Waschbär Moderator
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Beiträge von Waschbär

    Das ist nicht weit her geholt, sondern das findest Du in dem Rechtsgutachten von April 2021 glaub auf Seite 12 bis 16. Die bisherige Rechtssituation für AmtsVets war bis zur Änderung der TSchHuV die, dass sie im Fall von "Qualzucht" in jedem Einzelfall einen Rechtsprozess zu führen hatten gegen jeden einzelnen betreffenden Züchter in ihrem Zuständigkeitsgebiet. Eine Situation, die für sie arbeits- und zeittechnisch in der überwiegenden Anzahl der Fälle nicht zu bewältigen war.


    Seit dem 01.01.2022 ist die Rechtssituation für sie so dass es jetzt explizit ein Ausstellungsverbot gibt für Hunde, die von "Qualzucht"-Merkmalen betroffen sind. Und es zudem das Rechtsgutachten aus April 2021 plus einem Ergänzungsgutachten aus September 2021 gibt, in dem genau aufgeführt wird wie eine Mittäterschaft u.a. von AmtsVets aussieht und wie sie rechtlich belangt werden können.


    Und es ist keineswegs lächerlich dass Hunde, die entsprechende Mutationen im Erbgut tragen bezüglich des Merlefaktors oder DM (oder anderen genetisch bedingte Erkrankungen), unter den "Qualzucht"-§ fallen. Das Merle-Gen KANN schwere Schädigungen der betroffenen Hunde verursachen, und auch bei Erkrankungen wie der DM sind homozygote Tiere teilweise extrem in ihrem Wohlbefinden beeinträchtig. D.h. Züchter, die betroffene Rassen züchten, sollten schon ein Fachwissen nachweisen können welches in Bezug auf derartige "rassetypische" Erkrankungen in die Tiefe geht. Z.B. in Bezug auf das Merle-Gen ist es ja keineswegs so einfach dass man sagen kann "Merle x Nichtmerle = gesundheitlich unbedenklich. Es kommt nicht nur darauf an ob ein Hund das Merle-Gen trägt oder nicht. Sondern auch darauf wie viele Basenpaare dieses Gen groß ist. Züchter müssen einen Merle auch dann zuverlässig identifizieren können wenn er aussieht wie ein Nichtmerle. Und wissen, anhand der Basenpaargrößte seines Merle-Gens, ob sie ihn verpaaren können oder nicht, und wenn ja mit welchem Zuchtpartner.


    Es ist nun mal so dass u.a. auch AmtsVets derzeit ziemlich im Regen stehen mit der Umsetzung der geänderten TSchHuV, in Verbindung mit den beiden aktuellen Rechtsgutachten. Da es für die TSchHuV zumindest zur Zeit keine Allgemeine Verwaltungsvorschrift zu deren Durchführung gibt, und die aktuellen Rechtsgutachten besagen dass ein AmtsVet sogar dann als Mittäter zur Rechenschaft gezogen werden kann bzw. muss wenn er auf Weisung eines Vorgesetzen handelt. Sprich z.B. ein Landrat würde einem AmtsVet vorgeben dass er über die Tollwutimpfung hinaus für eine Ausstellung, auf der Eintrittsgelder von Zuschauern verlangt werden, keine weiteren Auflagen für die Aussteller erteilen darf. Dann macht sich der AmtsVet, wenn er auf Weisung so handelt, trotzdem des Tatbestand der Mittäterschaft schuldig wenn auf der von ihm genehmigten Ausstellung Hunde mit sog. "Qualzucht"-Merkmalen ausgestellt werden würden.


    Von daher kann ich verstehen weshalb es da jetzt zu überzogenen Auflagen kommt. Momentan möchte ich nicht in der Haut eines AmtsVets stecken, der für die Genehmigung derartiger Ausstellungen zuständig ist. Egal was er macht, es ist derzeit falsch...


    Blöd ist die Situation natürlich trotzdem. Ich sehe die Ursache dafür aber in der Politik, die Gesetze und Verordnungen erlässt ohne für deren praktikable Umsetzung zu sorgen.

    Sie müssen es nicht auf der Ausstellung anprangern. Hinterher reicht... Die Ergebnisse der Gentests von Bordercollie Hinz und Dobermann Kurz können später im Internet veröffentlicht werden. Und es ist heutzutage ein Leichtes nachzuvollziehen welcher Hund wann und wo ausgestellt worden ist.

    Hab ich doch geschrieben: Weil betroffene AmtsVets ausschließen wollen dass sie angezeigt werden. Z.B. wenn PETA während oder nach einer Ausstellung feststellt dass ein dort ausgestellter Hund ein Qualzuchtmerkmal besitzt. Z.B. Mops Hugo wird in XYZ ausgestellt und irgendwann später schreibt Frauchen auf ihre Homepage, auf Facebook oder sonst wo im Internet wie schlecht es Hugo nach seiner OP geht, bei der ihm die Nasengänge frei geschnitten und das Gaumensegel gekürzt wurde.. Worst-Case-Szenario wäre ein kollabierender Hugo im Ehrenring... So wie der Dobermann, der vor einigen Jahren während der Siegerehrung der VDH-IPO-DM an einem plötzlichen Herztod verstorben ist.


    Aber es reichen auch schon Fotos, die während einer Ausstellung gemacht werden, damit PETA einem AmtsVet das Leben schwer machen könnte. Lt. dem Rechtsgutachten von 2021 kann ihm Täterschaft und Teilnahme durch Tun oder durch Unterlassen vorgeworfen werden.


    Im übrigen verweigern aus dem selben Grund viele Tierärzte das Ausfüllen der für die einzelnen Ausstellungen erforderlichen Formulare, lt. denen sie erklären würden dass der betreffende Hund frei ist von den aufgeführten "Qualzucht"-Merkmalen.

    Ich denke mal die betreffenden AmtsVets haben jetzt einfach Fracksausen dass sie eine Anzeige wegen Mittäterschaft erhalten, wenn EIN PETA-Anhänger auf einer Schau, die sie geneigt haben, EINEN Hund finden auf den der "Qualzucht-§" zutrifft...

    für m ich stellt sich die Frage, warum man solche Vorgaben überhaupt gemacht hat? also wie kam es dazu und zu welchem Zweck

    Ursache ist die zum 01.01.2022 geänderte TSchHuV, in welcher jetzt auch ein § enthalten ist der das Ausstellen von Hunden mit Qualzuchtmerkmalen betrifft. Zwar ist ein Verbot der Zucht von Tieren mit Qualzuchtmerkmalen seit ca. 20 Jahren im TSchG enthalten und deswegen eigentlich überflüssig in der TSchHuV, aber bisher wurde das doch eher nicht umgesetzt.


    Zudem gibt es seit April 2021 ein Rechtsgutachten, welches sich mit der Umsetzung des "Qualzucht-§" im TSchG befasst, und dazu noch ein Ergänzungsgutachten von September 2021. In dem sehr genau darauf eingegangen wird wie z.B. auch praktizierende Tierärzte und Amtstierärzte sich ordnungs- und strafrechtlich der Mittäterschaft schuldig machen und entsprechend belangt werden können.


    Interessant übrigens dass der CACIB in Dortmund auch eine Katzenausstellung angegliedert ist ("Hund und Katz"). Und für das Ausstellen der Katzen keine derartigen Auflagen erteilt wurden wie für das der Hunde. Was ja auch logisch ist, denn es gibt ja nur eine TSchHuV lt. der es ein Ausstellungsverbot für Hunde mit "Qualzucht"-Merkmalen gibt sowie das Verbot der Haltung in Boxen. Da es keine TSchKaV gibt dürfen Katzenrassen mit vergleichbaren "Qualzucht"-Merkmalen wie Mops & Co. oder mit schwerwiegenden Knorpeldefekten oder Haarlosigkeit auflagenlos ausgestellt werden, das ganze Wochenende über in kleine Käfige eingepfercht...

    Am allerwichtigsten ist es bei so einer Versicherung darauf zu achten dass die Versicherungsgesellschaft nach einer gewissen Laufzeit des Vertrages (zwischen einem und drei Jahren, wobei da natürlich gilt "je kürzer desto besser") auf ihr Kündigungsrecht verzichtet. Sonst kann einem nach jedem Schadensfall oder aber auch jährlich gekündigt werden.


    Z.B. die Agila trennt sich in regelmäßigen Abständen von ihren Altbestandkunden. Mal bei den Hunden, mal bei den Katzen, mal bei den Pferden... Ich kann mich noch gut daran erinnern wie vor ein paar Jahren sämtlichen Kunden gekündigt worden ist, die ihre OP-Kostenversicherung über "Fressnapf" bei der Agila abgeschlossen hatten. Da hatten die Halter jahrelang Beiträge bezahlt, die Versicherung u.U. nie in Anspruch genommen, und standen dann plötzlich mit ihrem alten Hund auf der Straße. Und den dann noch irgendwo anders zu einem guten Preis-/Leistungsverhältnis absichern zu können ist so gut wie unmöglich.


    In Bezug auf die Agila weiß ich von zwei Kündigungswellen, die Hundehalter betroffen haben, seitdem ich solche "Produkte" beobachte. Mich persönlich hat das immer davon abgehalten eine solche Versicherung für meine Hunde abzuschließen. Bei mir kommt jeden Monat Geld auf einen Sparvertrag. Und benötige ich das nicht für teurere Tierarztbehandlungen/Operationen, dann ist das Geld nicht futsch, sondern kann anderweitig verwendet werden.


    Wie gesagt, Priorität Nr. 1 wäre für mich dass der vertrag nicht von Seiten der Versicherung gekündigt werden kann. Dann erst kämen für mich Aspekte ins Spiel wie ob auch der 4-fache Satz der GOT bezahlt werden würde oder ob es eine Selbstbeteiligung gibt etc. Denn was nützt ein großzügig zugeschnittenes Versicherungspaket, wenn man rausgeworfen wird wenn der Hund alt wird? Gerade dann ist die Wahrscheinlichkeit am größten dass man so eine Versicherung benötigen wird...

    Ich habe aber grad gesehen, dass die Gutachterin meines Zuchtvereins dort gelistet und ebenfalls Gutachterin des RSVs 2000 ist .

    Dann schick die Bilder ganz normal an Deinen Zuchtverband (oder direkt an dessen Gutachterin, oder der Tierarzt reicht sie über das Röntgenportal ein; halt so wie Dein Zuchtverband das vorschreibt). Gisela Görke wertet auch sehr korrekt aus. Durch sie wirst Du eine reelle Bewertung erhalten.

    Du kannst Dir die Aufnahmen per Mail schicken lassen und an Dr. Tellhelm in Gießen schicken. Der wertet Dir gegen einen kleinen Obolus jeden Hund aus. Das ist der Gutachter des SVs und auch für ca. 80 andere Rassen im VDH, zudem hat er Jahrzehnte lang Tierärzte im HD/ED-Röntgen geschult. Und er hat wissenschaftlich maßgeblich daran mitgearbeitet dass ein validiertes Auswertungsverfahren für das ED-Röntgen sowie die LÜW- und OCD-Auswertung geschaffen werden konnten.


    Wenn Du möchtest kann ich Dir seine Mail-Adresse per PN geben.

    Ich würde auf jeden Fall alles röntgen/auswerten lassen. Die LÜW-Auswertung erfolgt über die HD-Aufnahme. Für die OCD-Auswertung wird eine kleine Aufnahme der Lendenwirbelsäule in Seitenlage gemacht.


    Wenn Du wirklich wissen möchtest ob Dein Hund gesund ist und Du ihn voll belasten kannst nützt es Dir ja nix wenn Du nur über den Zustand der Hüfte und Ellenbogen Bescheid weißt. Es ist gut dass wir inzwischen eine validiert LÜW- und OCD-Auswertung haben, und jeder sollte froh sein das nutzen zu können.


    Zwecks Röntgen würde ich einen Tierarzt empfehlen der oft für den SV röntgen. Allein schon wegen dem Procedere mit den Formularen. Es ist unglaublich welche Fehler da immer wieder passieren, und dann muss man nicht selten monatelang warten bis man die Ergebnisse erhält.


    Und wenn Du die LÜW- und OCD-Auswertung mit machen lassen möchtest, dann sag das explizit bei der Anmeldung dass sie dann auch das OCD-Formular da haben müssen. Das wird nämlich manchmal nicht mit bestellen.

    Bisher scheint dieser Aufriss nur bei den CACIB-Schauen gemacht zu werden. Allerdings müssen auf der Bundessiegerzuchtschau jetzt plötzlich alle Hunde nicht nur tollwutgeimpft sein, sondern darüber hinaus nach den Empfehlungen der StiKoVet.

    im P rinzip waren die Regeln ja bereits 21 so und das ist ja auch OK und durchführbar für die Aussteller.

    Ausschluss eines Cauda equina-Syndroms mittels bildgebender Verfahren (wird verlangt für alle Hunde ab 60 cm Schulterhöhe). Sprich es muss eine MRT der Wirbelsäule gemacht werden.

    für alle Hunde ab 6o cm Schulterhöhe, heißt das auch für DSH-Rüden oder nur für Hunde aus der oben zitierten Rasseliste?

    In Erfurt gilt die Vorgabe für alle Hunde ab 60 cm Schulterhöhe. Plus Boxer und Deutsche Schäferhunde (bildgebende Verfahren um das Vorliegen einer Spondylose und/oder einem Cauda equina-Syndrom auszuschließen).

    Die veterinärbehördlichen Auflagen für die Bundessiegerzuchtschau wurden veröffentlicht: Die Hunde dürfen tagsüber auf den überwachten Parkplätzen in Anhängern und Autoboxen verbleiben. Nach maximal zwei Stunden müssen sie für mind. eine halbe Stunde raus aus den Boxen. Man darf sie auch im Auto bzw. den Anhängern übernachten und zwischen 0.00 und 6.00 Uhr dort durchschlafen lassen. Wobei die Boxengrößen natürlich der TSchTransportV entsprechen müssen.


    Bei warmer Witterung müssen Thermometer angebracht sein die von außen ablesbar sind. Und es muss ebenfalls von außen sichtbar sein dass die Hunde frisches Wasser haben. Dito muss die Handynummer des Halters am Fahrzeug hinterlassen werden. Und er muss natürlich dafür sorgen dass die Temperatur im Fahrzeug bzw. Anhänger max. 30°C nicht übersteigt. Letztendlich also Selbstverständlichkeiten.


    Gut finde ich dass die Parkplätze entsprechend überwacht werden, was ich als sehr beruhigend empfinden würde ( = dass da Personen sind die kontinuierlich die Fahrzeuge mit den Hunden im Auge behalten; Sicherheitsdienst sozusagen...).

    Egal ob Hund, Pferd, Milchkuh oder sonst etwas: Wenn man das Gebäude von Tieren beurteilen möchte, dann sollten sie möglichst gerade stehen und wenn möglich alle in einer ähnlicher Position. Du erkennst ja jetzt selbst wie die Gebäudeproportionen sich verändern wenn z.B. beide Hinterbeine zu weit unter dem Körper stehen.


    Schau mal in diesem Link hier ab Seite 30, da erkennst Du wahrscheinlich am besten worum es geht. Und dass ein Zuchtrichter nur bei einem korrekten Stand des Hundes und wenn Schulter- und Hüftgelenk auf der gleichen Höhe liegen z.B. Winkel und Länge von Ober-/Unterarm oder dem Oberschenkel korrekt beurteilen kann, oder die Brustverhältnisse etc. Interessant ist diesbezüglich z.B. die Abbildung "Abweichung der Stützlinien vom Profil aus gesehen" auf Seite 41. Die Beurteilung derselben wird verfälscht wenn der Hund in der Vorhand oder mit Hintermittelfuß nicht korrekt steht.


    https://www.wusv.org/fileadmin/Documents/Vortraege/Zucht/AnatomiedesHundes_Basiswissen.pdf