Das "aussortieren" von bekannten und nicht bekannten Personen oder eher befugten und nicht befugten Leuten hat der ehemaligen Hofhund auf dem Hof wo ich mein Pferd stehen hatte auch bestens beherrscht. Das hat mich immer fasziniert.
Das war eine Mischung aus Berner Sennenhund und Australien Shepard. Allerdings weiß ich nicht sicher ob die Mutter tatsächlich ein reinrassiger Berner war. Der Vater war definitiv reinrassig.
Die hat aber den Job als Hofhund perfekt gemeistert und war auch damit zufrieden. Vermutlich die Sennenhund Gene.
Jeder der zum Stall gehörte (Einsteller, Reitbeteiligungen, regelmäßig anwesender Schmid, Tierarzt etc) durfte sich frei bewegen. Aber wehe es kam jemand Fremder auf den Hof, der musste vom Auto abgeholt werden, aussteigen durfte er noch, sich am Parkplatz bewegen auch, aber bei der Stalltüre war Schluss. Da schnappte sie auch wenn es sein musste. Mit der war da nicht zu spaßen.
Sie konnte aber unterscheiden ob sie jetzt verantwortlich war oder nicht, war jemand am Hof der schon länger hier zu tun hatte, hat sie zwar Neuankömmlinge verbellt, aber sobald jemand erschienen war um nach zu sehen war ihre Arbeit getan. Wenn sie jedoch glaubte ganz alleine zu sein, hat man sich besser nicht in den Stall oder dem privaten Hof der Eigentümer begeben. Der private Hof war auch nochmal ein Thema. Neue Einsteller duften da auch nicht so ohne weiteres hin. Nur die, die sie von Anfang an kannte. Ich hatte mein Pferd schon am Hof als sie als Welpe einzog, ich gehöre quasi zur Familie, wie eben einige andere auch, die sie von Klein auf kannte. Wir unterschieden uns ja eigentlich auch nicht von Besitzer, ins Haus durfte sie nicht, spazieren gehen das nicht das kontrollieren der Koppeln beinhaltete war nicht. Was anderes hat man mit dem Hund auch nicht unternommen und somit waren die Einsteller genau so präsent wie der Besitzer selber. Nur Futter gab's halt nicht von uns.
Aber ich würde sagen sie war um einiges zufriedener und ausgelasteter als so mancher Familienhund. Sie hatte ihren Job und trotz des geringen Familienanschlusses immer freundlich gesinnte Menschen um sich. Nur die Pflege kam halt etwas zu kurz, ein langhaariger Hund hätte halt hin und wieder eine Bürste benötigt. Irgendwann ging man dann dazu über den Hund aus Bequemlichkeit zu scheren. Furchtbar!!! Seither weiß ich wie sich das Fell eines Unterwollhundes grauenhaft verändert wenn man es regelmäßig mit der Schermaschine bearbeitet.