Herausforderung - fahrende Autos, im Kofferraum fahren und andere Hunde

  • Moin zusammen,


    ich habe mich schon ein bisschen eingelesen, aber ich mag natürlich die Herausforderung schildern, die wir mit unserer Kessy haben.


    Kessy ist ein für Menschen sehr sozialverträglicher Hund und sie geht auf Menschen offen, mit Neugierde und Freude zu. Das mit dem Anspringen üben wir zwar noch, aber das ist auch wirklich das einzige und in meinen Augen eine Kleinigkeit. Weniger verträglich ist sie mit anderen Hunden, wobei meine Frau und ich noch nicht einschätzen können, ob das bellen mehr in Richtung Spieltrieb und Freude geht oder doch auf der "aggressiv verteidigende" Beschützer Ebene liegt. Klar, werden wir eine gemischte Hundeschule besuchen und versuchen sie zu sozialisieren und den Umgang mit anderen Hunden nahezubringen.


    Beim Vorbesitzer hat sie ein gutes Jahr mit einem Labrador zusammen gelebt. Zum Ende des ersten Jahres gab es zwei Beißereien unter den beiden, was der eigentliche Grund ist, warum sie letzendlich abgegeben werden musste. Die Besitzerin beschrieb sie als "Eifersüchtig" gegenüber dem Labrador und beim Gassi gehen, habe ich eine derartige Situation mit Ihr Erlebt. (Ich bin mit einem anderen Hundebesitzer ins Gespräch gekommen und habe seinen Hund am Kopf gesteichel, darauf hin bellte unsere Kessy und wollte auf Ihn los)


    Nun meine Frage, was kann ich zusätzlich zur Hundeschule unternehmen, um sie umgänglicher mit anderen Hunden zu machen? Wie habt ihr das gemacht? Wie kann ich erkennen, ob es nur "spielen" ist oder pöbeln? Wir sind für jeden Tipp offen und danbar :)


    ... Auto Fahren und Autos jagen, werde ich wohl in einem separaten Thema ansprechen, weil ich gerade merke, dass das Thema doch umfassender ist und ich mich immer erst auf eine Sache konzentriere


    Grüße aus Aachen

    Arthur & Alina

  • Oft bellen die Hunde auch aus Unsicherheit.

    Ich lasse meine Hunde generell nur mit ausgesuchten gut verträglichen Hunden von Freunden/Bekannten laufen bzw. sehr kontrolliert spielen.

    Ich habe festgestellt, dass ein Hund erstens sich nicht mit jedem Hunde verstehen wird und auch nicht muss und, dass ein paar gute Kontakte ein wesentlich besseres Sozialverhalten zur Folge hat als viele zum Teil schlechte Kontakte. Damit meine ich, dass meine Hunde z.B. nur mit insgesamt 4 anderen Hündinnen (immer mal wieder wenn wir uns mit der einen oder anderen treffen) laufen dürfen und ich ansonsten den direkten Kontakt mit allen anderen Hunden unterbinde.

    Meine Hunde (2 unkastrierte Rüden) sind aber neutral und ruhig, wenn wir anderen Hunden begegenen, ich lasse die anderen Hunde aber auch nicht nahe an meine rankommen.

    Wenn Kessy noch unsicher ist, würde ich sie bei Begegnungen an der Leine, kurz bevor sie Unsicherheit zeigt mit Leckerli von dem anderen abwenden. Ein direktes entgegenkommen ist oft für die Hunde sehr stressig.

    Viele Grüße aus Bayern
    Silvia mit Hank (*2008)+ Arik (*2015)
    (Jacky +29.12.2015, Cora 30.07.2001-04.08.2016, Rusty 2000-09.04.2019)
    Man kann ohne Hunde leben, abe es lohnt sich nicht (Zitat: Heinz Rühmann)

  • Hi,


    subjektive Hinweise!!!


    Denke (in der HuSchu) daran, dass es IMMER DU bist, der Spiele zulässt und sie notfalls auch unterbindet oder anderweitig eingreift, wenn Zb einer der Hunde zu dominant wird. Nicht die Trainerin, kein anderer Hund, sondern Du bist dafür verantwortlich! Es ist mE wichtig, dass dein Hund das lernt. Und das gilt auch für jede Hundebegegnung: Das alles ist dein Job, nicht der deines Hundes.

    Es sei denn, Du willst, dass er denkt, dass er der "Boss" und für alles zuständig ist. Habe ja kaum DSH-Erfahrung, aber ich denke, die DSH neigen eh schon dazu, das immerzu zu denken;) Muss man also nicht noch fördern...


    Grundsätzlich gilt mE: Hundekontakte sind gut, solange es gute Hundekontakte sind. Soll heißen: Nicht zusammenbringen einfach so, sondern schon ein bisschen schaun, dass die beiden oder mehrere auch zueinander passen. Vielleicht findet sich bei euch ja jemand, bei dem es passt und mit dem ihr regelmäßig zusammen Gassi gehen könnt, o.ä.


    Spielen erkennst Du zB daran, dass Abwechslung herrscht, mal der Eine den Andern "jagt" und umgekehrt. Man merkt das einfach an der Körperhaltung, der Energie der Hunde. Ich habe früher vieles für Spiel gehalten, was ich heute nicht mehr so sehen würde.


    Eifersucht ist so ne Sache. Vielleicht "denkt" dein Hund: "Hey, das ist mein Herrchen! Das gehört mir, verschwinde, fremder Hund!".

    Ich finde, "denken" darf der das ja, aber eingreifen, das ist nicht seine Aufgabe. Also würde ich ihm das auch klar machen. Du bist ja schließlich kein Stock oder ein Leckerli, auf das dein Hund Besitzansprüche geltend machen könnte.


    Ich denke allgemein: Je weniger Kompetenzen dein Hund hat, je weniger Aufgaben er meint, zu haben, desto besser.


    Wie er sich mit anderen Hunden verhält, ob er Autos jagt oder meint, euch vor diesen beschützen zu müssen, ob er dich verteidigt vor dem anderen Hund oder dem nur klar machen will, dass dieser Mensch (im wahrsten Sinne des Wortes) ihm gehört - all das sind Verhaltensweisen, die mAn einem Hund nicht zustehen.

    Also könntest Du ihn entlasten, indem Du immer wieder deutlich machst, dass das alles deine Aufgaben sind. Und, dass Du sie gut lösen kannst, so dass der Hund sich entspannen kann und nicht meint, all das regeln zu müssen.:)


    Liebe Grüße

    Lupus

  • Mein Harras bellt leider auch jeden anderen Hund an, auch aus dem Auto heraus. Wobei letzteres schon besser geworden ist, also leiser und schneller zu unterbinden, indem ich ihn Platz befehle oder mit einer Schütteldose, die ich neben mir habe, schüttel. Früher flog die Dose auch mal nach hinten in Richtung Hund, nun reicht schütteln.


    Da Harras auf unseren beiden Hundeplätzen i.d.R. ein verträglicher Hund ist, gehe ich davon aus, dass er eigentlich nur zu jedem anderen Hund möchte und durch das Bellen auf sich aufmerksam machen möchte. Aber da nicht alle anderen Hunde immer verträglich sind bzw. viele andere Hundehalter zumindest reserviert auf meinen Riesen reagieren, lasse ich außerhalb der beiden Hundeplätze keine Kontaktaufnahme zu.

    Harras *10.12.2015 :thumbup:“Mit einem kurzen Schwanzwedeln kann ein Hund mehr Gefühle ausdrücken, als mancher Mensch mit stundenlangem Gerede.” :thumbup:(Louis Armstrong)