Hier, Teuerste, muss ich widersprechen!
Es ging um die Behauptung, dass es nicht genug mittelgroße Deckrüden gäbe, so dass man gehäuft auf übergroße zurückgreifen müsste! Was hier allenfalls klar wurde, ist; dass es prinzipiell schwer ist, überhaupt noch einen vernünftigen zu finden! Das heißt für unser Thema, dass es eigentlich nicht notwendig ist, die vorgeschriebenen Größen zu ignorieren, weil im Grunde alle Rüden gleich schlecht sind!
Es ging gar nicht darum daß man züchterisch gehäuft auf übergroße Rüden zurück greifen muß, sondern darum daß es im Einzelfall kein K.O.-Kriterium sein sollte wenn ein Hund wenige Zentimeter aus dem Maß fällt, er aber ansonsten viele gute Voraussetzungen in die Zucht bringt und für einen Zuchtpartner ideal geeignet wäre.
Der Ist-Bestand ist nun mal der, daß übergroße Hunde (und damit meine ich nicht solche, die 1 bis 3 cm über dem Maß liegen) jahrzehntelang in der Zucht geduldet wurden. Da Größe für sich allein gesehen noch nicht krank macht halte ich es von daher für falsch abrupt alle Hunde aus der Zucht zu werfen, die das erlaubte Maß (= 61 bei Hündinnen und 66 bei Rüden) geringfügig überschreiten. Hier halte ich es für besser im Einzelfall solch einen Hund, wenn er gut paßt, zwar zur Zucht zu nutzen, aber halt mit einem entsprechenden Zuchtpartner, und dann in den nachfolgenden Generationen bei dieser Nachzucht auf Mittelgröße zu selektieren. Populationsgenetiker sehen das bei Parametern wie der Größe übrigens ganz genau so. Man sollte das Kind nicht mit dem Bade ausschütten.
Ich versteh auch nicht warum Du das immer nur an den Rüden fest machst. Stell Dir vor Du ziehst eine Hündin auf. Hüfte/Ellenbogen normal, Wirbelsäule lt. Röntgen und MRT ohne Befund (= kein Übergangswirbel, keine Stufenbildung, Wirbelkanäle schön weit). MDR1 +/+, verträgt jedes Futter, keine hautprobleme, keine Immunprobleme. Die Hündin hat ein super Wesen, ein gutes Instinktverhalte und gute Arbeitsveranlagungen. Stammt aus Eltern/Großeltern die top Gelenke hatten udn das auch überwiegend vererbt haben. Aber sie ist 62 oder 63 cm groß! Jeder Populationsgenetiker würde Dir in so einem Fall raten diese Hündin nicht aus der Zucht zu nehmen, sondern sie mit einem Rüden zu verpaaren bei dem genetisch alles stimmt, Du aber zusätzlich auf den Größenfaktor achtest (nicht nur beim Rüden direkt, sondern auch bezüglcih seines genetischen Backgroundes). Falsch wäre es übrigens in so einem Fall einen kleinen Rüden zu verwenden! Der Rüde sollte Mittelgröße besitzen, und das sollte genetisch abgesichert sein.
Das zumindest wäre der Weg den ein Populationsgenetiker wie Wachtel für derartige Probleme aufzeigt. Etwas anderes wäre es wenn es um genetisch bedingte Erkrankungen geht. Einen Hund z.B. mit MDR1 +/- sollte man in einer Population wie der des DSHs aus der Zucht nehmen, weil der einen schwerwiegenden Gendefekt innerhalb der Popualtion etablieren könnte. Das ist halt die Geschichte mit den einzelnen Kriterien, die man in "K.O.-Kriterien" und "untergeordnete Kriterien" einteilt.