Hilfe, Arbeiten mit zwei Rüden

  • Hallo ihr lieben, mein Schäferhund ist 2 Jahre alt. Sein Freund Bruno ist fast 4 Jahre alt. Er ist auch ein Deutscher Schäferhund. Bruno kennt meinen Hund schon, seit er ein Welpe war. Die Besitzer vom Bruno haben ein Grundstück. Ich selber nur eine Wohnung. Bin aber mit meinem Hund viel unterwegs. Seit fast einem halben Jahr zeigt Bruno dem Jack immer, wo sein Platz im Rudel ist. Am letzten Wochenende habe wir die beiden mal wieder ohne leine laufen lassen. Bruno rannte sofort zum Jack und bellte ihn an. Jack hat sich gewehrt. Sie haben sich aber nicht gegenseitig verletzt.

    Immer wenn Jack zu nah an die Besitzerin vom Bruno kam oder zu mir, ging er sofort wieder auf Jack. Wir Unterbrachen die ganze Sache und nahmen sie wieder an die Leine. Als wir zu viert wiederliefen, liefen sie wider fast nebeneinander. Ab und zu meckerte Bruno wieder mit Jack. Danach nahm Bruno einen Stock und forderte Jack zum Spielen auf. Für mich persönlich ist das Anzeichen, das Bruno eifersüchtig ist und merkt das Jack langsam immer stärker wird und er seine Rolle als Rudelanfüher verliert. Wir wollen das aber die beiden Rüden zusammenarbeiten. Das Problem ist nur, wenn es drauf ankommt, funktioniert es. Wie kann man es hinbekommen, dass Bruno Jack nicht mehr so attackiert um ihn zu zeigen, dass er unter ihm steht?


  • Ihr führt bei jeder Gegenung zwei "fremde Rudel" zusammen! In der Natur läuft so etwas nie konfliktfrei ab, ganz im Gegenteil. Bei jeder Begegnung müssen die beiden Hunde immer wieder neu ihre "Reviergrenzen" abstecken. Bisher ist das relativ glimpflich abgelaufen, weil Jack erst jetzt erwachsen wird und natürlich mit all seinen Aktionen austestet, wie weit er den Bruno in Bezug auf dessen Ressourcen eingrenzen kann. Das beginnt schon da wo die zwei Eurer Meinung nach "schön miteinander spielen" (Spiel unter erwachsenen Hunden ist die Vorstufe der Eskalation, wenn in diesem "Spiel" nicht klar deutlich wird wer der mental stärkere und der mental schwächere Hund ist; Junghunde stellen das erwachsenen Hunden gegenüber meist nie ernsthaft in Frage) oder einer der beiden das Bein hebt.


    Verabschiedet Euch von der Vorstellung gemeinsamer "Rudelspaziergänge" und führt mit beiden Hunden eine solide Grundausbildung durch. Dann sollte es möglich sein, wenn beide Hundeführer ihre Hund gut beobachten und entsprechend kontrollieren, weiterhin mit beiden spazierengehen zu können. Allerdings müssen beide Hundehalter dann Verhaltensweisen ihres Hundes, mit denen er auf die Ressourcen des anderen Hundes zugreifen möchte (wozu ganz klar auch der Mensch gehört) erkennen und unterbinden können. Und jeder Hund muss gelernt haben dass sein Hundeführer die wesentlichen Entscheidungen im jeweiligen "Rudel" trifft. Vielleicht wäre es gut wenn Ihr Euch mit Eurem Problem man an einen guten Trainer einer örtlichen Hundeschule wendet, der überprüft in wie weit die Grundausbildung beider Hunde wirklich "sitzt", in wie weit jeder Hundehalter seinen Hund wirklich "lesen" kann, und der zeigt in welchen Situationen man mit welcher Handlung dafür sorgen kann dass ein entspanntes gemeinsames Spazierenhegehn möglich wird, von dem auch beide Hunde und Menschen wirklich profitieren.

  • Danke für Deine Antwort. Das Problem an der ganzen Sache ist ja, wie Du ja schon erwähnt hattest, das Jack eine gute Hundeausbildung genossen hatte aber Bruno halt nicht. Die Besitzer vom Bruno hatten durch ihre Arbeit nie wirklich zeit ihn auszubilden. Die Besitzerin versuchte mit mir dieses wieder hin zu bekommen. Ich werde mal mit den beiden reden. Wir werden die beiden Hunde erst mal nicht mehr ohne Leine zusammenkommen lassen.

  • Bruno rannte sofort zum Jack und bellte ihn an. Jack hat sich gewehrt.

    Wie sah denn dieses "sich wehren" aus?

    Oftmals sieht und hört es sich auch einfach nur schrecklich/fürchterlich an, wenn erwachsene Schäferhunde aufeinander treffen. Viel lautes Gebelle gehört bei den meisten dazu.

    Harras *10.12.2015 :thumbup:“Mit einem kurzen Schwanzwedeln kann ein Hund mehr Gefühle ausdrücken, als mancher Mensch mit stundenlangem Gerede.” :thumbup:(Louis Armstrong)

  • Bruno ist am Sonntag bellend auf Jack zugerannt. Jack hat ihn ebenfalls angebellt. Dann hat Bruno versucht, dass Jack auf den Rücken liegt und er sich darüber stellen kann. Dies hat sich mein Hund nicht gefallen lassen. Blut ist keins geflossen. Jack wiegt ca. 34 kg und Bruno 40 kg. So ist sofort klar wär gewinnt. Wenn wir sie zusammen Ausbilden ist Bruno auch sauer, wenn er alles falsch macht und mein Jack alles richtig macht. Meinen Hund habe ich ausgebildet beim SV-Verein. Bruno wurde noch nie ausgebildet. Ich persönlich denke, dass Bruno nicht ausgelastet ist.