twosouls , @Lupus
... aber Ihr lebt alle gut und gerne in D? Ansonsten müsstet Ihr in letzter Konsequenz auswandern.
Ich spreche von Wertevermittlung in jeder Hinsicht, die in den letzten Jahrzehnten verloren gegangen ist. Das Eine schließt das Andere doch nicht aus! Warum muss immer mit der Holzhammermethode alles schlecht geredet werden. Die Wirtschaftstheorien von Marx oder Lenin ihn reiner Form funktionieren genauso wenig wie die reine Keynes'sche Beschäftigungstheorie. Alles nur Theorie unter Vorbehalt der starren Ceteris-Paribus-Klausel (unter sonst gleichen Bedingungen...). Aber das geht jetzt zu weit.
Ich bin der Überzeugung, mit Innehalten, Empathie und Respekt gegenüber jedem Leben, durch deren Vorleben und Weitergabe an nachfolgende Generationen, kann man in einem dann menschlich geformten Kapitalismus gut leben. Ich bemühe mich und praktiziere dies in meinem Umfeld so gut es geht und Kleinvieh macht auch Mist.
Hi,
klar lebe ich hier gerne - das ist meine Heimat! Auch lebe ich persönlich "gut", aber was bedeutet das schon angesichts des gesamten Status Quo? Auch habe ich Kinder, und wie gut die (in Deutschland) leben werden, bleibt offen. Zudem bin ich halt so erzogen worden, dass ich, hab ich was zu meckern, hingehe und versuche, es besser zu machen und mich nicht verdrücke. Außerdem ist die gesamte Welt inzwischen durchkapitalisiert, wohin auch gehen?
Werte und moralische Prinzipien können nur auf einem entsprechenden gesellschaftlichen Boden wachsen. Und der ist bei uns nicht gegeben. Sehe das ja jeden Tag bei den Schülern: Die sind ja nicht doof und haben die Doppelmoral ihrer Eltern und Lehrer längst durchschaut und meist auch schon übernommen. Müsste man es als Slogan formulieren, könnte man sagen "Werte müssen sich wieder lohnen" - tun sie aber nicht.
Auch waren diese Werte doch nie da. Manche sehnen eine Zeit zurück, die es nie gab. Einige Jahrzehnte zurück - wie viele Jahrzehnte? 50, 60, oder aus aktuellem Anlass um den 9. November rum, 70 Jahre? Oder noch weiter? 1000 Jahre? Was hat sich wirklich verändert? Heute heißt die Elite nicht mehr Klerus und Adel, aber am Prinzip, dass ganz Wenige fast alles haben und die Masse ihren Reichtum erwirtschaftet, hat sich nichts verändert.
"Demokratie haben wir aber heute"! Nein, haben wir nicht, per GG nicht. Demokratie ist Volksherrschaft, bei uns herrschen Abgebordnete, Beamte. Und die sind, auch wieder per GG festgelegt, nicht dem Wählerwillen sondern ihrem "Gewissen" (und dem Fraktionszwang) verpflichtet. Und da hat eben jeder seinen Preis oder seine Ideologie.
Es verhungern heute mehr Menschen als je zuvor historisch, obwohl es auf dem Papier Menschenrechte gibt. Und die Natur pfeift aus dem letzten Loch. Uns geht es nicht gut, weil gut gehen mehr meint als messbare Daten. Und vielen anderen geht es noch viel schlechter. Zum Teil deshalb, weils uns ja so "gut" geht. Wir sind teilweise so von uns selbst entfremdet, dass wir schon gar nicht mehr merken, wie es uns eigentlich geht und gehen könnte.
Wir waren wohl noch nie so tierlieb wie aktuell die Menschen in Deutschland es sind. Wir bekommen das hin, dass wir unsere Haustiere wirklich lieben und gleichzeitig im Supermarkt unser Fleisch kaufen. Am besten noch für die Haustiere. Das kollektive Denken ist so durcheinander, dass Werte da nichts nutzen.
Ganz früher, für die mit Abstand längste Zeit unserer Entwicklung, haben wir Tiere gejagt, aber wir haben sie und auch Mutter Natur verehrt. Dann haben wir die Tiere und die Natur weniger verehrt und sie uns dabei immer mehr zueigen gemacht. Aber wir wussten noch, dass wir von (den Launen) der Natur abhängen.
Heute, im durchkapitalisierten Denken ehren wir gar nix wirklich, trotz all der Bekenntnisse. Die moderne Massentierhaltung ist so pervers, dass einem doch einfach nur die Worte fehlen. Aber wir kriegen das alles irgendwie hin und tausende wollen nicht, dass "Chico" sterben muss...
Kapitalismus ist nicht die Ursache des Übels. Aber es ist ein Symptom, das uns so dermaßen deutlich macht, dass es so nicht weiter geht, dass ich mich frage, wie man das nicht sehen kann.
Wir sollten mal ehrlich sein als Anfang und eingestehen, dass wir überhaupt kein Wirtschaftsmodell haben, das funktioniert. CharlySchaefer: Die Fragen ob Keynes oder der alte Esoteriker Smith sind doch längst überholt. Denn haben beide bewiesen, dass sie nicht funktionieren. Keynes ist eh tot - wieviel Lehrstühle gibts da noch? 5?
Nur, der ganze restliche Verein an Volkswirtschaftlern betreibt keine Wissenschaft sondern frönt brav der Milton F.- Ideologie. Auch wieder ein Symtpom. Aber es zeigt einmal mehr, wie gut die kapitalistische Ideologie darin ist, sich selbst zu verschleiern.
Nur, weil der Sozialismus nicht funktioniert hat und der Kapitalismus übrig geblieben ist, ist der doch nicht gut oder für Milliarden von Menschen auch nur halbwegs praktikabel.
Ich stimme deinem letzten Absatz vollkommen zu!!! Aber es widerspricht nicht dem, was ich schrieb. Es zeigt einmal mehr, dass unsere Realität und unsere Vorstellungen oft nicht zusammen passen. Denn jeder würde das wohl unterschreiben, was Du da sagst. Und doch ist unsere Welt, wie sie ist...
Also müsste, um mal konkret zum Thema zu kommen, schon eine Art "Ökodiktatur" her, weil wir ja wissen, was zu tun ist, es aber einfach nicht tun. Wir benehmen uns wie kleine Kinder. Und die brauchen halt manchmal auch Grenzen, wie man so sagt...
Liebe Grüße
Lupus