Ruebchen Moderator
  • Mitglied seit 15. Oktober 2020

Beiträge von Ruebchen

    Micha369 ich würde sagen, da hast du 3 Möglichkeiten:


    Nr. 1: du sitzt das Gejammer einfach aus. D.h. du stehst so lange mit dem Hund in der GS bis es es ihm einfach zu blöd wird und er von selber aufhört, dann bestätigen.

    Da muss dein Hund aber der Typ dazu sein... es gibt viele Hunde, die sind einfach so zäh und ausdauernd, da kannst du 3 Tage da stehen und die hören nicht von selbst auf. :D

    Triebziel: Aktivität, der Hund will weiterarbeiten.


    Nr. 2: du nutzt seinen Fokus den er im Beutebereich laut deinen Aussagen sehr schön hat. Also Beute unter dem Arm klemmen und dadurch Spannung bei dir nach oben machen. Wenn du ihn da in der Beute hoch halten kannst, sollte er da ebenfalls ruhig sein, weil du die Erwartung auf die Beute hoch hälst.

    Triebziel: Beute


    Nr. 3: du machst Zwang. d.h. solange der Hund rumjodelt, machst du ihm (milden!) Stress (über die Leine am der Kette zb.) und sobald er ruhig ist, lässt du das Gezupple wieder sein.

    Da aber eben nicht sofort dann schicken, sondern den Hund in der Ruhe einfach bestätigend loben.

    Triebziel: Ruhe, der Hund will seinen Frieden von deinen Störaktionen haben...


    Mit Schmackes draufhauen, "aufhängen" usw. wäre dann wohl Möglichkeit Nr. 4, aber für mich persönlich wäre das jetzt nicht der Weg.

    Wenn das Anspringen für dich kein Problem ist, dann lass es dir nicht von anderen zum Problem machen.


    Ero springt mich auch an, das darf er auch, er hat es von klein auf so gelernt (im Sport) und ich habe es im Alltag auch einfach nie abgestellt 🤷🏼‍♀️


    Dass Hunde - egal mit welcher Handlung - die Weltherrschaft an sich reißen wollen, bezweifle ich mal ganz grundsätzlich ^^

    Ich denke mal, ich sollte es ihm wirklich auch noch ab und zu zwischendurch mal geben.

    Ja, da spricht nichts dagegen, würde ich auch machen.


    Soll ich jetzt, wenn ich, so wie Du beschrieben hast, am Ende der Gruppe gleich mal die Beißwurst kurz rausholen oder nur verbal loben und dann zur Ausgangsstellung gehen für die weiteren Übungen?

    Nein, nach der Gruppe eben NICHT mit Beißwurst bestätigen, sondern nur verbal loben. Dann zum Ausgangspunkt und da dann das Anlaufen mit Kommando "Fuß" üben. Wenn er dann mitgejt, dann kannst du das mit der Beißwurst bestätigen. Aber immer schön variabel, nicht immer im gleichen Muster bestätigen.


    Ich habe ja nur Sorge, dass ich ihn irgendwie vom Trieb her abflache, er ist ja ein HZ-Exemplar, wie Du weißt. :)

    Ein gelegentliches Ausbleiben der Bestätigung beflügelt sogar den Eifer und die Motivation.

    Studien haben gezeigt, dass Hunde, die nur in 75% oder 25% der Fälle bestätigt wurden, sich die Übungen sogar besser eingeprägt haben, als Hunde die in 100% der Fälle bestätigt wurden... weil es die Spannung hoch hält, der Hund kann sich nie ganz sicher sein, OB und WAS kommt. :)


    Ich denke Ruebchen meinte, ihm eben nach der Gruppe KEINE Beißwurst zu geben, sondern ohne Zwischenbestätigung weiterzuarbeiten. Das wäre auch mein Rat gewesen, denn so wie es sich liest, scheint Witus "Gruppe=Ende der Übung" verknüpft zu haben. Also die Gruppe an den Anfang packen und danach nicht mit der Beißwurst bestätigen, sondern ihm zeigen, dass er weiterarbeiten MUSS, um sie zu verdienen.

    Ganz genau so meinte ich das, vielen Dank :) :thumbup:

    Hey Micha,


    Ich glaube der Hund hat das nicht mit der ganzen langen LF verknüpft, sondern mit der Menschengruppe. Immer spätestens(!) nach der Gruppe kommt die Bestätigung, wenn nicht, ist was faul.


    Ich an deiner Stelle würde den Beginn meiner nächsten Trainingseinheiten anders ansetzen: nicht lang einlaufen oder gar die gesamte LF marschieren, sondern 10m entfernt von der Gruppe starten, dann direkt in die Gruppe rein und dort die korrekte Übung machen und von da aus dann weiterarbeiten.

    Also direkt am Anfang der Einheit rein in die Gruppe, die 8 laufen, GS in der Gruppe, zurück zum Ausgangspunkt. GS und Fuß anlaufen und dann kannst du ja in der Fußarbeit arbeiten woran du sonst noch so arbeiten möchtest.


    Also dass er auch lernt, dass er Fusslaufen muss?

    Diese Frage würde ich definitiv mit JA beantworten. Wenn du einen Hund willst, der (zuverlässig) Prüfungen läuft, dann muss er lernen, dass er auch mal muss, wenn er grade nicht unbedingt will.

    Das heißt aber nicht, dass ihn Jemand in den Ar*** treten oder am Stachel zerren soll... bei Ero z.b. habe ich solche Situationen so gelöst, dass ich einfach stur war und sehr ausdauernd auf meine "Forderung" beharrt habe. Alternative aber unerwünschte Verhaltensweisen (am Boden schnüffeln, rumgucken, usw.) habe ich ganz trocken einfach nur blockiert, es führte kein Weg an der kooperation vorbei. Aus der lästigen Nummer raus kam er erst, als er eben doch für wenige Minuten mitarbeitete.


    Das hat er schnell gelernt und nach 2 - 3 "kein Bock"-Tagen wo wir dann nur das geübt hatten war das auch niewieder ein Thema/gab es solche Tage eigentlich garnicht mehr, bzw. waren sie im Training nichtmehr wirklich spürbar.


    Stell es dir vor wie mit Kindern, die ihre Hausaufgaben nicht machen wollen... da bestehst du ja auch darauf, dass die Hausübungen zuerst erledigt werden, bevor die Kinder Fern sehen oder Freunde besuchen dürfen.

    Je länger sie bocken, desto länger dauert es bis zum Vergnügen. Und wenn sie einlenken, sind die 3 Matheaufgaben im Endeffekt doch eh nicht schwer gewesen und schnell gemacht. ;)

    Meine hatte zum Schluss der Freifolge den Fang voller Laub welches sie zur Beruhigung so nebenbei eingesammelt hat und mich dann immer wieder freudig angeguckt.

    Oh bitte entschuldige, aber ich lache mich grade kaputt :D
    Wie nett und sympathisch ist das denn bitte ^^
    Aber ich verstehe, dass das für dich in dem Moment sehr unangenehm war... den Spruch des Richters mag ich sehr, den muss ich mir merken. Und zum Glück kannst du heute auch drüber lachen. :)

    Im alten verein war eine Vereinskollegin, die ist mit ihrem Hund über 600km (ein Weg) zur BGH3 Bundessiegerprüfung gefahren... und der Hund hatte an diesem Tag einfach einen Clown verschluckt... der war sonst wirklich nicht schlecht, aber an dem Tag stürzte er sich mitten in der Prüfung auf Maulwurfshügel und jagte Grashüpfer, usw.


    Sie gingen dann mit etwas über 70 Punkten und einem vorletztn Platz aus der Prüfung.
    Richterkommentar: "Die Arbeit war heute nicht so gut, aber dafür sehr sympathisch. Österreichs Hund der Herzen." :D

    sehe ich auch so. Der Hund kann nicht unterscheiden zwischen riesen Beute und kleiner Beute. Das sehe ich immer wieder wenn wir draußen spielen. Ich werfe einen großen Ball, eine große Beißwurst, einen großen Knüppel und der Hund rennt hinterher und bring es stolz zu mir zurück. Dann nehme ich ein mini Stöckchen oder eine sehr kleine Beißwurst und dem Hund fällt sofort die große Beute aus dem Fang und er will nur noch die winzige Beute von mir haben.

    Dann ist Ero schlauer als Witus :D


    Der will immer die größte Beute haben. Hat er die große und sieht dass ich was kleineres habe, will er es garnicht. Werfe ich was kleines, rennt er mit dem großen Ding im Fang zwar hinterher, lässt das kleine dann aber liegen und läuft stolz mit dem großen, welches er eh schon hatte wieder weg.


    Genauso mit Futter: Arbeiten für TroFu ist gut, aber arbeiten für zb. Hühnerbrust, da ist der Arbeitseifer und die Stimmung sofort ganz anders.


    Also unsre Hunde können definitiv zwischen verschiedenen Arten von Belohnungen unterscheiden und jeder hat für sich eine persönliche Wertigkeit der Sachen festgelegt...



    Aber ich glaube definitiv den erfahrenen Trainern, die festgestellt haben, dass der Hund keine Detailempfindung für SEINE Durchführung einer Übung hat. Er kann nicht kognitiv verstehen dass wenn er eine Übung das eine Mal schneller gemacht hat genau dafür eine grössere Belohnung bekommt oder seine Position 5cm weiter links im eine grössere Belohnung eingebracht hat, etc.

    Wenn ein Hund für seine Durchführung einer (Teil)aufgabe kein Gefühl hätte, wäre Hundetraining allgemein, besonders aber das Free Shaping unheimlich schwer.


    Ich bin davon überzeugt, dass die meisten Hunde sehr körperbewusst sind (sein können) und entsprechend auch zwischen "5cm weiter drüben" oder "schneller als vorhin" differenzieren können.


    Nur differenzieren wir das nicht über "normale Belohnung vs. Jackpot", sondern über "KEINE Belohnung vs. Belohnung".