Guter Züchter? Erfahrungen

  • Hallöchen,


    Ich wollte jetzt einfach mal über meine Züchtererfahrung hier schreiben weil ich das Gefühl hatte an keinen guten Züchter auf Menschlicher Ebene geraten zu sein und einfach mal Meinungen einholen wollte, vielleicht liegt es ja auch an mir. Wie ich schon mal angekratzt habe, habe ich mich nach Davo's Tot nach einem guten Züchter umgeschaut um nicht den selben Fehler erneut zu machen und eine Zwinger Zucht zu unterstützen. Ich habe mich also bei mehreren Züchtern angemeldet und mich unterhalten um zu ermitteln was denn da so passend wäre. Letztendlich bin ich auf eine LZ DSH Zucht gestoßen bei der ich mit der Züchterin ein sehr langes und schönes Gespräch hatte (wie man sich doch in Menschen täuschen kann). Sie meinte das sie findet das ich perfekt zu dem Wurf passe den sie im März hat und das ich auch auf der Liste auf die Nummer eins gesetzt werde, also freie Wahl habe. SO, ich warte also voller Freude 9 Wochen ab bis es soweit war, Anfang März kamen dann die Welpen. Sie schickte mir Bilder von den Neugeborenen und meinte ich solle jetzt Reservieren und Entscheiden und ich dachte mir nur "was?". Am ersten Tag kann man doch noch gar nicht sagen welches Fell (lang/kurz) und das WICHTIGSTE, welches Wesen der kleine später haben wird. Ich meinte dann das ich gerne ein bisschen Bedenkzeit hätte da man ja auch direkt Reservierungsgebühr hätte Zahlen sollen, aber die Frau wollte nicht mal einen Tag warten sondern meinte dann nur zu mir das die beiden Rüden jetzt wohl schon weg seien (innerhalb von Zehn Minuten !!). :rolleyes:
    Ich hatte ehrlich gesagt keine Lust weiter zu diskutieren aber ich fande es schon sehr heftig wie mit mir umgegangen wurde und vor allem das man schon am ersten Tag verlangte einen Welpen zu nehmen, ich möchte doch nicht irgendeinen Hund, sondern sehen wie er auch vom Wesen wird? Kam mir letztendlich so vor als ob man doch nur Geld machen möchte und sich gar nicht wirklich interessiert wohin der Hund eigentlich kommt. Wieso auch bedenk Zeit geben oder nach drei Wochen Reservierungen nehmen wenn die kleinen Größer sind wenn man sie auch so loskriegt. Ich kenne von Bekannten das so, das viele Züchter nach 3-4 Wochen nachdem die Kleinen geboren sind, die Liste der Interessenten durchgehen und Reservierungen nehmen.


    Ich nenne keine Namen da ich nicht möchte das schlechte News über einen Züchter verbreitet werden, die Züchterin an sich hat einen sehr Professionellen Eindruck auf mich gemacht, nur die Art mit Menschen umzugehen wenn es dann zur Sache kommt fande ich nicht in Ordnung. Wem es wirklich brennt zu wissen welcher Züchter es war kann mich ja Privat anschreiben.


    Vielleicht reagiere ich ja auch über, ich hatte ja noch nicht so viele Züchter Erfahrungen, es wäre schön wenn ihr ein bisschen was von euren mit mir teilen könntet. Ich freue mich immer über eure Berichte. <3


    EDIT: Ich bin nicht 100% sicher ob der Thread in dieses Thema passt, wenn nicht kann man es ja vielleicht verschieben.

  • Also die Vorgehensweise finde ich auch nicht richtig.


    Bei vielen Rassen wird das zwar so gemacht, dass da direkt in den ersten Tagen fix ausgesucht wird, aber das sind eigentlich immer so Rassen, die man irgendwie "einfach so" hat, die sich die Leute nicht für eine bestimmte Aufgabe holen, ich hoffe man versteht wie ich das meine. Da wird halt nach Farbe ausgesucht und gut ist.

    Meine Deutsche Dogge war ich mit 4 Wochen angucken, da waren alle bunten im Wurf schon reserviert. :rolleyes:

    War mir aber egal, ich wollte die Schlafmütze aus dem Wurf und die war eh schwarz. Die Beiden gefleckten waren super aktiv und aufmüpfig.

    Ca. 4 Monate später wurde der Erste zurück gebracht, da "zu aktiv" und ein Jahr später der Zweite dann auch...

    Ich bin mit meinem immernoch glücklich.


    Aber der DSH gehört eigentlich nicht zu den Rassen, bei denen das so üblich ist.

    Ist auch schwachsinnig, den DSH gibts jetzt ja auch nicht unbedingt in 100 Farbvariationen und Mustern, dafür aber mit z.T. erheblich unterschiedlichen Charakteren und Triebveranlagungen.

    A.J. hab' ich mit 5 Wochen ausgesucht, da war von 4 Rüden grade mal einer reserviert, und zwar für die Züchter selbst.


    Bei Ero hatte ich erste Wahl, da wollte ich bis 6 Wochen warten, unter anderem auch wegen geschlossener Grenzen wegen Corona.

    Da dadurch aber natürlich ALLE anderen Käufer auch mit dem Aussuchen so lange (bzw. Noch ein paar Tage länger) hätten warten müssen, habe ich mich im Gespräch mit der Züchterin darauf geeinigt, dass ich eine Woche früher komme, also habe ich auch Ero mit 5 Wochen ausgesucht. Das hat super gepasst, alle waren glücklich.


    Ich stehe mit den Züchtern aller 3 Hunde noch im Kontakt, wenn's mal was gibt kann ich sie einfach kontaktieren und bekomme Meinungen und Ratschläge, und im Notfall (Unfall, schwere Krankheit, o.ä.) könnte ich die Hunde auch jederzeit wieder in deren fachkundige Hände zurückgeben. Das ist ein wirklich gutes Gefühl. :)

  • könnte auch Corona bedingt sein, denn momentan gehen Hunde ja weg wie heiße Semmeln.

    Glaube ich nicht

    Wir hatten bei Basko so was ähnliches, da wollte EIN Züchter (einer von mehreren die ich an geschrieben hatte) auch direkt ne Entscheidung und Anzahlung. Die aber schon , vorm gucken kommen.

  • Ruebchen Danke für den tollen Bericht. Es beruhigt mich etwas das ich da wirklich an den "falschen" Züchter geraten bin und ich nicht einfach eine falsche Auffassung hatte. Umso mehr fällt mir auch gerade auf, wie dreist mit mir als angeblich "erste Wahl" Umgegangen wurde, sehr schade. Ist halt doof wenn man allen anderen Züchtern absagt weil man dachte man ist sicher und man freut sich 9 Wochen drauf und dann kommt sowas. Vor allem bei 500€ Anzahlung wäre mir das einfach zu unsicher gewesen ob ich dann auch den Welpen mit den richtigen Wesen erwische. :(


    Ellionore kann schon sein das, da Corona ne große Rolle spielt, aber ich finde es so dreist sowas dann einfach für sich auszunutzen und dann so schlecht mit seinen Kunden umzugehen.

  • Ich gebe zu, dass ich ein totaler Bauchmensch (oder Herzensmensch) bin und sowohl meine Bommeline, als auch Chia am ersten Lebenstag aussuchte, als ich die Fotos bekam und man die Welpen wirklich nur anhand der Bändchen voneinander unterscheiden konnte.


    Allerdings waren eigentlich beide Hündinnen auch die Favoriten der jeweiligen Züchter und sollten eigentlich bleiben und nicht verkauft werden.


    In beiden Würfen gab es auch nur zwei Hündinnen und so standen wir vor der Wahl, dass wir zur Not eben die andere Hündin nehmen müssten oder absagen. Wir sagten zu, aber beide Züchter wollten auch keine Anzahlung, obwohl wir das anboten und auch absolut in Ordnung gefunden hätten, sogar den gesamten Kaufpreis zu überweisen.


    Hier muss ich aber einschieben, dass ich ja Pferde gezüchtet habe und auch ab und zu mal einen Wurf Kätzchen hatte (nicht von unseren Katzen, sondern von einer fremden Katze, die bei uns ihre Kitten gebar, sie hier aufzog und dann wieder verschwand, bis sie dann tragend zurückkam), die ich dann gegen eine Schutzgebühr abgab.


    Über die Ausreden der Leute, die kurz vor der Abholung des Pferdes oder des Kätzchens wieder absagten oder erst gar nicht wie vereinbart kamen, könnte ich Bücher schreiben.


    Das Problem, was ein Züchter dann ja hat ist, dass er sich darauf verlassen hat, einen Käufer für sein Tierkind gefunden zu haben und es in diesem Wissen auch aufzieht. Nun ist das Kätzchen dann 14 Wochen alt, das Fohlen sechs Monate alt, der Welpe 10 Wochen alt und dann kommt plötzlich die Absage des Käufers und man muss plötzlich wieder einen Käufer finden ... nur sind die Tiere dann nicht mehr so niedlich und die meisten Käufer suchen ja Tierbabys und keine jugendlichen Tiere. Dabei hatte man vielleicht fünf Anfragen, bevor man die Zusage gab, aber die fünf Leute, die Wochen zuvor anfragten, haben nun auch woanders gekauft und prompt muss man das Tier im schlimmsten Fall eben doch behalten.


    Für mich ist es darum kein Problem, wenn ein Züchter eine rasche Zusage von mir erwartet, denn wie ich schon schrieb: Ich habe meine Tiere immer mit dem Herzen ausgesucht und nicht nach ihrem Fell, ihrer Farbe oder ihrer Größe ... wenn es vom Herzen passt, dann passt alles.


    Ich weiß natürlich, dass wenn man ein Tier unter sportlichen Nutzungsaspekten kauft, man auf andere Dinge achtet, als auf Farbe, Größe und Fellbeschaffenheit. Hat ein Tier aber Papiere, kann man durchaus auch ein bisschen aus den Ahnen schlussfolgern, ob das Tierkind ins Wunschprofil passen könnte.


    Um auf "unsere" Züchter zurück zu kommen, erhielt ich bei der Bommeline nach ca. sechs Wochen eine Email der Züchterin, dass wenn ich das Fräulein "Rosa" haben möchte, sie eben das Fräulein "Pink" behält. Ich weiß nicht, was den Sinneswandel herbeiführte, aber ich freute mich riesig und die Bommeline war für mich der perfekte Hund.


    Bei Chia meinte der Züchter, dass der Wurf an sich schon recht einheitlich wäre und die Hündinnen sich kaum voneinander unterscheiden. Auch charakterlich seinen sie einander sehr ähnlich. Trotzdem hatte ich irgendwie von Anfang an mein Herz an Chia verschenkt.


    Als wir unser Hundekind dann endlich abholen durften, stellte uns der Züchter beide Hündinnen vor und während Chias Schwester die ganze Zeit an ihrer Mutter hing, wuselte Chia ständig um uns herum und lief dann mit Micha zum Parkplatz, als der die Mitbringsel für die Züchter aus dem Auto holte. Der Züchter meinte dann, dass er eigentlich genau die Hündin für sich behalten wollte, aber er das Gefühl hat, dass sich der Hund bereits entschieden hat, wo er leben möchte und dann fragte er uns, welche wir denn lieber mitnehmen wollten und da ging mir das Herz auf, weil ich wusste, dass Chia der perfekte Hund werden wird.


    Ich habe es nie bereut, mich schon nach der Geburt für einen Welpen entschieden zu haben. Gut - bei Bommeline kannte ich die Mutter, deren Eltern, Bommelines Vater und seine Eltern persönlich und wusste, dass egal was bei der Anpaarung rauskommt, ich mit einem der Welpen glücklich werde.


    Bei Chia war ich im ersten Augenblick, als ich ein Foto bekam, schockverliebt.


    Vielleicht ist es naiv, sich einen Hund auszusuchen, so wie ich es tue, aber ich glaube, man bekommt immer den Hund, den man braucht und der zu einem passt, wenn man seinem Bauchgefühl folgt.


    Wenn es dann bei einem Züchter nicht passt, sollte das halt nicht sein und es kommt was Passenderes.


    Allerdings erfuhren wir bei Chias Abholung von den Züchtern auch, dass am Tag, bevor wir kamen, ein Käufer vom Kauf zurückgetreten war und somit ein Rüde wieder zum Verkauf stand (zum Glück siegte in dem Moment mein Kopf, denn Micha meinte schon, dass wir den vielleicht auch gleich mitnehmen sollten).


    Ich hätte mich wohl an der Stelle des Züchters geärgert, aber der meinte nur, dass er genügend Interessen auf der Warteliste hat und er auch für den kleinen Rüden den passenden Menschen findet. Ich hingegen hatte schlussendlich 38 Pferde und 10 Katzen, weil ich den Fehler beging, Interessenten zu vertrauen, die dann doch noch einen Rückzieher machten, als es darum ging, das Tier zu bezahlen. So bleiben dann einige derer, die eigentlich verkauft werden sollten, bei uns. Und das ist der Grund, warum ich mich immer gewehrt hatte, Hunde zu züchten ... ich hätte da garantiert mindestens acht Hunde ;)


    und noch ein kleiner Nachtrag: Unser Lieschen kam ja im Tierheim zur Welt, nachdem die tragende Schäferhündin am Tor angebunden worden war. Eine Freundin meiner Mutter arbeitete damals ehrenamtlich in diesem Tierheim und erzählte meiner Mutter, dass gerade 9 Welpen geboren worden waren und als meine Mutter mir das erzählte, sind Micha und ich am gleichen Tag noch zum Tierheim gefahren und haben uns aus dem Wurf unser Lieschen ausgesucht und auch gleich bezahlt ... und wir waren 15 Jahre glücklich mit ihr.

  • Verbena


    Danke für den tollen Bericht! Gegen eine Anzahlung habe ich tatsächlich nichts, ganz im Gegenteil, ich finde es gut wenn Züchter diese nehmen da es ja auch eine Sicherheit ist! Wenn ich einen Hund kaufe geht es mir persönlich auch nicht um die Kosten, für Akani habe ich auch 1300€ bezahlt (insgesammt 1600€ wenn man Fahrt und Arzt kosten mitzählt) obwohl er keine Papiere hat und schon über ein halbes Jahr alt war, ich gehe nämlich auch nach meinem Gefühl und das war bei Akani einfach richtig, ich durfte ihn ja auch persönlich vorher kennenlernen. Allerdings gehe ich schon auch zusätzlich nach dem Wesen, da mein Hund auch wirklich ein Freund für mich ist soll er natürlich auch zu mir passen und da finde ich es schon etwas schwierig ab den ersten Tag mich zu entscheiden, 500€ zu zahlen und wenn es dann doch nicht passt bin ich das Geld halt entweder los oder habe einen Hund der vielleicht gar nicht zu mir passt und mit dem ich nicht gut zurecht komme. Für mich ist so etwas ja auch eine Herzensangelegenheit aber ich muss auch davon ausgehen das ich mindestens/hoffentlich die nächsten Zehn Jahre mit diesem Tier verbringe und da ich keine Person bin die ihre Tiere wieder abgibt möchte ich natürlich zusätzlich zu meinem Bauchgefühl auch eine Versicherung. Und für den Züchter macht es doch keinen großen unterschied ob er die Reservierungen am ersten Tag oder nach drei-vier Wochen nimmt wenn er genug Interessenten hat, oder nicht?

    Aber ich fühle mit dir, ich würde auch am liebsten immer alle Tiere einpacken, leider (oder zum Glück) bleibe ich oft Vernünftig. Ich glaube meine kleine Hündin aus dem Tierschutz findet das auch ganz gut, die ist froh wenn sie ihre Ruhe hat und nicht dauernd irgendwelche Tiere um sie rumwuseln. :D


    Edit: Finde ich aber ganz spannend das du auch gezüchtet hast, vor allem Pferde! Welche Rasse wenn ich fragen darf? (Ich hoffe ich habe es nicht überlesen). Ein Pferd ist auch schon so lange ein so großer Traum von mir, aber das wird noch gaaanz lange dauern bis ich dazu komme, da will ich wirklich gefestigt sein und einen Standort haben bei dem ich länger bleibe. Meine Schwester hat ein Island Pony und mein Traum Pferd wäre ein Haflinger aus einer Kaltblut Linie, da laufen im Osten ganz viele rum, so schöne Tiere sind das!

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  • Verbena


    Edit: Finde ich aber ganz spannend das du auch gezüchtet hast, vor allem Pferde! Welche Rasse wenn ich fragen darf? (Ich hoffe ich habe es nicht überlesen). Ein Pferd ist auch schon so lange ein so großer Traum von mir, aber das wird noch gaaanz lange dauern bis ich dazu komme, da will ich wirklich gefestigt sein und einen Standort haben bei dem ich länger bleibe. Meine Schwester hat ein Island Pony und mein Traum Pferd wäre ein Haflinger aus einer Kaltblut Linie, da laufen im Osten ganz viele rum, so schöne Tiere sind das!

    Nicht dass wir nun in Deinem Faden mal wieder ins Off Topic abschweifen, weil wir das ja alle sehr gut können ;) , aber ich habe Trakehner gezüchtet. Wobei ich dem Trakehner Verband nicht immer ganz treu war, denn zum einen lebe ich hier ja im Oldenburger Pferdehochzuchtgebiet und hatte auch Oldenburger Deckhengste (hier nennt man das Alibihengste, weil man die Eintragung der Trakehner Hengste im Oldenburger Verband nicht ganz so tuer bezahlt, wenn man auch Oldenburger Hengste besitzt ;) ). Der Grund dafür, dass wir auch mit Oldenburger Brand züchteten, lag darin, dass ich mein Herz an die "Bunten" verloren hatte und mein Hengst Charming Irco ein rappgescheckter Westfale war, der bei den Züchtern sehr beliebt war und hier schätzt man das gekrönte O auf dem Hinterschenkel doch sehr und nutzt lieber Hengste, die im Verband zugelassen sind. Wir hatten neben der Zucht auch eine Besamungsstation und zeitweise bis zu 12 Hengste auf Station. Unser Star war aber Sambuco B - er war einer der besten Scheckhengste und musste leider viel zu früh von der züchterischen Bühne abtreten ... eine schwere Kolik nahm ihm sein Leben mit 12 Jahren und ich glaube, der Anruf aus der Klinik, dass wir einen Entscheid treffen müssen und nicht mehr die Zeit haben, uns von unserem Pferd zu verabschieden, war einer der dunkelsten Momente in meinem Leben.


    Züchten heißt leider auch Abschied nehmen können und das ist für mich immer schwerer geworden. Darum habe ich 2009 die Zucht eingestellt und nun nur noch zwei Hengste, die nicht mehr decken und sechs Stuten, die von unserer Zucht übrig blieben.


    Aber das erste Pferd unserer Tochter war auch ein Haflinger und eine Freundin von mir hat sogar drei Hafis (oder Haferschlinger ;)) und die älteste ist nun 30 Jahre alt. Ich mag die Blonden auch sehr :thumbsup: Bei uns um die Ecke wurden übrigens auch lange Islandpferde gezüchtet, die ich dann hier immer angeritten oder für Schauen vorbereitet habe. Ich gebe aber zu, dass mir drei Gänge durchaus reichen und die Fünfgänger so ein Feintuning benötigen, dass auch ich mich manchmal überfordert fühle.


    Ich habe aber auch ein Faible für die Dicken und verstehe Dich gut, dass Du Dich in so ein Pferd verlieben könntest und ich drücke Dir alle Daumen, dass Du Deinen Traum vom eigenen Pferd in absehbarer Zeit leben darfst.


    Zu Deiner Frage bezüglich des Problems, wenn der Züchter erst nach vier Wochen damit beginnt, seine Hunde "zu verteilen", sehe ich natürlich beide Seiten und ich verstehe Dich sehr, sehr gut. Das Problem ist halt, dass 8 Wochen eine kurze Zeit sein können und vier Wochen sind noch knapper, denn wenn die Welpen geboren werden, sind sie ja zuckersüß. Ich bekam jedes Mal einen Zuckerschock, wenn ich von Bommelines Züchterin wöchentliche Fotos bekam.


    (Bommeline 18 Tage alt)



    Ihr Problem war aber auch, dass sie eigentlich immer zu lange wartete, bis sie den Interessenten eine Zusage gab und so suchten sich dann manche Leute in den Wochen des Wartens einen anderen Welpen aus und wenn die Welpen dann 12 Wochen alt waren, gab es meistens zwei oder drei, für die es dann keinen Interessenten mehr gab und so hatte die Züchterin in Höchstzeiten 18 Leonberger rumwuseln und gab dann immer mal wieder zweijährige Rüden ab, wenn die sich in der Gruppe nicht mehr mit den anderen Hunden arrangieren konnten - so kam ich zu meinem ersten Leorüden Müsli.


    Man kann natürlich dagegen halten, dass Leonberger nicht so gesucht sind und es darum schon schwieriger ist, für einen Wurf mit acht Welpen die passenden Besitzer zu finden (die Züchterin war und ist sehr, sehr anspruchsvoll) und da ist es sinnvoll, schon frühzeitig Zusagen an Interessenten zu geben, damit man dann wirklich alle Welpen, die ein neues Zuhause finden sollen, auch verkauft, bevor sie eben den Zuckerschock-Effekt verloren haben.


    Bei den Schäferhunden ist die Nachfrage nach Welpen sehr viel größer - wobei es aber auch viel mehr Schäferhund-Züchter gibt, als Leonberger Züchter und insofern würde ich vermutlich, wenn ich einen Wurf Welpen hätte, auch nicht zu lange zögern, wenn die Nachfrage groß ist und ich genügend Interessenten habe, denn das Problem ist ja, dass nicht jeder Interessent dann wirklich auch ein potentieller Käufer sein muss. So herzlos das klingt, aber wenn ein Züchter sagt: "Weg ist weg und hat definitiv ein neues Zuhause", kann ich das verstehen, denn wenn man sich auf die Interessenten verlässt, die den Hund mit vier Wochen aussuchen und die springen dann doch noch ab, behält man den Welpen vielleicht viel länger, als es einem lieb ist, weil man ja allen anderen Interessenten absagte und die sich auch anderweitig umschauten und woanders kauften.


    Du hast aber trotz allem mein vollstes Verständnis für Deine Unzufriedenheit mit dem Züchter - wobei ich sicher bin, dass Dein schöner Weißer zu Dir fand, weil er einfach bei Dir landen musste und darum ist es ja gut, dass Du keinen Welpen von dem Züchter, dem Du eigentlich vertrautest, genommen hast.


    Ich will auch um Gottes Willen niemandem raten, Hunde, Pferde und Katzen so auszusuchen, wie ich es tue. Wenn man ein bestimmtes Profil hat, in das der Hund passen soll, dann ist es natürlich sinnvoll, dass man den Hund findet, bei dem man nahezu sicher ist, dass er alle Ansprüche erfüllen kann oder können wird.


    ... oder um ein Pferdebeispiel zu bringen: Wenn ich ein S-Dressurpferd mit Grand Prix-Veranlagung suche, werde ich mir kein Shire Horse aussuchen, sondern bei den "üblichen Verdächtigen", aus deren Talentschmiede immer wieder Pferde fürs große Viereck stehen, nach dem passenden Pferd schauen.


    Das ist bei mir natürlich auch die Vorgabe beim Hund. In mein Wunschprofil sollte er schon passen.


    Welchen Welpen ich dann aber aus dem Wurf nehme, bleibt der Herzensentscheid, denn ich glaube, dass man irgendwie das anzieht, das passt.


    Und wie ich schon schrieb: Sowohl die Bommeline, als auch Chia sollten eigentlich gar nicht verkauft werden und fanden dann trotzdem zu mir ... vielleicht ist es eben eine Art magische Anziehung, die mich mit meinen Hunden zusammenführte.


    Am Verrücktesten war eigentlich die Geschichte, wie ich zu Joe kam.


    Im Jahr 1996 gab es ja vor allem den LSVD, in dem Langhaarschäferhunde gezüchtet wurden. Aber als ich bei der Dame anrief, die das Zuchtbuch leitete und nach einem Rüden fragte, gab es eigentlich bundesweit nur eine Züchterin, die noch drei Rüden hatte - alle anderen waren schon vergeben oder es waren nur Hündinnen im Wurf.


    Ich rief also die Züchterin an einem Samstag an und sie meinte, dass am Sonntag mehrere Interessenten für die Welpen kämen und sie eigentlich denkt, dass dann alle vergeben sind. Ich wusste also, dass ich jetzt JA! sagen muss oder das Risiko eingehe, dass kein Welpe für mich übrig bleibt. Also sagte ich ihr, dass ich definitiv einen Welpen nehme. Wobei das Problem war, dass mein Mann Micha eigentlich ein Limit von 800 Mark für den Hundekauf gesetzt hatte und die Welpen sollten 1300 Mark kosten.


    Nun war es nicht so, dass wir nicht auch 1300 Mark hätten bezahlen können, aber ich habe einen Ehemann mit Prinzipien und so überlegte ich schon fieberhaft, wie ich ihm nun beibringe, dass ich einen Welpen für 1300 Mark gekauft hatte, von dem ich nichts wusste und den ich nicht mal aussuchen konnte denn der Deal mit der Züchterin war: Ich nehme den Welpen, der übrigbleibt, weil ich ja von Samstag auf Sonntag keine Anzahlung leisten konnte (Paypal gab es da noch nicht und Bilder per Email schicken ging auch noch nicht).


    Am Montag passierten dann zwei Dinge: Zuerst kam die Post und brachte mir einen Bescheid für eine Steuerrückzahlung in Höhe von ... tadddaaaaa! 1300 Mark!!! Damit hatte ich Michas Zustimmung, denn wenn man schon das Geld für den Welpen auf so eine kuriose Art "geschenkt" bekommt, dann beeindruckt das sogar meinen Mann und er sagt ja.


    Und dann kam der Anruf von der Züchterin, dass zwei Welpen umgehend neue Besitzer gefunden hatten, aber sich irgendwie keiner für den Dritten interessierte, obwohl der eigentlich der Schönste wäre. Ihr Fazii: "Der muss zu Euch!"


    Zwei Wochen später übernahmen wir Joe bei einer LSVD-Schau in Schaffhausen und als er aus dem Wohnmobil kletterte und auf mich zulief wusste ich, dass er "mein" Hund ist. Ich hatte 13,5 Jahre keinen schlechten Moment mit ihm.


    Nenn es "göttliche Fügung" oder Schicksal oder wie auch immer, aber wenn man sein Herz öffnet, nimmt der Passende die Einladung an und hüpft hinein.


    Ich weiß natürlich, dass Du Dir ein bisschen Sicherheit wünschstest, nachdem die Erfahrung mit Davo eine so unsagbar Traurige war und Dich hart prüfte. Aber - und so verrückt das klingen mag - wenn man alleine dem Verstand die Entscheidung überlässt, dann wird es schwerer, dass der Hund ins Herz einzieht, als wenn das Herz entscheidet. Vielleicht ist es bei manchen Menschen, die sich aus rein sportlichen Gründen für einen Hund entscheiden, nicht ganz so wichtig, ob das Herz ja sagt, solange der Verstand einverstanden ist, aber wenn man ein Familienmitglied sucht, dann muss man es lieben können - da gebe ich Dir auch Recht. ob der Hund aber allen Ansprüchen gerecht wird, darüber entscheidet nicht nur die Genetik, sondern auch die Umstände der Aufzucht, die Erziehung und ob man dem Hund verzeihen kann.


    Das Gleiche gilt für Pferde ... ich habe einmal ein Pferd gekauft, das in mein sportliches Profil passte, aber es konnte mir nie ins Herz galoppieren, obwohl es alles richtig machte. Ich konnte mich nicht in ihn verlieben und habe ihn dann an eine junge Frau verkauft, die bei seinem Anblick so verliebt war, dass sie ihn in einer Blitzaktion kaufte.


    Wer nicht liebt, kann nicht verzeihen.


    Und so ist noch jeder Hund, den ich mit dem Herzen aussuchte, der perfekte Hund für mich geworden ... auch wenn ich schon einen Tag nach der Geburt ja zu ihm sagte.


    Vielleicht habe ich in all den Jahren meines Lebens die Erfahrung machen dürfen, dass man noch so gut planen und vorbereiten kann und dann doch alles anders kommt, weil passiert, was passieren soll und darum lasse ich es passieren, wenn es sich gut anfühlt. Aber ich respektiere auch, wenn jemand es anders macht und freue mich, wenn es trotzdem klappt.


    ... und schlussendlich hast Du Dein neues Glück gefunden und das ist das Wichtigste - für Dich und für Deinen Hund.

  • Hm, das ist kling nicht schön, LordDavo. Wenn ich dich richtig verstanden habe, solltest du quasi nach einem Säuglingsfoto deine Wahl treffen? Wenn man bedenkt, dass so ein Tier im günstigsten Fall 15 Jahre oder so das eigene Leben bereichert, würde ich mich auf sowas auch nicht einlassen.

    Andererseits bin ich auch zu meiner Banja damals gekommen wie die Jungfrau zum Kind. 🙄 Eigenes Haus mit Garten, da sollte ein Hund dazu. Ein entfernter Verwandter meines Mannes bekam das mit, der wiederum kannte einen DSH Züchter mit einer Junghündin, die er eigentlich erst selbst hatte behalten wollen. Mein Mann sagte am Telefon zu! Wow, aus heutiger Sicht echt beklopst. Da kamen wir dann nach langer Fahrt beim Züchter an und uns stürmte eine graue Fledermaus entgegen, die sich gleich zähnefletschend und äusserst kampflustig auf die erwachsene Schäferhündin unseres Verwandten stürzte! So hatte ich denn als Ersthund eine hochtriebige LZ-Hündin, die Ernst machte, wenn's darauf ankam. Das erste Jahr war richtig schwer, der Hundesport war unser beider Rettung. Und mit ihrem Züchter hatte ich das große Los gezogen. Mei oh mei, hab ich den mit Fragen und langen E-Mails gepestet zu Erziehung, Hundesport, Ernährung... Und wiiee stolz war ich, als ich Platzerfolge melden konnte.


    Askjas Züchterin hat uns Zeit gelassen, wir waren zweimal dort. Es gab nur zwei schwarze Mädchen in dem Wurf, eins sollte dort zur Zucht bleiben (ist übrigens auch gerade froher Hoffnung..) und ich hatte die Wahl zwischen den beiden. Zur Züchterin besteht auch noch ein netter Kontakt. Bei der Auswahl der Zucht hatte mir Banjas Züchter geholfen, mir Tipps und seine Meinung zu den Linien gegeben. Würde ich immer wieder so machen.

  • Ich habe mich schon vor der Geburt der Welpen um einen Welpen vom Züchter beworben und als die Welpen geboren waren bekam ich auch eine Zusage. Ich hatte mich schlau gemacht über die Mutterhündin und dem Vater.

    Als die Welpen 5 Wochen alt waren konnte ich mir zwischen zwei Welpen einen aussuchen. Die anderen Welpen waren schon vergeben. Die Bekannten des Züchters hatten nun mal das Vorrecht und mich kannte der Züchter ja nur vom Telefon.


    Wie sich der Welpe dann später entwickeln wird, liegt dann doch auch zum großen Teil an mir.

    Wenn der Vater die PH1 des KNPV bestanden hat, dann wird auch mein Welpe keine Schlaftablette werden.


    Zu den Züchter werde ich auch weiter Kontakt halten und sein Fachwissen in Anspruch nehmen und mit ihm zusammen auch trainieren. Solche Züchter wünscht man sich!

  • Ruebchen Danke für den tollen Bericht. Es beruhigt mich etwas das ich da wirklich an den "falschen" Züchter geraten bin und ich nicht einfach eine falsche Auffassung hatte. Umso mehr fällt mir auch gerade auf, wie dreist mit mir als angeblich "erste Wahl" Umgegangen wurde, sehr schade. Ist halt doof wenn man allen anderen Züchtern absagt weil man dachte man ist sicher und man freut sich 9 Wochen drauf und dann kommt sowas. Vor allem bei 500€ Anzahlung wäre mir das einfach zu unsicher gewesen ob ich dann auch den Welpen mit den richtigen Wesen erwische. :(

    Ich muss sagen, ich hab' ja fast 1,5 Jahre auf Ero gewartet, und hatte dementsprechend die Linie aus der der Hund stammt sehr genau studiert. Ich war mir zu 100% sicher dass da mindestens ein Welpe perfekt für meine Ansprüche sein wird, deshalb wollte ich der Züchterin als die Trächtigkeit der Hündin bestätigt war, schon eine Anzahlung überweisen aber das wollte sie garnicht... :D
    Sie meinte sie hatte noch nie Probleme mit reservierten Welpen die dann doch nicht genommen wurden, und sie hat wirklich bis zuletzt keine Anzahlung genommen, ich hab' den Hund bei Abholung komplett gezahlt.

    Also "ins blaue" Angezahlt hätte ich in dem Fall sofort, aber den Welpen im Alter von ein paar Tagen ausgesucht niemals.
    Ich verstehe dich total.

  • Verbena

    Ach wie schön, vielen Dank für die ausführliche Antwort, es ist immer wieder schön etwas von dir zu lesen!

    Sehr interessant mit der Pferdezucht! Aber ich kann das nachfühlen, ich glaube dieses ständige Abschied nehmen würde meinem Herz nicht gut tun, aber dafür hat es natürlich auch viele schöne Seiten.

    Ich denke in absehbarer Zeit wird mir der Traum vom Pferd nicht vergönnt sein, aber das ist auch kein Problem, irgendwann wird der Tag kommen, selbst wenn er erst in ein paar Jahren sein sollte und bis dahin hab ich ja auch erstmal genug zu tun! <3


    Danke auch nochmal für das beleuchten der anderen Seite, ich verstehe jetzt etwas besser wieso man wollen würde das man sich ab Tag eins entscheidet, für mich ist es zwar nichts, aber vielleicht hätte ich auch besser kommunizieren müssen um das vorher wissen zu können und dann einfach einen anderen Züchter auswählen. Als ich mit der Frau telefoniert habe klang es für mich so als ob man den Welpen nach drei Wochen fest Reserviert mit einer Anzahlung aber vielleicht hatte ich auch etwas falsch verstanden. Aber ich bin sowieso froh das es gekommen ist wie es sollte den mit Akani bin ich ja sowieso mehr als zufrieden. <3



    Peppermint

    Ja genau, ich sollte quasi direkt an dem Tag an dem die Welpen kamen einen raussuchen. Und das auch innerhalb ein paar Minuten. :(

    Ach ja aber gerade sowas ist auch manchmal echt Schicksal! Zu Akani bin ich ja auch auf eine nicht ganz so "tolle" Art und Weise gekommen aber im Endeffekt sind so etwas ja auch Erfahrungen. Aber finde es toll das ihr auch durchgezogen habt und wirklich mit dem Hund etwas gemacht habt. Ich kenne viele die dann ganz schnell wieder zurück zum Züchter wären und den Hund dort abgegeben hätten. Also echt Respekt, auch wenn es sicher harte Arbeit war, aber die hat sich sicherlich gelohnt! <3

    Auch total schön wenn der Züchter so zur Seite steht, ich denke mal das ist bei einem guten Züchter auch selbstverständlich, die Interessieren sich ja natürlich auch für ihre Hunde!



    ostholstein

    Das stimmt, aber du durftest ja scheinbar etwas später aussuchen! Ich war angeblich die Nummer eins auf der Liste und hätte freie Wahl gehabt aber eben nur am Tag eins und als ich mich dann nicht innerhalb zehn Minuten entscheiden wollte hieß es das sie schon vergeben wurden. :D

    Und natürlich kann man erwarten was da rauskommt wenn man die Linien kennt, aber ich finde man sollte schon auch nach dem Charakter gehen, denn wenn ich persönlich einen Hund aus der LZ nehme die sowieso schon Energie ohne Ende haben, dann möchte ich nicht auch noch den aufgewecktesten im Wurf um ehrlich zu sein und das kann man halt leider nicht direkt am Ersten Tag in zehn Minuten erkennen und schon gar nicht über Fotos. Aber das ist ja auch nur meine Sicht der Dinge.


    Ruebchen

    Ja das ist dann natürlich auch nochmal eine andere Situation, aber es ist ja auch schön wenn man sich bei so etwas dann auch so sicher sein kann und wenn dann der Tag kommt an dem es dann soweit ist! <3