Als Bene bei uns einzog, waren ihre Krallen noch teilweise verdreht. Zwar hatte man im Tierschutz schon gute Vorarbeit geleistet, aber Benes Krallen waren auch wie Korkenzieher, als der Tierschutz sie aufgriff.
Das Problem ist dann aber, dass man eben nicht einfach abknipsen kann, was zu lang ist, weil die Blutgefäße entsprechend der Krallenlänge mitwachsen und die Kralle dann auch bis ziemlich weit in die Spitze durchblutet wird. Meine Tierärztin hat auch Pferde und vermutlich liegt ihr die Krallenpflege beim Hund darum auch sehr am Herzen - da kann ich Waschbär durchaus Recht geben: Als Pferdebesitzer/ Reiter ist man da ein bisschen vorbelastet, denn "ohne Huf kein Pferd", wie ein altes Buch das betitelt. Ich denke, dass das Gleiche für den Hund gilt, denn auch beim Pferd laufen sich die Hufe in dem Maß ab, wie sie nachwachsen und bei Wildpferden geht kein Hufpfleger an die Füße. Aber ein Pferd mit einer Fehlstellung wird eben irgendwann dadurch auch gesundheitliche Probleme bekommen, wenn man nicht mit einem guten Huforthopäden dagegen arbeitet. Was bei meinen Pferden selbstverständlich ist, sehe ich auch bei meinen Hunden als selbstverständlich und bin genau der gleichen Ansicht wie Waschbär, dass zu lange oder gar verdrehte Krallen das Gangbild des Hundes verändern und gesundheitliche Probleme fördern können.
Meine Tierärztin riet mir darum auch, nicht nur alle acht Wochen zum Krallenschneiden zu kommen, sondern eher jede Woche selbst ein bisschen Horn abzunehmen, damit sich die Blutgefässe entsprechend der Bearbeitung wieder zurückziehen, bis der Hund beim Laufen auf dem Laminat nicht mehr klappert.
Bene hat das in den vergangenen Jahren sogar zu genießen gelernt und schläft dabei fast ein. Ich hatte mir aber auch schon vor Jahren den Krallenschleifer von Moser gekauft https://www.zooplus.de/shop/hu…lege/krallenschere/683312 (der war damals noch nicht grün) und damit auch schon die Krallen der Leos wöchentlich ein bisschen bearbeitet. Das war zwar kaum nötig, aber sie sollten es ja auch lernen und akzeptieren und so war es dann auch mehr Üben, als Notwendigkeit.
Wir leben hier auf Sand und der Waldboden, die Graswege und all der sandige Untergrund fürht dazu, dass sich die Hundekrallen nicht abnutzen. Klar - das Wachstum passt sich dem "Verbrauch" zwar auch an, aber hin und wieder macht es Sinn, ein bisschen nachzuarbeiten. Bei Bene wird es ein Teil ihrer Pflege bleiben, dass ich wöchentlich auch die Krallen bearbeite (ich habe aber auch Kurse für die Huforthopädie und Hufpflege besucht und bearbeite auch die Hufe meines Spaniers selbst, weil die Schmiede oftmals einfach abnippern, was zu lang erscheint, an der Sohle und dem Strahl rumschnitzen und den Hufmechanismus nicht beachten ... und behaupten, dass blaue Flecken in den Hufen nicht schlimm sind).
Vielleicht reize ich mit der Krallenbearbeitung natürlich auch das Wachstum der Krallen, denn wo etwas kürzer wird, schiebt die Natur nach. Solange Bene die Behandlung aber genießt, mache ich das auch gerne.
Allerdings habe ich auch schon darüber nachgedacht, mit Bene zum Groomer zu fahren, denn ihr Kastratenpelz ist dicht und wenn ich nicht jede Woche mit unterschiedlichstem Gerät daran arbeite, dass die Unterwolle nicht überhand nimmt, verfilzt sie über der Haut und lässt keine Luft mehr dran. Dann würde Bene auch anfangen zu riechen, denn sie stank wie Käsesocken, als wir sie damals aus dem Tierschutz übernahmen, weil ihre Unterwolle so filzig war, dass sich darin so ziemlich alles Ungute wohlfühlte.
Baden ist bei uns eher kein Thema, weil beide Hunde kein Fan von Shampoo sind. Mit warmem Wasser abspülen genießen aber beide Hundedamen und der Doggypool wird auch gerne benutzt, um komplett nass zu werden ![]()
Chias Fellpflege ist viel einfacher, weil ihre Unterwolle nicht so üppig ist. Sie hat auch eher Seidenhaare und nicht solche Flusen wie Bene, die zum Verfilzen neigen und wenn ich Chia bürste, kommt nur im Fellwechsel viel loses Unterhaar zusammen. Bei Bene kann ich jede Woche einen weitern Hund davon stricken ... vielleicht sollte ich anfangen zu filzen und an einem Schäferhund in Lebensgröße arbeiten? ![]()