Verbena
  • Mitglied seit 14. August 2020
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Beiträge von Verbena

    Ich hatte bei meiner Frage nach einem stapazierfähigen Spielzeug von Waschbär den Tipp bekommen, es mit Torgawurzeln zu versuchen. Mit Kaffeeholz habe ich bislang keine Erfahrung, hatte dann auch mal ein Spielzeug aus Tau und Olivenholz zum Kauf erwogen und verworfen, weil ich mir nicht vorstellen konnte, dass es einem Hund Spaß macht, auf einem relativ geschmacklosen Holz herumzukauen.


    Nach dem Tipp mit der Torgawurzel habe ich die dann aber bestellt und tatsächlich wird sie bei uns super gut angenommen und sie splittert nicht, schadet den Zähnen nicht und anscheinend schmeckt sie gut, wenn der Hund darauf kaut. Manche legen diese Wurzeln hin und wieder mal in Leberwurstwasser ein, aber das war bei uns nicht nötig.


    Als Lyssi damit begann, an der hölzernen Bettkante unseres Ehebettes zu nagen, bot ich ihr auch eine Torgawurzel an und die nahm sie auch sofort und raspelte sie bis auf ein kleines Reststück im Laufe ihres kurzen Lebens ab.


    Insofern würde ich also eher kein Kaffeeholzexperiment wagen, sondern eher gleich eine Torgawurzel kaufen.

    Ich denke, es gibt natürlich viele Argumente, die für einen Hund aus einer dem VDH angeschlossenen Verbands-Zucht sprechen und im Grunde gebe ich auch allen Recht, die dafür plädieren, nicht von einem Dissidenz-Züchter zu kaufen.


    Mein einziges Gegenargument sind wohl aber immer meine Leos, von denen zwei aus einer der angesehendsten Zuchten stammten. Die Züchterin Tierärztin, Zucht- und Schaurichterin. Hat selbst durchschnittlich 10 eigene Hunde mit denen sie auch mal nach Paris zu einer Welthundeausstellung fährt, um mindestens den BOB nach Hause mitzunehmen. Die Wurfschwester meiner Bommeline hatte den zweiten Geburtstag noch nicht gefeiert, da war sie bereits VDH-Jugend- und VDH-Champion. Sie legte eine Körung mit weit über 100 Punkten hin und war frei von allen Erbkrankheiten und selbstverständlich auch HD A, LPN1 und 2 negativ, ED0 und auch ohne Beanstandung bei der Untersuchung des LÜW, dem Ausschluss von DCM und was immer die Gesundheit eines Hundes beeinträchtigen könnte.


    Die Welpen haben ein kleines Paradies dort und der Zwinger genießt im Verband sehr hohes Ansehen. Die Welpen werden in alle Länder verkauft und mehrere Hunde fanden auch den Weg in die USA.


    ... und trotzdem ist keiner meiner beiden Hunde aus dieser Zucht älter als sechs Jahre geworden und die Bommeline hat all das nicht davor geschützt, dass sie Knochenkrebs bekam.


    Was ich damit sagen will ist, dass man natürlich bemüht sein sollte, möglichst viele Risiken im Bezug auf die Zucht, das Wesen des Welpen, seine Gesundheit und die Aufzucht zu minimieren, aber eine Garantie auf einen wesensfesten Hund, der gesund alt wird, kann einem kein Züchter geben.


    Die erste Hündin, die Micha und ich zusammen aussuchten, war ein Mischling aus DSH und Collie. Sie wurde im Tierheim geboren und von uns im Alter von acht Wochen abgeholt. 15 Jahre lang hat sie uns begleitet und bis auf ein paar Alterszipperlein und eine Gebärmutterentzündung im Alter von 12 Jahren, war sie gesund. Sie hatte ein wunderbares Wesen, war leichtführig und schenkte mir den Gehorsam, obwohl ich damals mit einem Baby, einem Halbtagsjob, den 3 Pferden und einem großen Haus mit Garten nicht so viel Zeit für die Ausbildung meines Hundes hatte.


    Ihre Mutter war vor dem Tierheimtor angebunden worden, hochschwanger und mit einem Zettel am Halsband, dass die Welpen von einem Collierüden gezeugt wurden. Ob die Eltern Papiere hatten oder gesund waren, wusste niemand. Aber ich weiß von drei der Geschwister meines Lieschens, dass sie ebenfalls sehr alt wurden.


    Ich will nun auch gar nicht für den Kauf eines Welpen Werbung machen, der keine Papiere hat und dessen Züchter einen durchaus skeptisch stimmen dürfte, wenn man die Beiträge der Foris liest, die wissen, wo sie recherchieren müssen, um an züchterische Infos zu gelangen.


    Aber am Ende sprechen wir eben auch von einem Lebewesen das wir in unsere Familie aufnehmen und bei dem wir einen Teil seiner Entwicklung auch in unserer Hand halten. Ob wir mit einem Hund glücklich werden, ist nicht unbedingt nur von der Herkunft des Welpen oder seiner nachprüfbaren Genetik abhängig und Papiere von einem VDH angeschlossenen Verband geben nicht jede Sicherheit.


    Darum können wir dem TE gute Ratschläge mitgeben, unsere Erfahrungen teilen, Warnungen aussprechen, aber am Ende entscheidet er, wer bei ihm einziehen soll und so wie es aussieht, hat das Herz bereits einen der 10 Eisbärchen ausgesucht und darum wünsche ich JvG , dass der Welpe, der ihn ausgesucht hat, auch stets der Traumhund sein wird, den er sich erhoffte und der Zwerg gesund bleibt, steinalt wird und sportlich alle Erfolge erringt, die sich sein Mensch von ihm erhofft.


    ... und wenn es der Eisbär auf dem letzten Foto ist, der mit seinen Kirschenaugen so aufmerksam in die Kamera schaut, dann hätte ich mich wahrscheinlich auch in ihn schockverliebt und würde ihn auch ohne Papiere mitnehmen. :love:

    Ganz lieben Dank für Deine Zeilen :love:


    Es war ein wirklich tolles Erfolgserlebnis, auch wenn wir nicht so wirklich richtig glänzen konnten. Aber es ist gut, dass mir nun die Mankos bewusst geworden sind und ich nun beschämt feststellte, dass man durchaus auch zuhause ohne Trainer mit dem Hund arbeiten kann, aber wenn man 20 Jahre keinen Hundeplatz mehr betreten hat, dann sollte man dringend mal wieder unter Aufsicht trainieren, weil man eben doch das Schlampern anfängt, wenn nie jemand einen korrigiert., denn sonst steht der Hund nachher in einem schlechten Licht da, obwohl man ja selbst die meiste Schuld an den Fehlern trägt.


    Ich merke, dass ich teilweise ungenaue Kommandos gebe und meine Körpersprache nicht zu dem passt, was ich vom Hund erwarte und ich glaube, dass ich Chia falsch einschätzte.


    Mein Gedanke war ja stets, dass die Pöbelei mit ihrem Frust zu tun hat, wenn sie nicht zu den anderen Hunden hin darf. Das kann bei den Hunden, die sie gut kennt, auch so sein, aber heute fiel mir und der Trainerin auf, dass Chia eher unsicher und vorsichtig ist und somit vermutlich an der Leine pöbelt, weil sie fürchtet, sich nicht wehren zu können, wenn sie angegriffen wird. Also muss ich ihr mehr Sicherheit geben und ihr Vertrauen stärken, damit sie weiß, dass sie sich auf mich verlassen kann.


    Sie hat mich aber tatsächlich sehr überrascht, weil sie mich eben so gar nicht blamiert hat ... eher wohl ich sie ;)


    Ich hatte aber auch geahnt, dass sie vermutlich nicht mit Leckerchen zu motivieren ist, denn auch wenn man mir letzte Woche riet (ich hatte ja gefragt, ob ich am Samstag mit Lyssi und am Sonntag ausnahmsweise mal mit Chia kommen darf, obwohl wir coronabedingt in Gruppen auf Samstag oder Sonntag eingeteilt sind und bekam eine Ausnahmeerlaubnis), dass ich Chia am Tag vor dem Hundeplatz nicht zu füttern, damit sie richtig gierig auf die Leckerchen wird.


    Bei Chia ist es aber eher so, dass wenn sie mal einen Tag nichts frisst, sie dann gleich Probleme mit der Magensäure bekommt und dann erst recht nichts mehr nimmt. Darum bekam sie dann eben trotzdem ihr Frühstück, denn ich kenne ja meine Chaosfürstin: Wenn zuviele Eindrücke auf sie einstürmen, kann man sie weder mit Leckerchen, noch mit Spielzeug beeindrucken.


    Sie spuckte die Leckerchen dann auch aus, obwohl sie die sonst richtig gut findet und wenn ich nicht mal mit ihrem Ball und dem Hasenfelldummy ihr Interesse gewinnen kann, dann brauche ich ihjr auch nicht mit Leckerchen kommen. Das wäre auch so, wenn sie vorher drei Tage kein Futter bekommen hätte. Die Aufregung schlägt ihr auf den Appetit.


    Ich werde also in dieser Woche mal ausprobieren, ob ich irgendein Motivationsobjekt finde, das sie richtig super findet, um sie dann damit zu belohnen ... ich habe noch einen Quietscheigel, aber ich will ja auch die anderen in der Gruppe und ihre Hunde nicht mit meinem Gequietsche nerven. Also werde ich noch mal in mich gehen.

    Ob das eine angemessene Damengesellschaft für das Eisbärchen ist? Hmmmm ... ich bin sicher, zwei DSH-Mädels wären ihm lieber 8o

    Drängel nur, lieber Holger. Du warst ja auch zuerst mit Deinem Bericht und ich freue mich sehr zu lesen, dass das Experiment Hundepension soweit doch gut geklappt hat und er bis auf ein Drohen beim Einfangen ein honetter Gast war, der dann wohl auch wiederkommen darf, wenn der Umzug startet :thumbup:

    Erst einmal hoffe ich natürlich, dass Loki einen tollen Tag in der Hundepension hatte und Du lieber Holger ihn guten Gewissens dort lassen kannst, wenn es mit dem Umzug losgeht. Dann wünsche ich Dir natürlich auch, dass Du Dich im neuen Zuhause wohl fühlst und rasch ganz und gar dort ankommst. Die Stadt und die Umgebung passen ganz sicher zu Deiner Wanderlust und ich bin sicher, dass wir auch in Zukunft wunderschöne Landschaftsbilder zu sehen bekommen und und mit Dir freuen und Deine Touren genießen können ... ich mag ja am liebsten Bilder, auf denen auch das Eisbärchen mit drauf ist, aber schöne Gegend schaue ich auch sehr gerne ;)


    Und nun ein kleiner Hundeplatzbericht.


    Ich hatte ja schon so ein Gefühl, dass Chia auf dem Hundeplatz ganz anders sein wird, wie sie das auf unseren Spaziergängen im Revier ist.


    Kein Pöbeln, kein in die Leine steigen.


    Zwar hatten wir heute keine Glanzleistung absolviert, aber wir haben uns in der Junghundegruppe ganz gut geschlagen.


    Die Trainerin schaute sich Chia vor dem Training kurz an und meinte dann: "Die kann sofort mit in die Gruppe!"


    Richtig super war, dass Chia mich im Freilauf ständig suchte und die anderen Hunde gar nicht so interessant waren. Ein ganz neues erhabenes Gefühl machte sich da in mir breit, denn dass ich spannender bin, als eine Meute junger Hunde hätte ich nicht erwartet.


    Dann ging das Training los und da merkte man dann schon, dass Chia ein bisschen von der Rolle war und sich nicht so gut konzentrieren konnte, denn sie stand aus dem Platz immer wieder auf und nahm auch keine Leckerchen. Ich versuchte dann mit dem Hasenfelldummy zu belohnen, dann mit dem Ball, aber das war beides heute auch nicht so bedeutend für sie.


    Beim Fuß war sie super bei der Sache und hörte auf mein "Schau", das wir die letzten Tage geübt hatten. Beim Bleib hatten wir schon bei der Ablage ins Platz das Problem, dass Chia nicht liegen bleiben wollte. Die Trainerin sagte dann aber gleich, ich soll gar keinen Druck aufbauen, sondern einfach nur soviel mitmachen, wie Chia das zulässt und mit einer einfachen Übung abschließen, um ihr ein Erfolgserlebnis zu schenken.


    Freifolge war dann wieder super und sie war ganz bei mir ... nur das Wenden und Kehren brachte uns etwas aus dem Tritt ... aber das lag dann eher an mir und dem Problem des Rechts-Linksverwechselns. Zum Glück ging es nicht nur mir so und außer mir standen auch andere plötzlich vor dem Hund, statt neben ihm.


    Beim "Einkesseln" war Chia ein bisschen unsicher, als ihr alle so nah kamen und auch als sie der Hund in der Mitte war, fand sie das ein bisschen befremdlich. Aber sie duldete das trotzdem ohne Renitenz. Das Hier klappte wieder sensationell ... und da war ich dann auch wirklich super stolz, denn da gab es in unserer Siebenergruppe gleich drei Hunde, die diese Chance, mal loszuflitzen nutzten und auf das "Hier!" null Reaktion zeigten.


    Zwischendurch wurden die Hunde dann wieder zum Spielen geschickt und aus dem Spiel abgerufen - wieder eine Lektion, die Chia super sicher beherrschte und mich ein bisschen darüber hinwegtröstete, dass das "Bleib" und das "Platz" eher verunglückte und der Vorsitz dann kam, wenn sie um mich herum laufen und sich links neben mich setzen sollte, während sie sich statt in den Vorsitz dann neben mich hockte.


    Insgesamt war sie sehr abgelenkt und noch nicht wirklich so konzentriert. Ich merkte dann auch, dass sie müde und nölig wurde, als sie sich dann gar nicht mehr ins Platz legen ließ, sondern ständig aufstand oder sich ins Sitz zurück schummelte.


    Der Schwierigkeitsgrad war aber auch hoch, weil direkt neben dem Junghundeplatz zwei Fußballplätze liegen und die Hunde natürlich auch immer sehr interessiert sind, sich dem Rennen um den Ball anzuschließen. Chia wäre vermutlich auch am liebsten gleich mit rüber gerannt und hätte zu gerne mit den Jungs in den Trikots Bällchen gespielt.


    Es ist aber wohl auch ein Sichtschutz geplant ... wobei das eigentlich auch eine gute Gehorsamsübung ist, wenn die Hunde sich auf ihre Aufgaben konzentrieren müssen, wenn nebenan der Ball rollt und Leute hin- und herrennen.


    Übrigens wurde auch niemand von Chia angebellt. Sie bellte zwar, wenn sich beim Freiklauf zwei Hunde balgten und ging dann röhrend dazwischen, aber so ist sie halt, meine kleine Polizistin, die immer für Ordnung sorgen muss.


    Im Slalom um die stehenden Hundeführer kamen ihr die Hunde auch sehr nah - das war für sie absolut in Ordnung. Selbst als eine Border Collie Hündin sie im Vorbeilaufen anbellte, blieb Chia sehr gelassen und gab nicht einen Mucks von sich.


    Nach der Pause durften wir dann mit der Erwachsenenhundegruppe auf den ganz großen Platz und dann rannten ca, 30 Hunde miteinander über den Rasen. Ein Anblick, den wir alle sehr genossen haben. Chia hielt sich dann aber doch ein bisschen zurück und spielte lieber mit der Vizla-Hündin Ida, die auch ein bisschen schüchterner ist.


    In der Gruppe sind zwei Aussies, eine Border Collie-Hündin, ein Drahthaar Vizlar, ein Labrador und ein Kurzhaar Vizlar.


    In der Besprechung meinte die Trainerin dann auch, dass Chia ganz viel Potential hat, aber sie als eher unsicherer Hund noch mehr von meiner Unterstützung braucht. Tatsächlich habe ich sie heute auch als eher devot erlebt und insgesamt war sie eher zurückhaltend und froh, wenn ich sie an die Leine nahm.


    Wir sind aber alle sehr zuversichtlich, dass die nächsten Stunden dann auch immer besser laufen werden (falls ich das fleissig übe, nicht immer in die falsche Richtung zu kehren und wenden) und Chia auch mehr Selbstsicherheit gewinnt und nicht mehr so "von der Rolle" ist, wenn sie regelmäßig mittrainiert. Mir wurde sogar in Aussicht gestellt, dass wir dann wohl auch rasch in die Erwachsenenhundegruppe wechseln könnten und miut dem BH-Training beginnen.


    Ich glaube aber, dass ich uns da doch lieber noch etwas mehr Zeit gönne, denn ich habe heute wieder gemerkt, dass wir halt doch immer mal wieder Probleme mit der Basis haben, die nicht immer so sicher sitzt, wie das sein sollte.


    Zuhause und beim Laufen klappt ja in der Regel auch alles ganz gut, aber heute hatten wir doch deutliche Mankos in der Positionsarbeit - aber das kann man ja üben.


    Micha konnte ja von seinem Kaffetrinkbänkchen zuschauen und er fand, es hätte doch sehr gut ausgesehen ... nicht dass ich ihn für einen Profi in Sachen Hundesport halte, aber es tut gut, das von ihm zu hören, nachdem er ja schon unkte, dass der gute Ruf, den ich mir mit Lyssi erworben hatte, wohl durch Chia komplett ruiniert würde.


    Selbst mein Göttergatte stellte aber fest, dass Chia mehr bei mir war und insgesamt nicht so aufgedreht war, wie wir das erwartet hatten. Vor allem, weil meine ganz große Befürchtung war, dass sie mich ständig bellend und jaulend zu den anderen Hunden zerrt und das hat sie wirklich komplett gelassen. Die leine hing sogar immer ganz locker zwischen uns Beiden.


    Für mich wäre nun natürlich der allergrößte Erfolg, dass Chia durch ihre Hundeplatzerfahrung lernt, dass andere Hunde auch beim Laufen uninteressant sind und sie die genauso desinteressiert passieren lässt, wie sie das heute machte. Klar - heute war das schon ein bisschen Hardcore mit so vielen anderen Hunden zusammen zu kommen. Aber sie hat das ganz wunderbar gemeistert.


    Allein das gibt mir mehr Sicherheit und mehr Gelassenheit, wenn uns wieder mal andere Hunde unterwegs begegnen, weil ich weiß, dass sie durchaus auch eine coole Socke sein kann.

    ... und genau darum ist mir so sehr daran gelegen, möglichst jeden Tag im Leben meiner Tiere mit ganz viel Glück zu füllen - damit sie ganz viel davon mitnehmen können, wenn sie auch früher gehen müssen, als es für uns in der Regel vorgesehen ist.


    ... und ja, das Vermissen hört nie auf. Diejenigen, die uns voraus gegangen sind, werden wohl immer fehlen und wenn wir an sie denken, dann möchte ich das gern mit einem Lächeln tun ... nur ist das auch nach Jahren nicht immer so leicht und man merkt manchmal, dass der Schmerz nicht ganz vergangen ist, sondern sich irgendwo in einem Herzkämmerlein gut versteckt hielt, bis wir ihm wieder einen Weg bahnen, sich uns wieder zu zeigen.

    Boss


    Du schreibst mir aus dem Herzen.


    Natürlich denke ich, dass es mir im Grunde fast lieber wäre, Chia schenkt mir im Alltag mehr Aufmerksamkeit, als dass sie auf dem Hundeplatz glänzt. Aber eigentlich muss sie sich eben auch unter Ablenkung bewähren und es nützt mir nichts, wenn ich stolz behaupten kann, dass mein Hund zuhause die BH-Prüfung problemlos bestehen könnte, aber jedwede Ablenkung zu vollkommener Ignoranz führt und ich um ihre Aufmerksamkeit buhlen muss, wenn sie etwas anderes spannender findet als mich ... und draußen bin ich dann sowas von unspannend, wenn uns andere Hunde begegnen.


    Mein erster DSH (der genau genommen meinem Exmann gehörte) war auf dem Hundeplatz ein Streber, aber wenn ich mit ihm laufen ging, war er manchmal wirklich kaum zu händeln. Der Gehorsam, den ich auf dem Platz abrufen konnte, war draußen einfach nicht von ihm zu erwarten. Damals wünschte ich mir schon, Hannibal würde mich lieber auf dem Hundeplatz blamieren und ein friedfertiger und gehorsamer Laufbegleiter sein, als umgekehrt.


    Bei Chia habe ich aber durchaus die Hoffnung, dass ich ihre Motivation und ihre Leistungsbereitschaft in Bahnen lenken kann, die mir überwiegend freudvolle Spaziergänge und Trainingseinheiten ermöglichen.


    Konsequenz ist dabei absolut das Wichtigste, denn sie sucht darin die Sicherheit und ich denke, wenn sie weiß, dass sie sich auf mich verlassen kann, wird sie sich auch nicht mehr für meine Sicherheit verantwortlich fühlen und den Posten übernehmen, den ich bekleiden sollte.


    Das Bällchen bekommt sie derzeit auch zur Belohnung und zu meinem Erstaunen darf ich es nun auch aufnehmen und werfen. Bislang betrachtete sie ihren Ball als alleiniges Eigentum und versuchte ich ihn an mich zu nehmen, schnappte sie sich ihn sofort und floh mit der "Beute". Wenn sie ihn jetzt ablegt, wartet sie, ob ich ihn mir nehme oder ihr sage, dass sie ihn nehmen soll. Das lässt mich hoffen, dass die Richtung sich zum Positiven ändert und sie mich anders wahr nimmt.


    Ich habe zwar ein bisschen Lampenfieber vor der ersten Trainingsstunde im Verein, aber ich freue mich jetzt auch darauf ... auch wenn es sicher erst mal schwer wird, weil man mich ja nur mit Lyssi kannte.

    Ich dachte immer, dass es einen Unterschied macht, ob man einen so jungen Hund verliert, oder einen älteren, der schon viele Lebensjahre bei mir verbracht hat. Tatsache war, es tat genauso weh.

    Der Gedanke geht mir auch immer wieder durch den Kopf.


    Als wir nicht wussten, ob wir unser Benchen lebend vom Tierarzt nach Hause nehmen dürfen, schmerzte das unsagbar und die Erleichterung war immens, als wir sie dann abholen durften und die OP so gut verlaufen war.


    Als ich Lyssis leblosen Körper im Arm hielt, hatte ich dann tatsächlich auch überlegte, ob es schlimmer oder weniger schlimm gewesen wäre, hätte ich mich von Bene verabschieden müssen.


    Mit Bene verbindet mich eine längere Zeit des Zusammenwachsens, aber sie ist 10,5 Jahre alt und hat in diesen Jahren schon viele schöne Erfahrungen und ganz viel Glück sammeln dürfen. Ich wäre auch "vorbereiteter" auf den Abschied gewesen.


    Mit Lyssi war nicht so viel Zeit, um zusammenzuwachsen, aber es war trotzdem eine große Vertrautheit da und ich wurde von ihrem so unerwarteten Tod mitten ins Herz getroffen ... als wäre es mir aus der Brust gerissen worden. Vielleicht wäre es leichter gewesen, vorbereitet zu sein, dass sie uns nicht lange vom Himmlischen geliehen war.


    Und dennoch war es doch auch unsagbar schmerzhaft, als ich die Bommeline gehen lassen musste, für die wir Mitte Dezember die Diagnose Knochenkrebs bekamen und wussten, dass die Prognose schlecht ist und sie höchstens noch drei Wochen bei uns sein wird ... da war ich vorbereitet und es war trotzdem nicht leichter.


    Ich glaube aber, dass es auch sehr weh tut, dass Amiko und Lyssi so vieles nicht haben erleben dürfen und ihnen durch den Tod die Zukunft gestohlen wurde, die sie doch hätten haben sollen.


    Ich hatte mich beispielsweise gefragt, wie Lyssi den ersten Schnee finden wird. Ob sie ihn wie Chia erst mal kostet um dann zu merken, dass einem davon schlecht wird und man Durchfall bekommt oder ob sie ihn eher nicht so sehr schätzen wird, weil sie es eher warm und kuschelig mag.


    Ich wartete täglich darauf, dass ihr Winkeohr den Stand ihres Osterhasenohres bekommt. Dass ihr nackter Welpenbauch sich mit Plüschfell bedeckt. Dass ich wie bei Chia das Glück habe, zwei Fangzähnchen und einen Reißzahn zu finden und aufzubewahren, nachdem ich noch am Montag fasziniert feststellte, dass sie zwei Schneidezähne gewechselt hatte, ohne dass mir das aufgefallen war.


    So vieles hat sie mitgenommen, das mir nun verborgen bleiben wird und die Fragen, die ich mir zu ihrer Zukunft stellte, musste ich mir bei meinen Hunden, die deutlich älter wurden, nicht stellen.


    Das macht ihren Tod anders, als den meiner Hunde, die alt wurden ... aber der Schmerz ist wohl doch der gleiche und das Vermissen tut weh.


    Boss ... wer weiß, ob Dein kleiner Amiko nicht in einer anderen Form zu Dir zurückfand? Wobei ich beim Lesen Deiner Zeilen auch das dankbare Gefühl hatte, dass mir zumindest das Bangen um Lyssi erspart blieb und nicht um ihr Leben zu kämpfen versuchen musste, um dann am Ende doch mit dem Verlust leben zu müssen ... das stelle ich mir ganz besonders schlimm vor, wenn man tagelang zwischen Hoffen und Bangen lebt, um dann mit dieser unsäglichen Ohnmacht konfrontiert zu werden, dass man nicht gewinnen und dem Schicksal für das Hundekind doch noch mehr Lebenszeit abtrotzen durfte ... weil es einfach nicht fair ist, wenn ein Leben schon so früh endet.


    Aber damit werden wir leben müssen.

    Luna, das klingt ja super!


    Ich bin sehr gespannt, wie Sam sich auf dem Hundeplatz macht und drücke ganz fest die Daumen, dass Du genau so begeistert von der Erfahrung im neuen Verein berichten wirst, wie Du von Deinem "Sam-Programm" erzählst.


    Ich richte mich gerade auch sehr an Deinen Zeilen auf, denn Deine Erfolge machen mir Mut, auch daran zu glauben, dass Chia mich heute nicht bis auf die Strümpfe blamiert, sondern mir wenigstens ein bisschen Gehorsam schenkt.


    Heute früh bin ich erst eine kleinere Runde mit beiden Mädels gelaufen (Diese drückende Wetter findet Benes Begeisterung nur bedingt und ich bin gerade ein bisschen vorsichtig und will nicht riskieren, dass sie Kreislaufprobleme bekommt) und habe dann noch mal alleine mit Chia eine größere Runde gedreht. Sie war einfach super! Ich baue ja unterwegs auch immer ein paar Gehorsamsübungen ein und mache ein bisschen UO mit ihr. Das Problem ist aber, dass sie sich sehr schnell ablenken lässt und dann ignoriert sie mich auch komplett. Heute habe ich immer wieder das Kommando "Schau!" eingebaut um ihren Blick auf mich zu richten und das klappte sogar, als der freche kleine schwarze Rehbock vor uns aus dem Gebüsch sprang.


    Aber Rehe und sonstiges Waldgetier sind halt nicht so spannend, wie andere Hunde und insofern werden wir Beide heute eine Premiere erleben und - wir denken jetzt positiv - danach auch beide unsere tollen Hunde feiern! :thumbup:

    Nachdem Phaja gestorben war, bin ich in ein tiefes Loch gefallen. Irgendwann stand fest, es soll wieder ein Welpe einziehen und ich hatte den ersten Termin mit Crazys Züchterin vereinbart.


    Plötzlich überkamen mich Zweifel und ich stand bei einer Freundin und sprach mit ihr darüber, den Termin abzusagen. Sie hatte mit mir fahren wollen. Es hatte kurz vorher etwas geregnet, die Sonne kam raus und plötzlich war da ein großer Regenbogen. Es hört sich vielleicht alben an, aber da wusste ich plötzlich, dass ich doch fahren sollte. Und habe es bis heute nicht bereut. Meistens jedenfalls nicht ^^

    ... wer weiß, wer Dir diesen Regenbogen als Zeichen schickte ...


    ... und ich schrieb es auch schon: Auch ich bereue nicht, mich für Lyssi entscheiden zu haben, denn das Glück, was sie uns mitbrachte, bereichert uns noch immer. Auch wenn es noch sehr weh tut, an sie zu denken und Erinnerungen zuzulassen.

    Danke Ihr Lieben ... diese Hoffnung, dass der Tod nicht das Ende, sondern der Anfang von etwas Neuem ist, ist der Strohhalm, an den ich mich klammere und der mir hilft, nicht zu verzweifeln.


    Gestern war ich wieder mit Bene beim Tierarzt zur Kontrolle der Wunde, die wirklich sehr gut verheilt ist und nun auch keinen Verband mehr braucht. Nur der Body soll noch drauf bleiben.


    Ich hatte ja nach Lyssis Tod auch beim Tierarzt angerufen und ein langes Gespräch geführt. Gestern haben wir uns dann noch mal unterhalten und sie vermutet auch, dass der Sekundentod durch eine Aortenstenose eintrat, denn alle Umstände ihres Sterbens sprechen dafür. Sie war aber auch sehr betroffen, tröstete mich dann aber, dass am Ende die Lebensqualität zählt und nicht die Lebensdauer - auch wenn es für den Menschen, der seinen toten Welpen betrauern muss, unfassbar schwer ist, damit umzugehen - aber auch sie sagte mir das, was Du Boss schreibst: Viele Hunde haben in 15 Jahren nicht so viel Liebe und Geborgenheit empfangen, wie Lyssi in 17 Wochen. Nie hat es ihr an etwas gefehlt und selbst wenn sie als Tierärztin mir hin und wieder sagte, dass ein so verwöhnter Hund natürlich eher mäkelig wird, weiß sie ja, dass wir immer nur das Beste für unsere Tiere wollen.


    Ich dachte dann an die letzte Nacht mit ihr, in der sie darauf bestand, auf meinem Kopfkissen zu schlafen. Micha meinte, dass es aber ja nicht zwingend bedeuten muss, dass wenn ich das Bett mit dem Hund teile, er die obere und ich lediglich die untere Hälfte bekomme und dass ich mir garantiert Rückenschmerzen einhandle, wenn ich Lyssi nicht ans Fußende schicke. Irgendwas in mir stäubte sich aber und ich sagte zu Micha, dass wenn sie sich auf meinem Kissen so wohlfühlt, ich gerne ein bisschen rutsche, denn so viel Platz brauchte sie ja nicht.


    Im Nachhinein bin ich froh, dass ich ihr diese letzte Nacht auf meinem Kopfkissen gönnte und damit ihr Glücks- und Wohlfühlfässchen noch ein bisschen mehr füllen durfte.


    ... wäre dieses Gefühl nicht gewesen, hätte ich sie vermutlich doch ans Fußende verfrachtet, aber ich bin froh, das nicht getan zu haben.

    Oh ja, da kann ich Alex nur zustimmen: Romeo wirkt schon sehr erwachsen und wenn er weiter auslegt, dann mutiert er noch zum Leonberger :D


    Aber Spaß beiseite. Ich denke zwar durchaus, dass die Gene bei der Leistungsbereitschaft und Leistungsfähigkeit eines Hundes eine große Rolle spielen, aber ob ein Hund motiviert ist, liegt auch daran, ob sein Mensch ihn motivieren kann. Romeo nimmt die Motivation mit Begeisterung an und insofern steht er einem LZ-Schäferhund auch in der Leistungsbereitschaft nicht nach.


    Dein Bericht liest sich wirklich wie eine Erfolgsgeschichte und ich freue mich für Dich, dass Romeo Dir so viel schenkt und genau dem entspricht, was Du Dir gewünscht hast.


    ... das mit der Zerstörungswut hat Chia aber auch ab und an. Gestern löcherte sie doch glatt einen Fuß von der Ente Flying George, den sie von @Azemba geschenkt bekam ... ich habe Flying George dann gerettet und ihr ein Stück Rinderkopfhaut mit Fell gegeben. Also Rind statt Ente :D