Dazu eine kurze Anekdote aus der Anfangszeit: Ich hatte den Hund nach 2 Wochen zurück geben müssen. Wir haben uns gegenseitig immer weiter hochgestresst und an dem Punkt, wo ich Gefahr lief, unfair zu werden weil meine Nerven durch waren hab ich gebeten dass sie nochmal zurück geht und wir einen Neuanfang starten. Das war auch eine super Entscheidung. So konnte auch der Hund runter fahren und wir konnten uns neu kennenlernen. Die Trainerin ist eben nicht so dass sie ihre Hunde jemandem gibt bei dem sie nicht sicher ist, dass der Hund das will, einer der Hund die ich kennengelernt habe hat mir zB einfach n Stinkefinger gezeigt, da meinte sie, wenn ich unbedingt diesen will können wir versuchen wie sich das entwickelt, aber das wär jetzt keine Liebe auf den ersten Blick, der Hund wollte einfach nicht zu mir. Arwa schon, ziemlich deutlich, ich hatte drum gebeten, dass ich beim dritte Treffen alleine mit ihr sein kann, weil ich mit fremden Menschen immer in einen sozialen Funktionsmodus rutsche und gar nicht wirklich "da bin". ich wollte aber dem Hund Gelegenheit geben, mich "in echt" zu erleben und wollte sehen wie sie darauf reagiert. Rückblickend natürlich Quatsch, der Hund hatte schon längst kapiert wer ich bin, der lässt sich von Schauspielerei sicher nicht täuschen, aber so hab ich halt gedacht. Also bin ich alleine mit ihr los, war alles super toll, und danach ist sie ohne Umwege eingezogen.
Anfangs alles super, hat 21 Stunden geschlafen, aber sie wurde immer aufgeregter und hat GENERVT. Ich hab ständig geprüft ob der Hund alles hat, was er braucht, aber es ging darum, dass ich nicht habe was ich brauche, da bin ich natürlich nicht drauf gekommen. Immer wenn meine Trainerin in den ersten 2 Wochen gekommen ist, hat sie mir übersetzt, was der Hund will, und JEDES Mal ist der Hund danach sofort entspannt eingeschlafen. Aber selbstständig konnte ich das nicht lesen, deshalb hab ich zu oft nicht verstanden und der Hund wurde nervöser und ich immer gestresster, was den Hund nervöser gemacht hat, bis eben die Reißleine fällig war und der Hund auf räumliche Distanz musste.
In den ganzen Filmen und Reportagen und Spendenaufrufen sieht man immer das Ergebnis, was Assistenzhunde alles können und machen. Leider gibt es wenig Bewusstsein dafür, wie hart der Anfang ist und dass nicht der Hund arbeitet, sondern beide arbeiten müssen. Je weniger der Hundeführer arbeitet, desto mehr muss der Hund arbeiten. Das war mir vorher absolut nicht klar, sicher, man bekommt gesagt, dass man lernen muss den Hund zu verstehen und alles... Aber ich zumindest dachte "Ja klar, kein Problem, ich muss ja nur wissen was was bedeutet", aber ganz so einfach ist das nicht. Der Hund merkt einfach viel früher was Sache ist.