@Azemba Fühl Dich einfach mal ganz fest von mir umärmelt. Ich weiß so gut, wie Du Dich fühlst, wenn die Nachbarin Dich nervt und klar, der Brummi merkt, welche Emotionen dabei in Dir hochkochen und reagiert darauf.
Aber es ist auch sehr schwer, solchen Leuten mit Ignoranz und höflich-ablehnender Contenance zu begegnen. Mein Nachbar ist mir sogar in der Regel lieb und teuer und ich mag ihn sehr und schätze seine Hilfsbereitschaft und das tolle Miteinander, das wir seit 25 Jahren pflegen.
Aber im Bereich der Hundeerziehung werden wir uns nie einig. Er ist für mich am Rande der Tierquälerei mit seinen Erziehungsmethoden (Reitgerte!) und ich bin für ihn ein hundeführerischer Totalversager, weil ich meine Mädels nicht im Griff habe ... aber das passiert auch wirklich nur, wenn die ihn sehen. Dann bin ich schon so unter Anspannung und verzweifelt bemüht, den Einduck meiner Unfähigkeit nicht noch mehr zu erhärten und erneut zu bestätigen, dass Chia erst recht berserkert und ihn unbedingt begrüssen will, Bene einfach loskantapert, ohne auf mein hinterhergebrülltes "Hier" zu reagieren und Lyssi aus Leibeskräften mit Chia mitbrüllt, obwohl sie gar nicht weiß, warum sie das tut.
Der gute Mann würde mir nie nicht glauben, dass meine Hunde eigentlich sehr gut erzogen sind und - bis auf Chias Frusttoleranzproblem mit anderen Hunden - keine Probleme machen. Er ist auch überzeugt, dass Bene ja nie eine Herausforderung darstellte und immer schon gut erzogen war (außer bei mir). Wenn ich ihn dann daran erinnere, dass ich drei Monate mit Schleppleine und begleitet von Blut, Schweiß und Tränen meinen unkultivierten und jagenden Straßenhund trainierte, bis sie so wurde, wie sie jetzt ist, dann sagt er nur: "Ja? War das so?" Der glaubt mir das nicht.
Man fühlt sich in dem Moment so mies, dass man am liebsten in Tränen ausbrechen und nie mehr mit den Hunden vors Hoftor gehen möchte.
Das Dumme daran ist aber, dass man sich damit selbst einschränkt und solche Menschen immer irgendwo auftauchen, um einem auf den Nerven rumzutanzen. Man kann sie nicht verändern und man kann ihnen nicht immer aus dem Weg gehen - also muss man leider versuchen, gelassener mit ihren blöden Kommentaren umzugehen ... ich kann es meistens auch nicht, aber ich merke, dass wenn es mir gelingt, auch Chia ganz anders reagiert. Das ist meine Motivation.
Und dass man auch immer mal wieder von seinen Mitmenschen an seine Grenzen gebracht wird, ist schwer zu ertragen, aber Du meisterst das inzwischen wirklich so gut und ich kann mich nur anschließen und schreiben, dass Du mit dem Brummi wächst und irgendwann kannst Du über die Kritiker lächeln und vermutlich sogar ganz entspannt mit "Blümschen-Begegnungen" umgehen können, weil Du für den Brummi immer spannender sein wirst.
Es ist aber auch schön, wenn man dann trotzdem noch so viel Anerkennung bekommt und das gute Gefühl hast Du Dir verdient, weil Du es selbst erarbeitet hast.
... und egal, in welcher Situation der Brummi fotomodelt - er ist immer außergewöhnlich und zeigt stets wieder eine neue Facette seines schillernd-spannenden Wesens. ![]()