Verbena Der Hund geht in dem Video 5x auf das Pferd los und wird 4x derbe weg getreten und geht wie im Tunnel wieder auf das Pferd los. Erst nach dem fünften Tritt ist der Hund so bedröppelt, dass er im ersten Moment nicht wieder angreifen KANN, und dann schnappt ihn sich eine Frau (Kutscherin? Passantin?) und fixiert ihn auf dem Boden. Währenddessen verletzt der Hund auch diese Frau noch, die bleibt für den Rest des Videos am Boden liegen/sitzen, nachdem der Besitzer seinen Hund wieder bei sich hat.
Da ist meiner Meinung nach im Kopf was nicht ganz richtig, ganz unabhängig von der Erziehung des Hundes.
Wenn im Wahn (sei es nun Jagd oder was auch immer da für Triebe mit reinspielen - das Pferd bewegt sich eigentlich nicht groß im Video) der eigene Überlebensinstinkt so ausgeknipst wird, halte ich das Tier für brandgefährlich, und sowas gehört einfach weg.
Ich gebe Dir Recht: So ein Hund ist eine Gefahr und wird es bleiben, wenn man ihn nicht euthanasiert. Trotzdem bleibt die Frage, warum der Hund so ist, wie er ist. Der Mensch beeinflusst das Verhalten und den Charakter des Hundes durch die Haltung und die Erziehung. Man kann nun auch noch die Zucht dazu nehmen. Ich will nun definitiv nicht über die Zucht von Pitbulls und Co. diskutieren. Ich kenne eine Züchterin, deren Pitbulls sind absolut nette Hunde und bei uns läuft ein junger Mann mit einer amerikanischen Bulldogge rum, die wirklich ein Schaf ist und mit dem wir auch schon zusammen gelaufen sind, ohne dass ich die Befürchtung hatte, dass von dem Hund eine Gefahr ausgeht.
Aber Fakt ist, dass gerade in den USA solche Hunde für Hundekämpfe gezüchtet wurden und da wird gekämpft, bis einer stirbt ... ist der Tunnel da nicht vorprogrammiert, in den so ein Hund gerät, wenn er in den Kampfmodus gerät? Nun kommt er vielleicht zu Leuten, die das auch noch fördern - ob aus Dummheit, Unwissenheit oder Mutwilligkeit - und wird so gehalten, dass all seine genetisch verankerten Triebe zum Vorschein kommen.
Wer trägt dann die Schuld, dass der Hund so ist wie er ist? Muss man die Zucht verbieten? Muss man Käufer strenger prüfen? Muss man generell eine Leinen- und Maulkorbpflicht für solche Rassen aussprechen? Wo fängt man an? Wo es endet, ahnen wir ... beim Tierarzt, der diesen Hund über die Regenbogenbrücke schickt. Nicht weil er versagte, sondern weil die Menschen versagten.
Bitte missversteht mich nicht. Ich will hier keine Lanze dafür brechen, dass man ihn am Leben lässt. Das wäre unverantwortlich. Aber ich wüsste auch nicht, wie man solche Situationen zukünftig verhindern kann, denn diese Hunde werden gezüchtet und die Zucht zu verbieten, wäre vermutlich nicht der Weg, der das Problem löst.
Vielleicht hatte dieser Hund auch eine Krankheit, die ihn so aggressiv und vollkommen unkontrolliert hat handeln lassen.
Aber ... ich habe vor Jahren erlebt, wie ein Jack Russel meinen Langhaarschäferhund angriff und das endete beim Tierarzt - für meinen Schäferhund!
Zuerst wehrte sich Joe noch halbherzig, aber dann verbiss sich der Rüssel so in meinen Schäferhund, dass der den Kleinen so schüttelte, als er ihn zu fassen bekam, dass ich dachte, dass der Rüssel das nicht überlebt hat. Der Kleine lag dann auch für einen Moment regungslos vor Joe, aber als wir dazuliefen, sprang der Rüssel auf und verbiss sich erneut in meinem Hund!
Erst als seine Besitzerin einen Eimer kaltes Wasser über die Hunde kippte, ließ der Jack Russel los und die Besitzerin konnte ihn greifen (wurde aber auch selbst gebissen).
Was lief da falsch? Jack Russels sind keine Kampfhunde, aber sie sind Terrier ... genau wie Staffis oder Pitbulls.
Insofern denke ich durchaus, dass Zucht, Haltung und Erziehung großen Einfluss auf das Verhalten eines Hundes haben, der genetisch schon auf Angriff gepolt ist.
Aber wie ich schon schrieb: Welcher Weg eine Lösung bietet, solche Vorfälle nicht mehr möglich zu machen, wüsste ich nicht.