Ach war das schön mal wieder in der Nähe von richtigen Hunden - also Schäferhunden - zu sein :-))
Heute meinte der Wettergott es auch gut und der Regen zog südlich vorbei, so dass es bedeckt aber trocken war, also eigentlich ganz gutes Schäferhund Wetter.
Kiwi war auch mit am Start, manchmal habe ich doch das Gefühl, dass ihr der große Jalu als Rückendeckung fehlt. Für sie war es aber nur ein kurzes Vergnügen, da sie nicht Schussfest ist (Gewitter und Knallgeräusche). Das hat sie schon so mit ihren fünf Jahren von ihren vier Vorbesitzern mitgebracht. In den acht Jahren in denen sie nun hier ist konnte ich das nicht weg trainieren, sie schaute einfach immer nur ganz entgeistert Jalu und mich an warum wir Zwei so relaxt bleiben und nicht in Panik verfallen.
In letzter Zeit hat sie allerdings nicht mehr auf Gewitter reagiert, was glaube ich daher kommt, dass sie generell nicht mehr so gut hört - wobei man bei einem Dackel natürlich nie sicher sein kann, was der Dackel hört, und was er nur nicht hören will.
Die Kettensäge war schon nicht ihr Ding, und beim Schuss fing sie dann an zu Zittern. Also habe ich sie ins Auto gebracht, dank abschließbarer Hundebox konnte ich einfach den Kofferraum auf lassen und sie konnte einfach das ganze Drumherum aus sicherer Entfernung beobachten.
Für mich war es die erste Wesensbeurteilung live. Eigentlich hatten alle Hunde es gleich gut gemeistert. Die Mehrzahl war Ausstellungslinie. Der Aufstieg auf die Biertische war eine schöne Rampe und wurde von allen Hunden bis auf einen gleich im ersten Anlauf angenommen. Die meisten sind auch ohne den Tisch zum Wackeln zu bringen drüber gelaufen. Zwei Hunde waren scheinbar minimal unsicherer was den Tisch in deutliches Wackeln versetzte. Ein Hund fand die Kettensäge nicht so dolle und ist zwar auf die Kettensäge zielstrebig zugelaufen, hat sich dann aber einen Meter vorher doch lieber für einen Bogen drumherum entschieden. Ein Kandidat war dabei der ziemlich lange gebraucht hat bis er seinen Ball wieder hergegeben hat, gut dass der Prüfer so geduldig war.
Ich bin ja nicht so der Prüfungsguru und Wesensbeurteilung ist für mich auch völliges Neuland. Die Bindung zum Führer wurde durchweg bei allen für gut bescheinigt, auch wenn sie sich teilweise vom Hundeführer entfernt hatten um sich den Platz anzuschauen.
Hat die Leinenführigkeit eigentlich irgendeinen Einfluss auf die Bewertung wie die Bindung zum Halter bewertet wird?
Also eine durchhängende Leine war eher selten zu beobachten, gibt es eine Grenze ab der das Ziehen an der Leine zu einer schlechten Bewertung bezüglich Beziehung zum Hundeführer führt?
Wenn ich hier so mitlese, würde ich daraus schließen, dass bei ambitionierten IGP Hundesportlern, die Hunde im Alter von 9 bis 12 Monaten wahrscheinlich eher BH like neben ihren Hundeführern herlaufen und sie die ganze Zeit anhimmeln.
Natürlich würde ich auch gerne wieder mit einem zukünftigen Hund die BH machen, da man ja nie weiß ob man nicht doch noch später eine Stöberprüfung oder ähnliches machen möchte, und wenn der Weg das Ziel ist, macht die Sache ja auch Spaß. Allerdings bin ich wie gesagt nicht so fokussiert auf Prüfungen, so dass ich sowas eher langsam angehe und wenn es passt dann passt es, und wenn nicht dann eben nicht.
Züchten möchte ich nicht, somit würde ich eine Wesensbeurteilung rein zum Spaß machen.
Da aber eine Wesensbeurteilung in einem fest vorgegebenen Zeitraum abgelegt werden muss wäre es natürlich schon sinnvoll vorher genau zu planen was der Hund an diesem Tag zeigen soll - schließlich möchte man den Züchter ja nicht blamieren.
Das Thema Leinführigkeit im Alltag (auf dem Hundeplatz ist das ja immer alles anders, da wird natürlich trainingsgerecht gelaufen) finde ich ein großes Übungspaket, und ich kann mir nicht wirklich vorstellen, dass das bereits komplett im Alter von 9 bis 12 Monaten umgesetzt ist.
Ich habe schon die anderen Threads zum Thema Wesensbeurteilung durchgelesen, da ging es ja darum, dass solange der Hund nichts lebendiges schreddert, oder er nicht völlig außer Kontrolle ist, schon mal nicht abgebrochen wird.
Wie oben bereits gefragt würde mich interessieren, ob es Mindestanforderungen an die Leinenführigkeit gibt?
Und ob es auch eine Grenze gibt wie oft und wie lange sich der Hund von seinem Hundeführer entfernen darf, um den Platz auszukundschaften, bevor es Abzüge bezüglich der Beziehung zum Hundeführer gibt?