Cani-Training

  • Guten Morgen, kennt hier jemand das Cani-Training? Es wird von einer Nicole Rößner und von ihr ausgebildeten Coaches angeboten. Sie hat eine Homepage, wo sie ihr Konzept erklärt und auch Erfahrungsberichte (ich hoffe mal, nicht gefakt) zu finden sind. Im Prinzip beruht es darauf, dass sie auf Konditionierung durch Leckerlis und Kommandos verzichtet, körpersprachlich arbeitet. Sie trainiert auch nicht die Hunde, sondern die Hundehalter und im Mittelpunkt steht wohl die Orientierung der Hunde am Halter durch sein verändertes Verhalten. Es gibt auch ein paar YouTube-Videos, aber die sind nicht so aussagekräftig.

    Es spricht mich irgendwie an, aber so ein Wochenendseminar kostet 450 € plus Übernachtung und Verpflegung und wir hätten eine längere Anfahrt. Und es ist halt ein ganz anderes Konzept als unsere Trainer hier vor Ort praktizieren.

    Vielleicht mag mir der eine oder andere seine Meinung dazu schreiben...

  • mich hat das auch interessiert, kann aber auch nirgends was dazu finden wo ich mir im voraus ein bild machen kann

    und dann so viel geld ausgeben und vorher nicht wissen wofür ... mh das ist dann nicht so meins


    obwohl die videos - vorher nacher schon interessant sind

    Annett mit Lexy


    “Kein Psychiater der Welt kann es mit einem Hund aufnehmen, der einem das Gesicht leckt.”

  • Hi,


    ich kenne das Konzept auch nur von der homepage und youtube. Das finde ich vom Grundsätz her natürlich gut (also an sich selbst arbeiten, weniger am Hund, Status klären, zeitlich korrektes Korrigieren, etc.). Im Endeffekt führt an diesem Ansatz mE kein (für den Hund schmerzfreier) Weg vorbei.


    Ob das Fr. Rößner, Hr. Fauser, Hr. Kainz oder wieder ganz andere Trainer sind, ist mE eher eine persönliche Sache. Ruf doch einfach mal an und sprich mit der Frau - da merkt man oft schon, ob es passt oder nicht.:)


    Habe da das aktuelle Beispiel unserer Hovi-Züchter: Vom ersten Moment an hat das persönlich beiderseitig gepasst. Das macht dann vieles einfacher:)


    Liebe Grüße

    Lupus

  • Hi,


    lustig, kleine Welt!

    Wir werden ja, wenn der Kleine dann im Herbst kommt, auch wieder eine HuSchu besuchen. Da uns diejenige, bei der wir mit Gaius waren, nicht so gefallen hat, haben wir eine neue gesucht und dabei den Hovi-Züchter gefragt, ob er uns nen Tipp geben kann. Das konnte er und empfahl uns eine Tranerin, die auch nach dem "Cani-Konzept" arbeitet. Dort werden wir auch mit Gaius erstmal hingehen bevor der Kleine kommt und uns das mal anschaun.

    Entsprechend werde ich da die Tage mal anrufen und mich beraten lassen, mir ein Bild machen.


    Wenn es dabei interessante Info gibt, meld ich mich nochmal hier udn berichte:)


    Liebe Grüße

    Lupus

  • Lupus, wie heißt denn die Trainerin? Oder darf man das hier nicht schreiben?

    Ich habe uns zu einem Seminar angemeldet. Bin sehr gespannt darauf... Mein Mann kommt auch mit, geht über zwei Tage.

  • Hi,


    PN...


    Wir werden erstmal kein Seminar belegen, sondern Gaius mit hinnehmen. Das ist echt cool: Da sind dann eine handvoll Hunde zusammen und man beobachtet gemeinsam mit der Trainerin deren Verhalten und lernt, es besser zu interpretieren. Laut Aussage unserer Hovi-Züchterin hat die echt was auf dem Kasten - sind sehr gespannt. Gut auch, dass auch sie ein wenig mit beraten wird, welcher der drei Hovi-Welpen-Rüden (die ürigens vorgestern geboren wurden) am besten zu uns und Gaius passen sollte.:)


    Liebe Grüße
    Lupus

  • Das Seminar liegt nun hinter uns und ich möchte kurz berichten. Es waren zwei sehr interessante und auch schöne Tage mit netten Seminarteilnehmern und zwei ebenso netten und hilfsbereiten Trainerinnen. Es wurde viel Fokus auf Leinenführigkeit und auch Folgen im Freilauf gelegt. Keine Kommandos, eigentlich nur körpersprachliches Agieren. Lediglich bei Korrekturen kam mal ein hey oder so. Cora war zu anfangs fürchterlich aufgeregt, hat gebellt und gezogen ohne Ende. Dann hat sie sich aber gut eingefügt.

    Cani ist aber mehr eine Lebensphilosophie in Bezug auf den Hund als gezieltes Training. Wer Cani wirklich leben möchte, muss eigentlich auf alles verzichten, was den Trieb vom Hund fördern würde. Also spielen mit Ball oder Zerrspiele, Hundesport sowieso. Auch das Spielen mit anderen Hunden passt hier nicht rein, weil es sowieso nicht als spielen sondern als Kräfte messen angesehen wird. Wobei da auch wirklich oft was dran ist...

    Mein Mann empfand die "Cani-Hunde" der Trainerinnen (jede hat 3) als sehr leblos, freudlos. Sie waren halt wirklich extrem ruhig und sind nur hinterher getrottet. Ich bin da ein bisschen im Konflikt, denn ich habe das auch so empfunden, leide ja aber auch darunter, dass Cora sich immer noch recht wild benimmt, wenn wir andere Hunde sehen. Also manchmal wäre mir dann ruhiges Hinterhertrotten schon lieber.

    Wir haben jedenfalls einiges mitgenommen und haben es auch nicht bereut, da gewesen zu sein. Aber komplett übernommen haben wir das Konzept nicht.

  • hallo,


    kannst du das körpersrachliche agieren bei der leinenführigkleit und der freifolge mal beschreiben? wie genau ist denn da das vorgehen?


    und wie sieht das konkret bei einem wilden schäferhund aus? welchen einfluss hat das auf den alltag - also was machst du dort nun genau anders?


    wenn man nix mehr mit dem hund spielen soll/kann, was macht man dann mit ihm?


    ich bin sehr interessiert an einer genaueren beschreibung :-)

    Annett mit Lexy


    “Kein Psychiater der Welt kann es mit einem Hund aufnehmen, der einem das Gesicht leckt.”

  • Hi,


    bin zwar nicht gefragt, dafür aber ja Lehrer, die ja bekanntlich immer alles wissen;)


    Wir machen das so und es funktioniert: Mal zum Alltag: Der Vorteil ist, dass es nicht mehr zu Situationen kommt, in denen man sich gegenseitig hochschaukelt, wie wenn man die Stimme erhebt oder gar körperlich wird, da Gaius einfach sofort auf körpersprachliche Ansprachen reagiert. Vielleicht gerade, weil er ein "wilder DSH" ist, fällt es ihm leichter, Körpersprache anzunehmen.

    Das beste Beispiel ist das mit dem Küchentabu oder dem Besuch: Man muss nichts sagen, den Hund nicht ins Kommando holen, nicht mit ihm diskutieren. Es klingelt, der Hund läuft zur Tür. Man schau ihn an, fühlt und strahlt Präsenz aus, nimmt ihm notfalls etwas Raum - und er sitzt einfach entspannt da. Will er doch zur Tür, dreht man sich einfach um und schaut ihn an - und er setzt sich wieder hin. Man kann auch was denken und sagen wie: "Großer, das ist nicht dein Besuch, mach dich locker!". Dasselbe beim Küchentabu. Diffundieren seine Beine mal wieder über die Grenze, reicht ein Blick. Der Hund ist aber dadurch nicht eingeschüchtert oder geht gar ins Meideverhalten. Er machts einfach! Ich weiß auch nicht, woran das liegt, wobei mir beim Beobachten der Welpen mit der Mutter und anderen Hunden in den letzten Wochen aufgefallen ist, dass Hunde das auch ganz genau so machen. Immer kommt zuerst eine körpersprachliche Aktion und dann erst folgen eventuell weitere.

    Beim Leinelaufen zB kann man einen T-Schritt machen, wenn der Hund zu weit vorne geht, etc. Oder in der Freifolge: Nicht nach dem Hund schaun, einfach seinen Weg zielgerichtet gehen - und der Hund folgt. Das ist zB ein Punkt, an dem wir noch "arbeiten" müssen, weil wir doch immer mal wieder nach ihm schauen.


    Das mit dem Spielen machen wir nicht so streng, weil er inzwischen gelernt hat, schnell runterzukommen und dann wieder Gas zu geben. Aber vom Prinzip her halten wir es auch so: Wenn ich einen entspannten Hund haben will, versetze ich ihn doch nicht absichtlich in hohe Trieblagen mit der Hoffnung, dass er sich dann "auspowert" und dadurch insgesamt ausgeglichener wird. Ich denke, das ist sehr individuell. Zerrspiele zB machen wir gerne, Bällchen werfen kaum noch...

    Die Frage, was man dann mit dem Hund macht, ist eine gute. Hab ich noch gar nicht drüber nachgedacht. Dazu fällt mir eine Szene aus einem meiner Lieblingsfilme ("Fightclub") ein, wo B. Pitt gefragt wird, was er so mache. Seine erstaunte Antwort: "Wie, machen???".

    Soll heißen: Ich finde man muss nicht zielgerichtet irgendwas machen. Ist wie in der Ehe! Zusammen sein, ohne etwas bestimmtes tun zu müssen, ist ein Zeichen einer guten Beziehung. Ist wie mit dem gemeinsamen Schweigen:)

    Man kann natürlich zusammen alles mögliche machen, spazieren gehen, rumliegen, was beobachten, usw. Aber ein zielgerichtetes Tun ist keine Voraussetzung. Oft ergibt sich das Tun einfach aus der Situation heraus. Am besten ists, man lässt einfach mal das Gedankenkino Gedankenkino sein, schmiedet nicht so viele Pläne, was man machen könnte, sondern lebt einfach mit seinem Hund - dann ergibt sich das alles von allein:)


    Liebe Grüße

    Lupus