Verbena
  • Mitglied seit 14. August 2020
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Beiträge von Verbena

    Ich bin im Bezug auf das Dampfmachen beim Tierarzt ganz bei Holger. Ich hatte vor 25 Jahren auch mal so einen Tierarzt, der meinte, dass er rumdoktern könnte und mich nach sechs Monaten mit einer Rechnung von 1200 Mark beglückte - der Hund war da, wo er mit der Schnauze hinreichte, kahl und blutig gebissen.


    Ich habe dann den Tierarzt gewechselt und festgestellt, dass der neue Tierarzt das Problem mit einer Stanzbiopsie, die seinen Verdacht auf Sarcoptes Milben bestätigte, und einer Ivermectin-Spritze gelöst hat. Das ganze kostete 24 Mark und der Hund hatte nach zwei Wochen wieder Haare und biss sich schon nach zwei Tagen nicht mehr.


    Mal abgesehen davon, dass Bravecto eigentlich nur zur Abwehr von Zecken und Flöhen eingesetzt wird. Aber die Nebenwirkungen werden auch sehr intensiv diskutiert. Hier ein Artikel aus der Apothekerzeitung, wo auf Krampfanfälle nach der Gabe hingewiesen wird https://www.deutsche-apotheker…-tierazneimittel-bravecto


    Ich würde wirklich ganz schnell einen Tierarzttermin bei einem anderen Tierarzt vereinbaren und schauen, dass dem Hund rasch geholfen wird, denn wenn der Hund hinten schon steif geht, schmerzt ihn die Haut und da ist wirklich schnelles Handeln wichtig.


    Ich kann mir durchaus vorstellen, dass es sich uim eine Grabmilbenart handelt, die Deine Kyra befallen hat. Darum könnte alles, was ich Dir zur Milbenbekämpfung schon schrieb, auch helfen, aber wichtig ist, dass Du auch die Umgebung mitbehandelst. Ich habe damals ein echtes Giftzeug vom Tierarzt bekommen, mit dem ich die Teppiche und alle Platze einsprühen sollte, wi die Hunde liegen, denn diese Milben infizieren den Hund immer wieder, wenn man die Umgebung nicht mitbehandelt. Sie sind auch unter dem Namen "Räudemilben" bekannt. Wenn Dein Hund zu anderen Hunden Kontakt hat, könnten die sich mit den Räudemilben anstecken.


    Ich drücke die Daumen, dass Du schnelle Hilfe bekommst und Deine Kyra bald wieder milben-, juckreiz- und schmerzfrei unterwegs ist.

    ... und wir mussten vor einem "bellenden" Rehbock flüchten, der auf Streit gebürstet, schon frühmorgens durch den Wald marschierte. Ich war froh, dass meine Hunde nicht auf die Idee kamen, mich vor dem brünstigen Gabelböckchen beschützen zu wollen. Die staunten ihn beide nur an und überlegten, was der ihnen wohl sagen möchte.


    Die Feldhasen sind momentan auch vollkommen panne ... die rennen direkt auf einen zu und man fragt sich, ob es tatsächlich die Sexualhormone sind, die denen das Gehirn vernebeln. Ich habe zum Glück tatsächlich zwei sehr nette Hunde, die wissen, das Jagd ein außerordentlich unerwünschtes Verhalten ist. Aber was macht man, wenn das Reh zur Jagd gegen die Hunde und das Frauchen bläst?

    Die Frage ist leider ein bisschen pauschal gestellt, denn zum einen wäre meine Frage, ob die Milben anhand einer Stanzbiopsie festgestellt wurden und ob es sich um Sarcoptes- oder Demodex-Milben handelt. Die einen nisten in den Haarbälgen, die anderen unter der Haut, aber sie gehören beide zu den Grabmilben. Eine andere Variante wären Grasmilben. Die findet man allerdings weniger am Hund, weil die sich nach ihrer Zellmahlzeit ins Gras fallen lassen und nur den Juckreiz an der Stelle hinterlassen, an der sie den Hund "angespuckt" haben.


    Mich würde auch interessieren, welche Symptome Du feststellst (nur Juckreiz oder schwarze Flecken, Haarausfall, Rötung, Krusten).und ob die Tablette, welche Du erhalten hast, eine Bravecto war, die eigentlich eher gegen Zecken eingesetzt wird und nicht ohne Nebenwirkungen ist. Juckreiz gehört zu den Nebenwirkungen, die häufiger mal auftreten.


    Allopathisch wird gegen Milben meist Ivermectin (ivomec) eingesetzt und in der Regel wirkt das auch rasch und nachhaltig.


    Alternativ gibt es die Behandlung mit Schwefelblüte. Wer Tamme Hanken kannte, kannte auch diesen Tipp, denn er gab ihn gerne und häufig gegen Milbenbefall, weil die Milben den Schwefelgeruch nicht mögen und dann aus der Haut krabbeln. Wenn man den Hund dann mit einem Insektizid badet oder behandelt (wie Sebacil), dann sterben die Milben und der Hund kann wieder entspannen.


    Wer es ganz sanft mag, nutzt Diamol (Kieselgur) und stäubt den Hund damit ein. Die feinen Kristalle vom Kieselgur verletzten die empfindliche Außenhaut der Parasiten und die trocknen dann aus und sterben.


    Ein weiteres bewährtes Mittel aus der Naturheilkunde ist Margosa (Neem) Milben mögen das gar nicht und ziehen aus - allerdings ist es auch nicht ganz so ungefährlich, weil es in hoher Dosierung ungesund ist. Wenn der Hund sich häufig leckt, würde ich das Neem im Zweifelsfall mit Schwarzkümmelöl mischen oder mit Kokosöl.


    Allerdings ist eben trotzdem die Frage, ob es wirklich Milben sind. Es konnte auch eine Flohbissallergie sein oder eine Allergie auf Staubmilben im Trockenfutter oder eine Futtermittelunverträglichkeit.

    So - dann fange ich mal an.


    Grundsätzlich schicke ich aber schon mal voraus, dass die Pflanzenwelt zwar viele hilfreiche Wirkstoffe in sich birgt, aber nicht alle sind dabei so harmlos, dass man sie unter "nützt es nicht, schadet es wenigstens auch nicht" einsortieren kann.


    Oder um es mit den Worten von Paracelsus zu formulieren: "Alle Dinge sind Gift und nichts ist ohne Gift; Allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift ist."


    Langsame Anfütterung


    Darum rate ich auch bei der Verwendung von Kräutern immer, sie in geringsten Mengen einzuschleichen und die Dosis bis zur empfohlenen Dosiermenge zu erhöhen, damit man schnellstmöglich merkt, ob ein Wirkstoff vom Hund eventuell nicht vertragen wird.


    Pflanzenwirkstoffe und Homöopathie


    Wichtig ist auch, dass die zeitgleiche Gabe von homöopathischen Mitteln, Schüssler Salzen oder Bachblüten (also alle Heilmittel, die über Schwingung arbeiten) nicht zusammen mit der Gabe von Kräutern erfolgen sollte, die reich an ätherischen Ölen sind - wie beispielsweise die Pfefferminze -, denn diese pflanzliche Energie überlagert die des "Pflanzengeistes" (oder des Geistes von Mineralien und anderen Mitteln, die für die Homöopathie verdünnt und verschüttelt werden).


    Schleimstoffe und Nährstoffe


    Auch immer wieder ein Thema sind die sogenannten Mucilaginosa (pflanzliche Stoffe, die Schleim bilden). Diese Schleimstoffe können die Aufnahme anderer Stoffe mindestens verzögern (Resoptionsverzögerung) wenn nicht sogar komplett verhindern. Was bedeutet, dass die Nährstoffe aus dem zeitgleich gefütterten Hauptfutter durch die Schleimschicht über der Magen-Darmschleimhaut nur eingeschränkt oder gar nicht vom Körper aufgenommen werden können.

    Zu den schleimbildenden Pflanzen gehören beispielsweise die amerikanische Rotulmenrinde (SEB),Leinsamen oder Flohsamen,- also Pflanzenstoffe, die der Beruhigung der Magen-Darmschleimhäute dienen, weil sie schleimen oder Hustenkräuter wie die Eibischwurzel, Süßholzwurzel oder Isländisch Moos, die den Hustenreiz lindern und die Atemwege beruhigen.


    In der Regel wird geraten, zwischen der Gabe von schleimbildenden Pflanzenstoffen und dem Hauptfutter mindestens zwei Stunden verstreichen zu lassen, damit die Nährstoffe die Magen- und-Darmschleimhaut wieder passieren können.


    Wechselwirkungen


    Nicht alle Kräuter sind geeignet, sie in einer Mischung zu verarbeiten, denn auch ihre Wirkstoffe können sich gegenseitig beeinflussen oder beeinträchtigen und einander sogar in der Wirkung widersprechen (Kräuter, welche die Verdauung fördern wie die Sarsaparillwurzel und Kräuter, die eher stopfend wirken wie die Brombeerblätter).


    Aber auch allopathische (schulmedizinische) Medikamente können von pflanzlichen Wirkstoffen unwirksam gemacht oder in ihrer Wirkung beeinflusst werden. Ein Blutdrucksenker zusammen mit Rosmarin einzunehmen wäre hier ein Beispiel, denn Rosmarin wirkt gegen einen zu niedrigen Blutdruck. Im Zweifelsfall ist es immer sinnvoll, sich fachkundigen Rat zu holen, bevor man Kräuter füttert.


    Dauergabe von Kräutern


    Das ist - so glaube ich - eines der bewegendsten Themen in der Kräuterheilkunde, denn wie oft berate ich Kunden, deren Hund an einer chronischen Krankheit leidet und das Risiko einer Verschlechterung seines Gesundheitszustandes höher ist, wenn man eine Kräuterpause einlegt, als das einer Dauergabe und ihrer "Nebenwirkungen".


    Insofern würde ich dann tatsächlich von Fall zu Fall entscheiden, ob eine Dauergabe sinnvoll oder eher negativ für den Körper ist.


    Im Grundsatz gilt aber, dass Kräuter stets als Kur gefüttert werden sollten und die dauert vier bis acht Wochen. Danach sollte eine Pause von ca. zwei Wochen erfolgen.


    Doch was wäre der Nachteil einer dauerhaften Fütterung von Kräutern?


    Grundsätzlich gilt natürlich, dass auch Pflanzen Heilmittel sind und somit nur bis zur Heilung gegeben werden sollten, weil die Wirkung bei einer Dauergabe schwächer werden könnte. Ich würde auch nicht unbedingt dauerhaft ein Kräuterfutter geben, wenn kein Behandlungsbedarf besteht, denn ich trinke ja auch nicht prophylaktisch Erkältungstee, damit ich keine Erkältung bekomme, weil auch ein Erkältungstee eben nur dann heilt und damit einen Nutzen hat, wenn es ein Symptom gibt, das er bekämpfen kann.


    Insofern halte es auch für unsinnig, einem gesunden Hund ein Futtermittel zu füttern, das eine Vielzahl von Kräuter enthält, die der Hund aktuell nicht braucht und deren Wirkung dann vielleicht wirklich durch die Dauergabe schwächer wird und wenn der Hund dann mal Kräuter brauchen könnte, diese kaum noch Wirkung zeigen, weil längst eine Gewöhnung eintrat und empfehle ich eine Kräuterbehandlung auch nur dann, wenn ein Ungleichgewicht im Körper oder in der Psyche besteht und es ein oder mehrere Kräuter gibt, die dann aber auch gezielt eingesetzt werden, weil sie gegen die Symptome wirken können.


    Abgesehen davon gibt es Pflanzen wie Thymian, die man aufgrund des Gehaltes an ätherischen Ölen vorsichtig dosiert und nicht dauerhaft geben sollte, weil die Wirkstoffe Herzrhythmusstörungen auslösen können oder wie Echinacea, das nach dreiwöchiger Gabe sogar das Immunsystem schwächen kann, weil die Wirkung sich verändert. Man sollte darum schon auch abwägen, welche Pflanzen man gibt, wie lange man sie einsetzt und ob das Verhältnis vom hohen Nutzen zum geringen Risiko nicht beim Dauergebrauch kippen kann.


    Ähnlich ist es auch beim Schwarzkümmelsamen, dessen Wirkstoffe bei einer Dauergabe die Leber schädigen könnten oder bei der Teufelskralle, die eine der bittersten Pflanzenstoffe enthält und darum auch ganz extrem auf den Fluss der Magensäure wirkt, was dann bei einer Dauergabe dazu führen kann, dass der Hund durch das ständig erhöhte Maß an Verdauungssäften eine Reizung der Magenschleimhaut erfährt und daraus Magengeschwüre werden können.


    Ein heißes Eisen sind auch die Hagebutten oder rote Bete. Letztere enthält ein hohes Maß an Oxalsäure und kann darum bei ständiger Gabe zu Nierenschädigungen führen. Bei der Hagebutte wird oft angeführt, dass es wichtig ist, den Urin im sauren Bereich zu halten, damit keine Struvitsteine entstehen. Das Problem ist aber, dass wenn der Urin ständig angesäuert wird, es zu einem weitaus größeren Problem führen kann: Die Oxalatsteine kann man leider nur mit einer OP beseitigen, während Struvitsteine durchaus auch mit Hilfe einer Durchspültherapie ausgeschwemmt werden können.


    Meine Befürchtung ist also, dass man mit dem Dauereinsatz von bestimmten pflanzlichen Stoffen auch das empfindliche Gleichgewicht der Körperfunktionen aus der Balance bringen kann und dann säuert man erst den Urin an und anschließend alkalisiert man ihn wieder, um die Folgen der Übersäuerung auszugleichen.


    Insofern bleibe ich doch gerne beim Grundsatz: "So viel als nötig, aber so wenig als möglich."


    Allerdings gibt es chronische Probleme, die eine Dauerbehandlung erfordern und bei denen das Risiko einer Verschlechterung des physischen oder psychischen Zustandes des Patienten höher ist, als das einer Gewöhnung und das wäge ich im Zweifelsfall auch immer ab. Manchmal kann man mit Pflanzen mit ähnlicher Wirkung abwechseln, aber für manche Pflanzenwirkstoffe gibt es leider keine so wirkvolle Alternative.


    Ich würde darum vermutlich aus der Situation heraus entscheiden, denn was man leider nicht vergessen darf ist, dass Pflanzen keine Medikamente sind, die man gibt und die eine Stunde später die Symptome verschwinden lassen - sie brauchen immer eine Zeit, bis sie ihre Wirkung entfalten.


    Entzündungshemmer und Schmerzmittel aus der Pflanzenwelt


    Spontan fallen mir bei der Frage nach pflanzlichen Heilmitteln gegen Entzündungen und Schmerzen zu allererst der Ingwer, die Weidenrinde und die Teufelskralle ein.


    Teufelskralle

    Zur Teufelskralle schrieb ich schon, dass sie einen extremen Bitterstoff enthält, der die Magensäfte anregt, vermehrt zu fließen (wie alle Bitterkräuter). Bei einer Kuranwendung ist das in der Regel kein Problem, wenn nicht bereits eine Magenproblematik vorliegt. Wenn die Magenschleimhaut bereits angegriffen ist, kann die vermehrt produzierte Magensäure dazu führen, dass die Schleimhäute noch stärker gereizt werden und ein Magengeschwür entsteht.


    Länger als vier Wochen würde ich Teufelskralle als Einzelfuttermittel nicht verabreichen. In Ergänzung mit anderen Pflanzen würde ich sechs Wochen nicht überschreiten.


    Weidenrinde

    Den Wirkstoff der Weidenrinde kennen wir eigentlich alle: Die Salicylsäure. Als isolierter Wirkstoff ist sie der Hauptbestandteil von Aspirin.


    Füttert man Weidenrinde als Kur, ist das in der Regel für den Hund nicht schädlich, aber wir alle wissen, dass Aspirin bei langfristiger und höher dosierter Einnahme auch auf den Magen schlagen kann. Der Vorteil der Weidenrinde ist, dass die Salicylsäure nicht als isolierter Wirkstoff auftritt, sondern die Pflanzenrinde im Ganzen die reizende Wirkung der Salicylsäure wieder abschwächt und "unschädlicher" macht, ohne aber die entzündungshemmende Wirkung einzuschränken.


    Ingwer

    Mein Favorit beim Thema Emntzündungshemmer und Schmerzmittel aus der Pflanzenwelt ist der Ingwer.


    Der birgt aber auch Probleme und das sind gleich zwei:

    Zum einen ist der Schmerz ein Stopschild des Körpers, der eine Überlastung verhindert und eine Schonung herbeizwingt. Füttert man nun Ingwer, dann lindert man den Schmerz und der Hund bewegt sich freiwillig wieder mehr. Die Folge ist eine Überlastung und im schlimmsten Fall eine Verschlechterung des Gangbildes, wenn man den Ingwer wieder absetzt. Insofern füttere ich Ingwer immer nur so hoch dosiert, dass der Hund knapp vor der Schmerzfreiheit im Trab/ schneller Bewegung ist und sich noch schont. Im Schritt/ langsamen Bewegungstempo sollte der Hund aber auf keinen Fall Schmerzen haben.


    Zum anderen sind die Wirkstoffe vom Ingwer - in erster Linie das Gingerol - sehr empfindlich und werden in der scharfen Magensäure des Hundes (10 x stärker als die des Menschen, denn der Hund muss damit Knochen zersetzen können) zum Großteil zerstört. Was bedeutet: Ein Hund braucht eine höhere Dosierung als der Mensch. Das allein wäre noch keine unüberbrückbare Schwierigkeit, aber der Ingwer sollte einen Gingerolgehalt von mindestens 2% haben, um als wirksam gegen Schmerzen und Entzündungen zu gelten und je höher der Ginerolgehalt, desto schärfer ist der Ingwer. Scharf bedeutet dann aber auch reizend und wenn man nun von einer Dosierung von 10 g pro 10 kg Hundegewicht ausgeht, dann braucht ein 30-kg schwerer Hund 30 g Ingwer, damit man eine Wirkung im Bezug auf die Schmerzlinderung und Entzündungshemmung erzielt. Eine solche Menge würde dem Hund die Speiseröhre verätzen - mal abgesehen dass kein Hund das noch freiwillig fressen würde.


    Es gibt darum leider auch nur einen Weg, Ingwer für Hunde nutzbar zu machen: Die DR-Kapsel. Diese magensäureresistente Kapsel transportiert ihren Inhalt unbeschadet durch die reizende Magensäure (die Kapsel darf jedoch nicht zerkaut werden) und löst sich erst im Darm auf, wo die Wirkstoffe durch die Darmschranke direkt in den Körper gelangen.


    Dr. Stefan Brosig (einst bekannt als der "Ingwerpapst") geht bei dieser Anwendung beim Menschen von einer Dosis von 3 bis 10 Gramm Ingwer aus. Beim Hund entspräche dies einer Menge von rund 4 bis 15 Gramm pro 100 Kilogramm Gewicht – ein 30 Kilogramm schwerer Schäferhund bräuchte also nicht mehr 30 Gramm Ingwer, sondern käme mit 1,5 bis 4,5 Gramm aus.


    Wichtig bei der Dosierung ist jedoch vor allem der Gingerolgehalt im Ingwer – er muss mindestens 2% entsprechen. Ingwer mit niedrigerem Gingerolgehalt ist zwar weniger scharf und für Hund und Mensch angenehmer im Geschmack, aber man benötigt auch wieder eine höhere Dosis, um die gleiche Wirkung zu erreichen.


    Den höchsten Gingerolgehalt weist der nigerianische Ingwer auf, weil er kaum Wasser bekommt und darum kleinere, gingerolhaltigere Wurzel ausbildet. Ingwer aus China ist in der Regel zwar sehr viel günstiger, aber sein Gingerolgehalt ist auch deutlich niedriger, weil er stark gewässert wird, um einen hohen Ernteertrag zu erzielen und die Wurzel damit auch weniger wirksam.


    Das beduetet aber im Umkehrschluss: Je höher der Gingerolgehalt, desto niedriger die Dosierung. Wir verwenden darum Ingwerextrakt mit garantierten 5% Gingerolgehalt, wodurch wir teilweise schon bei der Gabe von einer Kapsel pro Tag eine gute Wirkung erzielen können, die dem Hund eine schmerzfreie Bewegung ermöglicht und die Entzündung zum Abklingen bringen kann.


    Ingwer ist meine erste Wahl, weil er unter anderem auch gegen Schwangerschaftsübelkeit empfohlen wird und was für Schwangere nicht schadet, schadet in der Regel auch mir und den Hunden nicht. Was Ingwer aber noch kann, ist ebenfalls erstaunlich:

    • zur Verdauungsförderung
    • zur Magenstärkung
    • gegen Übelkeit und Erbrechen
    • zur Anregung der Verdauung und der Gallenfunktion
    • gegen Durchfall und Kotwasser
    • zur Anregung von Stoffwechsel und Kreislauf
    • zur Stimulierung aller Organe
    • zur Vitalisierung
    • zur Unterstützung der Zellerneuerung
    • zur Vorbeugung vor frühzeitigen Alterungsprozessen
    • zur Durchblutungsförderung
    • zur Muskelentspannung bei Verspannungen, Verkrampfungen und Muskelkater
    • gegen Arthritis und Arthrose
    • gegen Schwellungen
    • gegen Entzündungen
    • gegen Schmerzen aller Art
    • zur Endoparasitenprophylaxe
    • zusätzlich bei Pferden: Hufrehe, Spat, Hufrollenentzündung, Kissing Spines, Stoffwechselerkrankungen (Cushing, EMS)
    • zusätzlich bei Hunden: Spondylose und alle Formen von Arthrose, Cauda Equinum, Stoffwechselerkrankungen

    Beim Ingwer ist vielleicht noch eins wichtig zu wissen: Die Dosierung ist auch von der Art der Wirkung abhängig, die man damit erzielen will. Ich füttere beispielsweise meinen alten Pferden die Wohlfühldosis, die lediglich dazu dient, den Stoffwechsel in Schwung zu halten und das Immunsystem zu stärken.


    Die gegen Schmerzen und Entzündungen empfohlene Menge bewegt sich in der Regel über der Wohlfühldosis und an diese Dosierung tastet man sich meistens vorsichtig heran. Es kann sein, dass eine Kapsel schon alle gesundheitlichen Probleme löst, aber wenn nach zwei Tagen keine signifikante Besserung eingetreten ist, erhöht man auf zwei Kapseln. Es kann sogar kurzfristig eine dritte Kapsel gegeben werden, aber das war bei meinen Hunden bislang noch nicht nötig. Ich würde aber immer im Auge behalten, dass der Hund sich trotzdem schont, bis der Schmerz und die Entzündung abgeklungen sind und darum reduziere ich in der Regel die Dosis auch wieder, wenn die Wirkung eingetreten ist.


    Bevor der Text nun aber zum Manuskript tendiert, lege ich an dieser Stelle eine Pause ein und denke über Mittel nach, die schon im Vorfeld angewendet werden können, damit keine Entzündung entsteht.










    Ich habe mir beim Lesen des Titels genau die gleichen Fragen gestellt wie Ihr und auch in Tulas Faden überlegte ich genau wie Micha, ob am Ende das Hüten und das Kontrollieren nicht auf die gleiche Aktion hinauslaufen, nämlich alle, die zum Rudel gehören zusammen zu halten, damit sich keiner zu weit entfernt und so in Gefahr gerät, verloren zu gehen.


    Anka hat beispielsweise mal ein Kleinkind von zwei Jahren an der Kapuze seines Anoraks wieder ins Haus zurück gezogen, als das unbemerkt durch die Tür entwischen wollte. Die Mutter fand das gut und war froh, dass Anka das Kind "gehütet" hatte. Oder hat der Hund eben doch kontrolliert, dass keiner unerlaubt das Haus verlässt?


    Und wann beginnt Stress? Gerät ein Hund, der sich eine Aufgabe sucht und sie zu erfüllen bemüht ist, tatsächlich mehr in Stress, als der Border Collie, der an der Schafherde arbeitet und immer wach sein muss, damit ihm kein Schäfchen verloren geht?


    Vor allem aber ist der Schäferhund, wie das sein Name bereits sagt, ein Hund, der den Schäfer unterstützt, indem er die Herde zusammenhält. Ich hatte dazu mal einen Bericht gesehen, in dem der Unterschied zwischen der Arbeit des Schäferhundes und des Borders in etwa so beschrieben wurde, dass der Schäferhund hütet (arbeitet aber vorwiegend auf das Kommando des Schäfers) und der Border treibt (arbeitet dabei weitgehend selbstständig). Das Umkreisen der Herde, des Rudels oder eben der Familie ist demzufolge genetisch bedingt und für den Schäferhund die Aufgabe, für die er einst gezüchtet wurde. Oder liege ich da falsch? Chias Züchter sind übrigens auch Schäfer und die Hunde arbeiten alle an den Schafen. Sie hütet wirklich alles, wenn man das nicht unterbindet.


    Wobei - und damit kommt die nächste Frage auf - ist es jagen, wenn ein Schäferhund hinter einem Tier herrennt oder verhält es sich wie bei Chia und Bene, die beispielsweise immer mal wieder die Katzen in den Stutenstall zurückscheuchen, aber die Verfolgung auch sofort aufgeben, wenn die Katze in die gewünschte Richtung rennt? Sie rennen nicht mit der Absicht hinterher, die Katze umzubringen, sondern wollen nur, dass sie nicht abhaut. Für die Katze wird es im ersten Schritt keinen Unterschied machen, denn die rennt, ob die Absicht des Hundes eine ungute oder eine gute ist.


    Meine Hunde hüten oder kontrollieren also ständig, wenn man sie nicht bremst ... aber verbiete ich ihnen damit nicht auch ihre genetisch vorgesehene Aufgabe oder bewahre ich sie wirklich nur vor Stress?


    Abgesehen davon ist Stress ein negativ belegtes Wort, obwohl es im Grundsatz etwas Positives bewirkt, denn Stress entsteht, damit dem Lebewesen genügend Energie zur Verfügung steht - der Ursprung dafür war die Evolution, denn nur wer genügend Energie hatte um schnell genug zu flüchten oder lange genug zu kämpfen, um Sieger zu werden, konnte überleben.


    Genau darum meldet das Auge eine entdeckte Gefahr ans Gehirn und das reagiert und schüttet Stresshormone aus. Die sorgen nun dafür, dass beispielsweise ACTH und Adrenalin den Körper fluten und alle überschüssige Energie in die Muskelarbeit fließt. So puscht Stress erst mal die Leistungsfähigkeit und sorgt für die nötige Energie. Das ist eigentlich gut - solange die Energie verbraucht wird.


    Aber wenn Stress durch Angst entsteht (Gewitter, Feuerwerk) und der Hund flüchten möchte, das Gehirn reagiert und Stresshormone ausschüttet, aber der Hund nicht flüchtet, sondern in einer Ecke liegt und sich versteckt, dann kann dieser Stress auf Dauer krank machen, weil der Körper ständig auf Hochleistung gefahren wird, aber die Energie keinen Kanal findet, wo sie sich verbraucht. Die Stresshormone beeinflussen dann das Cortisolund damit auch die Arbeit der Bauchspeicheldrüse und schlussendlich auch weiterer Organe, wie das Herz (darum erzeugt unguter Stress auch Krankheiten wie den Herzinfarkt).


    Stress ist eigentlich also nichts Ungutes, wenn die dadurch zur Verfügung gestellte Energie sich abbauen kann - und daraus resultiert dann auch meine Überlegung, ob es nicht besser ist, dem Hund den Energieabbau zu erlauben, anstatt ihn zur Ruhe zu zwingen?


    Natürlich wäre es grundverkehrt, einem Hund zu erlauben das Rudel zu hüten, sodass kein Hund mehr frei ist, seinen Weg zu bestimmen, weil der Hüter das unmöglich macht und alle reglementiert. Das ist dann schon nah an der Grenze zum Mobbing.


    Also lenkt man das Hüten in eine andere Richtung oder bietet dem Hund eine andere Aufgabe an. Dafür braucht er auch mehr Energie und ist - aber im positiven Sinn - auch erst mal gestresst, aber solange die Energie verbraucht wird, macht sie den Hund nicht krank.


    Um aber auf die Ausgangsfrage zurück zu kommen, würde ich den Unterschied zwischen Kontrollieren und Hüten nur darin sehen, dass das Kontrollieren so selbstständig geschieht, dass es eine konsequente Erziehung erfordert, es zu unterbinden, weil es ein vom Menschen unerwünschtes Verhalten ist. Das Hüten hingegen ist vom Menschen erwünscht und wird positiv verstärkt. Die Richtung ist also erst mal die Gleiche, aber für den Hund wird das Kontrollieren zum negativen Stress, weil es vom Menschen unerwünscht ist und der Hund damit auch keine Unterstützung vom Menschen erhält - im Gegenteil: Er wird dafür getadelt und fühlt sich unwohl. Fürs Hüten gibt es Lob, Unterstützung vom Menschen und im Endeffekt für den Hund das glückliche Gefühl, alles richtig gemacht zu haben - und dieser will to please zeichnet den Schäferhund ja schlussendlich aus.

    @Verbana


    Ich denke da gehen wir konform. Mir ist wichtig erstmal alles auf dem Jetzt-Stand medizinisch zu bringen und dann kann man alles zusammen mal betrachten und guckt was rauskommt und im Moment bin ich auch nicht für eine OP. Ich belese mich z.B. grad über die Heels-Therapie.

    Dann ruf unbedingt bei Heel an - die Tierärztin dort hat mich super gut beraten, als ich dort wegen einer Therapie für die Bommeline anfragte und half mir auch, noch ein Konstitutionsmittel für meinen Hund auszusuchen. Man ist ja selbst eher betriebsblind ;)


    Und um auf meine Freude bezüglich des "Hütens" zurück zu kommen. Ich würde nicht so begeistert sein, wenn ein junger gesunder Hund die Regierung über das Rudel übernimmt, aber ich würde momentan die Lebensfreude von Tula fördern und wer eine Aufgabe sucht, der denkt noch nicht ans Abtreten.


    Dass man ihr Verhalten in Bahnen lenken muss, die ihr und den anderen nicht schaden, also Tula nicht Stress bereiten und zu Streit mit den anderen führen, ist selbstverständlich und wird von der TE ganz sicher auch umgesetzt. Aber mich freute halt, dass Tula nicht außen vor bleibt und sich ins Leid zurückzieht. Ich finde, das ist eine sehr gute Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung ... auch wenn wir nicht mehr von vielen Jahren sprechen, weil Tula bereits eine Seniorin ist, aber sie kann Lebensqualität gewinnen und das ist wichtig und schön.

    Verbena


    Edit: Finde ich aber ganz spannend das du auch gezüchtet hast, vor allem Pferde! Welche Rasse wenn ich fragen darf? (Ich hoffe ich habe es nicht überlesen). Ein Pferd ist auch schon so lange ein so großer Traum von mir, aber das wird noch gaaanz lange dauern bis ich dazu komme, da will ich wirklich gefestigt sein und einen Standort haben bei dem ich länger bleibe. Meine Schwester hat ein Island Pony und mein Traum Pferd wäre ein Haflinger aus einer Kaltblut Linie, da laufen im Osten ganz viele rum, so schöne Tiere sind das!

    Nicht dass wir nun in Deinem Faden mal wieder ins Off Topic abschweifen, weil wir das ja alle sehr gut können ;) , aber ich habe Trakehner gezüchtet. Wobei ich dem Trakehner Verband nicht immer ganz treu war, denn zum einen lebe ich hier ja im Oldenburger Pferdehochzuchtgebiet und hatte auch Oldenburger Deckhengste (hier nennt man das Alibihengste, weil man die Eintragung der Trakehner Hengste im Oldenburger Verband nicht ganz so tuer bezahlt, wenn man auch Oldenburger Hengste besitzt ;) ). Der Grund dafür, dass wir auch mit Oldenburger Brand züchteten, lag darin, dass ich mein Herz an die "Bunten" verloren hatte und mein Hengst Charming Irco ein rappgescheckter Westfale war, der bei den Züchtern sehr beliebt war und hier schätzt man das gekrönte O auf dem Hinterschenkel doch sehr und nutzt lieber Hengste, die im Verband zugelassen sind. Wir hatten neben der Zucht auch eine Besamungsstation und zeitweise bis zu 12 Hengste auf Station. Unser Star war aber Sambuco B - er war einer der besten Scheckhengste und musste leider viel zu früh von der züchterischen Bühne abtreten ... eine schwere Kolik nahm ihm sein Leben mit 12 Jahren und ich glaube, der Anruf aus der Klinik, dass wir einen Entscheid treffen müssen und nicht mehr die Zeit haben, uns von unserem Pferd zu verabschieden, war einer der dunkelsten Momente in meinem Leben.


    Züchten heißt leider auch Abschied nehmen können und das ist für mich immer schwerer geworden. Darum habe ich 2009 die Zucht eingestellt und nun nur noch zwei Hengste, die nicht mehr decken und sechs Stuten, die von unserer Zucht übrig blieben.


    Aber das erste Pferd unserer Tochter war auch ein Haflinger und eine Freundin von mir hat sogar drei Hafis (oder Haferschlinger ;)) und die älteste ist nun 30 Jahre alt. Ich mag die Blonden auch sehr :thumbup: Bei uns um die Ecke wurden übrigens auch lange Islandpferde gezüchtet, die ich dann hier immer angeritten oder für Schauen vorbereitet habe. Ich gebe aber zu, dass mir drei Gänge durchaus reichen und die Fünfgänger so ein Feintuning benötigen, dass auch ich mich manchmal überfordert fühle.


    Ich habe aber auch ein Faible für die Dicken und verstehe Dich gut, dass Du Dich in so ein Pferd verlieben könntest und ich drücke Dir alle Daumen, dass Du Deinen Traum vom eigenen Pferd in absehbarer Zeit leben darfst.


    Zu Deiner Frage bezüglich des Problems, wenn der Züchter erst nach vier Wochen damit beginnt, seine Hunde "zu verteilen", sehe ich natürlich beide Seiten und ich verstehe Dich sehr, sehr gut. Das Problem ist halt, dass 8 Wochen eine kurze Zeit sein können und vier Wochen sind noch knapper, denn wenn die Welpen geboren werden, sind sie ja zuckersüß. Ich bekam jedes Mal einen Zuckerschock, wenn ich von Bommelines Züchterin wöchentliche Fotos bekam.


    (Bommeline 18 Tage alt)



    Ihr Problem war aber auch, dass sie eigentlich immer zu lange wartete, bis sie den Interessenten eine Zusage gab und so suchten sich dann manche Leute in den Wochen des Wartens einen anderen Welpen aus und wenn die Welpen dann 12 Wochen alt waren, gab es meistens zwei oder drei, für die es dann keinen Interessenten mehr gab und so hatte die Züchterin in Höchstzeiten 18 Leonberger rumwuseln und gab dann immer mal wieder zweijährige Rüden ab, wenn die sich in der Gruppe nicht mehr mit den anderen Hunden arrangieren konnten - so kam ich zu meinem ersten Leorüden Müsli.


    Man kann natürlich dagegen halten, dass Leonberger nicht so gesucht sind und es darum schon schwieriger ist, für einen Wurf mit acht Welpen die passenden Besitzer zu finden (die Züchterin war und ist sehr, sehr anspruchsvoll) und da ist es sinnvoll, schon frühzeitig Zusagen an Interessenten zu geben, damit man dann wirklich alle Welpen, die ein neues Zuhause finden sollen, auch verkauft, bevor sie eben den Zuckerschock-Effekt verloren haben.


    Bei den Schäferhunden ist die Nachfrage nach Welpen sehr viel größer - wobei es aber auch viel mehr Schäferhund-Züchter gibt, als Leonberger Züchter und insofern würde ich vermutlich, wenn ich einen Wurf Welpen hätte, auch nicht zu lange zögern, wenn die Nachfrage groß ist und ich genügend Interessenten habe, denn das Problem ist ja, dass nicht jeder Interessent dann wirklich auch ein potentieller Käufer sein muss. So herzlos das klingt, aber wenn ein Züchter sagt: "Weg ist weg und hat definitiv ein neues Zuhause", kann ich das verstehen, denn wenn man sich auf die Interessenten verlässt, die den Hund mit vier Wochen aussuchen und die springen dann doch noch ab, behält man den Welpen vielleicht viel länger, als es einem lieb ist, weil man ja allen anderen Interessenten absagte und die sich auch anderweitig umschauten und woanders kauften.


    Du hast aber trotz allem mein vollstes Verständnis für Deine Unzufriedenheit mit dem Züchter - wobei ich sicher bin, dass Dein schöner Weißer zu Dir fand, weil er einfach bei Dir landen musste und darum ist es ja gut, dass Du keinen Welpen von dem Züchter, dem Du eigentlich vertrautest, genommen hast.


    Ich will auch um Gottes Willen niemandem raten, Hunde, Pferde und Katzen so auszusuchen, wie ich es tue. Wenn man ein bestimmtes Profil hat, in das der Hund passen soll, dann ist es natürlich sinnvoll, dass man den Hund findet, bei dem man nahezu sicher ist, dass er alle Ansprüche erfüllen kann oder können wird.


    ... oder um ein Pferdebeispiel zu bringen: Wenn ich ein S-Dressurpferd mit Grand Prix-Veranlagung suche, werde ich mir kein Shire Horse aussuchen, sondern bei den "üblichen Verdächtigen", aus deren Talentschmiede immer wieder Pferde fürs große Viereck stehen, nach dem passenden Pferd schauen.


    Das ist bei mir natürlich auch die Vorgabe beim Hund. In mein Wunschprofil sollte er schon passen.


    Welchen Welpen ich dann aber aus dem Wurf nehme, bleibt der Herzensentscheid, denn ich glaube, dass man irgendwie das anzieht, das passt.


    Und wie ich schon schrieb: Sowohl die Bommeline, als auch Chia sollten eigentlich gar nicht verkauft werden und fanden dann trotzdem zu mir ... vielleicht ist es eben eine Art magische Anziehung, die mich mit meinen Hunden zusammenführte.


    Am Verrücktesten war eigentlich die Geschichte, wie ich zu Joe kam.


    Im Jahr 1996 gab es ja vor allem den LSVD, in dem Langhaarschäferhunde gezüchtet wurden. Aber als ich bei der Dame anrief, die das Zuchtbuch leitete und nach einem Rüden fragte, gab es eigentlich bundesweit nur eine Züchterin, die noch drei Rüden hatte - alle anderen waren schon vergeben oder es waren nur Hündinnen im Wurf.


    Ich rief also die Züchterin an einem Samstag an und sie meinte, dass am Sonntag mehrere Interessenten für die Welpen kämen und sie eigentlich denkt, dass dann alle vergeben sind. Ich wusste also, dass ich jetzt JA! sagen muss oder das Risiko eingehe, dass kein Welpe für mich übrig bleibt. Also sagte ich ihr, dass ich definitiv einen Welpen nehme. Wobei das Problem war, dass mein Mann Micha eigentlich ein Limit von 800 Mark für den Hundekauf gesetzt hatte und die Welpen sollten 1300 Mark kosten.


    Nun war es nicht so, dass wir nicht auch 1300 Mark hätten bezahlen können, aber ich habe einen Ehemann mit Prinzipien und so überlegte ich schon fieberhaft, wie ich ihm nun beibringe, dass ich einen Welpen für 1300 Mark gekauft hatte, von dem ich nichts wusste und den ich nicht mal aussuchen konnte denn der Deal mit der Züchterin war: Ich nehme den Welpen, der übrigbleibt, weil ich ja von Samstag auf Sonntag keine Anzahlung leisten konnte (Paypal gab es da noch nicht und Bilder per Email schicken ging auch noch nicht).


    Am Montag passierten dann zwei Dinge: Zuerst kam die Post und brachte mir einen Bescheid für eine Steuerrückzahlung in Höhe von ... tadddaaaaa! 1300 Mark!!! Damit hatte ich Michas Zustimmung, denn wenn man schon das Geld für den Welpen auf so eine kuriose Art "geschenkt" bekommt, dann beeindruckt das sogar meinen Mann und er sagt ja.


    Und dann kam der Anruf von der Züchterin, dass zwei Welpen umgehend neue Besitzer gefunden hatten, aber sich irgendwie keiner für den Dritten interessierte, obwohl der eigentlich der Schönste wäre. Ihr Fazii: "Der muss zu Euch!"


    Zwei Wochen später übernahmen wir Joe bei einer LSVD-Schau in Schaffhausen und als er aus dem Wohnmobil kletterte und auf mich zulief wusste ich, dass er "mein" Hund ist. Ich hatte 13,5 Jahre keinen schlechten Moment mit ihm.


    Nenn es "göttliche Fügung" oder Schicksal oder wie auch immer, aber wenn man sein Herz öffnet, nimmt der Passende die Einladung an und hüpft hinein.


    Ich weiß natürlich, dass Du Dir ein bisschen Sicherheit wünschstest, nachdem die Erfahrung mit Davo eine so unsagbar Traurige war und Dich hart prüfte. Aber - und so verrückt das klingen mag - wenn man alleine dem Verstand die Entscheidung überlässt, dann wird es schwerer, dass der Hund ins Herz einzieht, als wenn das Herz entscheidet. Vielleicht ist es bei manchen Menschen, die sich aus rein sportlichen Gründen für einen Hund entscheiden, nicht ganz so wichtig, ob das Herz ja sagt, solange der Verstand einverstanden ist, aber wenn man ein Familienmitglied sucht, dann muss man es lieben können - da gebe ich Dir auch Recht. ob der Hund aber allen Ansprüchen gerecht wird, darüber entscheidet nicht nur die Genetik, sondern auch die Umstände der Aufzucht, die Erziehung und ob man dem Hund verzeihen kann.


    Das Gleiche gilt für Pferde ... ich habe einmal ein Pferd gekauft, das in mein sportliches Profil passte, aber es konnte mir nie ins Herz galoppieren, obwohl es alles richtig machte. Ich konnte mich nicht in ihn verlieben und habe ihn dann an eine junge Frau verkauft, die bei seinem Anblick so verliebt war, dass sie ihn in einer Blitzaktion kaufte.


    Wer nicht liebt, kann nicht verzeihen.


    Und so ist noch jeder Hund, den ich mit dem Herzen aussuchte, der perfekte Hund für mich geworden ... auch wenn ich schon einen Tag nach der Geburt ja zu ihm sagte.


    Vielleicht habe ich in all den Jahren meines Lebens die Erfahrung machen dürfen, dass man noch so gut planen und vorbereiten kann und dann doch alles anders kommt, weil passiert, was passieren soll und darum lasse ich es passieren, wenn es sich gut anfühlt. Aber ich respektiere auch, wenn jemand es anders macht und freue mich, wenn es trotzdem klappt.


    ... und schlussendlich hast Du Dein neues Glück gefunden und das ist das Wichtigste - für Dich und für Deinen Hund.

    Ich gebe zu, dass ich ein totaler Bauchmensch (oder Herzensmensch) bin und sowohl meine Bommeline, als auch Chia am ersten Lebenstag aussuchte, als ich die Fotos bekam und man die Welpen wirklich nur anhand der Bändchen voneinander unterscheiden konnte.


    Allerdings waren eigentlich beide Hündinnen auch die Favoriten der jeweiligen Züchter und sollten eigentlich bleiben und nicht verkauft werden.


    In beiden Würfen gab es auch nur zwei Hündinnen und so standen wir vor der Wahl, dass wir zur Not eben die andere Hündin nehmen müssten oder absagen. Wir sagten zu, aber beide Züchter wollten auch keine Anzahlung, obwohl wir das anboten und auch absolut in Ordnung gefunden hätten, sogar den gesamten Kaufpreis zu überweisen.


    Hier muss ich aber einschieben, dass ich ja Pferde gezüchtet habe und auch ab und zu mal einen Wurf Kätzchen hatte (nicht von unseren Katzen, sondern von einer fremden Katze, die bei uns ihre Kitten gebar, sie hier aufzog und dann wieder verschwand, bis sie dann tragend zurückkam), die ich dann gegen eine Schutzgebühr abgab.


    Über die Ausreden der Leute, die kurz vor der Abholung des Pferdes oder des Kätzchens wieder absagten oder erst gar nicht wie vereinbart kamen, könnte ich Bücher schreiben.


    Das Problem, was ein Züchter dann ja hat ist, dass er sich darauf verlassen hat, einen Käufer für sein Tierkind gefunden zu haben und es in diesem Wissen auch aufzieht. Nun ist das Kätzchen dann 14 Wochen alt, das Fohlen sechs Monate alt, der Welpe 10 Wochen alt und dann kommt plötzlich die Absage des Käufers und man muss plötzlich wieder einen Käufer finden ... nur sind die Tiere dann nicht mehr so niedlich und die meisten Käufer suchen ja Tierbabys und keine jugendlichen Tiere. Dabei hatte man vielleicht fünf Anfragen, bevor man die Zusage gab, aber die fünf Leute, die Wochen zuvor anfragten, haben nun auch woanders gekauft und prompt muss man das Tier im schlimmsten Fall eben doch behalten.


    Für mich ist es darum kein Problem, wenn ein Züchter eine rasche Zusage von mir erwartet, denn wie ich schon schrieb: Ich habe meine Tiere immer mit dem Herzen ausgesucht und nicht nach ihrem Fell, ihrer Farbe oder ihrer Größe ... wenn es vom Herzen passt, dann passt alles.


    Ich weiß natürlich, dass wenn man ein Tier unter sportlichen Nutzungsaspekten kauft, man auf andere Dinge achtet, als auf Farbe, Größe und Fellbeschaffenheit. Hat ein Tier aber Papiere, kann man durchaus auch ein bisschen aus den Ahnen schlussfolgern, ob das Tierkind ins Wunschprofil passen könnte.


    Um auf "unsere" Züchter zurück zu kommen, erhielt ich bei der Bommeline nach ca. sechs Wochen eine Email der Züchterin, dass wenn ich das Fräulein "Rosa" haben möchte, sie eben das Fräulein "Pink" behält. Ich weiß nicht, was den Sinneswandel herbeiführte, aber ich freute mich riesig und die Bommeline war für mich der perfekte Hund.


    Bei Chia meinte der Züchter, dass der Wurf an sich schon recht einheitlich wäre und die Hündinnen sich kaum voneinander unterscheiden. Auch charakterlich seinen sie einander sehr ähnlich. Trotzdem hatte ich irgendwie von Anfang an mein Herz an Chia verschenkt.


    Als wir unser Hundekind dann endlich abholen durften, stellte uns der Züchter beide Hündinnen vor und während Chias Schwester die ganze Zeit an ihrer Mutter hing, wuselte Chia ständig um uns herum und lief dann mit Micha zum Parkplatz, als der die Mitbringsel für die Züchter aus dem Auto holte. Der Züchter meinte dann, dass er eigentlich genau die Hündin für sich behalten wollte, aber er das Gefühl hat, dass sich der Hund bereits entschieden hat, wo er leben möchte und dann fragte er uns, welche wir denn lieber mitnehmen wollten und da ging mir das Herz auf, weil ich wusste, dass Chia der perfekte Hund werden wird.


    Ich habe es nie bereut, mich schon nach der Geburt für einen Welpen entschieden zu haben. Gut - bei Bommeline kannte ich die Mutter, deren Eltern, Bommelines Vater und seine Eltern persönlich und wusste, dass egal was bei der Anpaarung rauskommt, ich mit einem der Welpen glücklich werde.


    Bei Chia war ich im ersten Augenblick, als ich ein Foto bekam, schockverliebt.


    Vielleicht ist es naiv, sich einen Hund auszusuchen, so wie ich es tue, aber ich glaube, man bekommt immer den Hund, den man braucht und der zu einem passt, wenn man seinem Bauchgefühl folgt.


    Wenn es dann bei einem Züchter nicht passt, sollte das halt nicht sein und es kommt was Passenderes.


    Allerdings erfuhren wir bei Chias Abholung von den Züchtern auch, dass am Tag, bevor wir kamen, ein Käufer vom Kauf zurückgetreten war und somit ein Rüde wieder zum Verkauf stand (zum Glück siegte in dem Moment mein Kopf, denn Micha meinte schon, dass wir den vielleicht auch gleich mitnehmen sollten).


    Ich hätte mich wohl an der Stelle des Züchters geärgert, aber der meinte nur, dass er genügend Interessen auf der Warteliste hat und er auch für den kleinen Rüden den passenden Menschen findet. Ich hingegen hatte schlussendlich 38 Pferde und 10 Katzen, weil ich den Fehler beging, Interessenten zu vertrauen, die dann doch noch einen Rückzieher machten, als es darum ging, das Tier zu bezahlen. So bleiben dann einige derer, die eigentlich verkauft werden sollten, bei uns. Und das ist der Grund, warum ich mich immer gewehrt hatte, Hunde zu züchten ... ich hätte da garantiert mindestens acht Hunde ;)


    und noch ein kleiner Nachtrag: Unser Lieschen kam ja im Tierheim zur Welt, nachdem die tragende Schäferhündin am Tor angebunden worden war. Eine Freundin meiner Mutter arbeitete damals ehrenamtlich in diesem Tierheim und erzählte meiner Mutter, dass gerade 9 Welpen geboren worden waren und als meine Mutter mir das erzählte, sind Micha und ich am gleichen Tag noch zum Tierheim gefahren und haben uns aus dem Wurf unser Lieschen ausgesucht und auch gleich bezahlt ... und wir waren 15 Jahre glücklich mit ihr.

    Für mich verlieren dadurch viele Krankheiten ihren Schrecken und man fühlt sich irgendwie dann auch oft nicht mehr so machtlos

    Vor allem kann man vielen TA auch mal helfend unter die Armen greifen. :)

    Autsch ... Du bist aber böse :P Aber bei manchen Tierärzten fragt man sich durchaus, wie sie ihren Studienabschluss geschafft haben, weil sie immer nur drei Medikamente verwenden: Antibiotika, Schmerzmittel, Entzündungshemmer. Über diesen Tellerrand existiert vermutlich kein Fachwissen.


    Ich habe den Vorteil, dass unser Tierarzt uns schon fast 25 Jahre lang begleitet und weiß, dass ich Tierheilpraktikerin bin und gerne auch alternative Behandlungwege gehe. Wir besprechen das dann aber auch und finden zusammen den besten Weg für den Hund oder die Katze. Mein Pferdetierarzt schickte mir sogar schon Patientenbesitzer, weil er sagt, dass die Allopathie manchmal an ihre Grenzen stößt und die Naturheilkunde dann noch Wege findet, über die ein Mediziner oft einfach ungenügend informiert ist. Sein Motto ist dann: "Wer heilt, hat Recht".


    Nicht zuletzt arbeitet der Tierheilpraktiker ganzheitlich - schließt also auch Geist und Seele in seine Behandlung mit ein, denn krankt die Seele, krankt auch der Geist und der Körper zeigt das mit Symptomen. Darum habe ich auch ein Motto: "Heilen heißt, die Gedanken in die Freude zu lenken" - Freude ist eine positive Energie, Krankheit ist eine negative Energie. Wo also das Positive überwiegt, wird das Negative kleiner und manchmal wird es so klein, dass man von einem Wunder spricht.


    Vermutlich würde ich bei diesen Befunden auch eher palliativ behandeln und die OP nicht in Erwägung ziehen. Gewiss kann man mit der OP die Hoffnung verbinden, dass man vielleicht zwei oder drei Jahre gewinnt und auch ich habe mich bei meinem Lieschen für eine Gebärmutterentfernung entschieden, als die entzündet war und ich entscheiden musste, ob ich einen 12 Jahre alten Hund noch operieren lasse. Der Tierarzt war aber der Meinung, dass das Lieschen das Herz eines fünfjährigen Hundes hat und so fit ist, dass sie die Op sehr gut überstehen kann. Lischen gewann drei Jahre und wurde 15 Jahre alt.


    Aber es war eben "nur" eine Gebärmutter-OP. Bei einer tumörösen Veränderung der Milz und einer damit verbundenen Entfernung des Organs, gewinnen die meisten Hunde rund 3 Monate ... wenn dann noch ein Problem mit den Atemwegen dazu kommt, sowie Leishmaniose und Babesiose und Tumore an der Milchleiste, würde ich eine so große OP, vor der ja auch noch das Abklären im MRT inklusive Narkose steht, vermutlich nicht mehr einplanen und dem Hund auf naturheilkundlichem Weg versuchen, die Lebensqualität zu erhalten.


    Last but not least sind manchmal 6 Monate im Glück, Geborgenheit und mit liebevoller Fürsorge ein größerer Gewinn für einen Hund, als 15 Jahre als Hofhund an der Kette oder als Vermehrerhündin, die nie Liebe und Fürsorge erfährt.


    Bitte missversteht mich nicht. Ich kämpfe immer so lange mit meinem Tier, bis es nicht mehr kämpfen mag und ich verwende alle Energie, solange das Tier die Kraft und die Lebensfreude hat und diese Energie dankbar annimmt. Aber als bei Anka ein geplatzter Milztumor diagnostiziert wurde und unsere Tierärztin zur Euthanasie riet, wusste ich, dass auch Anka lieber in Herrchens Armen für immer einschlafen möchte, als in fremder Umgebung, ohne ihr Herrchen, auf einem kalten OP-Tisch, weil sie nicht mehr aufgewacht wäre.


    Vielleicht teilt nicht jeder meine Meinung und viele sagen, der Hund merkt es ja nicht, wenn er in der Narkose stirbt und einfach nicht mehr aufwacht ... aber auch ein Hund hat ein Unterbewusstsein, das in der Narkose wach bleibt und spürt, wer da ist und wer fehlt.


    Insofern möchte ich - wenn es möglich und absehbar ist - bis zum letzten Atemzug bei meinem Hund sein und ihn meine Nähe spüren lassen, damit er sich auch am Ende des Weges geborgen fühlen darf.


    Aber um nun auf die schönen Momente im Hundeleben zu kommen, freut es mich zu lesen, dass Tula ihre Pödel-Freunde zu hüten versucht, denn solange sie noch Aufgaben übernimmt, hat sie auch nach wie vor Lebenfreude und die ist die beste Grundlage fürs Fitbleiben.


    Kuschel die zauberhafte Tula ganz fest von mir.

    Oh nein ... sie lässt aber auch gar nichts aus.


    Wobei ich Kontakt zu einer Kundin habe, die ebenfalls eine Pflegestelle hat und sich quasi auf Leishmaniose-Hunde spezialisiert hat. Sie schwört auf Chanca Piedra, auch bekannt als "Steinbrecherkraut".


    Spondylose hatte mein erster Langhaarrüde auch - er ist trotzdem über 13 Jahre alt geworden und konnte bis zum Schluss immer noch kleine Runden laufen.


    Sicher ist die Anhäufung von gesundheitlichen Baustellen ein ernüchternder Befund, aber es ist trotzdem so schön zu lesen, dass sie trotzdem Lebensfreude hat und es genießt, von Dir umsorgt zu werden ... und Bällchenspielen konnte sie wahrscheinlich in ihrem alten Leben nie. Wie schön, dass sie sich jetzt dafür begeistern darf.