Secans guck mal, da geht es um Kommunikation mit Korbi, der oder die eben keinen SD machen möchte. Natürlich lieben die meisten Schäfer den SD, aber wenn Mensch das nicht machen kann oder will, dann kann Mensch immerhin Zerrspiele machen. Dass das den SD ersetzt behauptet keiner. Spaß macht es dem Hund trotzdem.
Mir ging es desweiteren nur um die Grundzüge des rechtslastigen Hundes. Und der neigt nun mal zu mehr Souveränität und eben auch zu Diskussionen und " ja aber". Das führt dann eben in der UO gern zu weniger " gefallen wollen".
Genauso neigen sie eher dazu eine höhere Aggressionsschwelle zu haben ( da kommt es halt jetzt auch drauf an, was man sich da situativ vorstellt), mir ging es darum dass sie sich weniger schnell provozieren lassen, weil sehr selbstsicher. Macht aber jeder andere Beobachtungen, das ist mir auch klar
Es spricht für mich auch nichts dagegen, einen DSH auch ohne SD zu haben.
Die von dir genannten Grundzüge kann ich nicht bestätigen. Ich vertrete aber sowieso die Meinung das man das alte Schema von "linkslastig" und "rechtslastig" nicht so pauschalieren kann, weil die Zucht nicht mehr die selbe ist wie vor 50 Jahren. Für die UO braucht es so oder so keinen Hund der gefallen will, auch nicht für eine spritzige UO, da liegen die Probleme gerne am Aufbau der die Hunde einfach nicht mitnimmt und anspricht. Schwierig sind hier Hunde die sich mittels Trieb und Frust schlecht ansprechen lassen, das hat mit beutelastig oder aggressionslastig weniger zu tun. "Will to work" wird gebraucht, kein "will to please". Ich denke hier kommen wir nicht auf einen Nenner.
Hunde die sich leicht provozieren und reizen lassen braucht es einfach für die Ausbildung. Vor allem im Frustbereich, alles andere kann man doch sowieso nicht mehr erfolgreich führen und es wäre zumindest auch nicht für mich der Anspruch, das macht doch keine Freude mit einem Hund bei der Arbeit über die Ausführung diskutieren oder zwingen zu müssen. Oder den man ständig aktivieren muss. Im Aggressionbereich ist mein Weg eh, dass ich den Trieb kanalisiere hin zur Beuteaggression/aktiven Aggression. Futtertrieb braucht es für eine spritzige UO, aber auch da kann man tricksen und Beutereize aufs Futter bringen.
Und da ist eben der Punkt wo man sich fragen muss, ob ein Gebrauchshund überhaupt das ist, was für einen angebracht ist oder ob die heutigen Anforderungen in Sport und Dienst zu Hunden führen, mit denen man im Alltag unzufrieden ist. Da sind es oft nämlich nicht "die Nerven" (ein Argument welches ja häufig kommt), sondern man hat einfach einen hochmotivierten und gut veranlagten Arbeitshund am Strick, der sich sein Leben lang deckeln soll und deshalb überreizt. Stichwort falsche Haltung. Ziel kann es aber nicht sein, die Sportler und DHF zu verteuflen, die sich ihre Gebrauchshunde züchten mit denen sie Freude haben.
Wenn man diese hochmotivierten und triebigen Hunde (beute, aggression, frust) mag und kann, dann passt das selbstverständlich auch ohne SD und da braucht es dann auch keinen Hund der sich für die Arbeit nicht eignen würde. Der Umgang und die Erwartungshaltung macht es auch. Meiner Ansicht nach. Wie Ruebchen schon schrieb, schlechter Nerven WILL doch keiner. Auch nicht die Leute im hohen Sport. Dass das trotzdem immer mal vorkommt lässt sich nicht verhindern, hier muss dann selektion greifen, dass die Hunde nicht in die Zucht kommen.
Und nicht zu vergessen: beim DSH gibt es zwei Linien. Niemand muss sich für einen Hund aus einer Leistungszucht entscheiden, es gibt beim DSH ganz tolle Alternativen die charakterlich anders gestrickt sind.
So wirklich verstehe ich dieses "früher waren die Hunde besser" da aber wirklich nicht. Wenn ich mich mit unseren alten Hasen unterhalte, dann waren die Hunde früher deutlich schwieriger, kerniger, härter und schärfer, dafür Trieblich und von den Griffen her schlechter. Und wenn die Mehrzahl der Hundeführer sich schon mit den heutigen Sporthunden überfordert fühlt, dann weiß ich nicht wozu es in der Masse Hunde braucht, die nochmal kerniger sind und eine gute Portion Schärfe mitbringen (über andere Eigenschaften arbeiten). Denn auch die Hundeführer scheinen im Groß anders gewesen zu sein. Robuster, selbst auch härter, mit anderen Erwartungen und Ansprüchen.
Und ja, ich merke das auch. Ich hatte bei mir im Wurf eine Hündin und einen Rüden die sich sehr kernig gezeigt haben. Unsere alten Hasen waren sofort "das wär mein Hund!", der Großteil der Käufer war da eher verhalten und wollte einen der netten, es wurde vor allem geguckt wie die Griffe sein könnten und weniger damit wie der Welpe sich durchsetzt, dranbleibt und mit Umweltreizen umgeht. Nichtsdestotrotz habe ich die kernige Hündin mit Freunde selbst behalten und der Rüde hat ein Zuhause gefunden welches über die Art ebenfalls sehr erfreut war. Der Durchschnittskäufer im Wurf suchte aber nicht mehr danach aus, dass der Welpe sich durchsetzungsstark, kernig und stark zeigt. Sondern der sucht einen sehr gut veranlagten, aber eher netten und weicheren Hund, der Fokus liegt auf dem Griffverhalten (und mEn leider auch der Farbe des Hundes).