Interesse am Malinois

  • Hi zusammen,
    wie einige bereits lesen konnten bin ich nach 8 DSH jetzt mal an einem Mali interessiert, nicht sofort lasse mir bei der Überlegung Zeit.
    Der Grund warum ich mir Zeit nehme ist das ich seit einigen Tagen in einem Malinois-Forum mir einfach nur mal die Threads und Meinungen durchlese, mir stehen die Haare zu Berg, also was ich da lesen muß kann doch nicht angehen.
    Aber ich muß da ein wenig vorsichtig sein, weil mir einfach die Erfahrung mit dieser Rasse fehlt, zwar habe ich schon eine Mali-Hündin zu SchH:1 und 2 ausgebildet, die war aber nicht die meine, es war eine Kollegin in der OG.
    Die Ausbildung finde ich relativ kool und macht auch mit so einem Hundi Spass, da Trieb und Arbeitswille ohne Ende vorhanden ist.
    Aber was ich in dem Forum so alles über die Haltung zu lesen bekomme macht mich doch jetzt sehr nachdenklich.


    Das diese Rasse von Artgenossen nicht grade begeistert ist das wusste ich schon, aber ich bin anderes gewohnt, in meiner Glanzzeit hatte ich 5 DSH, alle im Haus (grosses eigenes Haus und viel Putzen war angesagt), ging natürlich mit allen gleichzeitig und ohne Leine Spazieren und egal welche Hunde uns begegneten, es gab nie Stress.
    Es war immer ein Rüde und der Rest Hündinen, der Rüde damals wie auch der jetzige strahlen eine ungeheure Dominanz und Ruhe aus, besassen aber mit ihren 42 Kg und der jetzige 44 Kg sehr viel Power und Kraft und trotzdem kam es nir zu Reibereien und wenn es mal brenzlig wurde habe ich sofort eingegriffen und Ruhe war.


    Aber in diesem besagtem Forum sind die HF fast alle der Meinung das sowas mit einem Mali nicht möglich ist, bei manchen habe ich sogar die Befürchtung das die das garnich so haben möchten, irgend wie ein seltsames Völkchen, noch nicht einmal in eigenem Rudel ist Frieden, selbst da müssen die Hunde im Haus getrennt werden oder halt in den Zwinger.


    Jetzt möchte ich gerne eure Meinung dazu hören/lesen, vor allem die, die bereits einen Mali hatten oder haben, das ich einen Mali anders behandeln muss wie einen DSH das ist mir klar, die Ausbildung macht mir auch keine Sorgen, aber was mir Sorgen macht ist halt das Wesen, die niedrige Reizschwelle, die Abneigung zu Artgenossen und der Jagdtrieb, ist es wirklich so um den Mali bestellt, oder wird vieles nur hochgespielt.
    Irgend wie denke ich das es ein Hund ist der gerne Arbeitet, viel gefordert werden muss und im Rudel (Familie) an letzter Stelle steht, fertig und das soll beim Mali nicht funktionieren, glaub ich irgend wie nicht.


    Ich scheue mich auch nicht das Gegenteil zu beweisen, nur ist es bei und so das da wo ich spazieren gehe jeden Tag an die 20-40 Hunde frei rumlaufen und alles (fast) vertragen sich super und ich zudem bekannt bin das ich meine Hunde im Griff habe und die auch Sozialverträglich sind, noch nicht einmal das Ordnungsamt oder die Polizei sagt was wenn die mich sehen.

  • Der Mali streut genauso wie der DSH, vielleicht sogar noch extremer. Du wirst beim DSH die absolute Schlaftablette finden und den extrem triebigen und zum Teil auch nervlich sehr angekratzten DSH. Du kannst DSH finden die sich geben wie man es einem Mali zuschreibt und umgekehrt. Was die Verträglichkeit mit anderen Hunden betrifft, haben gerade DSH oft einen sehr schlechten Ruf, schlussendlich wird der Hund auch das zeigen, was du daraus machst. Der Rest ist eher Individuum als Rasse...


    Wobei ganz ehrlich, beide Rassen sind Gebrauchshunde die dafür gezüchtet sind sehr eng und intensiv mit ihrem HF zusammen zu leben und zu arbeiten und nicht um im Großrudel nebenher zu tapseln. Wenn du was die Ausbildung betrifft keine Bedenken hast, sollte der Rest auch für dich machbar sein! ;)

  • Ich habe letzes Jahr der Versuchung nachgegeben, mir ein Malimädchen ins Haus zu holen - Phoebe. Mein Rudel bestand zu der Zeit aus meinem 8 jährigen Mischlingsrüden, meiner 6 jährigen Schäferhündin mit 3 Wochen altem Welpen und meiner kleinen 2 jährigen Terrierhündin.
    Ich muss dazu sagen, dass es in meinem bestehenden Rudel nie ein Problem war, einen fremden Welpen zu integrieren.


    Beim Malimädchen allerdings waren die ersten drei Tage kritisch; denn was es nicht kannte, musste "getötet" werden 8| Ich konnte das kleine Malinchen grade noch davon abhalten, am ersten Tag meine sehr dominante Schäferhündin mit einem Biss ins Gesicht zu begrüßen!
    Aber wenn man denn dann mal vorgewarnt ist, lässt sich alles regeln. Malinchen hat sich letztendlich seeehr schnell im Rudel eingelebt und zeigt ein hervorragendes Sozialverhalten! Bei den Großen weiß sie sich sehr gut zu benehmen, sie spielt behutsam und respektvoll mit der Terrierhündin; sogar der Umgang mit unserem wesentlich jüngeren Welpen war einwandfrei.


    Bei fremden Hunden am Anfang das gleiche Spiel. Aggression aufgrund von Unsicherheit. Hab dann zugesehen, dass sie möglichst viele verschiedene positive Kontakte mit fremden Artgenossen hat und das "Problem" hat sich in Luft aufgelöst.
    Letzte Woche ist Phoebe mit einer 7 köpfigen Bande 11 Wochen alter Schäferhundwelpen spazieren gegangen und hat sich gefühlt wie die Mutter der Nation :D
    Was sie allerdings nicht leiden kann sind Hunde, die sie sehr aufdringlich begrüßen möchten - aber wer kann sowas schon leiden... ;)


    Also eine generell gesteigerte Aggression gegen Artgenossen konnte ich bislang noch nicht feststellen. Allerdings ist das Mädchen aber auch erst 6 1/2 Monate alt. Wie sich das Ganze entwickeln wird, kann ich also noch nicht sagen. Aber da hab ich schon den ein oder anderen DSH gehabt, der Artgenossen gegenüber feindlicher gesinnt war.


    Die niedrigere Reizschwelle kann ich bestätigen - und dann nicht grade halbherzig.


    Jagdtrieb? :huh: Auch nicht mehr als ein DSH.


    Ich mag mein Malinchen auf jeden Fall sehr und bin absolut zufrieden! ^^:love:

  • das ich einen Mali anders behandeln muss wie einen DSH das ist mir klar, die Ausbildung macht mir auch keine Sorgen, aber was mir Sorgen macht ist halt das Wesen, die niedrige Reizschwelle, die Abneigung zu Artgenossen und der Jagdtrieb, ist es wirklich so um den Mali bestellt, oder wird vieles nur hochgespielt.


    Weshalb solltest du einen Malinois anders behandeln wie ein DSH?


    Meine Malinoise hat eher eine hohe Reizschwelle. Von einer Abneigung gegen Artgenossen habe ich noch nichts gemerkt, sie will am
    liebsten mit jeden Hund spielen.
    Hoher Jagdtrieb kann ich ebenfalls nicht bestättigen. Rehe beobachten ist ihre Lieblingsbeschäftigung und dabei ist sie jederzeit abrufbar.
    Auf unseren Streifzügen durch Flur und Wald läuft sie meistens ohne Leine.


    Es kommt immer darauf an, was man aus seinen Hund macht. Ansonsten schließe ich mich dem Beitrag von tux an.


    Viele Grüße
    Klaus und Kira

    VG
    Klaus und die Bea

  • Ich denke, in so Foren zu lesen ist nicht schlecht, aber ich würde da nichts auf die Goldwaage legen.
    Klar sollte einem bewusst sein, was man sich da holt und welche Grundzüge in der Rasse verankert sind, und mit den Linien sollte man sich evtl vorher auch ein bischen schlau machen-aber letzendlich spielt doch Aufzucht und Erziehung eine große Rolle!
    Wenn einer ein Rudel DSH freilaufend und sozialverträglich hinbekommt, wird der auch einen Mali hinbekommen denke ich doch ;) !
    Ich kann nur aus meiner Erfahrung sagen-ich wollte schon seit ich 15 war einen Cattle Dog! Und ich hab mich 12 Jahre lang davon abhalten lassen weil man immer liest und gesagt bekommt: die sind schwierig, aggressiv, kaum zu erziehen weil so ursprünglich, haben Jagdtrieb, brauchen echte Aufgaben, werden schwer stubenrein ?( , lassen sich nicht im Rudel halten ect ect.
    Ich hatte dann erst eine absolut starke, selbstbewußte zur Dominanz neigende Hovawarthündin, dann mein Triebschwein Ferrie, meinen Terriercharakter Cherokee und hab mich DANN erst an einen Cattle Dog rangetraut weil ich mir diesen Traum einfach erfüllen wollte und auch endlich mal eine ACD Besitzerin zu mir sagte: Du schaffst das!
    Und-was soll ich sagen!! Mein Boomer ist mein absoluter Traum :love: ! Er hört absolut gut, war am leichtesten zu erziehen von allen! Jagt nicht! War sofort stubenrein ( nur eine Pipi-Panne beim spielen )! Kommt im Rudel super klar ( gut, Fremdrüdenbegegnungen sind etwas kritisch, aber erstens ist das bei vielen anderen Rassen auch, und zweitens ist er auch da verbal zu kontrollieren )! Zeigt bisher außer im Schutzdienst keine echte Aggression! Und er kommt mit langen Spaziergängen mit eingemischter Kopfarbeit, VPG Training, ab und an Dummysuche und ab und an Agility BESTENS klar!
    Ich habe einen zufriedenen ausgeglichenen Traumhund, an den ich mich erst viiiel zu spät "rangewagt" habe, weil ich zu viel gelesen habe und mich immer hab bequatschen lassen.
    Wenn man hundeerfahren ist und einen Plan hat wie Hundeerziehung funktioniert, und bereit ist, sich auf die neue Rasse einzulassen-mit allen Ecken und Kanten, wirds schon klappen! :)

  • Hi,


    ich habe mir vor Jahren einen DSH-Mali-Mischling zugelegt (Mitleidskauf).
    Dieser kleine Welpe hat mir im Laufe Junghundphase bereits aufgezeigt das er mir
    locker 2 Nummern zu groß war.Hatte immer HZ Schäferhunde und das war etwas ganz anderes.
    Wie schon Jemand schrieb,es gibt solche und solche,ich hatte da ein Exemplar gewählt das eindeutig
    in erfahrenen Arbeitshänden besser aufgehoben war.
    Ich bot Ihn der Polizei an,roh.Den Eignungstest absolvierte Er locker flockig mit Hände in den Taschen,die Brüder waren baff.
    Leider war er damals noch deutlich zu jung für eine Polizei-Ausbildung.
    Er ging mit 10 Monaten zum Zoll und hat dort seine Ausbildung mit Bravour absolviert,ist heute Diensthund.


    Ich würde Dir empfehlen Dich mal auf Hundeplätzen umzusehen und mit den Sportlern zu sprechen,ein Mali ist
    ja nicht gerade selten zu finden.
    By the way,wüßte eine Mali Hündin ca 2 Jahre die ein Zuhause sucht. :D


    LG Michi

  • Endlich mal ein Lichblick den ich hier rauslesenkann.
    Bisher habe ich alle meine Hunde so hin bekommen wie ich sie auch im Endeffekt haben wollte, ich lege schon sehr viel Wert auf Leisung und auf Trieb, trotzdem ist es mir auch sehr wichtig das mein/e Hund/e ein gesundes Sozialverhalten haben, ich habe keinen Bock dadrauf mit meinen freunden Spazieren zu gehen und dabei meinen Hund an der Leine zu führen weil dieser Aggresiv anderen gegenüber ist und jedem der mir entgegen kommt von weiten zu zuschreien das er seinen Hund bitte anleinen soll weil meiner ja sooo gefährlich ist.


    Warum ich einen Mali etwas anders behandle wie einen DSH musste ich bei der Ausbildung von Mona lernen, bei meinem DSH kannte ich auch schon mal lauter werden und dem auch mal eine auf die Mütze geben wenn es nötig war, das alles konnte ich beim Mona nicht, die fing sofort an am ganzen Körper zu Zittern und drehte nervlich total durch, deshalb schrieb ich das mit anders behandeln als einen DSH.


    Aber was viel wichtiger für mich ist, das ist genau der Satz das man auch einen Mali so hin bekommt wie man ihn sich erzieht, denn genau das war es was die Mail-Profis bezweifeln gar abstreiten, ausgenommen natürlich die Arbeit auf dem Hundeplatz, denn genau das ist auch meine Meinung...


    Ok, das war für mich jetzt wichtig auch mal andere Stimmen zu dem Thema zu hören.

  • Zitat

    By the way,wüßte eine Mali Hündin ca 2 Jahre die ein Zuhause sucht.


    Würd ich sofort zuschlagen, aber ich habe noch ein wenig Zeit, hab wie Ihr wisst noch drei DSH die schon in die Tage gekommen sind und denen möchte ich den Anfangsstress nicht mehr zumuten, auch wenn ich wieder andersrum denke, bis jetzt war es immer so das neue Welpen mit in das erwachsene Rudel rein gekommen sind und die Älteren haben den Anfang mit dem Sozialverhalten immer prima hinbekommen, so das ich wirklich weniger Arbeit hatte.
    Aber mein Frauchen muss ja ab und an auch mit den Hundis raus und mit vieren ist schon für Sie heftig...

  • Aber mal ehrlich, es sind doch immer dieselben Leute, die in die Welt heraus schreien, wie schwierig, gefährlich, aggressiv, untrainierbar ihre Hunde sind ... :arghs: :tired:


    Für die einen scheint das immer noch das Sinnbild eines Gebrauchshundes zu sein und die anderen sind einfach zu blöd um ihren Hund zu händeln!


    Ich glaube wenn man die Leute bei solchen Sprüchen vor sich sehen würde, wüsste man gleich wieviel Prozent vom Erzählten man getrost abziehen kann ;) Das sind die gleichen, deren Welpen mit 4 Wochen schon zivil gehen... :D

  • Naja, je nachdem aus welcher Linie sie kommen sind manche Malis für viele Hundehalter schon ein bisschen viel Hund. Unter DHFn wird nicht selten mal getauscht weil auch nicht jeder erfahrene DHF mit jedem Typ Hund klar kommt. Wobei hinzu kommt dass Hunde dieser Rasse extrem viel Trieb haben, zugleich aber auch sehr sensibel und vor allem sehr schnell in ihren Reaktionen sein können. Wenn man einen Ferrari hat, dann muss man ihn auch fahren können.


    Deswegen sollte man sich im Vorfeld sehr gut über die einzelnen Linien informieren! Wenn man nur Malis aus Linien kennt, die seit mehreren Generationen in Deutschland über den IPO-Sport selektiert wurden, ist das etwas anderes als Malis auf französischen Ringsportlinien, und die belgischen und niederländischen Linien sind teilweise wieder anders.

  • Genau das wird der Schwerpunkt bei mir sein, ich hab ja noch ein wenig Zeit um mich über die einzelnen Linien genau und ausführlich zu informieren, werde dann wenn ich einige ins Auge gefasst habe auch mal die Züchter anrufen.


    Es geht auch darum das ich bestimmt nicht mehr so wie früher 6 Tage die Woche auf dem HuPla verbringen werde, in meinem Alter brauch man auch mal ein wenig mehr Ruhe :D
    Aber drei bis vier mal die Woche wird es schon sein, dazu die täglichen Spaziergänge, das sollte ausreichend sein.


    Naja, die Hundeführer die auch mir immer wieder gesagt haben wie agressiv ihre Hunde sind und wie toll die doch immer beissen kenne ich nur zu gut, wenn es dann bei der LGA oder bei der Körung wo ich als Helfer eingesetzt war zum Schutzdienst kam, sah es sehr oft anders aus.


    Also, ich freue mich riesig auf die Herausforderung, mal sehen wann ich zuschlage, hab noch zwei Jahre dann gehe ich in die pasive Altersteilzeit, aber so lange möchte ich nicht warten, wäre schon gut wenn die/der Kleine mit ins Rudel käme, hab aber auch gehört das bei den wirklich guten Züchtern eine Wartezeit von einem bis zwei Jahren üblich wäre...

  • Aber mal ehrlich, es sind doch immer dieselben Leute, die in die Welt heraus schreien, wie schwierig, gefährlich, aggressiv, untrainierbar ihre Hunde sind ... :arghs: :tired:


    Für die einen scheint das immer noch das Sinnbild eines Gebrauchshundes zu sein und die anderen sind einfach zu blöd um ihren Hund zu händeln!


    Ich glaube wenn man die Leute bei solchen Sprüchen vor sich sehen würde, wüsste man gleich wieviel Prozent vom Erzählten man getrost abziehen kann ;) Das sind die gleichen, deren Welpen mit 4 Wochen schon zivil gehen... :D


    :005_24032010: :005_24032010: :005_24032010:


    Dem kann ich nur zu 100% zustimmen...!

  • Aber mal ehrlich, es sind doch immer dieselben Leute, die in die Welt heraus schreien, wie schwierig, gefährlich, aggressiv, untrainierbar ihre Hunde sind ... :arghs: :tired:


    Für die einen scheint das immer noch das Sinnbild eines Gebrauchshundes zu sein und die anderen sind einfach zu blöd um ihren Hund zu händeln!


    Ich glaube wenn man die Leute bei solchen Sprüchen vor sich sehen würde, wüsste man gleich wieviel Prozent vom Erzählten man getrost abziehen kann ;) Das sind die gleichen, deren Welpen mit 4 Wochen schon zivil gehen... :D

    :thumbsup: Das gefällt mit.

  • Ich kenne sehr viele Malinois. Von Haltern, die (bereits) mehrere Malinois haben/hatten. Und bei denen ist die Einstellung zum Hund und die Haltung der Hunde ja immer gleich. Und trotzdem haben solche Halter Hunde, die sehr ausgeglichen sind, aber auch andere, die als brandgefährlich zu bezeichnen sind und bei deren Haltung man sehr sehr sorgfältig sein muß. Malinois müssen nicht, können aber sehr speziell sein. Zum einen gibt es sehr selbstbewußte und starke Charaktere, gepaart mit sehr viel Trieb, denen man selbst charaktermäßig und vor allem erfahrungsmäßig gewachsen sein muß. Das können supertolle Hunde werden! Beim richtigen Halter... In falschen Händen kann es eine Katastrophe werden, denn diese Hunde verzeihen ausbildungstechnisch keine Fehler. Zum anderen gibt es beim Malinois Hunde mit sehr "dünnen" Nerven. Gepaart mit viel Trieb oder mit Ängstlichkeit kannd as zu großen Problemen führen.


    Den Malinois und den Schäferhund (Leistungshunde) unterscheidet eine grunlegende Eigenschaft: Beim Schäferhund gibt es, im Verhältnis zur gesamten Populationsbreite, wenig Spitzenhunde, wenig Hunde die überhaupt nicht zum Arbeiten geeignet sind, und ein gaaanz breites Mittelfeld an Hunden, die ihre Arbeit machen. Beim Malinois gibt es, im Verhältnis zur gesamten Populationsbreite, mehr Spitzenhunde als beim Schäferhund, ein bedeutend geringeres Mittelfeld, und die Hunde, die nicht zur Arbeit geeignet sind, sind häufig Extremisten die zwar immer noch viel Trieb haben, aber z.B. derart nervenschwach oder gar ängstlich sind dass sie z.B. den Schuss in der Unterordnung nicht überstehen. Während die für's Arbeiten ungeeigneten Schäferhunde häufig über zu wenig Beutetrieb, aber oft gute Nerven verfügen. Ich kannte/kenne mehrere Malis, die sehr sehr gute Arbeitsveranlagungen hatten bezüglich Tieb und Härte (gegen den Figuranten), aber von den Nerven her so "dünn" waren dass das irgendwann gekippt ist und sie deswegen aus dem Sport oder Dienst genommen wurden.


    Und das Leben mit solchen Hunden ist nicht einfach. Sie reagieren aufgrund ihrer Triebveranlagungen blitzschnell und brauchen ein Ventil für ihre angeborenen Leistungseigenschaften. Um sie im Sport zu führen hat man aber meist keinen Anreiz, da man über die BH oft nicht hinaus kommt. Im Agility, wo zumindest auf Turnieren (und auch oft im Training) viele Hunde durcheinander wuseln, sind solche Hunde auch nicht immer leicht zu führen, da sie selten zu den "Ich will immer spielen"-Hunden gehören. das kann in ziemlichen Stress für den halter ausarten. Und das normale Alltagsprogramm mit nur spazierengehen strecken solche Hunde meist nicht weg, dann suchen sie sich eine Ersatzbeschäftigung die selten den Wünschen des Halters entspricht.


    Das muß man einfach wissen wenn man sich eine Malinois ins Haus holt. Die wichtigste Frage ist: Kann ich mit evtl. Extremen eines solchen Hunde leben, egal in welche Richtung sie führen werden? Und ganz wichtig: Malinois ansehen, ansehen, ansehen! Auf Körungen, und vor allem auf Wesenprüfungen! Nicht nur einmal... Zuchtlinien ergründen, Weseneigenschaften, die man glaubt erkennen zu können, den einzelnen Linien zuordnen. Und dann erst einen Welpen kaufen. Und vor allem jemanden zu Rate ziehen der die Rasse und die einzelnen Linien gut kennt!

  • Danke für deine Ausführung @Wachbär, so wie ich das alles hier lese ist es im Grunde nicht viel anders als mit einem DSH.
    Die Mutter meiner verbliebenen drei war auch nervlich am Ende, vier Ausbilder haben sich an ihr versucht und sind gescheitert, ich war die letzte Lösung, sonst hätte der Besitzer sie einschläfern lassen, die Maus war total verkorkst.
    Ich hab die dann übernommen, ein halbes Jahr lang durfte sie alles das machen was sie wollte, sie war insgesammt sehr brav und lieb, weil sie sich nichts zutraute, sie ist im Rudel sehr gut aufgenommen worden und nach einem halben Jahr fing ich dann langsam an mit der zu Arbeiten.
    Naja will hier nicht alles beschreiben aber zu Schluss war dann halt die SchH:3 und die KKl:1 drauf und Zambi wurde eine selbstbewusste Hündin, eine tolle Mama und hatte zum ersten mal wirklich Spass am HuPla.


    Ok, jetzt ist ein Mali ja doch ein wenig spezieller als ein DSH, das war mir von vorne rein ja auch ein wenig bekannt, aber da mache ich mir jetzt doch keinen so grossen Kopf mehr, denke das ich es recht gut hin bekommen werde.


    Wenn es dann so weit sein sollte, b.z.w. werd ich jetzt schon Kontankte zu Mali-Kennern aufbauen um mich über die einzelnen Züchter und Linien zu informieren, danke Euch allen.

  • Danke für deine Ausführung @Wachbär, so wie ich das alles hier lese ist es im Grunde nicht viel anders als mit einem DSH.
    Die Mutter meiner verbliebenen drei war auch nervlich am Ende, vier Ausbilder haben sich an ihr versucht und sind gescheitert, ich war die letzte Lösung, sonst hätte der Besitzer sie einschläfern lassen, die Maus war total verkorkst.
    Ich hab die dann übernommen, ein halbes Jahr lang durfte sie alles das machen was sie wollte, sie war insgesammt sehr brav und lieb, weil sie sich nichts zutraute, sie ist im Rudel sehr gut aufgenommen worden und nach einem halben Jahr fing ich dann langsam an mit der zu Arbeiten.
    Naja will hier nicht alles beschreiben aber zu Schluss war dann halt die SchH:3 und die KKl:1 drauf und Zambi wurde eine selbstbewusste Hündin, eine tolle Mama und hatte zum ersten mal wirklich Spass am HuPla.

    Nein, Malinois sind teilweise ganz anders. Mir ging es in meinen Ausführungen nicht um durch Umweltbedingungen verkorkste Hunde. Sondern um Hunde, die aufgrund ihrer Wesenskonstellation nicht geeignet sind für Prüfungen. So wie Du Deine Hündin beschreibst gehört diese zu dem breiten Mittelfeld, das ich bezüglich des DSHs beschrieben habe. Nicht der Überflieger, aber "machbar". Selbst wenn durch Umweltbedingungen eine Schußscheue reingearbeitet wurde, kann man diese i.d.R., wenn man ein Händchen dafür hat, rausarbeiten.


    Beim Malinois kann das aber anlagenbedingt ganz extrem sein. Und das bekommt dann auch der talentierteste Hundeführer nicht aus ihnen heraus. Dann hast Du einen Hund, der Dir einen 100 Punkte-Schutzdienst macht oder eine knallharte Zivilschutzarbeit. Aber in der Unterordnung zittern vom Platz rennt wenn geschossen wird oder aber manchmal auch ohne irgend einen ersichtlichen Grund. Manche Hunde bekommen im Trieb gar nix mit was um sie herum abläuft, aber in niedrigen Trieblagen sehen sie Gespenster.


    Beim DSH hast Du es manchmal, dass der eine Bundessieger wird, während man bei einem Wurfgeschwister sagt, "Naja, ein Überflieger ist er nicht", aber er macht seine Arbeit und seine Ortsprüfungen. Beim Malinois gibt es Championatssieger, von denen Wurfgeschwister keine Prüfung geschafft haben, bei talentierten Ausbildern. Oder Nachkommen so ängstlich waren, dass sie sich eher aus dem Halsband strippen bevor ein Fremder sie anfassen kann.


    Der Malinois ist im Vergleich zum DSH ein extremer Hund. Extrem gut, extrem belastbar, extrem schnell, aber auch extrem empfindlich, extrem angekratzt, extrem aktiv. Der Malinois ist toll wenn man einen ausgeglichenen Hund erwischt. Aber man muß mit seinen Extremen leben können falls man ein Exemplar erwischt, das genetisch nicht so optimal veranlagt ist. Beim DSH ist das in so einem Fall i.d.R. leichter, weil er halt in allem nicht so extrem ist. Deswegen ist es wichtig die Elterntiere eines Malinois gut zu kennen, deren Eltern, die Hunde auf die Inzucht betrieben wird usw. Und ohne Insiderwissen erfährt man nix über die "schwarzen Schafe" in den Familien, die man als Aussenstehender nicht zu sehen bekommt. Ein erfahrener Mali-Züchter sagte mir mal "Beim DSH gibt's Schlechte. Beim Malinois gibt's richtig Schlechte!". D.h. auch in diese Richtung kann der Malinois extrem sein. Und das darf man nicht unterschätzen.