Alles anzeigenIch recherchiere für jeden Deckakt mind. ein Jahr, wenn es schnell geht. Eher zwei bis drei. Und ich telefoniere nicht nur mit den Züchtern und den Haltern der für mich in Frage kommenden Rüden (das beginnt anfangs meist mit 120 bis 150 Rüden auf meiner Liste). Sondern zusätzlich mit anderen Züchtern, die einzelne Rüden bereits eingesetzt haben, über deren Erfahrungen in ihrer Zucht. Mit Leistungsrichtern aus meinem Bekanntenkreis, bei denen solche Rüden bereits Prüfungen gemacht haben. Mit Figuranten, die diese Rüden bereits gearbeitet haben usw.
Du verdienst mit deiner Hundezucht schließlich auch Geld.....
O.K., hier klinke ich mich jetzt definitiv aus... Ich gebe zu, wenn bei einem größeren Wurf ALLES passt und Hündin und Welpen den Tierarzt nur für Wurmmittel und Impfung sehen, kein Welpe mit zuchtausschließenden Fehlern im Wurf ist, bleiben mir bei Berechnung der Kosten ab Vorbereitung des Deckens bis zur Bezahlung der Ahnentafeln beim Zuchtbuchamt tatsächlich ca. 50 Euro pro Welpe übrig. Aber nur, wenn dann alle Hunde eines Wurfes ein Jahr nach dem Verkauf beim HD- und ED-Röntgen Befunde erhalten, mit denen sie zuchtfähig wären. Stichwort Gewährleistungspflicht...
Alles andere ist mein Privatvergnügen. Darunter fallen Aufzucht und Haltung der Hündin, diese zuchtfertig zu machen (inkl. Prüfungen, Durchröntgen usw.), Sichtung der Deckrüden, Aufwendungen für Deckakte bei denen die Hündin leer geblieben ist oder nur einen kleinen Wurf bringt, Anschaffung bzw. Ersatz von Prägungsspielgeräten, Ausläufen, Ersatz von Möbeln oder notwendige Renovierungen nach einem Wurf etc.
Ganz ehrlich? Am liebsten täte ich auf Welpenkäufer sch... !!!! So wie bei Pferden wäre es optimal... EIN Jungtier pro Wurf, und gezüchtet wird nur dann wenn man selbst wieder einen jungen Hund haben möchte. Das Leben wäre ein Traum... Verkauft wird dann nur wenn der Welpe das falsche Geschlecht hat... Das schlimmste am Züchten sind nämlich die Welpenkäufer. Nicht alle, zum Glück... Aber die, die glauben man müsste ihnen alles bis vor den Ar... tragen. Ansprüche ohne Ende, wissen alles besser... Und wollen einem vorschreiben was für Hunde man zu züchten hat...
Ich erwähne das ungern, weil ich auch denke, dass rumjammern keinen Sinn macht, aber ich habe bei jedem Pferdeverkauf draufgelegt und zitiere mal Werner Schockemöhle, der einst zu mir sagte: "Mit Pferden kann man ein kleines Vermögen erreichen ... wenn man vorher ein Großes hatte."
Meinen Stuten waren nicht 62 Tage tragend, sondern 342 Tage und wenn dann eine resorbierte oder verfohlte, nachdem die Decktaxe des Hengstes im Durchschnitt 1500 - 2000 € kostet und mit dem ganzen Tierarzt- und Besamungsschnickschnack noch mal ganz schnell 500 € an Kosten anfallen, hatte ich 2000 bis 2500 € investiert, ohne auch nur ein Fohlen zu haben ... mal abgesehen davon, dass ich drei Stuten kurz vor und kurz nach der Geburt verloren habe.
Meine Fohlen konnte ich frühestens nach dem Absetzen verkaufen - also mit 6 bis 8 Monaten. Bis dahin kosteten sie weiterhin mein Geld und wenn man dann 3500 € für ein Prämien-Fohlen bekommt, das im Endring lief, hast Du Glück. Meistens wird nämlich noch über den Preis diskutiert und darauf spekuliert, dass die Fohlen im Herbst günstiger werden, weil Du dann eine Box dafür brauchst und die Kosten damit wieder steigen. Als Jährling verkaufst Du selten mal ein Pferd - da sind die nicht Fisch, nicht Fleisch. Also behältst Du das Tierchen im blödesten Fall, bis Du ihn 3,5-jährig angeritten hat ... und bekommst dann vielleicht 4000 € dafür.
... und ein Fohlen alleine aufziehen, geht leider auch nicht wirklich - also kaufst Du ein gleichgeschlechtöliches Pferdekind als Spielkameraden für Deinen dazu.
Ich verstehe Dich absolut. Ich habe aufgehört, Pferde zu züchten, weil ich definitiv keine Lust mehr aufs Verkaufen hatte - und stapeln kann ich sie im Stall ja auch nicht.
Aber wünsch Dir bloß nicht, dass die Hundezucht der Pferdezucht ähnlich wird, denn die ist wirklich ein sehr teures Hobby, bei der nur ganz, ganz wenige profitieren.