Yorick
  • Mitglied seit 27. Juli 2019
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Beiträge von Yorick

    Absolut. Dass ich letzte Nacht keine zehn Minuten geschlafen habe, drücke ich mal kurz in den Skat, denn morgens wurde ich abgeleckt. Sie hatte sicher Hunger, ich habe selten einen Hund so fressen sehen: Derzeit spricht das Wetter ja immer von den Regemmengen pro Quadratmeter, niemand spricht von der Zeit, in der ein DSH soundsoviel Kubikmeter Futter verzehrt. 800 Gramm in 2,478 Sekunden - ist das ein Rekord? 8)

    Ich habe vier Welpen großgezogen und einen Wurf mit neun Rackern, das reicht für ein Leben. :D


    Das hat auch mit "Egoismus" zu tun, ich will ja gleich wandern usw. und nicht erst Schuhe, Putzlappen etc. gegen die Racker verteidigen; als Junkie durchgehen, weil die Zähnchen bis zur Beißhemmung erst einmal Hände und Unterarme als Nadelkissen benutzen ... und natürlich entgeht man dem "süüüüüß" aller möglichen Leute, die einem dann noch etwas vom Welpenschutz erzählen, wenn sie ihre unerzogenen Hunde einfach mal von der Leine lassen ... 8)

    Ich freue mich sehr für Dich, dass Du so schnell eine neue vierbeinige Freundin gefunden hast! Wie schön, dass Deine Frau so mitzieht und Dich so unterstützt!


    Nach 2 Tagen gleich in den Irlaub ist natürlich ein Wort. Geht ihr dort mit dem Wohnmobil oder Wohnwagen hin?

    Anders geht es nicht, das ist klar. Wir machen seit vielen Jahren Urlaub in der norddeutschen Tiefebene (Prignitz, Uckermark, Mecklenburg-Vorpommern, Altmark, Oderbruch; Wendland, Friesland, Weserland, Lüneburger Heide) und diesmal wieder an der Ostsee. Hauptkriterium ist immer ein großer eingezäunter Garten.

    Nachdem ich eine Woche Rotz und Wasser geheult habe, entschied meine Frau, es ginge nicht anders, man könne sich ja nicht länger mitansehen, wie ich wie ein Schluck Wasser herumschleiche und im Weltschmerz bade. Da es sowieso auf einen neuen Hund hinausliefe, warum warten und sich quälen? Es scheint evident, dass Frauen stärker und klüger sind als wir Männer.


    Ich habe alle Tierheime frequentiert, die Altenburger Schäferhundnothilfe, sämtliche mir persönlich bekannten Züchter und das erste Mal auch Kleinanzeigen (früher eBay), welches Portal ich sonst nur für Sachen, Technik, etc. nutzte. Da haben sich die Verhältnisse sehr verbessert, die seriösen Anbieter schreiben oft sehr ehrlich und ausführlich; und bei wem Platz vor Preis geht und wer auch wirklich persönlich vorbeikommt, um sich ein Bild davon zu machen, wo sein Hund hinkommt und wie es ihm dort gehen wird, den habe ich angeschrieben.


    Ich suchte ja eine bis Deutsche Schäferhündin zwischen 2-5 Jahren, Stock- oder Langstockhaar eigentlich egal; am liebsten schwarz oder grau, Ostblut etc.; aber letztlich musste es einfach passen bei der ersten Begegnung. Wenn man 30 Jahre selbst Hunde hatte und die 20 davor die von Opa und Vater kannte, weiß man recht schnell, was passt und was nicht. Ich hatte sehr schöne Begegnungen: Eine Familie etwas muss aus Thüringen nach Baden-Württemberg ziehen; die hatten eine graue Hündin und deren schwarzen Bruder, die liefen seit knapp 6 Jahren zusammen über das riesige Grundstück, toll sozialisiert und erzogen, Traumhunde. Würde ich noch allein in meinem Landhaus wohnen mit dem 1ha großen Garten, ich hätte sie trotz des Alters sofort eingepackt. Trennen hätte ich sie nie und nimmer wollen.


    Man staunt dann immer wieder, wie unterschiedlich die Hunde und deren Halter sind. Normale Züchter klar, die sich von einer Hündin trennen, weil sie nicht mit ihr weitermachen wollen oder können; Hündinnen in einem Rudel, die lieber als Prinzessin ihr neues Herrchen für sich alleine haben wollen; Umzüge, Krankheiten oder gar Todesfälle; die auch für die Hunde Veränderungen bedeuten. Jede Hundesuche bedeutet auch ein Eintauchen in menschliche und canide Schicksale.


    Und dann kam gestern ein Züchter aus Südthüringen, der wegen gesundheitlicher Probleme nur noch die ganz alten Hunde behält, und meiner Frau stockt der Atem: Bis auf Schnauze, Kopf und Maske ein Duplikat von Babsi; ich wollte so etwas eigentlich vermeiden. Aber die Kleine war so ausgeglichen und zutraulich, inspizierte den Garten, schiss einen gewaltigen Haufen mitten hinein, soff aus allen Trögen, planschte im Hundepool und legte sich dann ohne Scheiß tatsächlich in den Schuppen auf genau den Platz, wo bis vor kurzem noch Babsi gelegen hatte. Es war beinahe surreal, ein Déjà-vu, eine Epiphanie, eine Wiederauferstehung, ein Wunder. Aber man sieht natürlich auch nur, was man sehen will. :saint:


    Der Mann hat sie vor zwei Jahren in Nürnberg von einem befreundeten Züchter übernommen, der mit 60 Jahren auf dem Hundeplatz einfach umfiel und seine Frau mit 50 (!!!) DSH zurückließ, obwohl diese selbst auch schon 30 (!!!) eigene betreute. Was für ein Drama! Bei ihm nun lief sie im Rudel mitsamt hellerer Schwester und hat sich prächtig entwickelt. Am Donnerstag, also morgen, zieht sie bei uns ein; und am Samstag geht es für zwei Wochen in den Ostseeurlaub.


    Sie heißt Gamba ... :love::love::love: ... aber ich weiß nicht, wie das mit den Fotos hier funktioniert ... 8)

    Es kommt die Zeit und es wird dich wieder ein Hund begleiten.

    Da bin ich sicher: Am 1. Juni beginnt unser Urlaub an der Ostsee, ich hatte wie immer zuletzt über "hundeurlaub.de" ein eingezäuntes Ferienhaus mit Garten gebucht und mich graut allein vor dem Gedanken, ohne Hund Urlaub machen zu sollen. Zur Not muss ich mir einen ausborgen, vielleicht aus dem Tierheim im nahen Wismar.


    Ansonsten ist es sehr schwer: Natürlich möchte ich wieder einen Schäferhund, am Liebsten ostblütig, grau oder schwarz; eher Leistungslinie. Aber auf meinem Hof lebt noch die Schwiegermutter, die auf die 90 zugeht; auf das schwächste Glied im Rudel muss ich schon Rücksicht nehmen. An einen Welpen denke ich eigentlich nicht, mir wäre ohnehin ein etwas älterer lieber; am besten noch aus dem Tierschutz. Ich schaue oft bei der Altenburger Schäferhundhilfe, von der auch der Jahreskalender bei mir über dem Schreibtisch hängt.


    Andererseits hat mich gerade die Krankheitsgeschichte von Babsi nicht nur arm, sondern auch nachdenklich gemacht: HD, ED, schwere Allergie, Cauda equina, Zahnfisteln - etwa 10.000 Euro nur in den letzten sieben Jahren. Sollte man doch Abstand vom DSH nehmen und schauen, was in den Tierheien an passenden Hunden sitzt, egal welcher Rasse?


    Ich verlange nicht viel von einem Hund, weil ich keinen Hundesport mehr mache und meine Knie ziemlich kaputt sind: Aber er muss schon in der Lage ein, mit mir früh und abends jeweils zwei Stunden zu laufen und am Wochenende auch mal 20 bis 30 Kilometer mit zu wandern. Er sollte halbwegs gesund sein bis an die Grenze des Alters, die Bewegung draußen in der Natur lieben und sich natürlich in der Familie wohlfühlen, Wachsamkeit und festes Wesen auf dem Hof sind erwünscht. Wenn er Artgenossen nicht mag, ist das eben so; damit habe ich keine Probleme.

    Vielen Dank für eure ehrliche Anteilnahme. "Normale" Menschen, die nicht mit Hunden leben, verstehen einen oft genug nicht und finden die tiefe Trauer um ein Haustier nicht selten abwegig und sogar peinlich. Babsi war mein fünfter Schäferhund, nur einer ist "von alleine" gestorben, die anderen mussten alle erlöst werden. Man möchte denken, das würde van Mal zu Mal einfacher; aber das Gegenteil ist der Fall, es wird immer schwerer. Ich wollte mich angesichts der jungen Tierärztin zurückhalten, aber ich musste dann doch heulen wie der berühmte Schlosshund. Natürlich erst, als sie friedlich eingeschlafen war; denn vorher muss man stark bleiben, damit einen der todkranke Hund nicht noch trösten will. Jetzt folgt die große Leere, die früher für mich leichter ertäglich war, als ich noch mehrere Hunde gleichzeitig hielt. Da steht man morgens mit der Leine da und weiß nicht wohin mit sich und seiner Trauer. Ein Gegenmittel nur gibt es, aber es fällt schwer an einen neuen Hund zu denken und es nicht minder schwer, einen passenden neuen zu finden. In die Fußstapfen der vorigen tritt kaum einer, jeder ist so ein unvergleichlich eigener Charakter, ein unverwechselbares Individuum.

    Auch dem letzten Frühling folgt der Winter am Pfingstmontag: Mach's gut, meine Maus; hinter der Regenbogenbrücke nehmen dich Sarah, Hector, Willi und Wolf in Empfang. Wartet zusammen auf mich, sehr lange werde ich nicht mehr brauchen, bis ich euch alle wiedersehe und wir drüben alle glücklich über Wiesen und durch Wälder streifen und abends am Kamin die Scheite knacken hören. Ich habe dich gehen lassen, weil ich für dich verantwortlich war und du nun von allen Schmerzen und Qualen erlöst bist. Ich werde dich nie vergessen, meine kleine Babsi, du bist wohnst für immer in meinem Herzen. Tieftraurig und todunglücklich, dein altes Herrchen.


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    Seit knapp zwei Wochen Urlaub im Havelland am Beetzsee, Ferienhaus mit großem eingezäunten Garten, Natur und Ruhe pur, dazu gratis ein paar Trillarden Mücken. Babsi geht auf die 11, hat es schwer mit den Knochen und ihren regelmäigen Hotspots durch Allergie auf so ziemlich alles. So benimmt sie sich daheim wie ihr Herrchen, kommt schlecht in die Gänge und schläft viel. Seit ich sie habe, ist sie keinem Stock oder Ball nachgegelaufen und freiwillig nicht tiefer ins Wasser als bis zu den Knien. Nach ein paar Tagen ist sie wie verwandelt: Ich denke, ich sehe nicht richtig, als sie wie in "Baywatch" kameratauglich ins Wasser sprintet, mir hinterherschwimmt und nicht von meiner Seite weicht, solange ich im Wasser bin. Dabei versucht sie nie wie meine allererste Hündin, an meinem feisten Leib anzulanden, dass ich mir später in der Praxis meine Kratzer auf dem Rücken mit der Frage "Wilde Nacht gehabt?" verarzten lassen muss. Auch ohne mich geht sie nun ins Wasser, schwimmt bis in die Mitte des Sees und kommt zurück. Da ich das nicht glauben kann, nehme ich einen Ast; und schon hängt sie dran und nach dem weiten Wurf geht es zum Apportieren ins havelländische Nass. Mir ist dieses Verhalten völlig schleierhaft. Kommen im Alter ganz frühe Modi wieder, aber warum waren sie sechs Jahre nicht zu bemerken?