Tierschutzrelevant Ja oder Nein?

  • Hallo @alle,


    wenn ich eine bestimmte Strecke laufe, komme ich immer an einem Schrebergarten vorbei, in der ein Schäferund im Zwinger gehalten wird.

    Seit einem Jahr habe ich dort noch nie jemanden gesehen.

    Ich vermute der Hund bekommt ein oder zwei mal am Tag was zu Fressen und ist dann immer alleine.....

    Ich finde das sehr grausam für den Hund aber ist das bereits Tierquälerei?

    Wer kennt sich aus mit den Gesetzen?

    Lex von den zwei Steinen, geb. Juli 2019


    Für mich das beste Buch für Hundeerziehung, welches ich bisher gelesen habe: “Ich lauf schon mal vor” Thomas Baumann

  • ruf beim zuständigen veterinäramt an (landratsa t dieser gemeinde), sag ihnen deine beobachtungen, am besten noch ein foto machen und das dann per email senden und evtl hundehalter. Strasse und gemeindeteil sind auch noch wichtig. Die kümmern sich, weil zwingeranlagen besondere bestimmungen haben.

  • vorweg wirklich Ahnung habe ich nicht, aber mal wen anzurufen und darauf aufmerksam zu machen wird nicht Schaden. Es wird dann auf die Zwingergröße und so ankommen vermutlich. Dein Tierarzt könnte sich mit sowas auskennen. Wenn ich stutzig bin würde ich halt mal das Ordnungsamt oder die Polizei informieren.

    ]Elli für immer in meinem Herzen * 31.05 2019



    Loki mein kleiner Chaot geboren April 2019


  • Abgesehen von der Beschaffenheit des Zwingers ist hier wahrscheinlich Paragraph 2 der Tierschutz Hundeverordnung relevant:

    § 2 Allgemeine Anforderungen an das Halten

    (1) Einem Hund ist ausreichend Auslauf im Freien außerhalb eines Zwingers oder einer Anbindehaltung sowie ausreichend Umgang mit der Person, die den Hund hält, betreut oder zu betreuen hat (Betreuungsperson), zu gewähren. Auslauf und Sozialkontakte sind der Rasse, dem Alter und dem Gesundheitszustand des Hundes anzupassen.
    (2) Wer mehrere Hunde auf demselben Grundstück hält, hat sie grundsätzlich in der Gruppe zu halten, sofern andere Rechtsvorschriften dem nicht entgegenstehen. Von der Gruppenhaltung kann abgesehen werden, wenn dies wegen der Art der Verwendung, dem Verhalten oder dem Gesundheitszustand des Hundes erforderlich ist. Nicht aneinander gewöhnte Hunde dürfen nur unter Aufsicht zusammengeführt werden.
    (3) Einem einzeln gehaltenen Hund ist täglich mehrmals die Möglichkeit zum länger dauernden Umgang mit Betreuungspersonen zu gewähren, um das Gemeinschaftsbedürfnis des Hundes zu befriedigen.
    (4) Ein Welpe darf erst im Alter von über acht Wochen vom Muttertier getrennt werden. Satz 1 gilt nicht, wenn die Trennung nach tierärztlichem Urteil zum Schutz des Muttertieres oder des Welpen vor Schmerzen, Leiden oder Schäden erforderlich ist. Ist nach Satz 2 eine vorzeitige Trennung mehrerer Welpen vom Muttertier erforderlich, sollen diese bis zu einem Alter von acht Wochen nicht voneinander getrennt werden."(https://www.gesetze-im-interne…schhuv/BJNR083800001.html)


    Den Hund dort so zu halten, wie du es vermutest, wäre also durchaus tierschutzrelevant.


    Was geht nur in den Menschen vor- jedes Kind weiß, dass ein Hund ein Rudeltier ist. Das arme Wesen!

    Ich würde es auf jeden Fall melden!

    Theresa mit Oskar *2014 (Malteserrüde) und Nika *2019 (DSH Hündin Langstockhaar)

  • naja dieser Hund könnte auch gefährlich sein und deshalb im Zwinger sein. Manche Menschen leben auch unerlaubterweise in ihrem Gartenhäuschen. Also ob der da wirklich nur alleine hockt müsste man herausfinden und dazu muss jemand auf das Grundstück. Und bei aller Tierliebe mir zu heikel, zur Not lieber etwas wie Ruhestörung kreieren und die Polizei hinschicken.

    ]Elli für immer in meinem Herzen * 31.05 2019



    Loki mein kleiner Chaot geboren April 2019


  • In der Tat wird es schwer zu beweisen sein, dass der Hund den ganzen Tag oder auch überwiegend ein einsames Dasein fristet. Dazu müsste man sich auf die Lauer legen und Beweise sammeln. Evtl. kann der örtliche Tierschutzverein befragt werden- evtl. nehmen die sich dem Hund an.

    Theresa mit Oskar *2014 (Malteserrüde) und Nika *2019 (DSH Hündin Langstockhaar)

  • Ich bin 1.90m und habe bereits mehrfach über den Zaun geschaut, da lebt definitiv niemand.

    Ich müsste also auch mal mittags, nachmittags und abends dort vorbei schauen, bevor ich das OA einschalte.

    Lex von den zwei Steinen, geb. Juli 2019


    Für mich das beste Buch für Hundeerziehung, welches ich bisher gelesen habe: “Ich lauf schon mal vor” Thomas Baumann

  • Du bittest das zuständige Vetamt um zeitnahe Kontrolle, da dieser Hund ständig im Zwinger untergebracht ist und Du noch nie einen Menschen bei ihm gesehen hast und Du dir um diesen Hund große Sorgen machst. Du darfst dieses Grundstück nicht betreten, das wäre Hausfriedensbruch. Aber Du solltest von außen ein Foto von diesem Hund machen, auf dem diese Umstände erkennbar sind und es dem Vetamt schicken. Das Ordnungsamt ist nur für ständige Bellereien und Ruhestörungen zuständig, aber wenn es ums Tierwohl geht, dann das Vetamt.

  • Ich bin 1.90m und habe bereits mehrfach über den Zaun geschaut, da lebt definitiv niemand.

    Ich müsste also auch mal mittags, nachmittags und abends dort vorbei schauen, bevor ich das OA einschalte.

    Selbst wenn Du mehrmals am Tag dort niemanden siehst bedeutet das nicht dass sich der Hundehalter nicht zu anderen Zeiten um seinen Hund kümmert. Theoretisch könnte der Hundehalter seinen Hund sehr früh Morgens dort in den Zwinger tun und sehr spät Abends wieder abholen. Und den Hund Nachts zu Hause haben. Oder er kümmert sich sehr früh morgens um den Hund und dann wieder Abends. Oder halt zu anderen Zeiten als denen zu denen Du dort vorbei gehst.

  • Deshalb habe ich auch bisher nichts unternommen.....der Bursche tut mir halt sehr Leid.

    Ich werde mal nach Tierschützern schauen, die sind eventuell Interessiert und können sehr hartnäckig sein.

    Lex von den zwei Steinen, geb. Juli 2019


    Für mich das beste Buch für Hundeerziehung, welches ich bisher gelesen habe: “Ich lauf schon mal vor” Thomas Baumann

  • du kannst deine anzeige anonym beim vetamt mitteilen. Brauchst nur anrufen. Die schauen dann nach.

    Das hängt ganz von der diesbezüglichen Dienstanweisung des jeweiligen VetAmts ab. Im übrigen kann man, wenn man wirklich denkt ein Tier wird nicht tiergerecht gehalten, der Behörde gegenüber auch zu seiner Meinung stehen. Wenn man nicht mal den Hintern in der Hose hat, sollte man seinen Mund halten. Dann kann der Ernst der Lage ja nicht so dramatisch sein.

  • Deshalb habe ich auch bisher nichts unternommen.....der Bursche tut mir halt sehr Leid.

    Ich werde mal nach Tierschützern schauen, die sind eventuell Interessiert und können sehr hartnäckig sein.

    Jupp, die sind teilweise regelrechte Stalker... Letztendlich dürfen die aber das Grundstück nicht betreten und nicht videoüberwachen etc. Machen sie manchmal trotzdem, dadurch werden sie aber auch nicht sympathischer...


    Ich würde mich an Deiner Stelle erst einmal näher über den Hund und dessen Halter erkundigen. In Schrebergärten gibt es i.d.R. relativ strenge Satzungen bezüglich Tierhaltung. Such doch erst einmal das Gespräch mit den Gartennachbarn und jemandem vom Vorstand und erkundige Dich über die Haltungsbedingungen des Hundes. Geh mal regelmäßig zu ganz anderen Zeiten dort lang, vielleicht triffst Du dann auch den Halter. Und wenn Dein momentaner Eindruck bleibt, dann schalte das VetAmt ein, aber nicht irgendwelche "autonomen Tierschützer", die sich durch Nacht- und Nebelaktionen nur profilieren wollen.


    Manchmal ergibt es sich bei der Recherche auch dass man erkennt dass ein Hundehalter in Not geraten ist. Krankheit, Tod des Lebensgefährten (der sich bisher hauptsächlich um den Hund gekümmert hat) etc... Möglicherweise kann man dann mit etwas Hilfe (z.B. in Bezug auf die Haltung des Hundes bzw. dessen Vermittlung) dem Hund und auch dem Halter helfen ohne dass ein Einschreiten der Behörden notwendig wird.

  • Das ist kein Kleingartenverein oder ähnliches und in Not gekommen glaube ich auch nicht, weil ich bereits ein Jahr dort langlaufe.

    Lex von den zwei Steinen, geb. Juli 2019


    Für mich das beste Buch für Hundeerziehung, welches ich bisher gelesen habe: “Ich lauf schon mal vor” Thomas Baumann

  • Ich finde es vom Grundsatz her schon fragwürdig, wenn ein Hund mehr oder minder ausschließlich im Zwinger gehalten wird. Aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass das auch von den Behördern durchaus toleriert wird. In der abgelegenen Straße, in der ich früher wohnte, stand außer unserem Haus nur noch die Anlage des Kleintierzuchtvereins und da lebte jahrelang ein Deutscher Schäferhund als Schutz vor Einbrechern. Er lief auf der Anlage zwar frei, aber im Sommer war sein Wasserschälchen oft leer und irgendwie wurde es dann auch oft nicht aufgefüllt, obwohl die Leute dort sich ja auch um ihre Kaninchen und das Geflügel kümmerten und die Tiere mit Wasser versorgte. Ich habe da dann auch öfter mal beim Vorstand angerufen, damit jemand dem Hund Wasser gibt.


    Als der Schäferhund dann in die Jahre kam und anfing, deutlich zu lahmen, respektive nur noch schwer alleine hochkam, hat eine Bekannte meiner Mutter den Vorstand gebeten, ihr den Hund zu überlassen, weil es offenbar kein Kleintierzüchter wichtig fand, den Hund mal einem Tierarzt vorzustellen. Die waren aber wohl froh, den alten Hund abgeben zu können und bei der Bekannten hatte er auch noch eine schöne Zeit ... das Traurige daran ist, dass dann halt wieder ein neuer Schäferhund in den Kleintierzuchtverein einzog und sich auch nichts an seiner Haltung änderte.


    Trotzdem reagiere ich auch ein bisschen allergisch auf die Gutmenschen aus den Tierschutzvereinen oder die Amtsveterinäre, deren Vorstellung von artgerechter Tierhaltung oft recht krude ist und ich würde vermutlich auch schon darum nie auf die Idee kommen, die einzuschalten. Eher würde ich vermutlich versuchen rauszufinden, wem der Hund gehört und direkt mit dem Besitzer sprechen.

  • Das ist kein Kleingartenverein oder ähnliches und in Not gekommen glaube ich auch nicht, weil ich bereits ein Jahr dort langlaufe.

    Wenn Du schon seit einem Jahr dort lang läufst und sich niemand längere Zeit dort aufhalten würde, dann müsste da ja alles komplett zugewuchert sein.


    Der Begriff "Schrebergarten" wird i.d.R. für eine Parzelle in einem Kleingartenverein verwendet. Insofern gibt es dort i.d.R. Nachbarn und auch eine (Vereins)Satzung. Liegt dieser Garten denn komplett einzeln?

  • Ich finde es etwas merkwürdig, dass hier so schlecht über Tierschützer geredet wird. Sicher, es gibt auch schwarze Schafe-wie überall. Aber das ein Tierschützer häufig recht allergisch drauf ist- tja für mich völlig verständlich, wenn man bedenkt was der so in seiner "Karriere" alles zu sehen bekommt. Ich habe einige Jahre ehrenamtlich in einem Tierheim gearbeitet und was ich dort erlebt habe hat mir echt gereicht. Ich kann die teils radikale Vorgehensweise nachvollziehen. Die Tiere haben keine Lobby, keine Rechte und sind IMMER ausgeliefert. Ein Hund hat meiner Meinung nach sowieso nichts im Zwinger verloren, schon gar nicht alleine und wenn er dort nur morgens und abends versorgt wird, ist das in meinen Augen und auch nach meiner Definition des Tierschutzgesetzes schlichtweg verboten. Witzig auch, wie viele Menschen aktuell wegen der Beschränkungen durch Corona jammern- aber ein (Rudel) Tier kann ruhig den ganzen Tag alleine sein.

    Ich würde den Fall melden- und dazu stehen! Im besten Fall stellt sich heraus, dass dein Eindruck der Haltung durch Zufälle entstanden ist und das Tier vernünfitig gehalten wird. Aber so wie du es beschreibst, gehe ich nicht davon aus. Kannst du denn erkennen, ob das Tier mit Wassser versorgt ist?

    Theresa mit Oskar *2014 (Malteserrüde) und Nika *2019 (DSH Hündin Langstockhaar)

  • Tierschutz ist nicht immer gleich gut und auch dort gibt es viele schwarze Schafe von daher kann ich Waschbärs Post schon nachvollziehen. Das ansprechen von Nachbarn etc. Finde ich auch eine gute und sympathische Idee

    ]Elli für immer in meinem Herzen * 31.05 2019



    Loki mein kleiner Chaot geboren April 2019


  • Ein Hund hat meiner Meinung nach sowieso nichts im Zwinger verloren, schon gar nicht alleine und wenn er dort nur morgens und abends versorgt wird, ist das in meinen Augen und auch nach meiner Definition des Tierschutzgesetzes schlichtweg verboten.

    Es geht aber nicht um Deine Meinung zur Zwingerhaltung. Sondern darum was rechtlich lt. TSchHundeVO vorgegeben wird. Und selbst nach dem aktuellen Neuentwurf dieser Verordnung (die noch nicht in der veröffentlichen Form verabschiedet worden ist) ist Zwingerhaltung nicht verboten. Vielmehr wird darin lediglich der bisherige Passus zum "... ausreichend Auslauf im Freien außerhalb eines Zwingers..." in der Weise konkretisiert dass dem Hund künftig zweimal täglich ein Aufenthalt von insges. 1 Stunde außerhalb des Zwingers zu ermöglichen ist. Bisher ist das aber nur ein Entwurf, so dass es zur Zeit diesbezüglich keine fixe Zeitangabe gibt die die VetÄmter vorgeben können.


    Entsprechen Zwinger und Versorgung des Hundes der gültigen TSchHundeVO (z.B. dadurch dass der Hundehalter 2 x tgl. anwesend ist und den Hund adäquat versorgt und ihn z.B. im Garten frei laufen lässt), dann wird das VetAmt nix unternehmen. Und alles, was sog. "Tierschützer" darüber hinaus unternehmen (z.B. Stalken und/oder Filmen oder gar das Grundstück zu betreten) entspräche nicht unserer Rechtsgrundlage.

  • zur Not sich frei nehmen leckeres zu essen und trinken einpacken und wenn möglich mit dem Auto direkt vor der Anlage parken und den ganzen Tag beobachten. Aber ich glaube ein direktes Nachfragen ist ehrlicher und besser.

    ]Elli für immer in meinem Herzen * 31.05 2019



    Loki mein kleiner Chaot geboren April 2019