Wuesti
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  • aus Kalletal
  • Mitglied seit 9. Februar 2024

Beiträge von Wuesti

    Also ich möchte hier nochmal kurz betonen, dass ich KEIN genereller Kastrationsgegner bin.


    Ich wollte hier nur die dargelegte Aussage, dass eine Kastration -insbesondere die der Hündin- generell und immer besser fürs Tier sei nicht so stehen lassen.


    Wenn du natürlich eine Hündin hast, die immer mit extremer Scheinschwangerschaft oder z.B. einer Diabetes zu kämpfen hat oder einem hypersexuellen Rüden oder ggf. Prostatavergrößerung etc. DANN ist ja eine Kastration ein ganz anderer Schnack.


    Ich du, wenn es jemand bei mir machen würde, ich wär die erste!! :D :D :D die Ärzte machen es halt leider nicht. Weil, ich könnte mich ja noch umentscheiden.


    Bei uns Menschen wird aber nicht komplett ausgeräumt, sondern nur die Eileiter unterbunden, sprich: sämtliche Sexualhormone werden weiterhin ganz normal gebildet und auch alle monatlichen Begleiterscheinungen bleiben bestehen.


    (vielleicht nicht unbedingt ein Thema fürs Forum, aber über selbstbestimmt-steril e.V. findest du Ärzte, die dir dahingehend eine eigene Meinung zugestehen)

    Läufigkeiten bedeutet unglaublichen Stress für die Hündinnen und wenn man diverse läufigkeiten abgewartet hat, finde ich sollte man den schritt zur Kastration machen. Einfach um der Hündin den Stress zu ersparen. Wenn man eh nicht vermehren will, worzu dann dem Rüden und der Hünden so einen Stress zumuten.


    Bei jedem Lebewesen auf dieser Erde ist es aber nun einmal auch so, dass Sexualhormone auch Funktionen im Körper erfüllen und eine Kastration auch Nachteile mit sich bringen kann.


    Im Allgemeinen sei das Risiko für Übergewicht durch verminderten Stoffwechsel, unerwünschte Verhaltensänderungen (insbesondere bei Angsthunden), Fellveränderungen und damit z.T. einhergehende Hautprobleme und das erhöhte Risiko anderer Folgeerkrankungen wie beispielsweise Schilddrüsenprobleme und ein erhöhtes Risiko für andere Tumoren wie Milz- und Herztumore erwähnt.


    Bei Hündinnen besteht zudem ein erhöhtes Risiko für Inkontinenz.


    Bei Rüden besteht ein erhöhtes Risiko für Sehnenschäden und Probleme mit der Muskulatur, da das Testosteron maßgeblich auf deren Stabilität wirkt.


    Wie Ruebchen auch bereits angemerkt hat ist eine Kastration ohne medizinische Indikation streng genommen zudem verboten.


    Im Gegensatz zu anderen Tieren ist der überwiegende Anteil der Hunde auch nicht unbedingt in der misslichen Lage hierzulande immer und ständig mit läufigen Hündinnen konfrontiert zu sein oder unkontrolliert durch die Gegend zu stromern und sich wild zu vermehren.


    Natürlich gibt es einige Hunde, bei denen die Kastration sinnvoll oder gar wirklich notwendig ist, aber mit einer generellen Empfehlung wäre ich tatsächlich vorsichtig.


    Es ist eine Entscheidung, die man ganz individuell mit einem Tierarzt zusammen treffen sollte.

    Naja, wenn ihr schon eine so gute Bindung zueinander habt, dann kann es ja auch nicht wirklich ein Fehler gewesen sein, oder? ☺️


    Im besten Fall kann ein dritter und auch ein vierter und fünfter Hund problemlos gut gehen.


    Ich bin allerdings immer ein Fan davon, sich des "worst case" bewusst zu sein, um Lösungen zu erarbeiten BEVOR das Kind in den Brunnen gefallen ist.


    Bei mir ist es beispielsweise so, dass ich den überwiegenden Teil der Zeit die Hunde bei mir habe, sie aber auch an den Zwinger gewöhne.


    Wenn eine Hündin läufig ist, dann kommt der Rüde etwa 10 Tage in den Zwinger (20m² Innenzwinger in ehemaligem Stallgebäude + 50m² Auslauf).


    Weiterhin ist mein Garten (5700m²) zweigeteilt.


    Der hintere Teil steht während der Läufigkeit dem Rüden zur Verfügung und der vordere Teil den Hündinnen.


    So ist es für alle Beteiligten hier am stressärmsten.


    Unser letzter Rüde hat dennoch immer arg gelitten, hat gejammert, das Fressen teils bis zu 5 Tagen eingestellt und ist wie ein Wahnsinniger annähernd bis zum Umfallen hin- und hergetigert.

    Er zog während einer Läufigkeit dann übergangsweise für 10-14 Tage zu meiner Tante (da war der aber auch total fein mit, kann man ja auch nicht unbedingt mit jedem Hund machen).

    Du musst dir bewusst sein, dass 2 intakte Hündinnen sich in der Läufigkeit ggf. spinnefeind werden können und es da auch ggf. blutige Verletzungen geben kann, weil sie sich halt nicht wie Straßenhunde weiträumig ausweichen können.


    Dann musst du keine 2, sondern 3 Hunde trennen während der Läufigkeit.


    Bei 2 Rüden hast du eventuell das Pech, dass der zweite das ganze nicht so "ruhig" aushält oder -selbst schon erlebt- dir die Zimmertüren zerlegt, um zu seiner Angebeteten zu kommen.


    Ich als Mehrhundehalterin und Züchterin würde mir UND auch den Hunden ein gemischtgeschlechtliches Rudel nur noch mit der Möglichkeit einer zeitweisen Trennung durch Zwinger "antun".

    Selbst mit dieser Möglichkeit hat es hier auch schon Rüden gegeben, die so dermaßen unter der Hitze einer Hündin gelitten haben, dass ich die zeitweise anderswo untergebracht habe.

    Eine RücknahmePFLICHT für Züchter wäre meiner Meinung nach nicht zielführend.


    Ich persönlich nehme natürlich normalerweise jeden meiner gezüchteten Hunde ganz oder zeitweise wieder bei mir auf bzw. sichere mir vertraglich ein Rückkaufsrecht, sodass ich bei einer etwaigen Weitervermittlung nicht übergangen werden kann.


    Aber: was ist denn, wenn ich zeitweise oder übergangsweise vielleicht einmal einen Hund nicht wieder aufnehmen kann?


    Die ersten Wochen nach der Geburt meiner Tochter wäre mir das beispielsweise echt nicht möglich gewesen ... und wer weiß schon was die Zukunft für mich bringt und ob ich gesundheitlich immer dazu in der Lage sein werde 🤷‍♀️


    Ich denke, dass ein Umdenken in den Köpfen eines Großteils der potentiellen Hundebesitzer stattfinden müsste was die Bezugsquellen für Hunde angeht.


    Was "den Tierschutz" angeht: ja, mir tun die ganzen Auslandshunde auch oft leid, aber wenn ich mir davon einen anschaffen, dann mildere ich damit das Leid der Hunde in diesen Ländern leider auch nicht.


    Auch hier bedarf es zur Vermeidung weiteren Leids ein grundlegendes gesellschaftliches Umdenken im Bezug aufs Tier.

    Als "Züchter-Mama" blutet mir da immer das Herz 💔


    Ich könnte es nicht ertragen einen meiner Welpen im Tierheim zu wissen oder noch schlimmer: nicht zu wissen wo sie sind.


    Augen auf bei der Züchterwahl ☝️

    Also ich glaube nicht, dass wir bei der Menge an Schäferhunden in absehbarer Zeit ein wirkliches genetisches Problem bekommen, zumal ja auch nur ein verschwindend geringer Anteil an Nachkommen eines Deckrüden auch selbst in die Zucht geht bzw. danach ggf. genauso oft in der Zucht eingesetzt wird.


    Was mir auf fernere Zukunft mehr Sorge macht ist, dass sich der vorhandene Genpool eher aufgrund fehlendem menschlichen Nachwuchs verkleinert als aufgrund vielgenutzter Rüden.


    Im Langstockhaarbereich sieht es da tatsächlich etwas weniger vielfältig aus und ich halte auch die Trennung zwischen Stockhaar und Langstockhaar nicht für sinnvoll.