Verbena
  • Mitglied seit 14. August 2020
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Beiträge von Verbena

    @Azemba Fühl Dich einfach mal ganz fest von mir umärmelt. Ich weiß so gut, wie Du Dich fühlst, wenn die Nachbarin Dich nervt und klar, der Brummi merkt, welche Emotionen dabei in Dir hochkochen und reagiert darauf.


    Aber es ist auch sehr schwer, solchen Leuten mit Ignoranz und höflich-ablehnender Contenance zu begegnen. Mein Nachbar ist mir sogar in der Regel lieb und teuer und ich mag ihn sehr und schätze seine Hilfsbereitschaft und das tolle Miteinander, das wir seit 25 Jahren pflegen.


    Aber im Bereich der Hundeerziehung werden wir uns nie einig. Er ist für mich am Rande der Tierquälerei mit seinen Erziehungsmethoden (Reitgerte!) und ich bin für ihn ein hundeführerischer Totalversager, weil ich meine Mädels nicht im Griff habe ... aber das passiert auch wirklich nur, wenn die ihn sehen. Dann bin ich schon so unter Anspannung und verzweifelt bemüht, den Einduck meiner Unfähigkeit nicht noch mehr zu erhärten und erneut zu bestätigen, dass Chia erst recht berserkert und ihn unbedingt begrüssen will, Bene einfach loskantapert, ohne auf mein hinterhergebrülltes "Hier" zu reagieren und Lyssi aus Leibeskräften mit Chia mitbrüllt, obwohl sie gar nicht weiß, warum sie das tut.


    Der gute Mann würde mir nie nicht glauben, dass meine Hunde eigentlich sehr gut erzogen sind und - bis auf Chias Frusttoleranzproblem mit anderen Hunden - keine Probleme machen. Er ist auch überzeugt, dass Bene ja nie eine Herausforderung darstellte und immer schon gut erzogen war (außer bei mir). Wenn ich ihn dann daran erinnere, dass ich drei Monate mit Schleppleine und begleitet von Blut, Schweiß und Tränen meinen unkultivierten und jagenden Straßenhund trainierte, bis sie so wurde, wie sie jetzt ist, dann sagt er nur: "Ja? War das so?" Der glaubt mir das nicht.


    Man fühlt sich in dem Moment so mies, dass man am liebsten in Tränen ausbrechen und nie mehr mit den Hunden vors Hoftor gehen möchte.


    Das Dumme daran ist aber, dass man sich damit selbst einschränkt und solche Menschen immer irgendwo auftauchen, um einem auf den Nerven rumzutanzen. Man kann sie nicht verändern und man kann ihnen nicht immer aus dem Weg gehen - also muss man leider versuchen, gelassener mit ihren blöden Kommentaren umzugehen ... ich kann es meistens auch nicht, aber ich merke, dass wenn es mir gelingt, auch Chia ganz anders reagiert. Das ist meine Motivation.


    Und dass man auch immer mal wieder von seinen Mitmenschen an seine Grenzen gebracht wird, ist schwer zu ertragen, aber Du meisterst das inzwischen wirklich so gut und ich kann mich nur anschließen und schreiben, dass Du mit dem Brummi wächst und irgendwann kannst Du über die Kritiker lächeln und vermutlich sogar ganz entspannt mit "Blümschen-Begegnungen" umgehen können, weil Du für den Brummi immer spannender sein wirst.


    Es ist aber auch schön, wenn man dann trotzdem noch so viel Anerkennung bekommt und das gute Gefühl hast Du Dir verdient, weil Du es selbst erarbeitet hast.


    ... und egal, in welcher Situation der Brummi fotomodelt - er ist immer außergewöhnlich und zeigt stets wieder eine neue Facette seines schillernd-spannenden Wesens. :love:

    Wir sind hier offen für alle Hundehalter und alle Hunde.

    Das wollte ich auch gerade schreiben. Ich bin auch nach wie vor Mitglied im Leonberger Forum und schreibe da auch regelmäßig, obwohl ich schon lange keinen Leonberger mehr habe. Aber der Austausch und und die Mitglieder sind sehr nett und die Gedanken und Freuden, die Sorgen und Probleme, teilen doch fast alle Hundehalter - egal, für welche Rasse man sich entscheidet.


    Wobei ich bei diesem Rassemix auch nicht glaube, dass Jack im Maß eines Border Collies bleibt. Der Ridgeback und der Labrador sind größer und 35 kg Endgewicht halte ich bei den Ausgangsrassen durchaus für möglich.


    Wichtig ist doch aber nur, dass Du mit ihm glücklich bist und mit ihm einen Glücksgriff getan hast.

    Danke Ihr Lieben.


    Tatsächlich ist es aber so, dass Chia in diesem Hundesportverein keinen Maulkorb tragen muss. Aber bei dem Hundesportverein und der OG, die ich zuvor kontaktierte, war das sofort das Thema und natürlich auch das "Erziehungshalsband", das sie dann doch besser tragen sollte, wenn sie an der Leine pöbelt. Da interessierte halt nicht, warum sie pöbelt, sondern sie wurde sofort in die Schublade "Problemhund" geschoben.


    In dem Hundesportverein, in dem wir nun gelandet sind, wurde gleich gesagt, dass sie mir durchaus zutrauen, dass ich meine Hunde gut einschätzen kann und auch meine Beschreibung klingt nach niedriger Frustrationstoleranz. Dagegen hilft kein Maulkorb und kein Stachelhalsband - das wurde mir gleich bestätigt -, sondern nur das Üben von mehr Gelassenheit.


    Im Übrigen wurden wir ja auch der Reihe nach gefragt, ob es irgendwelche besondere Probleme mit seinem Hund hat, an dem speziell gearbeitet werden sollte und da meinte Nemos Frauchen, dass ihr Welpe sie ständig beisst, sodass sie schon blaue Flecken hat. Bevor die Trainerin antworten konnte, meinte eine Dame aus der Gruppe, dass sie das ihrem Hund abgewöhnt hat, indem sie ihn am Nackenfell gepackt und geschüttelt und auf den Boden gedrückt hat. Der Trainerin entgleiste für einen Moment das Gesicht und dann meinte sie, dass das sicher eine Möglichkeit ist, die sie aber nicht empfehlen würde, weil der Hund im schlechtesten Fall das Vertrauen verliert, handscheu wird oder eben die Chance damit zunichte gemacht wird, dass er der Futterhand vertrauensvoll folgt, wenn er dieser Hand nicht vertrauen kann.


    Es wurde auch immer wieder betont, dass das Wichtigste ist, dass die Hunde motiviert bleiben, belohnt und gelobt werden und dass nicht mit Druck gearbeitet werden soll, sondern die Bindung gestärkt werden muss, damit der Hund gerne mitarbeitet, weil er einem dann quasi den Gehorsam schenkt.


    Das ist durchaus die Richtung, in die ich gerne gehen möchte. Ich werde jetzt aber erst mal mit Elysia weitermachen und mit Chia zuhause üben und die Ideen aus den Büchern umsetzen. Chia ist ja im Grunde sehr gehorsam und zeigt auch sehr gute Ansätze in der UO ... sie ist nur halt dann "out of order", wenn uns ein anderer Hund entgegen kommt. Ohne Ablenkung ist sie ein Hund mit ganz viel "will to please".

    Hach, was soll ich sagen? Ich brauche weder Sonnenbrille, noch Hut, um nachsten Samstag wieder mittrainieren zu dürfen, denn Lyssi war der Star auf dem Platz! Mein Mutterherz war so stolz, dass es kaum noch in der Brust Platz hatte, denn immer wieder wurde ich gefragt, ob Fotos von ihr gemacht werden dürfen und die Kinder baten drum sie streicheln zu dürfen und auf den Arm wurde sie auch genommen und gekuschelt ... und mein waches Auge musste ich auch auf sie werfen, weil mir mehrfach angekündigt wurde, dass man sie am liebsten klauen würde ... selbst Johanna, unsere Trainerin, war ganz hin und weg von ihr und der zweite Trainer hatte tatsächlich auch eine erwachsene Langhaarschäferhündin dabei. Mila hätte ich auch gleich eingepackt, aber Michael, der Trainer, wollte eher Lyssi zu Mila dazupacken und da war ich dann ja so gar nicht einverstanden 8o


    Die Gruppe ist supernett und Micha, mein Göttergatte, der eigentlich als Lyssisitter mitkam, fand sofort Anschluss und trank mit den anderen Männern vor dem Vereinsheim Kaffee.


    Das Training hat Lyssi und mir viel Spaß gemacht, obwohl ich Anfangs skeptisch war, nachdem ich sah, dass sich 17 Welpenbesitzer eingefunden hatten und Hundekinder von 11 Wochen bis zu einem Jahr vertreten waren.


    Aber wir gingen erst mal alle zusammen Gassi (wer das Pech hat, dass sein Hund ein Häufchen auf den Platz macht, der muss ins rosa Schweinchen spenden) - der Hundesportverein ist am Waldrand gelegen und so machten wir einen 10-minütigen Ausflug an der Leine. Lyssi fand das nicht so gut, weil das sooooo viele fremde Hunde waren. Lieber wäre sie zurück zum Auto marschiert, als in dieser Gruppe Gassi zu gehen, aber sie lief dann tapfer mit, auch wenn ich sie eher am Brustring mit mir mitziehen musste.


    Dann sollten alle auf den Platz und die Hunde wurden abgeleint, damit sie eine Runde zusammen rennen konnten. Das war dann für Lyssi nicht so toll - sie kroch zwischen meine Füße und giftete die Welpen an, die sie bedrängten. Super war aber, dass beide Trainer auch darauf achteten, dass keiner gemobbt wurde und anschließend wurde die Gruppe auch in größere und kleinere Rassen getrennt. Ganz zauberhaft war ein kleiner Bolonka Zwetna, der wirklich nur eine Handvoll Hund war, sich aber wacker verteidigte, wenn ihm ein anderer Hund zu sehr auf die Pelle rückte. Ein frecher kleiner Yorkshire Terrier ließ sich nach dem Spielen nicht mehr einfangen und ein Großpudel befreite sich aus dem Geschirr und rannte quietschvergnügt über den Platz, bis die Trainer meinten, dass sich die Hundebesitzer der renitenten Welpen hinter der Wand vom Abdach verstecken sollen, damit die Hunde verunsichert werden und wieder eingefangen werden können, ohne dass zur Jagd geblasen wird.


    Das Schöne war aber, dass keiner meckerte, weil es eine Verzögerung gab und ich habe auch das Gefühl, dass es auch keine Vorurteile oder Abneigungen gibt, sondern jeder den anderen so akzeptiert, wie er und sein Hund halt sind.


    Lyssi war aber auch beim Training mein "Top Dog", denn Sitz, Platz, Leinenführigkeit - alles kein Problem für sie. Und als wir dann einzeln ein paar Schritte laufen und den Hund zu uns rufen sollten, nachdem die Trainerin ihn festgehalten hatte, da schoß Lyssi wie die Feuerwehr zu mir, lief dann um mich herum und setzte sich dann vor mich. Ich war selbst erstaunt, wie mein Hundekind jede Aufgabe mit Bravour löste und mir wurde schon unterstellt, dass ich aber schon sehr viel mit ihr üben würde - nein, tue ich eigentlich nicht. Wir bauen kleine Gehorsamsaufgaben in den Spaziergang ein und arbeiten am zuverlässigen Rückruf, weil in ihrem Welpenhandbuch ja nichts vom Folgetrieb steht, aber ansonsten darf sie noch komplett Baby sein.


    Mein Bauchschmerzthema waren die 15 Minuten der Trainingsbesprechung ohne Hund, denn dazu kommen die Hunde entweder in eine angemietete Box oder ins Auto. Nun sind meine Maßgitter noch nicht fertig und ich konnte somit die Schiebetür nicht auflassen. Darum sollte mein Göttergatte in der Zeit ja zu ihr sitzen ... aber der trank ja Kaffee und weil es lediglich 15 Grad warm war, öffnete ich die beiden vorderen Seitenfenster und legte Lyssi ins dicke Dodo - das im Übrigen auch ein Lüftungssystem im Laderaum hat, weil das Auto vorher einem Maler und Lackierer gehörte und der das wegen der Farb- und Lackdämpfe einbauen lassen musste.


    Nach der Besprechung durften die Hunde dann noch mal eine Runde frei auf dem Platz laufen und als ich Lyssi abholte, lag sie pennend im Auto und war sowas von tiefenentspannt, dass ich mir so ganz umsonst Sorgen gemacht hatte.


    Beim zweiten Freilaufen taute sie dann auch richtig auf und suchte sich Spielkamaraden aus, mit denen sie dann auch richtig Spaß hatte. Ein Shepherd-Border Colli-Mix namens Nemo hat es ihr ganz besonder angetan. Er ist gleich alt wie sie und ein wenig leichter und kleiner, aber als kleiner Gentleman hat er sich in Elysias Herz geschlichen.


    Nachdem sich Lyssi im Auto so wohlgefühlt hatte, durfte sie nach dem Ende des Trainings auch noch mal ins dicke Dodo, während wir noch rasch einen Tee tranken und ich mit der Trainerin noch über Chia sprach. Das Problem ist, dass die Gruppen momentan coronabedingt geteilt werden müssen und so jeder nur 1 x in der Woche zum Training kommen kann und zeitgleich mit zwei Hunden wäre schwierig. Die Trainerin meinte zwar, ich konnte mit Chia auch mittwochs in die Agility-Gruppe kommen, weil Chia eventuell dabei so viel Spaß hat, dass der Frust ganz von alleine verschwindet. Sie hatte selbst eine ziemlich problematische Schäfi-Mix Hündin, die extrem unverträglich mit anderen Hunden war, aber beim Agility war die wohl wie ausgewechselt, weil sie gefordert wurde und Spaß hatte und so auch Situationen tolerierte, mit denen sie sonst nicht so gut klar kam. Allerdings sagte sie mir auch, dass die Agility Gruppe auch ziemlich ehrgeizig trainiert und ich mir das einfach mal anschauen müsste. Ansonsten würde ich eventuell mal mit Lyssi, mal mit Chia kommen müssen, bis die Corona-Regeln gelockert werden könnten.


    Die Junghundegruppe trainierte ja auf dem Platz seitlich der Welpengruppe und so konnte ich ab und zu mal rüberschauen und das lief sehr entspannt ab. Allerdings waren auch nur größere Hunde dabei und einen Maulkorb müsste Chia definitiv tragen und mir wurde sogar vom 1. Vorsitzenden (der mit der Langstockhaarschäferhündin) gesagt, dass man kaum noch Schäferhunde sieht und sich eigentlich viele freuen würden, wenn wieder mehr Schäferhunde dabei wären.


    Elysia lag auch total entspannt im Auto, als wir dann langsam gen Heimat wollten und hat es schlussendlich auch ein bisschen genossen, mal der Star zu sein, um den sich alles dreht und die Kekse nicht mit Chia und Bene teilen zu müssen.


    Ich freue mich nun schon aufs nächste Training und das ist dann am Samstag Nachmittag (es wird wöchentlich gewechselt) und freue mich, dass Elysia einen so positiven Eindruck bei allen hinterließ ... und mich erst mal mit Ruhm bekleckerte, bevor Chia meinen guten Ruf wieder ruinieren kann 8o


    Lyssi hielt sich am Anfang eher zurück und wollte nicht unbedingt mit den anderen mitrennen, aber als dann das Training begann

    Heute ist Elysia schon vier Wochen bei uns und selbst wenn es draußen gerade mal wieder wie aus Kübeln plästert, verbreitet unsere Jüngste permanent Sonnenschein und gute Laune.


    Heute Früh klappte sogar das "Platz" schon richtig gut und obwohl ich der Meinung bin, dass sie ihre Babyzeit ausgiebig genießen soll, gibt es ein paar kleine Kommandos, die so langsam doch sinnvoll werden, weil in Lyssis Welpenhandbuch nichts vom Folgetrieb steht und sie ab und zu vergnügt auf dem Acker steht und buddelt, während ich mit Bene und Chia schon weiterlaufe, ohne dass sie sich zu sorgen scheint, dass sie verloren gehen könnte. Also trainieren wir auch das "Hier" schon ein bisschen und weil Elysia für Kekse wohl auch einen Handstand probieren würde, kommt sie dann meistens auch recht zügig angeflitzt .... und fragt nicht, wie viele Kilo Ackersand sie in ihrem Fell nach Hause und anschließend in mein Bett trägt.


    Also wird sie täglich gebürstet und seit Chia feststellte, dass Lyssi die Haarpflege sehr genießt, will sie auch gebürstet werden ... obwohl das bisher immer ein bisschen mühsam war, weil Chia ja keine wertvolle Zeit für solche Sinnlosigkeiten verschenken möchte und mit höchstens 3 Minuten gewährte, in denen sie mal still stand und sich bürsten ließ. Jetzt fordert sie das Bürsten ein, sobald Elysia durchgebürstet wird.


    Ein paar Meter an der Leine haben wir heute auch wieder geübt, weil wir ja morgen zur Welpengruppe die Welpen an der Leine führen sollen ... und Elysia mag es definitiv nicht, wenn man ihre Freiheiten über die Maßen begrenzt und so bin ich gespannt, ob das klappt oder sie sich hinschmeisst und streikt.


    Micha kommt morgen auch mit, denn ich bin ein bisschen besorgt, dass sie es auch nicht so cool findet, wenn sie 15 Minuten lang in die Box muss, während das Training besprochen wird ... sie hat mit ihrem Ausbruch aus ihrem Welpen-Askaban bewiesen, dass sie Mc Gyver-Tricks auf Lager hat, um selbst ein Fort Knox zu knacken.


    Also wird Micha mit ihr im Auto auf mich warten, denn Rotti-Sven hat die Gitter für das dicke Dodo noch nicht fertig und ohne dass ich die Schiebetür auflassen kann, bleibt kein Hund im Auto.


    Elysia wird ja auch das erste Mal ohne Chia und Bene sein und gerade Chia ist für Mamaersatz, Tante und beste Freundin zu der sie aufsieht und die ihr Sicherheit gibt.


    Zuversichtlich stimmt mich aber, dass sie auch ganz gerne mal alleine im Bad schläft, weil dort die Fliesen schön kühl sind, obwohl Chia und Bene woanders liegen. Und ich habe draußen auch schon ab und zu mal ohne die beiden Großen ein bisschen mit Elysia geübt - das ist für sie ganz in Ordnung, so lange die Anzahl der Kekse passt, die sie abstauben kann, ohne dass die beiden anderen danach geiern.


    Wir werden also sehen, ob ich morgen stolz auf mein Hundekind sein werde oder mich nur noch mit Hut und Sonnenbrille auf den Hundeplatz traue.

    ... und das ist auch, was ich manchmal bedenklich finde: Dass eben alte Zöpfe, die noch aus der Zeit herrühren, in denen Hund und Pferd Kriegskameraden waren, oft weder abgeschnitten, noch neu geflochten werden.


    Natürlich verstehe ich den Hintergrund. Wie ich auch verstehe, warum man in Spanien PRE-Hengste, die nicht "kadavergehorsam" sind, eher zu Hundefutter verarbeitet, als sie in der Zucht einzusetzen, denn im Zweifelsfall hängt vom Gehorsam eines Arbeits- oder Militärpferdes das Leben seines Reiters ab.


    Nur denke ich auch, dass man eben auch mal bereit sein muss umzudenken, denn ob mein Hund nun pöbelt oder nicht, ist für mich nicht lebensgefährlich und insofern ist mir dann ein Trainer lieber, der Ursachenforschung betreibt und nicht nur Gehorsam einfordert, egal, wie sich der Hund dabei fühlt, sondern das Wesen des Hundes analysiert, um genau auf dessen Schwächen einzugehen und eher an der Frustrationstoleranz arbeitet, um eben mehr Gelassenheit durch positive Erfahrungen zu fördern, als mit Zwangsmaßnahmen das Pöbeln zu unterbinden und damit den Frust zu fördern.

    Im Grunde wurde ja schon alles geschrieben, was ich zu dem Thema Kadavergehorsam bei Hund und Pferd denke.


    Vielleicht gibt es aber einen Unterschied, zwischen dem was Ruebchen mit Ero erreicht hat und dem bedingungslosen Kadavergehorsam, den ich meine - der Unterschied ist: Ero hat Spaß! Er macht das, weil er dafür gelobt und belohnt wird und er einfach gefallen will. Ihm gibt das quasi den absoluten Freudenkick, wenn er weiß: Ich bin sooooo gut!" und Frauchen das bestätigt.


    Ich habe meine Pferde in den letzten Jahren meiner Turnierlaufbahn auch so gearbeitet. Mit positiver Bestärkung und ohne Geziehe, Rollgekure, Sporengepiekse und "hinten hau drauf, vorne halt fest" und auch nicht ohne absolute Aufrichtung, Taktfehler, festgehaltenem Rücken und schleifender Hinterhand, ohne bis zum Anschlag angezogenen Sperrriemen (ohne Sprerrriemen überhaupt) ... und auch ohne: "Erst bringt man ihn in Rage, dann reitet man Passage".


    Aber die Turnierrichter sehen halt gerne verspannte Tritte, auch wenn die Pferde nicht taktrein treten - siehe Totilas - Gott hab ihn selig.


    Also war meine Konsequenz, dass ich lieber Pferde reite, die Spaß haben, als welche, die ein volles FN-Scheckheft vorweisen können und dafür mit 12 Jahren platt sind.


    Für mich macht es einen Unterschied, ob mein Hund frustriert ist oder agressiv auf Hundebegegnungen reagiert. Wenn mir also ein SV OG-Trainer zu einem "Erziehungshalsband, Maukorb und härterem Durchgreifen rät, um mein Supersensibelchen "in die richtige Spur zu bringen", dann erwartet er eben nur Kadavergehorsam und dann ist es ihm nur wichtig, dass der Hund absoluten Gehorsam leistet und ob der Hund dabei Spaß hat oder man auf sein spezielles Problem eingeht, ist dabei nicht relevant.


    Wer Hundesport betreibt und man dem Hund ansieht, dass er das mit Freude und Spaß in den Backen mitmacht, der hat meine Hochachtung und erhält meinen von Herzen kommenden Applaus. So jemand verlangt aber auch keinen Kadavergehorsam, sondern einfach die Aufmerksamkeit seines Hundes für den Zeitraum des Trainings - diese Aufmerksamkeit wird aber so reich gelobt und belohnt, dass der Hund das gerne tut.


    Wer aber nur mit Druck den Hund zum Gehorsam zwingt und nicht auf sein Wesen eingeht, nicht hinterfragt, warum der Hund das tut, sondern ihn nur dafür straft, statt ihm zu helfen, mit einer für ihn frustrierenden Situation gelassener umgehen zu lernen, der verlangt Kadavergehorsam und so definiert sich dieses Wort bei mir für jeden Hundesportler, dessen Hund keinen Spaß hat, sondern sich nur vor Sanktionen fürchtet, die er empfängt, wenn er nicht funktioniert ... und das ist kein alter Zopf, der in den OGs längst abgeschnitten wurde, sondern das, was ich letzte Woche erlebte!


    W

    Ach Mona ... das ist so traurig, dass es offensichtlich in Hundesportvereinen keine Hundeversteher gibt, respektive die wohl selten sind, wie Wasser in der Wüste. Das mit dem "Anstecken" wurde mir auch gesagt ... wobei die das "Aufmischen" nannten und dass ein solcher Hund dann Unruhe in die Gruppe bringt, unter der dann die Konzentration leidet ... Einzeltraining ist ja auch nicht möglich und dann wird Dir von einem OG-Vorstand geraten, eine Hundeschule zu besuchen oder Dir einen Trainer zu suchen, der mit "Problemhunden" Erfahrung hat.


    Wie ich schon schrieb: Die wollen nur kadavewrgehorsame Schäferhunde ohne Rebellionspotential. :(

    Naja ... ich versuche die Leute in den Hundesportvereinen zwar immer zu verstehen, denn die haben halt um ihre Hündchen Angst, aber genau diese Ablehnung, die Mona, Azemba und ich erfahren haben und diese Mobberei und unqualifizierten Ratschläge, wie "Lass den kastrieren", sind eben wirklich unfassbar.


    Aber genau das was @Azemba schreibt, dass eben ein wirklich qualifizierter Hundetrainer mit fundiertem Hundewissen durchaus erkennen können sollte, ob ein Hund ein aggressives oder ein Frustverhalten zeigt, ist ja meistens nicht der Fall.


    Die Welpengruppe, die ich besuchen werde, wird von irgendwelchen Vereinsmitgliedern geleitet, die vielleicht weniger Ahnung haben als ich und insofern nehme ich das Ganze als Spaß mit anderen Welpen für Elysia an und wenn ich den Vereinsbeitrag dann bezahlt habe, für das, dass ich dahin gehe, bis mir das nicht mehr gefällt, weil es vielleicht nicht für meinen Hund passt, dann kann ich das verschmerzen.


    Ob ich aber dort mit all den Vorbehalten gegen Chia mit meinem frustrierten Seelen Hilfe finde, werden ich sehen ... wenn ich Glück habe, finde ich dort vielleicht den "Hundeflüsterer", der erkennt, welche Motivation hinter ihrer Leinenpöbelei steckt und mich beim Abtrainieren dieses Verhaltens unterstützen kann.


    Die Og wird aber definitiv keine Möglichkeit bieten, denn dort müsste ich auch mit Maulkorb-gesichertem Hund auflaufen und das Wort "Erziehungshalsband" fiel auch ... nettes Wort für Stachelhalsband und eine wirklich gute Unterstützung für einen frustrierten Hund, der eigentlich positive Erfahrungen bei Hundebegegnungen sammeln sollte, um Gelassenheit zu entwickeln, Zwangsmaßnahmen und schmerzhafte Einwirkung bewirkt das Gegenteil ... aber woher sollen diese Leute das wissen. Deren Hunde funktionieren ja und sind kadavergehorsam genug, um nicht zu rebellieren.

    Holger, ich hätte mir jemanden wie HSH gewünscht, der den Hund hätte richtig einschätzen können und mich unterstützt hätte, aber wir bekamen ja nicht mal die Chance! Schon beim ersten Anruf hieß es bei jedem Verein und jeder Hundeschule, dass sie das Risiko nicht eingehen wollen, weil sie mir nicht zutrauen, 78 kg Hund bändigen zu können. Dabei hat er sich in den ganzen Jahren nie befreien können, denn im Grunde hat er es nicht mal darauf angelegt, mich umzureissen und war für mich auch immer händelbar.


    Das Problem ist aber, dass man bestenfalls Hilfe in einer D.O.G.S. Hundeschule von Rütter Hilfe erwarten kann, aber die bieten eben auch Einzeltraining an und gezielte Zusammenführung unter bester Kontrolle. Ich hätte das Geld auch sehr gerne ausgegeben, aber zuerst gab es keinen freien Platz und dann holte uns Elvis Krankheit ein und auch wenn er immer irgendwie die Kraft zum Pöbeln fand, hatte er sie nicht mehr, eine Viertelstunde am Stück zu laufen.


    Du kannst mir aber glauben, dass ich die Erfahrung von Mona gerade teile, denn wenn ich beim Erstkontakt mit dem Hundesportverein erwähne, dass ich gerne das Leinenpöbeln von Chia in den Griff bekommen möchte, dann wird mir schon klar gesagt, dass man keine aggressiven Hunde in der Gruppe haben möchte.


    Ich gehe ab Sonntag nun erst mal mit Elysia in die Welpengruppe und die wollen dann mal schauen, ob Chia in die Junghundgruppe darf - so richtig glauben, dass Chia lediglich frustriert und wirklich ohne Leine zu allen Hunden freundlich und eher defensiv ist, will mir auch keiner so wirklich. Ich mag es nicht, auf die Kacke zu hauen, aber beim letzten Telefonat musste ich der 1. Vorsitzenden dann sagen, dass ich 58 Jahre alt und mit Hunden aufgewachsen bin, dass schon meine Großmutter mütterlicherseits Schäferhunde züchtete und ich es mir durchaus zutraue, einen Hund einzuschätzen, weil ich seit meinem ersten Atemzug, den ich auf dieser Welt tat, mit Hunden zusammen lebe.