Puh ... ich gebe zu, dass ich mich bei jedem Eurer Posts ein bisschen mehr geduckt, denn ich bin ja leider auch ab und an ein Tutnix und sehr froh, wenn ich oder meine Hunde dafür nicht gleich gesteinigt werden.
Gut - ich kann vorausschicken, dass hier im Revier in der Regel immer die gleichen Hunde unterwegs sind und die sich auch kennen, weshalb sich eigentlich kein Herrchen oder Frauchen um den felligen Liebling sorgen muss, aber das bedeutet nicht, dass ich nicht versuche, ein Höchstmaß an Rücksichtnahme auf andere zu nehmen, aber Chia wird derzeit gerne mal vom Pubertier beherrscht und bei Bene regiert zwischendurch der Altersstarrsinn.
Gestern lief ich also mit meinen Hunden durch den Wald und weil ich unserer Tochter fest versprochen hatte, dass wir pünktlich zum Abendessen wieder zurück sind, hatten wir es auch ein bisschen eilig. Ich weiß, dass das kein Grund ist, alle Vorsichtsmaßnahmen auf ein Minimum zu reduzieren, aber tatsächlich ging ich fälschlicherweise davon aus, dass zur abendlichen Dämmerstunde keiner außer mir mehr im Wald unterwegs ist. Blöder Fehler. Kaum waren wir um die Kurve marschiert, sah ich mit Entsetzen, dass uns zwei Huskys entgegen kamen. Ich rief Chia, die schon deutlich vor mir lief, zwar zurück und sie blieb auch stehen und dachte ein Sekündchen darüber nach, ob der Ärger für den Ungehorsam größer ist oder der Spaß mit den Huskys, aber sie entschied sich dann auch leider ganz klar für den Spaß und gab Gas.
Natürlich wäre ich am liebsten in den Erdboden versunken, aber vom Huskyfrauchen, deren Hunde auch nicht an der Leine waren, kam gleich die Entwarnung: "Alles gut - die sind freundlich!"
Bis dahin war mir das Ganze nur peinlich, aber nun beschloß auch noch Bene, dass eine Party mit zwei Huskys Anreiz genug ist, um Chia hinterherzufetzen ... bislang hatte ich ja wenigstens einen Hund, der gehorsam ist und mich nicht bis auf die Unterbuxe blamiert, aber seit Chia einzog, hinterfragt auch Bene gerne mal die Ernsthaftigkeit meiner Kommandos.
Inzwischen war ich auch bei dem supernetten Trio angekommen und entschuldigte mich wortreich, aber das Huskyfrauchen lachte und meinte: "Die Kleine ist halt noch jung und übermütig". Ich war so erleichtert, denn ich hätte eine Kopfwäsche definitiv verdient gehabt, aber ich weiß inzwischen auch, dass Chia ohne Leine sehr viel entspannter mit Hundebegegnungen umgeht, als wenn ich sie anleine - dann wird sie nämlich zur pöbelnden Leinenramboline.
Bene und die ältere Huskyhündin waren dann auch sofort ein Herz und eine Seele und die zweijährige Huskyline schied als tolle neue Freundin von Chia. So hatte mein persönliches Waterloo zumindest noch den positiven Nebeneffekt, dass wir nun eine neue Bekannte und neue beste Hunde-Freunde und eine Pferdeosteopathin für meinen Spanier gewonnen haben.
Heute früh hatte ich aber wieder ein sehr, sehr waches Auge auf Chia und wir umschifften jede Peinlichkeitsklippe mit Bravour ... aber ich habe nun auch gelernt, dass es wichtig ist, Vertrauen zum eigenen Hund zu haben, aber es genauso wichtig ist, trotzdem nicht zu vergessen, dass man sich auf den Gehorsam eines pubertierenden Azubis und einer altersstarrsinnigen Seniorin nicht zwingend verlassen kann und es sinnvoll ist, aufmerksam zu bleiben.