Jaa, das war bei Arwa auch so. mit 5 Monaten ist sie beim Spazieren einfach neben mir gelaufen, sobald ich stehe blieb hat sie sich abgelegt. Vollkommen ruhig. Als ich ihr anfangs mal ein Tau geworfen hab, blieb sie liegen, schaute sich das eine Weile an, stand dann auf und hat es sich in Ruhe geholt. Erst mit 7 Monaten kam dann Blödsinn dazu wie mal auf einen Vogel zu reagieren oder sowas. Momentan ist sie sehr außenfokussiert (für einen VEO, wahrscheinlich immer noch weniger als so manch erwachsener Hütehund a la Border oder Aussie), das bedeutet, ich muss mehr aufpassen und sie braucht manchmal 3 Sekunden bis sie zu mir schaut. Ich denke, das ist immer noch extrem entspannt für einen 12 Monate alten Hund... aber sie hat nie etwas überdrehtes, was man nicht sofort stoppen könnte. Selbst wenn sie richtig aufdreht beim Spielen, sobald sie bei mir ist, hab ich sie in wenigen Sekunden wieder fokussiert. Und die Sekunden braucht sie auch nur, weil sie grade komisch drauf ist. Trotzdem ist es im Moment immer noch so, dass sie wenn sie hinter etwas her setzt nach 3 Sprüngen stehen bleibt und zu mir guckt, als würde ihr einfallen, dass das ja eigentlich gar nicht so gewünscht ist. Wenn sie zwangsgeknuddelt wird, sieht man förmlich, wie sie denkt "Ach herrje, na gut, ich denke es dauert nur 3 Minuten, das schaffe ich, macht ihr mal..."
Und ja, wenn ich sie anspreche, ist sie sofort hellwach und schaut mich mit dem "Was kann ich für dich tun?" Blick an.
Aber sie haben auch andere Seiten. Misstrauen gegenüber Fremden, Schutztrieb ist durch die Bank höher als bei anderen Schäferhunden höre ich immer wieder, Will to please (oder wie man die Arbeitsbereitschaft auch nennen will) ist definitiv da, aber immer mit Mitdenken, also mehr als 3 Wiederholungen brauche ich nicht abzufragen, dann fragt sie, ob ich es nicht langsam mal kann... und hat keinen Bock mehr. Wenn sie etwas verstanden hat, muss ich es nicht mehr üben, dann hat sie es verstanden und macht es halt. Mir wurde mal gesagt, die haben etwas von HSH an sich, aber eben in Kombi mit weniger Eigenständigkeit und mehr Wille zur Zusammenarbeit, also es sind trotzdem immer noch Schäferhunde.
Und sie sind ultra sensibel, aber brauchen trotzdem sehr klare Führung. Also auch klare Korrekturen, aber zu starke Korrekturen muss man sofort wieder abfedern, sonst leidet sie... oder spielt Drama Queen, das kann auch sein ![]()
Sie bietet total viel an, hat neulich angeboten, Passanten die neben mir laufen wegzumachen
Hab mich in Grund und Boden geschämt, wie sie aus dem Nichts einfach mal dahin springt und ihre Beißerchen zeigt. Hab sie sehr rigoros 3 Schritte weggedrängt vom Passanten, sie hingesetzt und mir ihre Schnauze geschnappt und ganz ruhig aber deutlich "Nein" gesagt - und Arwa so: "Ach was, nicht? Nun gut, dachte das wär vielleicht cool..." und das Thema war gegessen. Hat nicht nochmal gefragt, ob das ne gute Sache ist. Meine Trainerin meint, erfahrungsgemäß reicht es, das einmal klarzustellen, dass das nicht ihr Job ist, das muss dann aber auf den Punkt, authentisch und deutlich sein, und dann fragen die mit anderthalb und mit 3 nochmal, ob sie das immer noch nicht sollen, und dann ist die Sache aber auch durch. Ich bin gespannt.
Aber das sind so Sachen, weswegen ich die Rasse als Assistenzhund nicht grundsätzlich uneingeschränkt empfehlen kann
Man muss die führen können, vermitteln können, dass man keinen Schutz benötigt, möglichst schnell sein bei bestimmten Anfragen seitens des Hundes, präsent sein... aber ich schätze das muss man bei jedem Schäferhund.