Hundetrainer Vol. II

  • Ist und bleibt extrem fahrlässig sich auf seine Intuition zu verlassen

    Nein, es ist und bleibt die sicherste Instanz für Entscheidungen.

    Die kopfmäßigen Entscheidungen sind viel fehleranfälliger.

    Ich habe in über 40 Jahren noch nie einen Hund falsch eingeschätzt und ich riskiere auch nicht die Sicherheit anderer Menschen.

    Das ist eine Unterstellung von dir.


    Das erste Jahr mit dem Münsterländer ist nicht gut gelaufen, das könnte ich mir vorwerfen. Aber da war ich 15 Jahre jung und hatte keine Hilfe von Erwachsenen. Mit dem Hund hätte auch jeder Erwachsene erstmal seine Probleme gehabt.

    Ich war sogar mal in einem Gebrauchshundeverein mit ihm, um mir dort Hilfe zu suchen.

    Der Trainer meinte, ich hätte den Hund sehr gut hinbekommen dafür, dass er ein reinrassiger Jagdhund ist.

  • richtig bitte lesen. Ich habe gesagt sich nur auf seine Intuition zu verlassen ist fahrlässig. Ich habe nicht gesagt Muriel handelt fahrlässig da sie sich auf ihre Institution verlässt. Was meinst du wie viele Hundehalter sagen, ups das hat mein Waldi ja noch nie gemacht, oder so kenne ich ihn ja gar nicht. Den Gesetzgeber interessiert null ob du 40 Jahre lang Hunde ohne Probleme gehalten hast, wenn dein Hund aus was für einem Grund auch immer unwirsch reagiert und Scheiße baut ist die Kacke dann am Dampfen und fehlende Sicherung geht auf deine Kappe.

    Elli für immer in meinem Herzen * 31.05 2019

  • Ich finde es sehr schade, dass das Thema so kaputt geredet wird und ich mich verteidigen muss.


    Es ist ja eine Fähigkeit, die jedem zur Verfügung steht und darum für jeden interessant sein müsste.

    Vor allem hätten die vielen Hunde etwas davon, weil sie nicht mehr falsch eingeschätzt werden.


    Zum Lesen zitiere ich nochmal:


    Das Ergebnis einer intuitiven Antwort ist derart ganzheitlich, vielschichtig und tiefgreifend, dass es mit dem begrenzten Verstand nicht 'begreifbar' ist. Deshalb wird es in Form eines Gefühls übermittelt.


    https://www.mundmische.de/bede…gebauter_Blitzentscheider


    Albert Einstein hat gesagt:


    „Der intuitive Geist ist ein heiliges Geschenk und der rationale Geist ein treuer Diener. Wir haben eine Gesellschaft erschaffen, die den Diener ehrt und das Geschenk vergessen hat.“

  • Wo ist es ein Angriff wenn ich schreibe, dass man sich nicht nur ausschließlich auf seine Intuition verlassen sollte bei der Hundehaltung oder auch bei anderen Dingen. Du interpretierst da sehr extrem im übrigen hast du hier eher eine absolute Position eingenommen während andere wie auch ich geschrieben haben, dass es verschiedene Lösungen oder Ansätze gibt. Lupus wie auch Ostholstein finden den Ansatz auch gut nur wie ich auch nicht immer und bei jedem Hund anwendbar.

    Elli für immer in meinem Herzen * 31.05 2019

  • Ist und bleibt extrem fahrlässig sich auf seine Intuition zu verlassen. Das kann unter Umständen den Hund sein leben kosten, von möglichen Verletzungen bei den Mitmenschen ganz zu schweigen. Ich stelle mir das gerade bei Gericht vor wie du das dem Richter und Staatsanwalt erklären willst. Ich handele vorausschauend dann kann ich meinetwegen noch Gefühle mit hinein bringen, aber sich nur darauf zu verlassen geht einfach nicht im 21 Jahrhundert und extrem dichter Besiedelung.

    Ich mag es total gerne wenn man nur halb irgendetwas zitiert und daraus dann etwas sich zusammenreimt.

    Wenn man alles liest merkt man eigentlich, dass ich für die Mischung von Methoden zur Hundehaltung plädiere.

    Elli für immer in meinem Herzen * 31.05 2019

  • Da ändert auch dein ganzer Beitrag nichts an der Aussage.

    Du schreibst:

    "Ich handele vorausschauend dann kann ich meinetwegen noch Gefühle mit hinein bringen"


    "Ist und bleibt extrem fahrlässig sich auf seine Intuition zu verlassen."


    Damit sagst du doch, dass ich, die sich auf die Intuition verlässt, extrem fahrlässig bin und nicht vorausschauend handle.

    Du wirfst auch Intuition mit Gefühlen in einen Topf.

    Aber Gefühle sind nicht immer Intuition.

    Wenn sich die Intuition durch ein Gefühl meldet, unterscheidet sich das ganz glasklar von allen anderen Gefühlen, die man so hat.

    Das kann man nicht erklären, sondern muss es selbst erleben.


    Intuition ist gefühltes Wissen ohne jeden Zweifel und sie ist keine Methode.

  • Hi,


    spannend, spannend, spannend:)


    Ich nehme auf jeden Fall schon mal eines mit: Ich werde, ob bei Gaius oder dem Kleinen, noch mehr drauf achten, dass ich versuche, mehr zu vertrauen. Mir selbst und dem Hund:)


    Liebe Grüße

    Lupus

  • Hi,


    aaalso: Es gibt ja eigentlich nur zwei Varianten des Zustandekommens von Handlungen: Intuitive und solche, die durch das Denken motiviert sind.


    Die zweite Variante hat diverse Nachteile:

    - zu langsam, grad im Umgang mit Hunden, da eben erst eine Reflexion stattfindet und dann die Handlung folgt

    - nicht kontrollierbar: Denn was wir denken - darauf haben wir keinen Einfluss. Früher ging man ja noch von einem freien Willen aus. Heute wissen wir es besser.

    - Durch das Denken motiviertes Handeln basiert auf einer Ideologie (im Bereich Hundeerziehung dann zB auf Basis dessen, was wir glauben, über Hunde zu wissen oder gelesen haben, etc.). Aber wir selbst erkennen das oft erst gar nicht (halten unsere Ideologie daher für wahr) und wissen zudem ja nicht, ob unsere Ideologie richtig ist. Diese Art Handeln kann man zwar trainieren, aber dadurch werden wir unauthentisch. Das sind dann die HH, die "alles richtig machen" und sich wundern, warum das bei dem Hund nicht im gewünschten Sinn ankommt.

    - Das Denken neigt zur Analytik, das heißt, dass ein Gegenstand (materiell oder nicht) in Teilgegenstände zerlegt wird (wenn ich zB ein Auto analysiere, zerlege ich es in seine Einzelteile, in der Psychoanalyse das Leben in Zeitabschnitte, etc.). Das aber führt dazu, dass man das Ganze nicht mehr sieht und seine Handlung daher nicht vollständig, also immer defizitär ist. Da gibts den alten Spruch: "Immer mehr von immer weniger wissen"!


    Gefühl ist nicht gleichzusetzen mit Intuition, auch wenn die Intuition wie ein Gefühl daher kommt. Gefühle im landläufigen Sinn folgen auf das Denken. Beispiel: "Oh, die Rehecke, da kommt bestimmt wieder eins raus - hoffentlich rennt der Hund nicht hinterher!" > Unsicherheit unsererseits > entsprechende Körpersprache, etc. > Hund bemerkt unsere fehlende Sicherheit, verhält sich entsprechend.

    Oder: "Morgen hab ich Geburtstag" > Freude, usw.

    Gefühle sagen uns also nichts über die Realität aus, sondern nur etwas darüber, wie unser Denken die Realität beurteilt. Wir sind in diesem Prozess nur Zuschauer.


    Das Problem mit der Intuition ist, dass uns gerade das Denken daran hindert, intuitiv zu handeln. Es gibt einerseits nicht einfacheres als intuitives Handeln, andererseits kaum was schwereres.

    Das Gute ist: Intuition gibts, wie alle guten Dinge im Leben, für umsonst:)


    Liebe Grüße

    Lupus

  • - nicht kontrollierbar: Denn was wir denken - darauf haben wir keinen Einfluss. Früher ging man ja noch von einem freien Willen aus. Heute wissen wir es besser.

    So ist es. Wir glauben, dass wir unseren Verstand benutzen, aber 99 Prozent aller Gedanken kommen aus dem Unterbewusstsein.

    Das Unterbewusstsein speichert alles ab, was wir von der Geburt an gehört, erlebt, gesehen, gefühlt haben.

    Es ist aber nicht in der Lage zwischen falsch und richtig zu sortieren.

    Das, was man häufig hört, wird als Wahrheit angesehen und zum Verstand geschickt.


    Das erklärt auch, warum Ammenmärchen sich so hartnäckig halten - obwohl es neue Erkenntnisse gibt.

    Das Märchen, dass Hunde bissig werden, wenn sie rohes Fleisch bekommen, hat sich über Jahrzehnte gehalten.


    Es ist leider so, dass die Menschen sich selbst kaum kennen.

    Sie wissen nicht, wie ihr Gehirn, ihr Denken und Fühlen funktioniert.


    Der Verstand ist nur ein Werkzeug mit begrenzten Möglichkeiten, aber die Menschen setzen ihn an die erste Stelle und glauben, das macht sie aus.

    Das Unterbewusstsein ist im Leben unheimlich wichtig und lässt viele Dinge automatisch ablaufen. Es nimmt uns viel Arbeit ab.

    Aber es ist auch fehleranfällig und muss eigentlich kontrolliert werden. Man müsste es täglich aufräumen und ausmisten.


    Das eigentliche ICH, was uns ausmacht, ist das Überbewusstsein.

    Das sollte die oberste Kontrolle haben.

    Aber es ist den Menschen verloren gegangen.

  • Das Problem mit der Intuition ist, dass uns gerade das Denken daran hindert, intuitiv zu handeln. Es gibt einerseits nicht einfacheres als intuitives Handeln, andererseits kaum was schwereres.

    Das ist nur schwer, so lange man dem Verstand (dem Denker) die Macht überlässt.


    Beispiel:

    Ein Welpe oder ein neuer Hund kommt ins Haus, wir beobachten, wie er sich verhält und versuchen ihn mit dem Kopf/dem Verstand kennenzulernen.


    Sobald der Welpe etwas warm geworden ist, fängt er an mit dem Spielbeißen, knabbert alles an, springt die Kinder an, die sich erschrecken, pinkelt auf den einzigen Teppich im Wohnzimmer usw.

    Schon rattert unser Verstand und überlegt, wie man ihm beibringt, sich zu benehmen, wie man ihn stubenrein bekommt.

    Alles was man an Ratgebern zur Erziehung gelesen hat, kommt einem in den Kopf. Man möchte jetzt unbedingt alles richtig machen und fühlt sich dabei ziemlich überfordert (das geht vielen so und viele Hundehalter bekommen den Welpenblues).

    Man bewertet sein Verhalten als richtig oder falsch, als frech oder brav.


    Viele Hundehalter fragen sich in dem Moment, wo ihre Vorfreude auf den Welpen geblieben ist.

    Sie seufzen tief und machen sich auf eine anstrengende Zeit gefasst.

    Der Denker (der Verstand) hat die Macht übernommen und begleitet uns jetzt in der Welpenzeit.

    Wir glauben, dass unsere Gedanken die Realität oder Wahrheit sind.


    Sehr interessant zum Lesen:


    Wir identifizieren uns einzig und alleine mit dem denkenden ICH.

    Es ist eine Tatsache:


    Unser Denk-Instrument hat die Macht über uns gewonnen. Sie glauben das nicht?


    Dann frage ich Sie:

    Können Sie sich von ihrem Denken befreien, wann immer Sie wollen?

    Können Sie sofort aufhören zu denken?

    Können Sie die Ruhe ohne Gedanken im Kopf einfach einschalten?

    Können Sie, wann immer Sie wollen und unter allen Umständen mit dem Denken aufhören?

    Können Sie negative Dialoge oder negative Gedanken sofort abbrechen und zum denken aufhören?

    Können Sie negative Gedanken und Vorstellungen gleich gar nicht erst entstehen lassen?


    Nein, die meisten Menschen können das nicht oder nur für einen sehr kurzen Augenblick von 1 - 10 Sekunden.


    http://www.dehypnose.com/gedan…p_-_die_hintergrunde.html


    Wenn man gelernt hat, die Gedanken abzuschalten, kann die Intuition zum Vorschein kommen.

    In Sekundenbruchteilen kann man das Wesen des Welpen verstehen, man fühlt, was er fühlt und es ist ein gegenseitiges Erkennen des anderen. Auf dieser Ebene weiß der Welpe, dass du ihn mit Liebe und Verständnis begleiten wirst.

    Er vertraut sich dir an und kommt zur Ruhe.


    Wenn man die intuitive Verständigung erlebt hat, bekommt der Denker keine Chance mehr, die Macht zu übernehmen.

    Er kommt wieder an den Platz, wo er hingehört: In die Werkzeugkiste.

    Der Verstand ist eigentlich nur ein Werkzeug - er macht nicht unser wahres ICH aus.

  • Hi,


    gibt gleich Essen, nur kurz: Lustig, dieser Fragenkatalog, bringt es gut auf den Punkt. Wenn man beginnt, das zu erkennen, ist das nicht "ohne"....


    Passt dazu: Habe vor einigen Stunden mit den SchülerInnen wieder mal das "Libet-Experiment" besprochen. Das ist für viele auch absolut neu, hinterlässt bei einigen auch immer wieder ein echtes Grübeln.:)


    Schönen Abend allen:)


    Liebe Grüße

    Lupus

  • Der Verstand ist eigentlich nur ein Werkzeug - er macht nicht unser wahres ICH aus.

    Huhuhuhahahahöhöhö...


    Falls mir mal die Hand ausrutschen sollte: "Das war nicht mein wahres ICH. Das war nur mein Verstand."


    Universitäten schlagen Alarm : Hochschulen beklagen gravierende Mängel bei Abiturienten

    https://www.faz.net/aktuell/be…biturienten-16242022.html

    https://www.spiegel.de/lebenun…-vorjahren-a-1272969.html

    https://www.welt.de/politik/de…eist-auf-Digitalpakt.html


    Solche Menschen wollen uns dann (Hunde-)Erziehung vorschreiben - und die Studienabbrecher landen in den Parlamenten.


    (Die Diensthundeverantwortlichen verzweifeln bereits.)


    „Aber jeder sollte sich auch intensiv und ohne Ablenkung auf eine Sache konzentrieren können, ob beim Lesen oder auch in der Mathematik. Dazu müssen wir die Schüler zwingen.“ Der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz empfahl: „Die jungen Menschen dürfen in der Schule schon ein paar Lernzumutungen mehr erfahren, als es im Augenblick der Fall ist.“


    Dreimal NEIN in 5 Minuten ist Kindesmisshandlung...

  • Hi,


    hast dir deine Fähigkeit der Empörung also erhalten;)


    Ernsthaft: Was den freien Willen und das "Ich" angeht, sollte man die Forschung der letzten 50 Jahre schon ernst nehmen oder zumindest kennen, bevor man sich drüber lustig macht.:)

    Du kannst das auch selbst testen: Beobachte mal, ob Du Kontrolle darüber hast, was Du denkst...


    Ein Satz sei erlaubt zu den Links: Das ist irgendwie typisch: Da sitzen nun dieselben alten Herren, die den Status Quo zu verantworten haben und regen sich plötzlich über die Konsequenzen ihres eigenen Handelns auf. Aber schuld sind natürlich nicht sie selbst, sondern die anderen, wer sonst? Da wird auf der einen Seite (ebenfalls gegen besseres Wissen, die Forschungalage ist eindeutig) die Digitalisierung vorangetrieben in allen Bereichen des Lebens. Und dann wundert man sich, dass SchülerInnen weniger gut lesen und schreiben, sich nicht mehr konzentrieren können?!? Das ist ungefähr so, als würde man Kinder schon alkoholabhängig machen, um dann zu sagen, sie sollten aber doch bitte nicht zu viel trinken. Die Schüler und Eltern tun mir einfach nur leid...

    Sorry, aber dümmer gehts nimmer: "...ein paar Lernzumutungen mehr erfahren!". So eine Aussage zeigt einmal mehr, dass die Leute, die "oben" sitzen, keinen blassen Dunst von der Realität in Schulen haben.

    Als weitere Lösung präsentieren die alten Herren dann, dass Eltern und Lehrer die SchülerInnen dazu zwingen sollen, ihr Handy auch mal länger aus zu lassen. Und präsentiert wird dieser Schwachsinn dann (wie immer brav voneinander abgeschrieben) in neoliberalen Schmierblättern, die erstens selbst diese Entwicklung massiv vorantreiben und zweitens ihr eigenes Metier so wenig beherrschen, dass ein blauhaariger youtuber mit Cappy sie alle vorführt, weil er in einem einzigen Video besser journalistisch arbeitet als diese ganzen Möchtegerns in den großen Redaktionen.:sleeping:


    Liebe Grüße

    Lupus

  • Hi,


    ich würde gern nochmal auf die Intuition kommen.

    Muriel : Denkst Du, dass man diese, gerade in Hinblick auf die Hundehaltung, "trainieren" kann?

    Oder anders: Kann man was dafür tun, dass man weniger auf theoretische Konzepte sich verlässt und mehr auf das "tief in einem" sitzende Handlungswissen (Intuition)?


    Oder ists so, dass man sagen muss: "Die hat man, oder man hat sie nicht"?


    Liebe Grüße

    Lupus

  • ob Du Kontrolle darüber hast, was Du denkst...

    Wie soll ich wissen, was ich denke, bevor ich höre, was ich spreche?


    Mit dem Thema Unterbewusstsein musste ich mich aus medizinischen Gründen schon vor sehr vielen Jahren befassen.


    autogenes Training


    https://de.wikipedia.org/wiki/Autogenes_Training


    Ich bin ganz ruhig...


    Es gab damals z.B. ein sehr gutes Büchlein aus der Sowjetunion. (Aber "die Russen" sind ja prinzipiell blöd...)


    Hat sich der gute Herr Libet mal überlegt, ob das Unterbewusstsein erst mal eine (oder mehrere) Möglichkeit(en) durchspielt, bevor das Bewusstsein sagt: "Ja, so machen wir's?"


    Thema Schulbildung und Erziehung allgemein: Da ist wohl doch nicht alles so perfekt, wie es behauptet wird und wie sich die überheblichen, religiösen Grünen einbilden.

  • Hi,


    autogenes Training ist eine gute Methode, um sich ein wenig zu beruhigen. Die Frage ist, ob sich dadurch auch grundsätzlich etwas verändert in Bezug auf Wahrnehmung und das Denken.

    Kennst Du den sogen. "bodyscan"? Ist ähnlich und hilft zumindest dabei, sich selbst besser zu beobachten.

    Welches Buch meinst Du? Ich kann Karlfried Graf Dürckheim in diesem Bereich sehr empfehlen.

    Übrigens, ich für meinen Teil denke, dass Deutsche und Russen etwas verbindet, was viel zu wenig gesehen wird. Und es sind dieselben Medien, die Du oben zitiert hast, die diese Verbindung unterminieren und Feindschaft zwischen den Völkern sähen wollen. Auch Klaus Kleber und co gehören dazu, sind alles "Transatlantiker".


    Zu Libet und co: Ja, genau das ist der Stand der Forschung: Im Bereich des Unbewussten werden Entscheidungen auf Basis des Abwägens bereits erlebter, ähnlicher Situationen gefällt, die uns dann überhaupt erst bewusst werden. Aber genau das spricht ja dafür, dass es eben nicht ein "Ich" gibt, das frei entscheidet. Nicht die bewusste Instanz entscheidet und sagt "ja" oder "nein". Das ist ja der entscheidende Irrtum.

    Buchempfehlung dazu: Wolf Singer, "der Beobachter im Gehirn".

    Bin sehr gespannt: Wenn sich diese Erkenntnis endlich durchsetzt, muss einiges verändert werden....


    Zu Schule: Das hat doch mit Parteien nix zu tun. Die tappen da alle im Tal der Ahnungslosen, die Unterschiede sind marginal, was die Parteien angeht. Das Grundproblem, und das könnte auch für die Hundeerziehung gelten, ist ein anderes: Es geht in unserem Schul- und Bildungssystem NICHT darum, jedem einzelnen Kind es zu ermöglichen sich im Rahmen seiner Anlagen bestmöglich zu entwickeln. Es geht nicht um das Individuum, also um den Menschen selbst, sondern darum, uns von klein auf so zu erziehen, dass wir in das bereits bestehende System passen. Das haben übrigens DDR und BRD gemeinsam. Und wenn die SchülerInnen dann angepasst sind und sich entsprechend verhalten, machen manche ihnen genau das zum Vorwurf udn sagen Sachen ie "die haben keinen Respekt mehr, keine Moral, usw." Nur, woher soll das kommen, wenn wir die Kinder genau so erziehen, dass diese Dinge nur "Gutmenschen- Ballast" sind? Die Funktion von Schule ist nicht das Wohl des Menschen, sondern Selektion und Allokation, um das bestehende Sytem zu erhalten und daraus resultierend: Konkurrenz, Vergleichbarkeit, "Bulimie-Lernen", immer mehr Druck und immer mehr Prüfungen und Zwang - und dadurch: Immer weniger Bildung, immer weniger Wissen, immer weniger Menschlichkeit.

    Vor ein paar Jahren hat man das Problem an der Oberfläche schon erkannt. Die "Lösung": Mathe und Deutsch verpflichtend in den Abi-Prüfungen. Also mal abgesehen, dass es sehr fraglich ist, ob all die Jammerer über die "ungebildete Jugend" heute ihr eigenes Abi überhaupt nocht bestehen würden, war doch damals schon klar, dass diese Herangehensweise das Problem nicht löst. Nun, ein paar Jahre später, ist genau das eingetreten, was Menschen, die sich ein wenig auskennen (damit meine ich nicht akademische "Experten"), damals schon gesagt haben.

    Also stehn wir wieder vor demselben Problem, nur eben in verschärfter Form. Und die Antwort derselben alten Männer? Noch mehr Prüfungen, noch mehr Druck, usw. Nachzulesen in den oben verlinkten Artikeln. Man müsste diese Leute alle vor Gericht stellen, da sie Art. 1 GG verletzen, wenn sie Kinder und Jugendliche so würdelos behandeln.

    In den öffentlichen Schulen ist nichts perfekt. Vielmehr ist das ganze System ein Kessel, in dem der Druck (für alle Beteiligten) nur immer größer wird. Es gibt zwar einige Ventile, die die Jugend auch gerne annimmt (Alkohol, Konsum und co), aber die sind viel zu klein, um wirklich Druck rausnehmen zu können. Dabei machen es einige Privatschulen ja schon vor, in welche Richtung es gehen könnte. Aber die werden ja nach wie vor eher belächelt als ernst genommen.... Die Krux ist, dass viele Eltern denken, in den öffentlichen Schulen würden ihre Kinder gut auf die Zukunft vorbereitet, während sie woanders nur ihren Namen tanzen lernen. Umgekehrt wird ein Schuh draus, da unser Schulssytem wunderbar dazu geeignet ist, die Kinder in eine Gesellschaft zu integrieren, wie wir sie vor 50 Jahren hatten, aber eben nicht in die Welt von morgen. Das ist echt tragisch: Wir hatten letztens Abiball. Da red ich gerne mal zwanglos mit Eltern. Fast alle haben eines gemeinsam: Sie sind total verunsicht, wollen alle das Beste für ihr Kind, haben aber keine Ahnung davon, was das ist, weil sie meis tnur das weiter geben, was sie selbst erlebt haben. Sie sind alle Getriebene, ohne das überhaupt mal zu erkennen.


    Dabei, und vielleicht schließt sich so der Kreis ein wenig, braucht es doch nur ein bisschen mehr Beobachtung, ein bisschen mehr Selbst-und Fremdachtung, mehr Intuition, um zu sehen, was wir unseren Kindern damit antun. In den Schulen gibt es so viel Leid, das ist so traurig. Und dieses Gefühl haben viele Eltern auch, aber sie haben nicht den Mut, dass es auch handlungsanleitend wird.

    Ich rate den SchülerInnen immer, dass sie nach dem Abi erstmal nichts tun, eventuell in die Welt gehen, sich selbst ertmal kennenlernen, bevor sie wichtige Entscheidungen treffen (Beruf, Partner, Lebensstil, etc.). Die Antwort einer Mutter darauf war: "Mir ist egal, was Jonas macht, Hauptsache er macht was!". "Machen" wird hier verstanden als "für die Karriere dienlich". Und das zeigt sehr schön die Angst der Eltern: Um Gottes Willen darf Sohnemann sich nur nie selbst finden. Denn am Ende kommt der noch auf die Idee, dass das, was Eltern und Lehrer predigen, gar nicht zu seinem Wohl ist.


    Es kommt mir oft so vor, als seien wir eine Gesellschaft, die auf der Flucht vor sich selbst ist und glaubt, wenn sie nur immer schneller rennt, diesen Wettlauf gewinnen zu können...



    Liebe Grüße

    Lupus

  • hmm Lupus, die Politik lasse ich mal außen vor. Wenn du meinst, dass die Eltern ihre Kinder egal ob es Sinn macht auf ein Gymnasium schicken stimme ich dir zu, dass das Druck ausübt. Wenn die Thematik ist brauchen wir eine so frühe Auslese der Schulkarrieren würde ich auch eher den skandinavischen Weg gut finden die Kinder länger zusammen zu lassen. Aber bezüglich der Voraussetzungen um in der Gesellschaft zu bestehen bin ich nicht konform. Es kann nicht sein das eine Abiturientin nicht weiß seit wann es das Grundgesetz gibt. Und wenn ich einfach mal unsere BEK/ BVJ und Hauswirtschaftsschüler nehme, die sind größtenteils nicht gesellschaftsfähig und in den USA würden sie gnadenlos unter den Tisch fallen. Ausbildungsreif sind die alle nicht, was meinst wie oft ich verhindere das die ihre Praktikumsplätze verlieren oder Ihnen Amtsmitteilungen übersetze und erkläre.

    Elli für immer in meinem Herzen * 31.05 2019

  • ich habe noch nicht alles gelesen.... das eine Video von Milan habe ich mir angesehen und habe Tränen in den Augen gehabt. Als Halter hätte ich den Kerl wahrscheinlich geschlagen. So darf man nicht mit anderen Lebewesen umgehen.

    Fauser sagt mir eher nicht zu... ich hatte mir mal ein paar Videos angesehen aber es ist sehr langatmig ohne etwas auszusagen.

    Ich habe grade ein Buch von Raik Labjon: das Alpha Projekt.

    Ich persönlich finde es sehr interessant und würde jetzt mal behaupten das es in Muriel 's Richtung geht.