Verbena
  • Mitglied seit 14. August 2020
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Beiträge von Verbena

    Hallo und herzlich willkommen auch von mir. Aus welcher Ecke im Oldenburger Münsterland kommst Du denn? Wir sind in Holdorf zuhause und vielleicht ergibt es sich ja sogar, dass ich Deinen zauberhaften Hundejungen auch mal persölich kennen lernen darf?

    Wir kommen aus Visbek. Holdorf ist nicht soweit weg von uns. Klar gerne könnte man sich Coronakonform treffen. In moment ist es sehr schwierig mit Welpengruppe/Hundeschule.

    Visbek ist ja wirklich quasi "umme Ecke" und irgendwann werden ja auch hoffentlich alle Virenmutatiionen und das ganze Coronathema durch sein und wieder Normalität einkehren.


    Das Hundeschulen und Welpengruppenproblem hatten wir leider auch. Allerdings sind wir mit unserer jüngeren Hündin gleich in die erste Welle gerutscht und als die Hndeschule wieder öffnete, war Chia schon ein halbes Jahr alt und damit zu groß für die Welpengruppe. Ich habe mir wegen des ganzen Lockdownproblems einen eigenen Agility-Parcours angeschafft, um die Hunde ein bisschen vielseitiger auszulasten, als nur mit "Gassigehen".

    Und auch gerne mal gefragt "Mag der Kinder?".

    Mein ältester Sohn antwortet dann gerne: "Ja, aber er hat heute schon gefressen." ;)

    Die Antwort ist wirklich gut! :thumbup:


    Mein Joe wurde auch immer wieder mal von "Schäferhundkennern" als hübscher Mischling bezeichnet, denn "Also ich kenne ja Schäferhunde und weiß wie die aussehen ... aber die sind nicht so groß und auch nicht so ... haarig!" Joe war ja ein Langstockhaarschäferhund und zu meinem züchterisch ambitionierten Bedauern 74 cm groß.


    Wobei ich vor etwas mehr als 30 Jahren einen Mischlingsrüden hatte, dessen Mutter eine Schäferhund/ Irish Setter-Hündin gewesen sein soll (sah aber aus wie ein sehr schmaler Golden Retriever) und beim Vater hieß es, dass es ein Berner Sennenhund gewesen sein soll ... allerdings denke ich, war es eher ein Pitbull oder ein Amstaff - aber das hätte sich ja nicht so gut vermitteln lassen.


    Jedenfalls sah Higgins aus, wie ein etwas zu lang geratener und tiefer gelegter Pitbull und er war auch so gestromt, wie man es bei der Rasse hin und wieder sieht.


    Ich wurde selten so häufig gefragt, was das für eine Rasse ist und meistens konnte ich mir das Lachen kaum noch verkneifen, wenn ich antwortete: "Ein BeSeSchäSe!" und die Leute dann wissend nickten, als würden sie die Rasse selbstverständlich kennen ... auch wenn ich lediglich die Anfangssilben seiner Ahnen aneinandergereiht hatte ;)


    Ich gebe aber zu, dass ich den Ostfriesischen Seehund auch gegoogelt hätte ... man weiß ja nie ;)


    Eine Gassigehbekannte hat nämlich einen kniehohen, grauen Wuschelhund, der bei mir auch als "hübscher Mischling mit Bearded Collie drin" gegolten hätte ... es handelt sich aber um einen Schapendoe. Ich bin auch froh, dass ich nie nachgefragt habe, was denn da so alles an Rassen in dem Hund steckt - das wäre mir im Nachhinein peinlich gewesen. Aber als meine Bekannte erwähnte, dass ihr "Kluntje" die Körung bestanden hat, fragte ich dann doch, welcher Hunderasse er angehört, denn eine Körung setzt ja schon eine Reinrassigkeit voraus ... und siehe da, es handelt sich um einen holländischen Hütehund.

    Kennt Ihr das auch, dass man mit dem Hund unterwegs ist und dann von Leuten angesprochen wird, die ungewöhnliche Fragen stellen?


    Mit den Schäferhunden passiert mir das zwar nun echt selten (ich glaube, die Leute trauen sich nicht so nah ran ;)), aber mit den Leos wurden mir manchmal wirklich seltsame Fragen gestellt, wie beispielsweise - ohne verbales Vorgeplänkel, sondern quasi im Dranvorbeigehen: "Was frisst der denn so am Tag?" Was wollte der Fragesteller denn als Antwort? Meinen Futterplan? Oder stand hinter der Frage eher die Befürchtung, dass ich antworte: "Morgens ein Kleinkind und abends eine halbe Kuh?", weil er fürchtete, mein Hund konnte hungrig sein und sich überlegen, dass er gleich angreift?


    Ich habe geantwortet: "Nichts anderes, wie andere Hunde auch - nur ein bisschen mehr davon" und es kamen dann auch keine weiteren Fragen, aber der Fragesteller war auch schon weiter weg, um in einen echten Dialog mit mir treten zu können.


    Aber auch die "Was ist denn das für eine Rasse-Frager" haben mich hier und da mal verblüfft, denn eine Dame hakte nach, als ich erklärte, dass es sich um Leonberger handelt, was denn der Vater für eine Rasse war. Ich also: "Na, eben auch ein Leonberger". Darauf die Dame: "Aber was ist denn das dann für ein Mischling? Da war dann wohl die Mutter ein Bernhardiner, oder?" Ich, etwas verblüfft: "Nein, die Mutter war auch ein Leonberger." Die Frau, etwas verschnupft: "Na, das ist doch trotzdem ein Mischling! Es gibt doch keine Rasse, die Leonberger heißt!"


    Welche Fragen musstet Ihr schon beantworten? Gab es da auch lustige, interessante oder in Richtung "unsinnig" gehende Fragen?

    Ich schließe mich mal den Willkommensgrüßen an und wünsche Dir/ Euch, dass Ihr den Schäferhund findet, mit dem Ihr glücklich werdet und der Euch an jedem Tag Freude macht.


    Ich selbst habe zwei Langhaarschäferhündinnen: Verbena, eine Tierschutzhündin aus Ungarn, die mit 5 Jahren zu uns kam und inzwischen 5 Jahre bei uns ist und Chia, inzwischen ein Jahr alt und vom Typ ein komplett anderer Hund, als das Benchen.


    Für mich stand auch die Gesundheit des Hundes im Vordergrund, als wir uns für Chia entschieden und ja, ich habe auch speziell nach "Ossi-Langhaarschäferhunden" gesucht, auch wenn ich meinen ersten Rüden aus Stuttgart abholte und der 13,5 Jahre gesund und munter war und es sicher auch Ost-Linien gibt, bei denen es gesundheitliche Probleme gibt.


    Ich war früher ein begeisterter Hundesportler, aber ich bin beruflich und privat zeitlich so stark eingebunden, dass ich nun auch nicht zwingend einen Hund wollte, der ständig vor mir steht und mich bittet, was mit ihm zu tun.


    Wir wohnen auch quasi im Wald und ich bemühe mich, jeden Tag zweimal mindestens jeweils eine Stunde mit den Hunden zu laufen. Bene reicht das auch und sie ist mit Suchspielen, die wir unterwegs einbauen, auch mental ausgelastet.


    Chia ist aber ein ganz anderes Modell und nur Laufen und 3 Hektar Land mit Hof und Pferden zu bewachen, ist ihr zu wenig geistige Anforderung. Darum habe ich in einen Agility Parcours investiert und biete ihr so die Aufgabe, die sie braucht, um ihre Energie sinnvoll einzusetzen ... denn darin liegt das Problem. Man kann seinen Hund zur Ruhe erziehen, aber wenn man einem Hund, der züchterisch auf eine hohe Leistungsbereitschaft selektiert wurde, keinen geistigen Anspruch bietet, setzt er seine Energie für Aktivitäten ein, die uns Menschen eventuell nicht so gefallen. Chia hat beispielsweise unser Dreisitzer-Designer-Sofa gehimmelt. Ihr war langweilig und sie brauchte dafür auch nicht viel Zeit. Sie begann auch, Vögel zu jagen und die Katzen auf die Bäume zu scheuchen.


    Seit ich ihr neben der körperlichen Auslastung auch geistigen Anspruch biete, habe ich einen entspannten Hund, der sehr leichtführig ist und mich jeden Tag begeistert.


    Aber auch Bene mit ihren knappen 10 Jahren ist kein Hund für Couchpotatoes, auch wenn sie nicht mehr so viele Ansprüche stellt, um geistig ausgeglichen zu sein ... nur spazieren gehen wäre für sie auch keine Option ... sie mutiert dann zur Dampframme ;)


    Insofern gebe ich allen Beitragsverfassern Recht, die auch einräumen, dass es auch innerhalb der Leistungs- und Hochzucht ganz unterschiedliche Vertreter ihrer Rasse gibt und selbst innerhalb eines Wurfes charakterlich unterschiedliche Welpen sein können, aber im Grundsatz bleibt der Schäferhund in allen Varianten doch ein Gebrauchshund, der zumeist mehr Ansprüche stellt, als den profanen Gassigang im Wald.

    Also ganz ehrlich? Ich finde schon, dass man einem Anfänger durchaus einen Schäferhund empfehlen kann. Schlagt mich nun nicht gleich, aber ich habe jeden Tag Kontakt mit Hundebesitzern unterschiedlichster Rassen und denke bei all den Problemen, die diese Leute mit ihren Hunden haben, dass ich doch mit meinen Schäfi-Mädels wirklich gesegnet bin.


    Da sind Beagles, auf die ihre Frauchen eine Stunde im Wald warten, weil die Hunde gerade mal wieder taita gegangen sind, Möpse, die so ignorant sind, dass man sich als Mensch irgendwie überflüssig vorkommt, Dackel, die ihren eigenen Besitzer anknurren, wenn der dem Körbchen zu nah kommt, Jack Russels, die man besser nicht von der Leine lässt, weil man dann sicher sein kann, dass sie für die nächsten 4 Stunden verschwunden sind, Labradore, die so gar nicht vom will to please geprägt sind, den man ihnen so gerne zuspricht und die Jagd zu ihrer großen Leidenschaft erklären, Border Collies, die man nachts an die Heizung anbinden muss, weil sonst keiner aus dem Zimmer kommen darf, um mal eben aufs Klo zu gehen oder die ganze Palette an Mixen, die ihre Menschen täglich neu herausfordern, weil sie entweder extrem unsicher, ungehorsam, erziehungsresistent oder aggressiv sind.


    Mit meinen Schäferhunden hatte ich dererlei Probleme nie.


    Klar braucht ein Schäferhund eine recht hohe körperliche und mentale Auslastung, aber wenn man sich für einen Hund entscheidet, dann sollte man sich auch im Klaren darüber sein, dass man dann eben auch Zeit braucht, um den Ansprüchen des Hundes gerecht zu werden.


    Auch ein Pudel braucht Bewegung und Erziehung, denn wenn man eine als sehr clever geltende Rasse nur anschafft, um sie in der Handtasche spazieren zu tragen, treten auch da "unerwünschte Nebenwirkungen" auf und auch so ein niedlicher Zwergpudel kann dann ganz schön nerven ;)

    Ich mag die Malamutes auch sehr gerne, aber leider haben sie das gleiche Genproblem wie der Leonberger, das zur Polyneuropathie führt. Beim Leonberger nennt man es LPN 1 und LPN2 (Leonberger Polyneuropathie). Beim Malamute heißt es AMPN (Alaskan Malamute Polyneuropathie).


    Bei mir war der Schäferhund auch eine Art familiäre Frühprägung, weil meine Großmutter immer Schäferhunde hatte und nach dem Krieg auch mal züchtete, um die Welpen gegen anderes Brauchbares zu tauschen.


    Auf ihrem Wohnzimmerregal stand ein Porzellanschäferhund, den meine Oma von meiner Tante geschenkt bekam, weil die Porzellanfigur der Hündin "Nora" so ähnlich sah ... Nora war die Seelenhündin meiner Großmutter und meine Mutter erzählt mir noch heute immer wieder Geschichten um diesen ganz besonderen Hund, mit dem meine Omi hinter der Regenbogenbrücke ganz sicher wieder zusammengefunden hat.


    Meine Tante züchtete Leonberger und ich gebe zu, dass ich mir immer einen solchen schwäbischen Löwenhund wünschte, aber meine Eltern wollten kein "sabberndes Kalb" und so wuchs ich dann mit Pudeln auf ... und wünschte mir weiterhi´n "einen richtigen Hund". Unsere Nachbarn hatten Schäferhunde und besonders "Bianca" hatte es mir sehr angetan. Als die Hündin Welpen erwartete, bekniete ich meine Eltern, doch bitte einen davon haben zu dürfen, aber tatsächlich zog bei meinen Eltern erst nach meinem Auszug eine Schäferhündin ein und ich hatte das Glück, dass mein Exehemann ein begeisterter Hundesportler war und darum auch der DSH-Rüde "Hannibal" zur Familie gehörte. Auf dem Platz war er meines Mannes Hund. Ich war eher die Gassigeherin und den Hundesport entdeckte ich erst für mich, als 1990 das Lieschen bei uns einzog. Sie war ein Mix aus Collie und DSH und hätte sie nicht ein Kippohr gehabt, wäre sie durchaus auch als Langhaarschäferhündin durchgegangen.


    Als wir aus der Schweiz nach Nordeutschland umzogen, bot mir mein Mann an, einen zweiten Hund dazu zu nehmen ... ich wäre ja wieder für einen Leonberger gewesen. Mein Mann wollte lieber einen Collie ... und dann wurde es ein Langhaarschäferhund ;)


    Bo von Tobmarani - mein Herzens- und Seelenhund, der mich 13,5 Jahre begleitete. Wenn jemand fragte, wo man mich findet, antwortete mein Mann stets: "Schau, wo der große Schäferhund liegt - da ist dann auch meine Frau!"


    Als Bo/ Joe (ich mochte ihn nicht Bo rufen, weil ich ahnte, dass er dann schnell zum Bobo wird) 9 Jahre alt war, müssten wir das Lieschen mit 15 Jahren über die Regenbogenbrücke gehen lassen. Ihren irdischen Platz nahm Anka ein - natürlich wieder eine Langhaarschäferhündin.


    In den vielen Jahren, in denen wir von Schäferhunden begleitet wurden, schätzten wir ihren großen "will to please" und auch wenn ich es eigentlich bin, die familiär vom Schäferhund geprägt bin, weil ich von meiner Omi, meiner Mutter und meinen Tanten immer nur hörte, wie wunderbar diese Hunde waren, ist es heute mein Mann und unsere Tochter, die eigentlich nur noch Langhaarschäferhunde wollen ... ich kann aber auch wirklich sagen, dass wir mit jedem unserer Schäferhunde immer nur gute Zeiten hatten und ich mich weder beim Lieschen, noch bei Joe oder Anka erinnern kann, dass es mal einen Moment gab, in dem ich mir einen anderen Hund gewünscht hätte.


    In der Zeit, als wir drei Hunde hatten - zwei Leos und die Langhaarschäferhündin Anka - sagte mein Mann stets: "Ich bin froh, dass wir wenigstens einen Hund haben, der hört, wenn man etwas von ihm will!" ... und ja, das zeichnete jeden unsere Schäferhunde aus. Jeder von ihnen war stets bemüht, alles richtig zu machen und seinen Menschenfreunden zu gefallen.


    Das Benchen ist genauso und Chia gibt mir ebenfalls jeden Tag Anlass zur Freude.


    Als wir nur noch Leos hatten, habe ich oft gesagt, dass man einen Kulturschock erlebt, wenn man vom Schäferhund zum Leo wechselt, denn unsere Leos waren zwar nicht ungehörsam, aber ein Kommando war für sie eher eine Art Einladung, auf die sie bei passender Gelegenheit gerne zurückkommen wollten, während unsere Schäferhunde uns quasi unsere Wünsche schon erfüllten, bevor wir sie ausgesporchen hatten.


    Vielleicht wird irgendwann mal noch eine Leoline bei uns einziehen - aber dann zu einem Schäferhund dazu - damit dann wenigstens wieder ein Hund zuhört, wenn man ihm ein Kommando zuruft ;)

    Was auch immer der Reiz muss halt geiler Sein als das jagen zum Beispiel. Ob ich ne Leberwurst sonst wo hin werfe oder einen Ball da nehme in der Situation egal. Futter ist ja auch durchaus etwas mit Suchtpotential zumindest beim Labbi :D;)

    Wahre Worte, lieber Holger.


    Meine Überlegung ist nach dem Lesen des Berichts zwar nicht, dass ich meinen Hund in Stress versetze, wenn ich ihr den Ball gebe, denn sie entspannt dabei ja, sondern dass sie den Ball eventuell zum Frustabbau braucht - was ja auch eine Form der Abhängigkeit darstellt. Ist das dann noch gut und richtig oder ist der Weg über den Ball der Falsche?


    Gewiss ist jeder Reiz, den ich ihr überdies biete oder den die Natur für sie bereit hält (Düfte, Spuren, Waldbewohner), für sie momentan interessanter, als der Ball (den lässt sie ja fallen und beachtet ihn erst wieder, wenn ich sie daran erinnere, ihn doch bitte mitzunehmen) und ich bin bewusst gestern Abend und heute früh ohne Ball mit den Hunden losgelaufen und Chia akzeptierte klaglos, dass es keinen Ball gab. Aber sie reagierte ihre Energie dann halt an Bene ab und grub Stöckchen aus dem Schnee ... die Hunderunden sind also wirklich mit Ball sehr viel entspannter ... und das wäre für mich schon ein Zeichen, dass eine Art Ballabhängigkeit besteht. Vergleichbar mit der Zigarette, um runter zu kommen oder dem Kaffee, um wach zu werden oder eben dem Feierabendbier, auf das sich mancher schon am frühen Morgen freut.

    Genau das!


    Vor allem Dein letzter Satz beschäftigt auch mich sehr, denn ich kenne einfach zu viele Menschen, deren Wahrnehmung von ihrer Überzeugung, alles richtig zu machen, getrübt ist. Ich behaupte nicht einmal, dass dahinter zwingend ein übertriebener Ehrgeiz stecken muss, aber am Ende ist es dem Hund egal, welche Intention Herrchen oder Frauchen verfolgen, denn wenn Unwissenheit zur Tierquälerei führt, bleibt das Ergebnis dasselbe, wie wenn übertriebener Ehrgeiz hinter einer fragwürdigen Trainingsmethode steckt.


    Für mich war das vor vielen Jahren der Grund, mit dem Hunde- und dem Pferdesport aufzuhören, denn sicher kann ich mein Tier als Sportpartner sehen und jede Menge Spaß zusammen mit ihm haben ... oder mir eben einreden, dass mein Tier Spaß hat, obwohl es durch meinen sportlichen Ehrgeiz gestresst ist.


    Die Gefahr, dass man das Wesentliche in einer Tier-Mernsch-Beziehung aus den Augen verliert, wenn man sich mit ihm in einen Wettkampf begibt, besteht leider immer.


    Ich verurteile keinesfalls die Hunde oder Pferdesportler und will sie gar nicht alle gleichermaßen als Tierquäler über einen Kamm scheren. Solange das Tier und dessen Freude und Wohlgefühl im Vordergrund steht, findet der Sport mit einem Tier als Partner meine volle Zustimmung ... aber wie ich schon schrieb: Der Mensch sollte dabei immer darauf achten, dass seine Wahrnehmung nicht durch seinen Ehrgeiz getrübt wird und irgendwann fast jedes Mittel recht wird, um zum Erfolg zu gelangen.

    Blackie, Lex liebt seine Ball und auch die Beißwurst aber....wenn weg, dann weg...also kein Junkie.


    So wie es sich anhört ist auch Verbenas Chia nicht abhängig, sie interessiert sich ja auch für andere Dinge.

    Schwierig zu sagen, denn wo fängt Abhängigkeit an? Bei Menschen, die täglich nach Feierabend ihr Bierchen trinken, spricht man ja schon von einer Abhängigkeit, weil sie das Feierabendbier mit einem Wohlgefühl verbinden, das sie ungern missen wollen und regelmäßig trinken.


    Gewiss entspricht Chia nicht der Beschreibung aus dem sehr gut geschriebenen und sehr informativen Bericht, den Kimmo dankenswerter Weise einstellte, denn Chia ist nicht fixiert darauf, dass man ihr einen Ball wirft und sie hinterherrennen kann. Insofern hat sie den Stress nicht, der durch das Warten auf die Aktion entsteht, die ein Balljunkie mit dem fliegenden Spielzeug verbindet. Im Gegenteil: Sie trägt ihren Ball in der Schnauze und fühlt sich damit wohl. Nun hatte ich natürlich bei der Frage, was ein Balljunkie ist und wie man Abhängigkeit definiert, überlegt, ob man Chias Ball mit dem Feierabendbier vergleichen kann.


    Zwar ist der Ball wirklich nie so spannend, wie das Schnüffeln, die Keksvergabe oder das Spiel mit anderen Hunden - häufig legt sie den Ball dann ab und erinnert sich erst wieder daran, wenn ich sie mahne, den Ball nicht zu vergessen. Zum Glück weiß sie immer, wo sie ihn abgelegt hat und rennt dann auch mal ein Stück den Weg zurück, um ihren Ball wieder abzuholen ;)


    Aber sie fragt schon danach, wenn wir loslaufen. Gut, wenn ich den Ball doch mal vergesse, oder Wege so matschig sind, dass ich es lieber vermeide, Chia genau dann den Ball zu geben, weil ich den dann nämlich auch wieder in meine Jackentasche stecken muss, wenn sie ihn gerade als nicht mehr ganz so interessant empfindet, dann klebt sie nicht an meiner Tasche oder springt aufgeregt neben oder an mir hoch.


    Meine Gassigehbegleiterfreundinnen begrüssen es aber trotzdem immer sehr, wenn Chia ihren Ball beim Laufen dabei hat, weil sie dann keine Ambitionen hat, sich wie eine Dampframme aufzuführen ;)

    Ich gebe aufrichtig zu, dass Chia ein Balljunkie ist. Wobei ich das Bällchen auch nur zum Laufen mitnehme und Chia gar nicht will, dass ich es für sie werfe, sondern es gerne trägt und draufbeisst, damit es "um Gnade winselt" ... eigentlich quakt das Teil aber eher wie eine Ente.


    Ich habe das Gefühl, dass das Bällchen im Maul beruhigend auf Chia wirkt - ähnlich wie der Schnuller fürs Baby. Eventuell baut sie damit, dass sie darauf herumkaut, auch wirklich Frust ab, denn ihre Toleranzgrenze ist diesbezüglich arg niedrig und wenn man sie von einer Aktion abhält, die sie schon fest als Spaßfaktor eingeplant hatte, wird sie echt gallig und nöckelig. Insofern gebe ich ihr den Ball, wenn sie danach fragt (sie stubst dann mit der Schnauze gegen meine Jackentasche). Allerdings merke ich auch, wenn Chia des Bällchens müde wird - dann gibt sie ihn mir gerne und interessiert sich auch nicht weiter dafür, dass es wieder in meiner Jackentasche verschwindet. Für sie gibt es auch Spannenderes, wie die Leckerlieverteilung, für das sie dann den Ball auch fallen lässt.


    Klar kann man hinterfragen, ob es sinnvoll ist, den Hund mit Hilfe des Balls von unerwünschtem Verhalten abzulenken und damit zu fördern, dass man dann einen Balljunkie heranzieht, aber für mich ist es sehr, sehr entspannend, dass sich Chias Interesse an anderen Hunden "normalisiert" und sie nicht wie eine Dampframme über sie hinwegbrettert, wenn sie ihren Ball in der Schnauze hat.


    ... obwohl ich mich gerade frage, ob eigentlich ich der Balljunkie bin, denn wenn ich merke, dass ich das Bällchen vergessen habe mitzunehmen, laufen wir auch mal wieder zurück, um es zu holen und eigentlich entspannt es mich zu wissen, dass mein Hund mit Ball eine viel angenehmere Begleiterin ist, als ohne.

    So unser Mantel ist heute angekommen und ich konnte ihn direkt heute Abend testen.


    WoW also das hätte ich echt nicht erwartet. Der Hund war richtig nass und nach 20 Minuten war er nahezu komplett Trocken :huh:

    Keine Ahnung wie das Funktioniert aber es klappt. So schön ohne nasse Flecken auf dem Boden ^^

    Das freut mich sehr, dass auch Du so zufrieden mit dem Bademantel bist.


    Ich werde zwar nach wie vor sehr schief angeschaut, wenn ich von den Bademänteln meiner Hunde schwärme und gefragt werde, wo man so ein Teil den kaufen kann und was es kostet und ich dann den Preis nenne. Eine Freundin, mit der ich öfter mal zusammen mit den Hunden laufe, hatte mich wohl auch falsch verstanden und als wir uns am Freitag trafen, meinte sie, dass sie überlegte, für ihren Lemmy auch so einen Bademantel zu kaufen, weil sie dachte, dass er 60 € kostet - was sie schon teuer fand -, aber als sie dann sah, dass die größte Größe 160 € kostet, wäre sie wohl fast einem Herzklabaster erlegen. 8o


    Ich gebe natürlich zu, dass ich auch erst mal einen Bademantel von Siccaro bestellte, um zu testen, ob der wirklich seinen Preis wert ist und dann halt von einem zum anderen Hund zu tauschen. Inzwischen hat Chia aber ihren eigenen Bademantel und auch sie lässt ihn sich sehr gerne anziehen und genießt es, darin zu kuscheln:

    Hmmm ... es ist natürlich immer die Frage, wie man Gebrauchshund definiert. Größere und schwerere Herdenschutzhunde sind auch Gebrauchshunde und ich habe tatsächlich auch mal gehört, dass ein Leonberger eine Schutzhundprüfung abgelegt haben soll. Auch im Mantrailing bewähren sich Leos teilweise (wobei so ein Bloodhound ja auch ein ziemlicher Brocken ist) und insofern würde ich nun auch nicht zwingend sagen wollen, dass einzig der kleinere DSH das Ideal beim Gebrauchshund darstellt, respektive ein Hund über 60 cm Schulterhöhe und einer Länge über 80 cm zum sportlichen Einsatz eher ungeeignet ist.


    Aber natürlich sehe ich selbst täglich, wie meine kleine, schlanke Chia durch die Slalomreihe fetzt und sich um die Stangen schlängelt, als hätte sie eine Gummiwirbelsäule, während Bene, die schwerer und gedrungener im Körperbau ist, sich viel schwerer tut, sich so zu verbiegen und dabei aucfh noch Tempo zu machen. Das ist nicht nur ihrem höheren Alter geschuldet - sie war auch in jüngeren Jahren nie so flott und beweglich und agil wie Chia.


    Trotzdem verbinde ich mit dem Schäferhund auch eine bestimmte Größe, denn wie ich bereits schrieb: Wenn ich einen Hund unter 50 cm Schulterhöhe möchte, finde ich da unzählig viele Rassen, die diesen Anspruch erfüllen. Das gilt dann eben aber auch für über 70 cm große Hunde, denn auch da habe ich die Auswahl anderer Rassen und muss mir den Schäferhund nicht "groß züchten", damit ich in ihm die eierlegende Wollmilchsau finde ... ich kenne ja den Standard und wenn ich mich für einen DSH entscheide, dann weiß ich, dass die Hündin eigentlich mit 60 cm schon an der oberen Größengrenze ist. Da muss ich dann auch nicht jeden Abend ein Nachtgebet sprechen, damit der Welpe vielleicht doch größer wird, sondern akzeptiere auch, wenn mein ausgewachsener Hund vielleicht nur 55 cm groß wird ... auch wenn ich mich freue, dass Chia doch etwas größer werden wollte, denn ich bin ein bekennender Fan von Riesenrassen und vermisse es oft, meinem Hund ins Halsband greifen zu können, ohne mich dazu bücken zu müssen. Würden nicht so viele gesundheitliche Probleme als Gegenargument für die Riesenrassen vorhanden sein, wäre ganz sicher auch wieder eine "Große" bei uns eingezogen. Aber ich vermisse speziell den Leonberger und trauere nicht der Größe hinterher, die mein Schäferhund, für den wir uns ja ganz bewusst und im Wissen entschieden, dass er vielleicht "nur" 55 cm hoch wird, nicht erreichen wird und auch nicht erreichen sollte.


    Gewiss empfand ich Chias Eltern als "echt klein" als sie uns vorgestellt wurden, denn so ein normalgroßer Schäferhund wirkt eben nicht gerade riesig, aber - und ich wiederhole mich - es gibt genügend Hunderassen, deren Größenstandard sich über 70 cm Schulterhöhe definiert und wenn ich mit dem Größenstandard des Schäferhundes nicht glücklich bin, dann suche ich nach einer entsprechend größeren Rasse. Nur zu hoffen, dass mein DSH vielleicht doch übers Maß geht, wäre mir da zu unsicher und zu groß wäre wohl die Enttäuschung, wenn der Hund dann vielleicht sogar am unteren Maß hängen bleibt.


    Insofern darf mein Schäferhund auch kleiner sein ... und wenn er größer würde, als es der Standard vorschreibt, dann kann ich daran auch nichts ändern, aber meine Intention liegt auch nicht im sportlichen oder im Gebrauchshundebereich. Unser Entscheid für einen weiteren Langhaarschäferhund fiel aus dem Grund, weil wir mit jedem unserer vorhergehenden Langhaarschäferhunde nur positive Erfahrungen gemacht haben - die bestätigen sich nun sowohl mit Bene, als auch mit Chia.


    Darum würde ich immer dafür plädieren, dass die Schäferhundzüchter das Standardmaß anstreben und weder versuchen Minihunde daraus zu machen, noch nach Übergröße streben.


    Aber - und ich wiederhole mich zum x-ten Mal: Ich war mit meinem 74 cm hohen Joe 13 1/2 wunderbare Jahre glücklich. Auch wenn ich erst mal enttäuscht war, als der Schaurichter mir jedwede Hoffnung auf Erfolge im Ring oder gar eine Körung meines Rüden nahm, weil er einfach aus dem Standard gewachsen war. Aber ändern konnte ich daran nichts und für mich war er eben auf seine Art trotzdem perfekt.

    Ich denke ehrlich gesagt auch, dass man sich die Rasse, die man sich aussucht ja im Grunde nach Fellbeschaffenheit, Charaktereigenschaften, Eignung und zu erwartender Größe wählt. Wenn ich also einen DSH möchte, dann kenne ich den Standard und erwarte weder, dass der Hund die Größe einer Dogge erreicht, noch die eines Zwergpudels.


    Dass es immer Ausreißer nach oben und unten gibt, macht den Hund nicht weniger wertvoll oder liebenswert, aber wenn ich einen Schäferhund in Leonbergergröße gewollt hätte, dann wäre ich auf Nummer Sicher gegangen und hätte mir einen Leonberger ausgesucht.


    Aber nachdem wir so schnell um unsere Riesenrassenhunde trauern mussten und mein Mann nicht mehr bereit war, einen weiteren Hund vor seinem 7. Geburtstag zu beerdigen und unsere Schäferhunde 15, 13 1/2 und 11 Jahre alt wurden, war auch für mich, als Fan großer Hunde, auch klar, dass mit einem geringeren Stockmaß meistens auch mehr Langlebigkeit und Gesundheit verbunden ist ... es ist wohl eben wirklich so, dass die Natur das gesunde Maß vorgibt und was extrem vom "Ursprung Wolf" abweicht, büsst leider oft an Gesundheit und Langlebigkeit ein.


    Natürlich frage ich mich manchmal, wen mein Nachbar meint, wenn er von meinen "großen Hunden" spricht und bin erstaunt, dass er Chia und Bene als groß empfindet, aber sein Vergleich ist sein Jack Russel und meiner die Leos ;)


    Ich hatte mit Joe, der 74 cm maß, auch einen Langhaarschäferhund, der über dem Maß lag, aber das Lieschen und Ánka hatten beide 62 cm und größer muss eine Schäferhündin für mich definitiv nicht sein. Ich könnte auch damit leben, wenn meine Hunde deutlich kleiner wären. Bewusst aussuchen würde ich mir vermutlich einen Hund aus einem Wurf, in dem zu erwarten ist, dass die Welpen weit unter 60 cm bleiben, wahrscheinlich eher nicht, weil wir ja bewusst einen Schäferhund aussuchten, zu dessen Standard auch eine gewisse Größe gehört. Wenn ich aber genau den Hund aussuche, der dann kleiner bleibt, liebe ich den ganz sicher nicht weniger, denn mein Hund besteht ja nicht nur aus Äußerlichkeit, sondern aus so vielen liebenswerten (und manchmal auch anstrengenden) Eigenschaften, die mir ans Herz wachsen und ihn zu meinem Hund werden lassen.


    ... und ich hoffe nicht, dass meine Hunde sich so viele Gedanken um meine Optik und Körpergröße machen, wie ich mir gerade ... da könnte ich dann vermutlich auch vom Ideal abweichen ;)