Was wäre denn, wenn man sich die komplette Diskussion gespart hätte, die Zeit und Kraft in Mithilfe in Form von Suchen nach geeignetem Platz? Ggf. nen Gnadenhof, die darauf ausgerichtet sind, noch ein paar schöne Tage/Wochen/Monate dem Hun zu bieten? Und wenn es eben in einem abgegrenzen Zwinger mit viel Auslauf ist, würde dem Hund glaube ich eh besser tun, anstatt im Umfeld einer Familie mit Kind! DAS wäre mal ein helfender Ansatz gewesen, anstatt dem Einschläfern zu ermutigen
Wie viele solcher Hunde hast Du denn bereits auf solche von Dir beschriebenen Plätze plazieren können? Ich habe mich schon um die Vermittlung einiger schwiergier Hunde gekümmert. Und ich kann Dir aus Erfahrung sagen: Das ist verammt schwer! Letzter Fall war ein 15 Monate alter Malinoisrüde. Der Hund war kerngesund, hatte einen offenen Charakter und war sehr lernwillig. Die Vorfälle mit ihm lagen allesamt an seiner Unterbeschäftigung und Ungestümtheit. Ein totes Huhn, eine Rauferei mit einem anderen Hund, ein blauer Fleck, auch in der Familie hat er mal geknapst. Aber das war wirklich nur ein Knapsen, kein Beissen aus Beschädigungsabsicht oder aus Angst. Seine 65-jährige Halterin hatte keinerlei Erfahrung in der Ausbildung von Hunden, und der Sohn ist im Umgang mit Hunden absolut untalentiert.
Kein Tierheim der Umgebung hat sich bereit erklärt diesen Hund aufzunehmen!!! Jung, gesund, kein verdorbener Charakter, nur ein wenig erziehungsbedürftig! Und von genau dieser Sorte Hund habe ich schon mehrfach welche, die ihren Haltern über den Kopf gewachsen waren, so weit ausgebildet dass sie z.B. im Werksschutz geführt werden konnten. Ihre Halter waren ziemlich verzweifelt weil es mit diesen Hunden kleinere Vorfälle gegeben hat, aufgrund der sie in die Hunde nicht mehr das notwendige Vertrauen hatten (es waren meist Kinder vorhanden, die auch Freunde mit nach Hause gebracht haben, und es konnte nicht 100%ig ausgeschlossen werden dass Kinder und Hunde Kontakt haben). Alles junge, gesunde, charakterlich nicht stark verbogene Hunde, Hovawart, Schäferhund, Rottweilermischling, Schnauzermischling, Malinois. Und die umliegenden Tierheime und Tierschutzvereine sahen bereits bei diesen Hunden Vermittlungsprobleme, so dass sie die Übernahme von vorne herein verweigert haben.
Der Malinois ist nach einem zweiten blauen Fleck, dem eine Anzeige folgte und das ganze übliche Procedere, übrigens vom VetAmt ins Tierheim überstellt worden. Er kam nie in die Vermittlung...
Was meinst Du wie schwer es unter solchen Umständen ist einen alten Hund vernünftig zu plazieren, der wirklich ernsthaft zubeisst??? Und wie es bereits geschrieben wurde: Im Ausland ist man mit Tieren oft nicht so pienzelig wie bei uns. da wird noch viel eher kurzer Prozess gemacht.
Und selbst wenn man einen Zwinger in Traumgrösse finden würde, in dem der Hund dann alleine vor sich hinvegetieren würde: Auch dort haben Menschen Umgang mit diesem Hund, und folglich kann dort auch etwas passieren. Und ich finde es einfach nicht richtig so einen Hund wie einen Schwarzen Peter weiter zu reichen und sich auf diese Weise aus der Verantwortung zu stehlen. Wenn später irgend etwas passiert, ist man daran mit schuldig.