Nachdem ich heute nun schon das vierte mal bei Bernd Föry zum Fährtentraining war, wird nun definitiv mal ein Bericht fällig. ![]()
Also, so viel sei schon mal gesagt: wir fühlen uns wohl!
Es sind immer kleine Gruppen von 2 bis maximal 3 Hunden die an einem Training teilnehmen.
Bernd ist sehr ruhig und sachlich, regt die Leute stets zum selber (mit)denken an und ist menschlich auch ein feiner Kerl, es wird auch immer viel Gelacht. ![]()
Als ich zum ersten Mal dort war, hatte ich ehrlich gesagt total schiss, dass er die Hände überm Kopf zusammen schlägt und wir unser gesamtes Training über den Haufen schmeißen müssen.
Auf der ersten Graden war Ero etwas schlampig und schnell (das zeigt er öfter mal), dadurch hat er am ersten GS belästigt und war unruhig. Da gab's dann gleich mal die erste Kritik - ohoh, dachte ich mir.
Der restliche Fährtenverlauf war dann aber wie gewohnt doch recht gut, und die weiteren GS auch.
Nach der Fährte fragte Bernd nochmal, ob ich den Hund bis hierhin wirklich komplett alleine ausgebildet hätte... ja, hab' ich! Darauf bekam' ich dann mal ein anerkennendes High -five.
In dem Moment fiel der ganze Stress von mir. Ich wusste, egal was er kritisiert, so arg kann's nicht sein.
Wir haben dann alles besprochen, und es waren "nur" Kleinigkeiten, aber schon ein paar. ![]()
Wir haben uns dann darauf geeinigt, dass ich konsequenter an den GS arbeite um das (teilweise) belästigen ab zu stellen, und dass ich meine Art und Weise den Hund nach dem GS wieder anzusetzen umstelle, das war großer Quatsch seiner Aussage nach.
Meine Anliegen, dass ich den Hund intensiver am Ansatz und ruhiger auf der ersten graden raus bekommen möchte wurden besprochen und an beiden Dingen arbeiten wir seitdem.
Pro Training gibt es immer 2 Fährten, mal im selben, mal in unterschiedlichem Gelände.
Ich gehe alle 3 - 4 Wochen mal hin, und in der Zwischenzeit mache zu Hause wie gewohnt unsre 2 - 4 Fährten pro Woche wo ich möglichst alles umsetze was wir uns in den Trainings erarbeiten.
Bevor ich bei Bernd zum Training war, hatte Ero in seinem Leben noch keine einzige Fremdfährte gesucht (mangels Trainingspartner). Nun legt uns beim Training immer Bernd die Fährte, aber das war gleich von Anfang an überhaupt kein Thema für den Hund (hatte ich auch nicht erwartet, aber man weiß ja nie).
Im Gegenteil, ich habe festgestellt, dass Ero Fremdfährten sogar deutlich besser sucht als meine eigenen Fährten - gut für mich, gut für die Prüfung...
Heute war also Training Nr. 4, wir waren auf kurzer, frisch gemähter Wiese. Es war aber schönes Gras, dicht und recht fein, man konnte die Spur sehen wenn man genau geschaut hat.
Die GS sind mittlerweile TOP: Absolut überzeugend und sehr sicher (ihr erinnert euch, bei der IGP1 hat er die ersten beiden überlaufen wollen), auch kein belästigen mehr. Ebenso der Wiederansatz, das passt nun auch.
An den Winkeln schludert er bei mir wenn ich alleine trainiere manchmal etwas rum (habe aber aktuell auch nur sehr schweres Gelände zur Verfügung), beim Training heute wieder alle gesamt ca. 15 Winkel und Bögen auf 2 Fährten wie auf Schienen.
Wir machen es immer so, dass eine Fährte Bernd den Hund führt und ich vorne mitlaufe, und die zweite Fährte tauschen wir dann die Rollen. Als Bernd ihn heute geführt hat, ging er plötzlich eine ganze Hundelänge aus der Spur raus (zwar mit tiefer Nase suchend, aber eine ganze Hundelänge ist zu viel, das ist kein prüfen mehr) und ich war so froh, dass er ihn da hatte. Er hat eine sehr unmissverständliche Korrektur über die Leine gesetzt, die war genau perfekt für den Moment.
Ich wäre in der Situation unsicher gewesen: soll/darf/muss ich das korrigieren, wenn ja, wie intensiv, wie verhalte ich mich, wenn der Hund dann blöd aus der Wäsche guckt?!
Dieser Moment war wirklich Gold wert, da den Profi hinten am Hund dran gehabt zu haben!
Zudem gabs heute 2 kleine Premieren:
Erstens: erstmals vom Abgang bis zum ersten GS kein Krümel Futter (das hätte mir bei unserer 1 fast das Genick gebrochen). Er war etwas zügig unterwegs, aber sehr sauber und fleißig, den GS hat er dann Top verwiesen.
Zweitens: Im weiteren Verlauf habe ich zum ersten mal 3 GS hintereinander gar nicht bestätigt, und den 4. hat er dann trotzdem auch perfekt verwiesen, da gab's dann einen Jackpot.
Bisher neigte er dazu, GS überlaufen zu wollen, wenn es sich gefühlt für ihn nicht mehr gelohnt hat (keine Bestätigung).
Jetzt habe ich es geschafft, die Hoffnung zu verschieben (statt sterben zu lassen) ![]()
Bernd meinte, wenn wir bei der IGP2 halbwegs normales Gelände bekommen, wird der Hund da eine V Fährte suchen ... danke, bloß kein Druck hier.
Ende Monat sind wir wieder dort, im September werde ich 2x hinfahren, Anfang Oktober auch noch einmal und am 14.Oktober ist dann unsre IGP2 ![]()