ. Also reflektiert der Hund wieder nur. Was wieder für einen unsicheren Hund sprechen würde.


    Gründe, warum es immer wieder zu Unfällen zwischen Hunden und KInder kommt und die absolute Faustregel ist in dieser Kombination, Hund und Kind verständlich zu machen, wie das zu funktionieren hat. Denn nur Du alleine bist es, der beiden Verständlich machen kann, was denn nun richtig und was falsch ist.


    Auch kommt hinzu, das sich mir persönlich die große Frage aufdrängt, ob der Hund denn je so weiträumig mit Kindern zutun hatte und auch weiß, wie er mit so etwas umzugehen hat. Nachdem was Du so geschrieben hast, würde ich mal raten und sagen, nein. Heißt so viel wie, zeig dem Hund, wie es geht.


    Im übrigen, um das kurz noch zu erwähnen, nur weil ein Hund mit Kindern groß geworden ist oder mit ihnen mal zusammen gelebt hat, bedeutet dieses noch lange nicht, das er auch weiß damit umzugehen. Meiner ist von der 8 Lebenswoche bis zu seinem 2 Lebensjahr mit Kindern groß geworden. Man hat aber nie dem Hund oder geschweigeden den Kindern gezeigt, wie sie untereinander miteinander umzugehen haben. Er ist jetzt 5 1/2 und kann mit Kindern einfach nicht umgehen. Er versteht sie nicht, sie sind ihm zu unruhig und ungenau. Kann er einfach nicht. Da ich keine Kinder habe, stört es mich nicht, aber wenn ich mit ihm unterwegs bin und es sind irgendwo Kinder, nehme ich ihn immer an meine Seite und in sehr extremen Fällen greife ich da auch insoweit ein, dass ich das Kind hoch nehme, um weiteres zu vermeiden.


    Erst einmal würde ich an Deiner Stelle zusehen, das der Hund erheblich ruhiger und sicherer in seinem eigenen Charakter wird. Da kann man am Futter greifen (kann ein Grund sein), an Trainingseinheiten die das Selbstbewusstsein des Hundes stärken (eigenständige Aufgaben, die gerade der Schäfi gerne macht) und auch im Alltag dem Hund immer wieder deutlich machen, was gern gesehen und was eben nicht gern gesehen ist (z.B. wenn er mal brav da liegt und entspannt "So ist das brav"). Unruhe oder Unsicherheit kann man im übrigen auch prima durch ausgeglichene (also ruhige!) und lange Spazierwege schaffen (nicht quatschen oder toben, einfach stramm Spazieren gehen) und/oder durch kauen.


    Dann müssen Kind und Hund lernen, wie sie in DEINEM Haushalt sich untereinander zu Verhalten haben. Kinder werden nicht angebellt, nicht angesprungen, nicht achtlos über den Haufen gerannt. Hat das Kind was in den Fingern, hat der Hund da nicht ran zugehen. Schläft der Hund, dann schläft er, da haben die Kinder das zu dulden. Frisst der Hund, wird er in Ruhe gelassen. Es wird nicht tausendfach nach dem Hund geschrien, zeige den Kindern, wie sie nach dem Hund rufen. Einer ruft, nicht alle. Zeige, wie sie loben dürfen und sollen. Kinder und Hunde werden nicht unkontrolliert (was Du hast, da Du den Hund nicht kennst) alleine laufen gelassen und, und das finde ich am wichtigsten, Kinder sind keine Beute. Bring dem Hund ein klares Abbruchsignal bei (ist bei mir EY).


    Und wenn die Kinder etwas machen, was der Hund nicht einzuschätzen weiß, vermeide das reflektieren. Heißt so viel wie, bremse den Hund aus, bevor er unruhig wird oder wenn er dieses bereits ist. Du musst ihm helfen zu verstehen, warum das Kind jetzt weint, weil er gerade auf den Po gefallen ist. Kümmer Dich um Dein Kind, ruf den Hund an Deine Seite, lass ihn sich hinsetzen und zusehen. Du ersetzt also die Versuche des Hundes und Kontrolliert sein Verhalten.


    Wenn es noch einmal zu so einer Situation kommt, renn nicht hin und werd panisch. Du musst dem Hund zeigen, das es normal ist (Kinder plumsen eben mal auf den Po) und DU das schon machst. Dafür ist nicht der HUnd verantwortlich. Also abrufen und gemeinsam zum Kind gehen.

  • @Soul Dog


    Genau so meinte ich das auch. Und da hilft nur eins: Situationen kontrolliert herbeiführen und dem Hund lernen in diesen richtig zu reagieren.


    LG