Dimi27 Die Vorliebe für Fellchenschuhe würde Chia durchausmit Romeo teilen, aber weil ich das weiß, verstecke ich die gut vor ihr
Aber die Kabel von meinen Heizsohlen hatte sie mir letzten Winter auch abgefressen und meine neuen Heizsohlen sind nun auch gesichert, damit ich mal einen Winter durchgehend warme Füße haben darf.
Das große Feld ist auch Chias beste Auspowergelegenheit - zumindest von dem Moment an, wo es abgeerntet wurde, bis dann wieder Getreide darauf wächst. Aber die Zeit, in der wir es zum Rennen nutzen können, nutzen wir es gerne - es gehört aber auch unserem Nachbarn und wir haben die Erlaubnis, die Hunde drüber flitzen zulassen.
Im Grunde freue ich mich ja auch über Hundebegnungen, aber wie Du schon schreibst: "Hausfrauen-Gassiputzis" - die sind wirklich anstrengend, denn entweder rennen ihre Hunde ohne Leine ungebremst in meine Hunde, aber wenn ich die dann laufen lasse, gibt es Geschrei, denn die Hunde der Hausfrauen tun ja nix, aber meine schreddern aus deren Sicht wohl täglich einen Pudel und einen Dackel zum Frühstück.
Es gibt auch Leute mit Kleinhunden, die ich gerne treffe, weil sie einfach trotzdem viel Hundeverstand mitbringen und die Begegnungen damit auch immer entspannt und freundlich ablaufen - meistens geht man dann sogar auch noch ein Stück zusammen und unterhält sich angeregt.
Gestern haben wir auch wieder die Huskies getroffen. Darüber bin ich auch nie böse, denn Stefanie, ihr Mann und ihre Tochter sind wirklich sehr sympathisch und sie betreut als Pferdephysiotherapeutin auch meinen Moppelspanier.
Uns ist aber Beiden daran gelegen, dass die Begegnung unserer Hunde zivilisiert abläuft und darum nehmen wir erst mal alle an die Leine, bevor wir aufeinander treffen.
Gestern hatte ich Chia schon angeleint und nestelte noch an Benes Halsband, um den Haken in den Ring zu fummeln, als mir Chias Leine aus der Hand rutschte. Dass die Chaosfürstin so eine Gelegenheit nicht ungenutzt verstreichen lässt, war klar und so schoß sie auch im ICE-Tempo los. Mein erstes "Hier!" verhallte noch ungehört und eigentlichversuche ich ja derzeit, jedes Kommando nur einmal zu geben und den Hund dann nachdenken zu lassen, bis er mir das Gewünschte anbietet und ich belohnen kann.
In der Situation, in der Chia allerdings auf drei Menschen und drei Hunde zuschießt, ist es unwahrscheinlich, dass sie noch Zeit darauf verschwendet, darüber nachzudenken, was ich wohl von ihr wollen könnte. Also brüllte ich das zweite "Hier" hinter ihr her und ... das Wunder geschah! Chia haute die Vierfußbremse rein wie ein Reiningpferd im Slidingstop und warf sich dann um 180 Grad geschmeidig um ihre Achse in meine Richtung - also ein perfektes Rollback! Ich zog kurz in Erwägung, das zu einem Westerntraining für Hunde auszubauen, aber dann fiel mir auf, dass es das schon gibt und sich Curving nennt.
Ich kam allerdings nicht so richtig dazu, meinen folgsamen Hund gebührend zu feiern, denn Ari, die jüngere Huskyhündin, brüllte Chia hinterher und das kann sich die Chaosfürstin natürlich nichtgefallen lassen. Also Gebell auf beiden Seiten. Als wir uns dann gegenüberstanden, meinte Stefanie, dass wir die Hunde doch eigentlich loslassen können, weil wir ja schon häufig zusammen gelaufen sind.
Im Grunde fand ich die Idee auch sehr gut. Das Problem war aber, dass sich Ari und Chia schon ziemlich hochgeheizt hatten und da erstmal ganz viel Energie explodierte, die sich dann in einem kleinen Zickenkrieg entlud.
Das war auch kein Drama, denn im Grunde ist es auch nicht mehr als Gebrüll, aber Bene fand, dass Chia sich in höchster Gefahr befindet und sie da unbedingt eingreifen muss, um ihre Freundin zu retten ... also musste ich erst mal Bene zwischen den beiden Jungspunden rauspflücken, denn sonst wäre aus der Kabbelei vielleicht doch noch Ernst geworden.
Nachdem sich Ari und Chia aber dann auch entschieden, lieber zusammen Spaß zu haben, als sich zu streiten, wurde es richtig harmonisch ... wobei Chia aber auch schnell wieder anfing, die Huskys zu hüten, weil die sich aus ihrer Sicht zu weit vom Rudel entfernten. Stefanie fand das eigentlich gut, dass Chia dafür sorgte, dass die Huskys in der Nähe blieben und nicht zur Jagd blasen konnten (ich glaube, ich hatte mal geschrieben, dass die Beiden bei einem gemeinsamen Spaziergang abzwitscherten und wir sie dann fast eine Stunde suchten, bis sie wieder auftauchten), aber ich versuche gerade, solch unerwünschtes Verhalten konsequent zu unterbinden.
Wir liefen dannnoch ein Stück zusammen und die Hunde waren dabei auch sehr entspannt.
Gestern habe ich dann noch eine ganz zauberhafte Beobachtung gemacht, die mich wirklich ganz arg berührte:
Chia frisst ja nach wie vor eher zögerlich und hin und wieder lässt sich auch die getrocknete Hühnerbrust liegen, die ich den Hunden nach dem Laufen gebe. Bene weiß das und wartet darum schon darauf, dass Chia aufsteht und weggeht, um sich dann auch noch Chias getrocknete Hühnerbrust einzuverleiben.
Gestern war das auch so. Chia stand von ihrem Bett auf und ging weg. Bene visierte das Leckerchen an, stand ebenfalls auf und schnappte zu, um dann mit der Hühnerbrust in der Flappe einen Ort zu suchen, an dem sie ihr Diebesgut in Ruhe auffuttern kann.
Allerdings kam ihr auf dem Weg dann Chia entgegen, der wohl einfiel, dass sie ja vielleicht doch ihr Leckerchen kosten könnte. Die Hoheiten standen sich also gegenüber: Bene mit dem Keks in der Flappe. Chia mit leicht empörtem Gesichtsausdruck. Und dann spuckte Bene doch tatsächlich den Keks vor Chias Pfoten. Chia fragte noch mal höflich nach, ob sie den nun wirklich nehmen darf und Bene drehte sich daraufhin um - "Nimm ihn, ist eh Deiner!"
Ich musste dann Bene noch ein Stück getrocknete Hühnerbrust geben, weil ich das so schön fand, dass sie Chia ihren Keks zurückgab, obwohl Bene diese Leckerei wirklich sehr liebt ... aber offensichtlich ist ihr doch tatsächlich die Freundschaft zu Chia wichtiger, als der Keks ... und das zu sehen, war einfachnur schön. ![]()