Bass23
  • Mitglied seit 28. November 2024
  • Letzte Aktivität:

Beiträge von Bass23

    Ich gebe euch beiden Recht, was heute als DDR herumläuft, ist massig, schwer und oft optisch auf Farbe gezüchtet.

    Aber wenn man mal alte Bilder anschaut, sieht man da durchaus auch sportliche Hunde dabei. Wahrscheinlich ist Bassams Mutter eine drahtige Vertreterin dieser Linie.

    Bassam hat aktuell etwa 32 kg. Und etwa 63 Stockmass. Ich denke, er wird nicht über 36 kg werden im Endgewicht. Man sieht auch, er hat recht zierliche Pfoten und einen windschnittigen Körper, der trotzdem kernig ist. Sein Übername ist darum " Komma"

    Darum sag ich ja, man sollte den guten Hund bevorzugen, der war natürlich damals ein anderer als heute. Als ich mir die Hunde vom Züchter angeschaut habe, war in meinem Kopf nicht " DDR " sondern ich habe mir die Hunde angeschaut.

    Die Mutter von meinem ist ja nicht mehr die Jüngste. Aber schnell wie eine Rakete, funktionstüchtig gebaut, wobei mir gerade, nicht durchtrittige, nicht kuhhessige oder zehenweite Stellungen wichtig sind. Drahtig und wendig, viel Trieb. Keine krummen Rücken.

    Den Rest sieht sieht man dann auch in den Papieren und erfährt man im Gespräch mit dem Züchter. Und mit dem ich mich wochenlang ausgetauscht und wir tauschen und bis heute regelmäßig aus.

    Wobei ich eben bewusst einen triebstarken Sportler mit endless energy gesucht habe. Falls der ein bisschen DDR Gaga mitbringen sollte: stört mich nicht.

    Ich kann eher nicht so mit zögerlichen, scheuen Hunden. Ich kann schon, aber will ich nicht als eigenen haben.

    Er ist jetzt 13 Monate.

    Umgang topp, sozial auch ( kann sich aber noch ändern, ist ja jung). Ich bin überglücklich mit ihm, ist halt Typ Duracellhase. Kann aber, bei richtiger Auslastung, wunderbar relaxen. Braucht aber Arbeit, sonst wird ihm öd.

    Ich machst meistens so, dass er zwischen den Berittpferden Arbeit bekommt. Er steht dann schon parat dafür. Dazu vormittag und nachmittags Spaziergänge.

    Und dazu 1-3x wöchentlich Training im Verein.

    SD macht er eh gratis und toll, ist seine Lieblingsdisziplin. Fährten topp, wenn auch etwas schnell. Hat aber nie Probleme mit den Winkeln. UO wird so langsam, er war halt ein sehr ungestümer, spielfreudiger Welpe. Hab das so akzeptiert und neuerdings steht er zwischen den Berittpferden schon freudig dafür parat und bietet sich an.

    Ist halt wirklich ein Flummi und springt drölfzigmal in Gesichtshöhe neben einem herum. Die 1m Hürde müssen wir entsprechend nicht fürchten, das hüpft der mit links.

    Er ist eine lustige Mischung. Beim Hüpfen würde er einen nie verletzen. Er ist auch nie ein einziges Mal in mich rein, auch nicht, wenn er Vollgas anrauscht. Im Spiel ebenfalls kein Rüpel.

    Aber im SD oder wenn etwas durchziehen will, gnadenlos, schon fast fanatisch. Ich bin darum mit Spielzeug zurückhaltend.

    Er gibt auch mal zurück, wenn er mal bestraft wird. Das wird aber nur ein Problem, wenn man sich davon beeindrucken lässt.

    Gleichzeitig kann man ihn mit kleinen Enten, Hasen, Katzen, Kinder alleine lassen, da passiert nichts.

    Wie gesagt, lustige Mischung zwischen Gentleman und Wilder.

    Was davon nun auf welche Linie zurück geht, wer weiss? Griffe sind jedenfalls ausgezeichnet

    Secans: genau so mein Züchter. Ja, es gab genau so ausgezeichnete DDR Hunde wie es auch weniger gute gab, ist ja bei den Westhunden nicht anders. Und so mancher, der bei DDR das Gesicht verzieht, ist sich nicht bewusst, dass in den Ahnentafeln ganz vieler LZ- Hunde mitunter viel DDR Ahnen zu finden sind.

    Viel wichtiger ist doch, einfach das anzustreben, was einen guten, leistungsfähigen Gebrauchshund ausmacht, egal, ob Wessi oder Ossi.

    GeierWally:ich glaube wirklich nicht, dass irgendjemand Scharmützel will.

    Und Schwanzvergleich auch nicht.

    Ich bin am Lernen und ja, IGP ist herausfordernd, vielseitig und oft anstrengend. Auch ich mache mir oft tagelang Gedanken, wie was wo und wieso. Dann kommt einer meiner Trainer und zaubert so eine Situation einfach so heraus. Mit seinem Hund.

    Dann trottle ich mit meinem Hund herum und fühle mich minder. Ich übe und übe und 2 Wochen später ist es immer noch minder..

    Das Problem, was ich jetzt habe, ist, dass du gefühlt jedes Wort, das ich schreibe, auf die Goldwaage legst.

    Macht es für mich nicht einfacher.

    Ich wage es trotzdem, in der Hoffnung, dass du meinen Gedanken etwas folgen kannst: meine ( sorry!) Erfahrung als Tierausbilderin sagt mir: das ist normal, gerade die Durststrecken, am Ende des Tunnels ist Licht.

    Da bin ich gerade, einige Lichter sind schon ganz nah, andere noch so weit entfernt, dass ich nicht weiß, ob ich sie je erreichen kann.

    Das fasziniert mich am IGP und am meisten, dass ich so quasi endlos beschäftigt sein werde ( und der Hund glücklich, dem ist es nämlich egal, ob er IGP konform läuft oder nicht, Hauptsache, Action).

    Ich weiß, ich werde nie der nächste Balabanov. Es ist mir egal, für mich geht es um den Weg und auch, ganz banal Altersbeschäftigung (auch wenn es ein Jugendtraum war).

    Von Schwanzvergleich ( man verzeihe mir bitte die plumpe Wortwahl) bin ich um Galaxien entfernt.

    Ich hatte den Traum schon bei meinem HD- Hund. War wegen der Erkrankung nicht möglich. Ich habe dem Hund 2 neue Hüften und damit ein fröhliches, schmerzfreies Leben ermöglicht. Sport hingegen war damit gegessen. Kein Thema, ist nicht so wichtig.

    Würde dasselbe mit meinem jetzigen machen. Klappt es, schön. Klappt es nicht, kein Drama. Ich würde aber weiterhin zu meinem Hundepartner stehen. In guten wie in schlechten Zeiten.

    Ich bin wirklich nicht der Typ zum Kräftenessen. Dazu bin ich zu alt. Das ist mir wirklich sehr sehr egal

    Wie ich schon vorher geschrieben habe, schildere ich meinen Weg und Erfahrungswerte und wie und warum es bei mir geklappt hat mit einer Portion Glück. Ich schreibe nicht, dass andere sich nicht bemühen.

    Es ist ja im Leben so, dass es, auch bei einem selber, unter gleichen oder ähnlichen Voraussetzungen klappt und manchmal nicht. Ein persönlicher Erfangsbericht ist nicht gleichzusetzen mit der Bewertung anderer. Nichts liegt mir ferner

    Nein, nein, so war das überhaupt nicht gemeint ||

    Ich sage nur, was ICH HIER erlebe und ev ist es ein bisschen leichter, weil ich bereits mit Tieren arbeite.

    Schönes Beispiel, Impulskontrolle und Triebwechsel..

    Hat mich auch aktuell massiv gestört.

    Mein Hund:perfekte Griffe ( ist offenbar genetisch) und Wahnsinnstrieb. Schön, für den Helfer, nicht so sehr für mich.

    Bei Pferden versucht man alles zu vermeiden, was man später mühsam abtrainieren muss.

    Bin ja mit meinem seit dem 4. Lebensmonat im SD.

    OK. Mich nervt:sobald ich auf dem Platz bin und er den Helfer sieht, bin ich Luft.

    Es ist schön, wenn alle sich am starken Trieb und den vollen Griffen freuen..

    Aber jetzt ist er kein Welpe mehr und so langsam beginnt der Ernst des Lebens.

    Es nervt. Es ist kontraproduktiv.

    Meine Meinung.

    Geteilt mit anderen, auch den Privatlehrern. Ich liege offenbar nicht so falsch.

    Jetzt wir üben Triebwechsel, Helfer anschauen und mich anschauen. Privat mache ich UO mit Ärmel oder Beisskissen irgendwo am Boden. Natürlich will Bassam zum Ärmel. Aber erst nach der UO.

    Später kommt Rückentransport. Durfte ich bei einer älteren Hündin den Helfer spielen. Aua, meine Schulter..

    Gibt andere Sichtweise. Ich lerne.

    Hat mein Junger ein Problem mit aus. Haben wir 2 Beisswürste, fass, aus..lässt er aus, bekommt er die andere. Problem gelöst.

    Ich tausche mich aus und bekomme aktiv Hilfestellung. Und dann arbeiten wir.

    Sicher nicht perfekt, aber besser als Nichtstun

    OK,ich erlebe das umgekehrt. Vielleicht einfach Glück oder ich bin anspruchslos :/

    Aber da sind alle miteinander und ich werde extrem informiert, auch ohne nachzufragen.

    Ich bekomme sogar Privatunterricht, einfach so. Gut, der Kleine und ich üben auch gewissenhaft und bereiten uns vor, auch mit Fragen.

    Ich bin von unserem Verein sehr, sehr positiv überrascht.

    Ich muss dazu allerdings sagen, dass ich aus der Tierausbildungsbranche komme, vieles ist mir bereits geläufig. Dann sehr viel Erfahrung mit Hunden habe, natürlich Schäfer, aber auch Tierschutzhunde und bösartige.

    Ich immer davon geträumt habe, mal wirklich ( nur zum gegenseitigen Spaß, nicht aus Ehrgeiz! Und ja, mich fasziniert der IGP Sport von Kindheit an, vor allem, wenn er geduldig, minutiös und möglichst ohne Zwangshilfsmittel aufgebaut ist) nicht nur erziehen, sondern ausbilden.

    Ich mache das ohne Ambitionen ausser dem eigenen Anspruch, so genau und sauber wie möglich und, das ist das Wichtigste! So motivierend wie möglich für den eigenen Hund, zu lernen und arbeiten.

    Mir kommen alle extrem entgegen.

    Ich denke, es hat wie überall zwei Seiten. Je interessanter der Schüler, umso motivierter der Lehrer.

    Und je erfahrener der Schüler umso bemühter der Lehrer.

    Ich habe bei Pferden auch ganz unten angefangen, aber immer sehr schnell gute Lehrer gefunden: ich habe viel ( aber sinnvolles) gefragt und dann aber auch, beim guten Lehrer, ohne wenn und aber fleißig geübt.

    Ich denke, das hilft auch in der Hundeszene. Selbstverständlich habe ich zum Beispiel die Bücher von Scherk bestellt und bin sie, stillschweigend, denn Scherk ist eine Theorie, dein Lehrer kennt noch andere, zum 2. Mal am Lesen

    GeierWally: du bist auch aus der Schweiz, oder?

    Ich glaube, in der Schweiz herrscht mittlerweile eine etwas modernere und kundenorientiertere Arbeitsweise.

    Und weil die Schweiz so klein ist, färbt das rasch von Kanton zu Kanton ab. Ich meine, die kennen sich ja alle.

    Was ich zum Teil aus Deutschland höre, ist ( nicht immer und alles, aber kommt leider immer noch vor) haarsträubend.

    Alte Vereine, Alteingesessene, eingeweiht bist du entweder oder du bleibst ewig ein Greenhorn.

    Ich habe hier auch nur positives erlebt. Selbst die älteren sind sehr modern eingestellt. Es wird offen untereinander diskutiert, aber konstruktiv. Der Helfer macht Vorschläge, der Hundeführer und Erfahrene. Und dann wird probiert. Angepasst, verbessert. Natürlich nur, wenn man es auch wert ist, sprich, man bemüht sich und bringt sich ein.

    Der Helfer fragt immer, was man machen möchte.

    Da ist viel miteinander und es wird auch viel erklärt. Dazwischen konzentriert gearbeitet. Da überlässt man sich gerne mal den Profis. Und wenn man fragt, kommt immer zu gerne Antwort.

    In der umgekehrten Situation würde ich fragen, fragen und wenn nicht wohl, den Verein wechseln. Ist aber oft recht schwierig.