Dem Hund das Bellen beibringen - aber wie?

  • Ihr lieben Leute,


    mein Hund bellt, wenn es klingelt (oder bei Hunden) und ich bekomme ihn dabei kaum ruhig. Ein "(sei) Still" oder "Schluss" wirkt kaum, er öffelt dann noch weiter oder bellt halt weiter. Nein oder Lass Das versteht er, aber auch da der gleiche Effekt, es fällt ihm extrem schwer, dann aufzuhören.


    Nun gibts im Internet tausende Anleitungen und die basieren immer auf dem gleichen Prinzip: Man hält dem Hund was vor die Nase, Futter oder Spielzeug, das er unbedingt will und irgendwann bellt der schon.


    Nicht mein Brummi...


    Der guckt nur. Und guckt. Und... guckt. Da er ja schon längst sitzt, legt er sich halt hin und guckt weiter. Und irgendwann legt er den Kopf hin. Dann legt er sich auf die Seite. Und tut... nichts. Außer lieb gucken. X/ Das alles, während ich ihn natürlich voll animiere.


    Wenn ich esse, liegt der press neben mir und... pennt. Der würde mir NIEMALS Spielzeug oder Futter streitig machen, nie. Er hat gelernt, was ich habe, das gehört mir, bis ich es freigebe oder weg gebe. Selbst Futter in seiner und außerhalb meiner Reichweite nimmt er nicht, wenn das zum Beispiel auf dem Kallax liegt. Er würde sich niemals erdreisten, sich da einfach so zu bedienen. Ich hatte auch schon geliebte Leckerchen offen rumliegen, voll auf seiner Höhe. Die hat er über Tage nicht angerührt. :D


    Also, habt ihr eine Idee, wie ich das tun kann? Er bellt nur in für ihn negativen Situationen und da mag ich das ungerne konditionieren, weil ich da das bellen ja belohne und genau da soll er ja nicht bellen, sondern still sein und DAS will ich belohnen. Aber dafür muss er erst mal auf Kommando bellen, dass ich ein still-sein-Kommando neu und vor allem POSITIV aufbauen kann. Still sein muss toll sein! Und nicht die Bestrafung in einem eh schon für ihn negativen Moment.


    Klar, ich könnte mit einem Starkreiz (ihm zum Beispiel Wasser an den Kopf schütten) sicher ein kurzes Stillsein auslösen, aber ich will das ja nicht negativ aufbauen mit Angst vor Strafe, sondern still sein muss toller sein als laut sein.


    Ich danke euch schon mal im Voraus für Ideen, hier ist wohl Kreativität gefragt, also lasst euren Fantasien mal freien lauf, ich bin da irgendwie etwas unbeholfen und ideenlos, wie ich ihm grade das nun beibringen soll. :saint:

  • Hast du's schonmal draußen probiert? Im Haus würden meine auch nicht das Bellen anfangen.


    Wenn du ihn irgendwo an einem Baum anbindest, steigert das den Trieb.
    Dann ein paar Meter vor seiner Nase mit dem besten Spielzeug der Welt spielen (im Idealfall mit einer zweiten Person) ... das hat eigentlich wirklich bei jedem Hund noch geklappt. :/

  • Ich hab das mit Boss anfangs mit einem Ball geübt. Jeder Qieker oder Winsler wurde sofort mit dem Ball bestätigt und ich hab mich gefreut wie Schnitzel. Alles erstmal ohne Kommando. Es hat nicht lange gedauert und es wurde einmal vorsichtig „gebellt“, auch da bekam er sofort den Ball. Ab da kam das Kommando dazu und jetzt geht das immer und überall. Den Ball gibt es zwar immer noch als Bestätigung, er ist aber nicht mehr der Auslöser, sondern alleine das Kommando.


    Also zuvor wurde mit dem Ball das Bellen aus dem Hund richtig rausgelockt.

    Jetzt wird auf das Kommando gebellt, der Ball ist nicht mehr sichtbar.

    Die Bestätigung war und ist gleich, der Ball kommt geflogen.


    Bei Ganja steht das Futter an erster Stelle. Bei ihr hab ich das Bellen über die Futterschüssel aufgebaut, gleich wie beim Ball. Jede Lautäusserung wurde sofort mit dem Abstellen der Futterschüssel belohnt. Als da gebellt wurde, habe ich das Kommando aufgebaut. Und nach und nach auf den Ball umgestellt. Jetzt klappt auch das zuverlässig an jedem Ort.


    Vergiss aber nicht, dem Hund das Bellen auch wieder auf Kommando einstellen zu lassen. Hier bedeutet das Ruhe und Bellen wird dann nicht mehr bestätigt. Also zuerst das Bellen aufbauen und erst wenn das gut klappt, das Ruhekommando mit dazunehmen, wenn der Hund ohne dein Kommando bellt. Wenn er die „Klappe“ hält, gibt es ein Leckerli, Spiel, verbales Lob oder Knuddel.

  • Ich hab bei Hera, ähnlich wie von Ruebchen und @ Boss beschrieben, den angebundenen Hund mit ihrer Beißwurst versucht zu animieren, vor ihr den Kasper gemacht.

    Beim ersten zaghaften Quitscher gabs die Belohnung.

    Nach ein paar mal üben auf "Quitschlevel" hab ich sie, und jetzt bitte nicht lachen, mal angebellt und aus dem Quitschen wurden die ersten zaghaften Beller.

    Beim ersten und zweiten Ringhetzen dann auf dem Platz hat sie sich dann von den anderen Hunden auch noch etwas "abgehört".