Röntgen für Hundesport - Hinweise erbeten

  • Hallo Freunde der Fellnasen,


    Ich will mit Witus ja Hundesport machen und dafür soll er geröntgt werden wenn er 14 Monate alt ist.


    Gibt es da was zu beachten? Was sollte geröntgt werden?


    Wenn was nicht i.O. sein sollte, muss bzw. sollte ich das irgendwo dann bekannt geben, will das wer wissen?


    Danke für Eure Hinweise.

  • Wenn du die Daten eintragen lassen willst, sollte der TA für das Röntgenverfahren für den SV zugelassen sein.


    Ich habe bei Crazy die Hüfte, die Ellenbogen und Rücken röntgen lassen und habe alle Befunde eintragen lassen (HD, ED, LÜW und OCD).


    Wenn der TA für den SV zugelassen hat, sollte er die entsprechenden Formulare dafür haben. Du sagst, was du ausgewertet haben möchtest und der TA trägt es ein. Von ihm werden dann die Bilder und Formulare an den SV übersandt und von da ausgewertet.


    Du schickst dann die Ahnentafel zum SV und dort werden die entsprechenden Befunde HD und ED eingetragen. LÜW und OCD werden per Schreiben bestätigt.

  • Das weiß ich nicht. Aber du kannst ja beim SV anrufen und nachfragen. Habe bisher immer nette Auskünfte bekommen, wenn ich mich da angerufen habe :)

  • Ich würde auch empfehlen neben HD und ED auch die Lendenübergangswirbel und OCD am Kreuzbein auswerten zu lassen. Der LÜW-Befund kann anhand der HD-Aufnahme erstellt werden. Da muss man dann nur auf dem HD-Formular das entsprechende Kästchen für die LÜW-Auswertung ankreuzen. Für den OCD-Befund ist eine zusätzliche seitliche kleine Aufnahme der Wirbelsäule notwendig und das Ausfüllen eines extra Formulars. Wenn Du Deinen Hund zum Röntgen bei einem SV-zugelassenen Tierarzt anmeldest, dann solltest Du dabei gleich sagen welche Auswertungen Du haben möchtest. Nicht dass am Röntgentag dann vielleicht das OCD-Formular fehlt (die Tierärzte legen sich nicht so unendlich viele SV-Formulare in die Praxis, weil sie für diese Geld bezahlen müssen; deswegen bestellen sie die nicht selten zeitnah).


    Hunde mit einem LÜW Typ 2 oder 3 haben, quer durch alle Rassen, ein 5-fach höheres Risiko am Cauda equina-Syndrom zu erkranken. Bei DSH erhöht sich dieses Risiko sogar um das 7-fache. Deswegen ist es gut, neben der HD/ED-Auswertung auch die LÜW auswerten zu lassen. Um bei einem Hund mit einem erhöhten CES-Risiko die Art und Intensität der Bewegung darauf abzustimmen.


    Bei einer OCD am Kreuzbein fallen Knochenschuppen auf die darunter liegende Bandscheibe und schädigen diese dadurch. Auch in so einem Fall ist es hilfreich beizeiten darüber Bescheid zu wissen um diese Bandscheibe nicht noch zusätzlich durch extreme Belastungen im Sport zu beanspruchen.


    Am besten ist es wenn Du Dich bei Deinen Trainingskollegen erkundigst welcher Tierarzt in Eurer Gegend gut röntgen kann (die, die häufig für den SV und auch andere Zuchtverbände röntgen, haben diesbezüglich einfach mehr Erfahrung). Du kannst Dir aber auch beim Zuchtbuchamt des SVs die Tierärzte in Deinem PLZ-Bereich nennen lassen, die dafür zugelassen sind.

  • Danke Cinja

    Ist das auch möglich, wenn ich noch gar nicht im SV bin?

    Ja, ist es. Kostet für Nichtmitglieder auch nicht mehr als für Mitglieder (in manchen Zuchtverbänden zahlen Nichtmitglieder fürs Eintragen von Röntgenbefunden etc. deutlich mehr als Mitglieder).

  • Warum muss ich für das Geben von wertvollen Informationen noch etwas bezahlen? Ich habe davon ja nichts, ich dachte nur, ich würde dem SV einen Gefallen tun indem ich ihm die Infos gebe. :/

  • Weil ein Zuchtverband den Gutachter bezahlen muss, der die Befunde erstellt... Weil ein Zuchtverband die Firma bezahlen muss, welche die Zuchtwertschätzung betreut... Weil ein Zuchtverband mit Online-Datenbank ( = Zuchtbuch) ein teures Programm kaufen und dieses pflegen muss... Weil die Personen, die so eine Datenbank pflegen, bezahlt werden müssen...


    Im SV kommt noch hinzu: Eine perfekt funktionierende Geschäftsstelle mit Vollzeit-Mitarbeitern. Die Dir einen Service bieten von denen Du in anderen Zuchtverbänden nur träumen kannst (ich bin noch in einem anderen VDH-Verband Mitglied, in dem es auch mal bis zu zwei Jahre dauern kann bis die Ahnentafeln für einen Wurf ausgestellt werden, oder in dem Du ein Jahr auf die Röntgenauswertungen Deines Hundes wartest). Im SV kommt auch noch hinzu dass er in großem Umfang wissenschaftliche Studien zum Thema Gelenkerkrankungen mit finanziert (die nicht nur den Haltern Deutscher Schäferhunde zugute kommen, sondern auch von anderen Rassen).


    Einen Gefallen tust Du Dir selbst, wenn Du Deinen Hund röntgen und auswerten lässt. Denn letztendlich möchtest Du ja einen möglichst gesunden Hund haben. Das kann ein Züchter nur gewährleisten wenn er auf Daten von geröntgten Hunden zurückgreifen kann, die ihm sein Zuchtverband zur Verfügung stellt. Das ist also ein Kreislauf. Einen Gefallen tust Du auch dem Züchter Deines Hundes, der sich bestimmt freuen wird wenn Dein Hund mit guten Befunden ausgewertet wird und dieses dann offiziell erfasst wird. Dafür zahlst Du beim DSH ja auch einen deutlich geringeren Welpenpreis, im Vergleich zu den meisten anderen Rassen.


    Klar kannst Du den Billigheimer spielen und Deinen Hund nicht röntgen bzw. nicht auswerten lassen. Ein wirklicher Freund der Rasse wird das aber nicht so handhaben, sondern der wird gerne seinen kleinen Beitrag dazu leisten dass "seine" Rasse möglichst gesund gezüchtet werden kann.

  • Na, ist ja auch eine Frage des Preises.


    Klar, den Preis für das Röntgen zahlen wir gern. Und wenn die TA dann sagt, dass sie nichts auffälliges erkennen kann dann wäre mir ja schon geholfen und ich bin auf der sicheren Seite.

    Wenn die Kosten, welche durch das Einreichen und Auswerten beim SV erträglich sind dann kann ich mir das ja noch überlegen.



    Ich muss ja dann auch noch bezahlen, wenn ich etwas mehr sehen will in der SVDOxS als nur die 5 Angaben die offen sind.

  • Wenn Zwergi seinen Kryptorchismus behoben bekommt mit ca. 18 Monaten, wollte ich ja auch einmal Röntgen lassen. Würdet ihr da die gleichen Untersuchungen empfehlen? Ich weiß noch nicht, was ich mit ihm später machen werde, ob da überhaupt was geht mit ihm und seinem Verhalten, aber bin mittlerweile schon am Agility Interessiert, da will ich mir den Hund ja nicht kaputt machen, wenn der schon Vorerkrankungen hat. Da er ja bereits in Narkose liegt, wäre für mich interessant zu wissen, wie hoch die reinen Röntgenkosten für diese 4 Untersuchungen (Hüfte, Ellen, LÜW, OCD) sind bzw ob die für uns überhaupt Sinn machen? SV-Gebühren werden für uns jedenfalls nicht anfallen, da er selbst keine Papiere hat :D

  • @Micha: HD- und ED-Auswertung kosten je 40 Euro. LÜW 26 Euro und OCD 28 Euro, wenn man die einzeln auswerten lässt. Wenn HD und LÜW zusammen ausgewertet werden kostet das zusammen 61 Euro (da spart man also 5 Euro).


    Bei HD und ED ist es so dass nur die Auswertung der Befunde "normal", "fast normal" und "noch zugelassen" etwas kostet. Der Eintrag von HD oder ED "mittel" oder "schwer" wird nicht in Rechnung gestellt.


    Eine OCD am Kreuzbein kann vorkommen, ist beim DSH aber deutlich seltener als das Auftreten von HD, ED oder Lendenübergangswirbeln. Von daher würde ich, wenn ich wirklich Geld sparen wollte, auf diese zusätzliche Aufnahme und deren Auswertung verzichten.


    Wenn Du SV-Mitglied bist hast Du kostenlos Zugriff auf die Stammdaten im SV-DOxS.

  • Azemba: Ich würde meinen Hund auf jeden Fall röntgen und auch von einem Gutachter der GkF auswerten lassen (Hüfte, Ellenbogen, Lendenwirbel). Z.B. an Dr. Tellhelm kannst Du Röntgenbilder per Mail schicken und um ein Gutachten bitten. In Bezug auf die Ellenbogen können viele Tierärzte immer noch keine vernünftigen Befunde erstellen, so dass ich mir die paar Euro für eine Auswertung durch einen GkF-Gutachter wie z.B. Dr. Tellhelm leisten würde. Und wenn an einem Gelenk etwas nicht top sein sollte erhält man von solchen Personen auch fundierte Informationen was man mit so einem Hund noch arbeiten kann oder was besser nicht.

  • Das ist ja doch deutlich erschwinglicher als ich dachte, danke für die Infos!
    Dann lass ich das mitröntgen bei der Tierärztin und dann entsprechend woanders auswerten. :)
    Ist Sport, der bis dahin gemacht wird (so weit ich weiß dürfen die Junghunde bis 12 Monate schon mal durch Tunnel, über Brücken balancieren etc. und ab 12 Monaten dann mit kleineren Sprüngen starten, aber bin da nicht up to date), dann ein Problem? Also sollte raus kommen, der Hund hat dann so schwere Gelenkschädigungen, dass man das sofort sein lassen muss. Wie geht man damit in der Übergangsphase zwischen "er darf mit 12 Monaten nun anfangen, Sport zu machen" und dem Röntgen einige Monate später um?