Melden/Anschlagen im Büro verhindern

  • Zum Kamellewerfen muss man das Zeug ja schon bei sich haben - könnte man einrichten, erscheint auf den ersten Blick aber auch umständlich.

    Es ist umständlich Futter dabei zu haben? Wenn man mit dem Hund etwas trainieren/üben will?

    Jetzt verstehe ich, warum die Leute immer wieder in den Stunden vom Welpenkurs aufgetaucht sind, ohne Futter, ohne Futterbeutel etc. Für mich so wie ohne Schulranzen in die Schule gehen. ... okay, kommt vor aber sollte es?

  • Übrigens, es gibt natürlich andere, sicherlich durchaus bessere und evtl. effektivere Methoden und Strategien, die halt auch aufwändiger sind.

    Meine "schmeiss Futter" Methode ist evtl. nur ein Pflaster und nicht eine umfassende, durchdachte Lösung.

    :) <3

  • Meine "schmeiss Futter" Methode ist evtl. nur ein Pflaster und nicht eine umfassende, durchdachte Lösung.

    :) <3


    Naja, es kommt halt echt drauf an welchen Typ Hund man sich "angelacht" hat und wie viel Aufwand man betreiben möchte.


    Bei Da Vinci könnte ich mich wahrscheinlich tottrainieren und der wäre halt noch immer nicht der "Bürohund-Typ".


    Amalou könnte man wiederum ohne Training ins Büro werfen. Die ist so tiefenentspannt, mit der kannst du annähernd alles machen.


    Chichi ist eher so der Typ "Helikopter117" und freut sich über jeden Menschen ein 2. Poloch ... der würde es auch schwer fallen liegen zu bleiben ... die würde allerdings nicht bellen, sondern direkt totlieben.

  • Ich hab Thyra auch auf der Arbeit (Einzelhandel) dabei. Mein Schreibtisch steht am Verkaufsraum hinter einer kurzen Wand versteckt. Unter dem Schreibtisch ist ihr Hundebett. Ich hab ihr von Anfang an klar gemacht das sie Kunden weder anbellen noch anknurren darf und sie belohnt wenn sie die Klappe gehalten hat. Nachdem ich natürlich vor gehe und die Kunden bediene, hat sie relativ schnell verstanden das es nicht ihre Aufgabe ist aufzupassen und ich mich darum kümmere.

    Genau das ist der Punkt aus meiner Sicht, der oft missverstanden wird.

    Wenn ein Hund nicht weiß, wo seine Aufgabe anfängt und wo sie aufhört, dann hat das nix mit Genetik zutun, sondern mit falscher Konditionierung & fehlender Erziehung.

  • Wenn ein Hund nicht weiß, wo seine Aufgabe anfängt und wo sie aufhört, dann hat das nix mit Genetik zutun, sondern mit falscher Konditionierung & fehlender Erziehung.


    Im Groben gebe ich dir da Recht, aber die Genetik wird schlussendlich darüber entscheiden, ob der Hund sich dabei wohlfühlt.


    Bei den Gebrauchshunderassen musst du eben auch teilweise damit rechnen, dass sie sich aufgrund der Genetik nicht immer zwingend komplett in das Umfeld pressen lassen, in dem wir sie gerne hätten.


    Je nachdem wie kompromissbereit und/oder leidensfähig man selbst ist, kann man sich dann darauf einlassen oder es eben lassen 😉

  • Bei den Gebrauchshunderassen musst du eben auch teilweise damit rechnen, dass sie sich aufgrund der Genetik nicht immer zwingend komplett in das Umfeld pressen lassen, in dem wir sie gerne hätten.

    Ich glaube hier lohnt es sich, genauer hinzuschauen.

    Bin völlig Deiner Meinung wenn Du sagst, das man damit rechnen muss, das die Gebrauchseigenschaften eines Hundes mehr Aufwand, Zeit und Fähigkeit vom HH fordern können, um ihn alltagstauglich zu bekommen.
    Die Verantwortung und Anforderung an den HH wächst m.E. mit zunehmender Ausprägung der Gebrauchshundeeigenschaft.


    Gleichzeitig werden die Voraussetzungen an das Umfeld gerade in den ersten 4 Jahren wo es drauf ankommt oft unterschätzt.


    Aaaaber...mir wird zu häufig die Gebrauchshundeeigenschaft als Ausrede für Ungehorsam bzw. das nicht-funktionieren im Alltag hergenommen.
    Der DSH bellt bei jedem Pieps? Ja, der ist ja auch dafür gezüchtet zu bewachen.
    Der Dackel geht alles & jeden an? Ja, der ist ja dafür gezüchtet, gegen den Dachs zu kämpfen.
    Der Kangal blockiert die ganze Straße? Ja, der ist ja auch terretorial...


    Wenn Kimmo im übertragenen Sinne sagt, das Schäferhunde alles & jeden melden, weil sie ja genau dafür gezüchtet wurden und das also normal ist, dann würde ich dem nicht zustimmen wollen.

    Wenn man einen Gebrauchshund machen lässt, mag das so sein.
    Im besten Fall wird er so gebildet & erzogen, das er genau weiß wann er was zutun und zu lassen hat. Und wenn er "klar im Kopf" ist und der HH es grob richtig macht, bekommt er das auch ohne Probleme hin.

    Gerade einem DSH kann man im Grunde doch alles beibringen. Er ist so ein Allrounder, das er im Prinzip vom Stöckchen holen über Hardcore-IGP bis Objektschutz alles lernen und abrufen kann.

    Vorausgesetzt er kann die Disziplinen voneinander abgrenzen, wofür aber seine Ausbildung verantwortlich ist (Stichwort Triebwechsel), und nicht seine Genetik.

  • Da bin ich tatsächlich nur noch etwas begrenzter bei dir, das mag -bitte versteh mich da nicht falsch, es ist kein Angriff oder keine Abwertung- an deinen überwiegend positiven Erfahrungen mit Pepper und auch an Peppers Naturell liegen ... und das gönne ich dir wirklich von Herzen.


    Aber weißt du, man kann leider NICHT jeden Hund zum Sozialverträglichkeitsprojekt machen.


    Mir ist bewusst, dass es heutzutage "modern" ist zu suggerieren, dass es mit der "richtigen Schule" schon möglich wäre einem jeden Hund all das Abtrainieren zu wollen, wofür er vielleicht ursprünglich gezüchtet wurde. Man munkelt, dass es gar Leute gäbe, die sich damit eine goldene Nase verdienen.


    Aber ehrlich betrachtet tun das diese Menschen eher nicht, um dem Hund zu helfen, sondern um ihr eigenes Leben stressfreier zu gestalten ... damit das natürliche Verhalten dieses Hundes nicht als "peinlich" empfunden werden muss.


    Wir zähmen also ggf. einen Instinkt, weil er für uns unbequem ist und nicht, weil es sinnvoll für den entsprechenden Hund ist.


    Wenn du Glück hast, dann "ertragen" diese Hunde das ein Leben lang unauffällig.


    Wenn du Pech hast, dann gibts beim Hund Frust, Stress, Krankheiten und Verhaltensauffälligkeiten, weil sie ihre angeboren Bedürfnisse nicht leben dürfen.


    Da draußen gibt's Tierheime voller Hunde, die "nicht in eine Familie passen", aber perfekt in ihre ursprüngliche Bestimmung gepasst hätten.


    Die einzige Frage, die ich mir dabei stelle ist: wieso wählt man einen "Partner", dessen Wesen ich dann aber wegtrainieren muss ... den ich zu einer gefälligeren Version dessen mache, was er ist ... damit sich mein soziales Umfeld nicht auf den Schlips getreten fühlt?


    Weißt du, so einen Hund hat halt auch ein eigenes Naturell ... und es ist manchmal auch okay, wenn man ihm ein kleines Bisschen davon einfach lässt.


    Ja, manchmal tuts, wenn sonst alles passt auch ein "Pflaster", um eine Eigenart zu "kaschieren".


    Am Ende sind es halt auch die Eigenarten, die einen jeden Hund auf seine Weise besonders machen.


    ... ja und manchmal ist es auch okay, wenn man nicht den Hund in die Umgebung "presst", sondern die Umgebung dem Hund anpasst

  • Aber weißt du, man kann leider NICHT jeden Hund zum Sozialverträglichkeitsprojekt machen.

    Schade, genau das habe ich auch nicht gesagt. Lies mal ohne getriggert zu sein :*
    Ich bin total bei Dir was Du schreibst...ich habe doch genau das erwähnt, wie wichtig das geeignete Umfeld ist.

    Wir zähmen also ggf. einen Instinkt, weil er für uns unbequem ist und nicht, weil es sinnvoll für den entsprechenden Hund ist.

    Nee, eben nicht zähmen. Ein Gebrauchshund soll und darf sich ja ausleben. Er muss das auch, sonst passiert das was Du schreibst: Frust/Stress, Krankheit, Verhaltensauffälligkeit.

    Nur wo und wann er das tut, bestimmt nicht er, sondern sein Mensch. Und der hat auch die Verantwortung, genau das Quantum zu liefern, das der Hund auf Grund seiner genetischen Disposition benötigt, um ausgeglichen zu sein.
    Wir sind da völlig dacor.


    Die einzige Frage, die ich mir dabei stelle ist: wieso wählt man einen "Partner", dessen Wesen ich dann aber wegtrainieren muss ... den ich zu einer gefälligeren Version dessen mache, was er ist ... damit sich mein soziales Umfeld nicht auf den Schlips getreten fühlt?

    Genau darum ging es mir nicht. Es geht darum, das auch ein Gebrauchshund im Office keine Aufgabe wahrnehmen muss, nur weil er dazu die Genetik hat.
    Ein Boxer verprügelt auch nicht ständig Leute auf der Straße, weil er ja Box-Champion ist.

  • Da bin ich tatsächlich nur noch etwas begrenzter bei dir, das mag -bitte versteh mich da nicht falsch, es ist kein Angriff oder keine Abwertung- an deinen überwiegend positiven Erfahrungen mit Pepper und auch an Peppers Naturell liegen ... und das gönne ich dir wirklich von Herzen.

    Nee, bin mir dessen völlig bewußt. Das war schon ein 6er plus Zusatzzahl ;)

  • Ein Boxer verprügelt auch nicht ständig Leute auf der Straße, weil er ja Box-Champion ist.


    Stimmt, aber WENN er sich dazu entscheiden würde, dann würdest du ihn wahrscheinlich nicht aufhalten.


    ... und je nachdem welche körperlichen und mentalen Kräfte da zwischen euch aufeinanderprallen glaub ich nicht, dass es ihn unbedingt nachhaltig beeindrucken würde, wenn du mit ihm daran arbeitest 😉

  • Mir ist schon bewusst, das man einen LZ zu fast allem bringen kann, ich möchte das aber nicht, auch nicht wenn ich einen hätte.

    Ich bin halt anders als der Durchschnitt, wenn ich wüsste das ich einen Hund mit ins Büro nehmen MUSS, würde ich mir keinen DSH kaufen schon gar nicht einen LZ, einfach dem Tier zuliebe. Oder ich kaufe mir einen Adulten Hund, wo ich weiß, das es locker geht.

    Meine Hunde dürfen so viel es geht Hunde bleiben, so wenig Regeln wie möglich, so viel wie Nötig.

    Menschen stopfen sich ständig gegenseitig in Schubladen, beim Hund machen sie das noch viel ausgeprägter, die können sich aber nur selten wehren und wenn sie es mal tun, kommt der Maulkorb, Tierheim und Co, also in die ganz kleine Schublade.

    Ausnahmen gibt es wie immer.

    2 Mal editiert, zuletzt von Kimmo ()

  • Habe morgen eine Klausur und würde so viel lieber jetzt einen neuen Antwort-/Fragen-Roman schreiben, das ist super spannend, was ihr schreibt!

    Finde das auch total schwierig, die Balance zu finden zwischen den Extremen "das ist eben die Rasse, muss man mit leben" und "man kann einem Hund alles beibringen/antrainieren, wozu er physisch in der Lage ist".


    Jetzt ist Kira nun mal bei uns und sie ist ein Schäferhund und noch dazu ein ziemlich guter, finde ich :) Also offensichtlich ist sie der beste Hunde der Welt :love: Und das ändert sich auch nicht, weil es mir peinlich ist, wenn sie im Büro mal bellt, sie nachts den Biomüll ausräumt (und ich tausend Tode sterbe, weil ich mich nicht mehr erinnern kann, ob ich den mit den schimmligen Trauben schon rausgebracht hatte 8| ) oder zu nem anderen Hund petzt, weil ich zu lahmarschig war :S


    Pepper , habe tatsächlich angefangen, alle Deine Beiträge im Forum durchzuscrollen auf der Suche nach Inspiration, bin aber noch nicht gaaanz durch die 178 Seiten gekommen xD Was würdest Du denn an meiner Stelle machen? :)

    War auch schon am Überlegen, die "singen kann sie nicht, deswegen bellt sie manchmal"-Schiene zu fahren und primär mein schlechtes Gewissen zu trainieren statt den Hund. Aber vielleicht hat ja jemand noch eine Inspiration, wie ich Kira konkret zeigen könnte, dass sie sich im Büro entspannt zurücklehnen kann. Oder dass ich da kein Gebell haben will, sie kann beim Spielen bellen oder zuhause melden, wenn das Gartentor klappert (das arme Tier, hunderte Jahre als Wachhund gezüchtet und dann erfindet die Menschheit Türklingeln :rolleyes: Einfach ersetzt worden von ner Funkklingel, wie peinlich. Scheiß Industrialisierung :D )

    Einmal editiert, zuletzt von Maria ()

  • Huch, das hatte ich gestern angefangen zu schreiben und nicht abgeschickt... :


    Den Mastin Español bemerkt man dann erst, wenn man 90kg Hund in der Wade hängen hat :D


    Ich hatte auch mal probiert, sie zuhause darauf zu trainieren, dass sie auf das Klingelgeräusch auf die Decke geht, aber hier wird halt nur so zwei Mal pro Woche geklingelt und sie reagiert zwar auch auf den vom Handy abgespielten Klingelton, aber ich hatte dann doch Sorge, dass sie bald den Unterschied versteht.

    Und dann ist es irgendwie im Alltag untergegangen, als es nach ein paar Tagen Training so gar keine Verhaltensänderung gab X/

    Lustigerweise reagiert sie quasi null auf die Klingel in anderen Wohnungen oder im Fernsehen oder so.