Ich würde vermutlich auch nie mehr einen Hund über eine Auslandstierschutzorga zu mir nehmen.
Wir fanden Bene über Animals United, die vor allem ungarische Tierheime unterstützen.
Bene war zum einen älter, als angegeben und zum anderen fand ich erst raus, dass sie mit Herzwürmern infiziert war, als ich zufällig auf die ungarische Seite des Tierheims stieß und den Google Übersetzer bemühte.
Bene wurde damals auch über einen Tierschutzhof in Nienburg angeboten und ich war sicher, dass wir sie dort kennenlernen können. Eine Telefonnummer gab es nicht - nur eine Emailadresse und nachdem ich dorthin geschrieben hatte, wurde ich dann von einer Dame aus Hessen angerufen, die mir gestand, dass der Hund nicht in Nienburg sitzt, sondern in einem Ungarischen Shelter.
Ob sie Katzen zum fressen gerne mochte, konnte man uns nicht sagen. Auch nicht, ob sie mit anderen Hunden verträglich ist, aber - und die Erfahrung habe ich tatsächlich dann auch gemacht - die Hunde, die in kleinsten Käfigen zusammengesperrt werden, respektive auf der Straße in Rudeln lebten, vertragen sich mit anderen Hunden in der Regel problemlos, denn sie sprechen eine sehr klar verständliche Hundesprache und verstehen die auch.
Dass wir Bene dann trotz Herzwürmen zu uns holten (ach? Das hatte man Ihnen nicht gesagt? Naja, aber das ist doch aber auch kein Problem, das man nicht behandeln lassen kann), lag daran, dass wir uns schon so auf sie eingeschossen hatten, dass wir uns nicht vorstellen konnten, sie nicht zu uns zu nehmen. Genau darauf bauen diese unseriösen Orgas aber: Auf das Mitleid der Leute, die sich schon hoffnungslos verliebt haben.
Später habe ich dann von einer der ehemaligen Ehrenamtlichen, die aus der Orga ausstieg, weil sie mit dem Betrug nicht mehr leben konnte, erfahren, dass sogar bewusst läufige Hündinnen zu den Rüden gesperrt werden, weil die dämlichen Deutschen die Geschichte von dem Wurf, den man in einer Mülltonne fand, ja zu gerne glauben und dann für so einen Welpen auch gerne die 600 € Gebühr bezahlen, für die der Welpe aber nur in den Besitz, nicht aber ins Eigentum des Adoptanten geht!
Ich habe den Vertrag auch erst später mal durchgelesen und da stand dann tatsächlich, dass der Adoptant eine Schutzgebühr von (für Bene) 450 € bezahlt, aber zum Schutz des Hundes vor Weitergabe nicht ins Eigentum des Adoptanten übergeht, sondern weiterhin der Orga gehört, die jederzeit Zugriff auf den Hund nehmen darf, wenn sie das für angemessen hält!!!
Wir haben dann mit dem Anwalt gedroht, denn die Herzwurmbehandlung, von der man uns erzählte, dass das keine 200 € kostet, schlug mit 1.100 € zu Buche und Bene war zwei Jahre älter, als angegeben und hatte überdies gerade Welpen gehabt, die definitiv nicht nur im Tierheim geboren wurden, sondern auch dort gezeugt worden waren.
So wurde der Vertrag dann umgeschrieben, denn das Risiko, dass da plötzlich jemand meint, er könnte den Hund wieder abholen, war mir zu groß.
Mir wurde dann ja auch noch der Mali-Mix gebracht und da sollten wir ja zumindest die Futter- und Tierarztkosten erstattet bekommen und der Hund wurde als herzwurmfrei bei ins abgegeben. Er hatte aber ebenfalls Herzwürmer und die Futter- und Tierarztkosten haben wir nie erstattet bekommen. Im Gegenteil: Man wollte uns noch vorschreiben, zu welchem Tierarzt wir mit dem Hund fahren müssen, als er wässrigen Durchfall bekam und ich natürlich gleich einen Termin bei unserem Tierarzt vereinbarte (im Transport waren Welpen, die Parvo-infiziert waren).
Zum Glück war es dann doch nur eine Magen-Darm-Infektion, aber die Orga weigerte sich, die Kosten zu bezahlen, weil ich nicht zu dem Tierarzt fahren wollte, den man uns vorschrieb.
Was ich aber ganz schlimm fand war, dass von jedem Transport immer wieder Hunde zurückgegeben wurden, weil es einfach nicht passte und man über die Hunde keine Informationen bekam.
Ich erinnere mich noch gut, dass ich fragte, welche Halsbandgroße ich für Bene brauche (man sollte ja ein Halsband und ein Geschirr zur Abholung mitbringen) und da wurde ich quasi ausgelacht und mir wurde gesagt, dass man bei 500 Hunden doch nicht bei jedem die Halsbandgroße nachmessen kann ![]()
Ich spreche auch oft mit Kunden, die ebenfalls Hunde über Orgas aus dem Ausland kommen ließen und keine guten Erfahrungen machten. Das fängt bei Angsthunden an und hört da nicht auf, wo man eben im Vorfeld nicht weiß, ob die Hunde Katzen und Kinder oder Artgenossen mögen.
Ich würde auch jederzeit wieder einen bereits älteren Hund zu mir nehmen, aber im Zweifelsfall würde ich eher bei Züchtern nach "ausrangierten Zuchthunden" schauen oder kucken, welche "Promis" Tierschutzorgas im Ausland unterstützen und ihr Gesicht dafür hinhalten. Der Welpentrainer fuhr auch zweimal für Interessenten ins Ausland und empfahl seriöse Orgas. Und Panagiota „Jota“ Petridou unterstützt griechische Tierschützer. Ich meine, dass auch Martin Rütter mit seriösen Auslandsorgas zusammen arbeitet.
Bei den Not-Seiten muss ich allerdings auch sagen, dass die Hunde ja auch nicht von den Betreibern der Seite angeboten werden, sondern teilweise privat zur Vermittlung stehen, teilweise in Tierheimen sitzen.
Tierheime scheiden für mich allerdings aus - da sind meine Erfahrungen auch grottenschlecht - ich hatte das Gefühl, dass man da gar keinen Hund vermitteln möchte und nach Gründen sucht, warum man einen Hund nicht bekommt.