Vor ein paar Tagen rief mich abends noch mein Trainingskumpel an, er wäre in der Nähe, ob ich ein Feld hätte für Fährte.
Ich fragte, welche Schwierigkeit suchst du? Grosse harte Klumpen oder hart und glatt wie Beton?
Er meinte "wow, das ist ja toll, dass sogar ein Angebot zur Auswahl steht!! Such du eins aus!"
Ich dachte sch..... drauf, Axel muss lernen eine Fährte zu verfolgen die man nicht sieht. Das grösste Problem dabei ist, dass wenn ich nichts mehr sehe, kann ich nicht merken wenn Axel doch falsch geht. Daher hab ich mir eine Plastikflasche mit so einer Spritztülle drauf mit weisser Diatomeenerde gefüllt, die habe ich noch von den Hühnern. (Plastikflasche so wie die Spritzfläschen von Haarfärbemittel, nur grösser)
Wir trafen uns bei "hart und glatt wie Beton"
Es waren 2 grosse Felder, durch die kleine Strasse getrennt und jeder legte seine Fährte auf einer Seite.
Ich versuchte, wenigstens eine gaaanz leicht sichtbare Spur zu hinterlassen, indem ich mit den Schuhen so ein bisschen scharrte, damit wenigstens die Oberfläche angerauht wird. Allerdings war das nicht überall möglich, es war auch teilweise bockelig oder mit vertrocknetem Bewuchs und vertrockneten Zwiebeln (war wohl ein Zwiebelfeld gewesen)
Ich habe nur an kurzen Abschnitten Futter gelegt, da wo es etwas bockelig war, weil auf den glatteren Flächen wäre das Futter sichtbar gewesen und das wollte ich nicht.
Einfache Fährte, 300 Schritte, 2 Winkel, 3 GS, einer davon am Ende.
Ich habe darauf geachtet, dass die Schenkel nicht exakt gerade sind und vor allem nicht parallel zu irgendwelchen Linien im Feld gehen und habe jeweils, ca 50cm links neben meiner Spur in unregelmässigen Abständen, einen Strich mit der weissen Erde gesprüht. Ebenso an den Winkeln.
Ich habe ausserdem die roten GS benutzt, damit ICH sie besser sehe. Wie gut oder ob Axel sie sehen konnte weiss ich nicht, er hat sie jedenfalls alle super verwiesen.
Auf dem ersten Schenkel habe ich gemerkt, dass Axel (auch) mit den Augen arbeitete. Er ist 2 oder 3 mal leicht mit dem Kopf zur Seite geschwenkt, weil er dachte wohl, ein dunklerer Stein könnte ein Futterstück sein.
Mein Trainingskamerad und seine Freundin liefen nebenher, als "Richter" und nachdem er zuerst noch schmunzelte über meine Spritzflasche, sagte er bereits nach 15m "oh verdammt, ich seh Null, hast du noch den Überblick?"
Jap, den hatte ich, meine Markierungen haben bombig funktioniert. ![]()
Am ersten Winkel musste ich Axel ein bisschen an der Leine begrenzen aber dadurch fand er den 2. Schenkel dann ohne Probleme.
Auf dem 2. Schenkel war er bereits viel sicherer und suchte sehr intensiv. 2. GS korrekt verwiesen.
Am 2. Winkel hat er wieder bisschen suchen müssen, aber ich habe nicht eingewirkt und er fand den 3. Schenkel schnell.
Mitte 3. Schenkel wurde er kurz etwas fahrig und schneller, ich musste etwas bremsen. Den 3. GS am Ende hat er korrekt verwiesen.
Ich konnte merken, wie er sich gefreut hat als er jeweils die GS gefunden hatte.
Ich muss noch erwähnen, es war dann schon nach Sonnenuntergang, also dämmrig, die Luft war lau, leicht feucht und es ging kein Lüftchen. Also ideale Bedingungen, hatte ich das Gefühl.
Insgesamt war ich sehr sehr zufrieden, dass Axel die Blindfährte doch so souverän und vor allem mit Einsatz abgesucht hat. Er hat sich nicht beirren lassen und sich dann doch auf seine Nase verlassen.
Danach haben wir die Fährte meines Trainingskameraden gemacht und es war schon fast dunkel. Mit dem allerletzten Licht konnte man seine Fährte aber, Überraschung, deutlich besser sehen als meine!
Könnte es daran liegen, dass er an die 30kg mehr wiegt als ich???? Seine Freundin und ich sagten JA, er meinte, NEIN, es seien seine tollen Gummistiefel mit der schweren Profilsohle
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